Mittagsschlaf adé – wie das fehlen einer Stunde mich aus dem Rhythmus bringt

Das Thema “ Schlafen“ war lange Zeit ein großes Reizthema für mich:

erst schlief hier gefühlt keiner, dann nur auf mir drauf. Später wurde dann ständig nur kurz auf mir geschlafen usw. Irgendwann platze dann der Knoten: ich konnte die schlafenden Zwillinge ablegen. Zunächst nur abends, später dann auch tagsüber. Zum ersten Mal seit über einem Jahr hatte ich wieder Zeit nur für mich. Was für eine Offenbarung: ALLEINE etwas machen. Lesen, malen, baden oder schlicht nur Serien ansehen oder Haushalt erledigen. Der Zeitraum in dem die Kinder alleine schliefen wurde immer größer. Die Freiheit auch. Ich konnte lange Telefonate führen oder auch skypen. Ich konnte viele Artikel schreiben und Kontakte pflegen. Mit der Zeit etablierte sich ein Rhythmus: Um 6.30 Uhr aufstehen, um 12 Uhr ins Bett zum Mittagsschlaf und zwischen 14.30 und 15 Uhr wieder raus, zum Nachtschlaf gings um ca. 20.30 Uhr. Was für tolle Zeiten! Ich habe meinen Tagesablauf darauf abgestimmt und alles war toll. Für so 5 Monate zumindest. Denn dann wurde hier der Mittagsschlaf von den Knödels abgeschafft.

 

Hilfe mir fehlt ne Stunde!!!

 

Mit dem Wegfall des Mittagsschlafs ist auch mein Tagesablauf abhanden gekommen. Die Kinder schlafen länger und gehen früher ins Bett. Dazwischen gibt es aber keine Zeit in der ich mal zur Ruhe kommen kann. Und damit kam ich ins schleudern, mein Rhythmus ist abhanden gekommen. Dadurch das ich morgens mit den Kindern aufstehe  fehlt mir morgens (gefühlt) ne Stunde Zeit in der ich schnell grob Ordnung schaffen konnte, einen Kaffee trank und den Kindern ein Frühstück richtete. Je nachdem was wir geplant hatten folgte Haushalt oder Unternehmungen, pünktlich zum Mittagsschalf sind wir wieder heim gegangen, dann gings ins Bett und ich erledigte den Rest der liegen geblieben war, wartete auf das Aufwachen der Kinder und startete dann das Nachmittagsprogramm und bereitete mit ihnen das Abendessen zu. Dann gings in die Badewanne und ins Bett. So richtig schön spießig und planbar. Nach dem mir ja morgens schon ne Stunde gefühlte Zeit fehlt in der ich nicht in den Trott komme, fehlt Mittags auch ne Stunde und gleichzeitig ist es eine zu viel, das was ich früher in der Zeit machte, ging nicht mehr und was ich jetzt in der Zeit machen soll weiß ich nicht so genau, da probieren wir gerade was für uns passt aber gefunden haben wir noch nichts.

Die Stunde zu wenig/ zu viel macht den Nachmittag zäh und langatmig und führt dann später zu Stress den Abends fehlen gleich 2 Stunden! Während ich noch versuche einen Rhythmus zu finden, muss ich eigentlich das Abendessen vorbereiten und pünktlich auf den Tisch schaffen, sonst droht ne Katastrophe in Form von übermüdeten zweihjährigen. Ihr kennt das oder?

 

Auf der Suche nach einem neuen Beat!

 

Nachdem ihr jetzt also wisst das mir im Laufe eines Tages 3 Stunden abhanden gekommen sind und ich davon eine zur falschen Zeit wieder gefunden habe, erzähle ich euch mal welchen weiteren Einfluss das auf unseren Alltag hat:

Da ich nicht weiß wie ich wann und womit anfangen soll herrscht hier Chaos. Treffen mit Freunden scheitern zur Zeit an den Schlafenszeiten aller beteiligten Kinder oder aber an den Arbeitszeiten von uns. Oder an Terminen sonstiger Natur. Nachmittags das Haus zu verlassen ist gleichbedeutend mit einer Einladung zum Abendessen:

Da die anderen Kinder noch einen Mittagsschlaf machen können wir erst spät los und müssen früh wieder weg. Da wir zum Teil ne ordentliche Strecke fahren müssen kollidiert das brutal mit der aktuellen Bettzeit der Zwillinge – ohne Abendessen direkt ins Bett ist aber auch nichts -> Nachts gibts dann schmacht! Und wecken zum Essen? Neee das würden beide mir extrem Übel nehmen. Vormittags ist es übrigens das Gegenteil: Da Motte und Knödel erst zwischen 8 und 8.30 Uhr aufstehen und erst ab 10.00 Uhr ausgeh/besuchsfertig sind artet es dann in Stress aus: ab 12.30 läuten die anderen Kids den Mittagsschlaf ein während meine beiden gerade erst warm gelaufen sind.

Um das Chaos zu minimieren versuche ich gerade verschiedene Abläufe und Motivationsmöglichkeiten aus, zumindest funktioniert das inzwischen so weit, dass hier wieder Ordnung herrscht, auch das mit dem Essen am Abend habe ich wieder im Griff, nur ne gute Zeit für das regelmäßige Bad, das die kleinen so lieben, habe ich noch nicht gefunden. Und ne Lösung für die sozialen Kontakte ist auch noch nicht so wirklich da.

 

Und gerade als wir einen neuen Rhythmus fanden brach alles wieder zusammen..

Nachdem wir uns wieder eingespielt hatten passierte dann ja auch so ziemlich das dümmste was kommen könnte: Ich brach mir meinen Zehen und bin vorübergehend zum nichts tun verdammt. Und wisst ihr was? Ich bekomme mal wieder nichts auf die Reihe…

Wie war das denn bei euch so, als der Mittagsschalf von euren Kids abgeschafft wurde? Und wie habt ihr euch wieder eingespielt?

P.S. Mein gelegentlich gegönntes Mittagsschläfchen ist ja jetzt auch passé… Welch unglück!

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Selbstbestimmt schlafen

Immer wieder kommt das Thema unter Eltern-Bloggern auf. Es gibt die Pro-Seite, die Contra-Seite und die funktioniert das wirklich Seite. Ich gehöre ganz klar zu der Seite der Befürworter. Viele wie zum Beispiel Frida von 2Kindchaos stecken da oft nicht so richtig freiwillig drin.

Meine süßen waren schon immer schlechte schläfer. Sie schliefen, spät ein, wachten früh wieder auf und brauchten ganz schnell nur noch einen Mittagsschlaf von maximal 1 Stunde. Jegliche versuche die beiden zu einem mir angemessen erscheinenden Rhythmus zu bewegen scheiterten kläglich. Das kürzen von Schläfchen war genauso wirkungslos wie das frühere wecken ( vor allem Knödel nimmt einem das extrem übel) oder das schrittweise vorziehen vom Nachtschlaf. Nichts hat geklappt, es wurde höchstens mit gebrüll der Marke BUHÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ quittiert. Nichts hat funktioniert, wirklich gar nichts. Geschlafen haben sie schon immer nur wenn sie müde genug waren und auch in der Stimmung tatsächlich schlafen zu wollen.

 

Ungefähr 9 Monate habe ich versucht so etwas wie einen Rhythmus zu etablieren, ich ritualisierte alles mögliche. Ich trug, schob und schaukelte meine Minis durch die Gegend, bot ihnen die Brust an, bettelte, weinte vor Müdigkeit. Immer diese Stimme im Kopf die mir sagt: Schaffe einen Rhythmus, schaffe Rituale und Struktur, sie werden schlafen und nicht mehr schreien. Vergeblich. Es gibt keine Tages- oder Nachtzeit zu der die kleinen nicht schon ihren vorübergehenden Rhythmus etabliert hatten. Sie haben ihn immer wieder angepasst, ohne meine Hilfe. Irgendwann habe ich aufgegeben mit den Bestrebungen, immer mal wieder kamen sie wieder aber ich versuchte es nur noch halbherzig, meistens dann wenn die beiden eine äußerst nervige, anstrengende Phase durchlebten, wenn meine Kraft schwand und ich mich nach nichts mehr sehnte als nach etwas ME-Time.

Letztlich habe ich dann komplett aufgegeben, und siehe da: es wurde alles gut! Meine Kinder haben die Chance bekommen ihren eigenen Rhythmus zu finden, und das taten sie auch. Und mit dem Rhythmus verbesserte sich ihr Schlafverhalten stetig, so dass sie mit 20 Monaten angefangen haben durchzuschlafen, naja zumindest in 6 von 7 Nächten tun sie das, aber hey! Ich will nicht meckern, denn ich weiß das es bei vielen anderen viel schlimmer aussieht und ich selber auch ganz schlimme Zeiten mit meinen süßen hatte in denen sie nur auf mir schliefen ( 8 Monate lang), in denen sie nur mit Körperkontakt und an der Brust schliefen ( bis 14 Monate) wo sie mindestens alle 1-2 Stunden erwachten, häufig sogar noch öfter und immer und immer nur die Brust gefodert haben, mich gefordert haben und mir gezeigt haben: Mama wir brauchen dich so sehr.

Sie begannen besser zu schlafen, als ich sie an der Entscheidung beteiligte, als ich nur noch eine begleitende und gelegentlich auch führende Rolle übernahm und ihnen auch die Freiheit gab sich lösen zu dürfen von mir und eine Bindung zu anderen aufbauen lies.

Mir ist bewusst das es nicht überall funktioniert weil die Kinder zum Beispiel Probleme mit der Selbstregulation haben, weil sie überreizt sind weil sie so extrem anfällig dafür sind. Oder weil die Kinder ihren eigenen Rhythmus noch nicht etablieren konnten, weil sie ihn selber noch nicht kennen. Gründe warum es nicht funktioniert gibt es viele. Aber genauso viele Gründe gibt es dafür das es funktioniert.

Vielleicht noch eine kleine Erläuterung dazu wie ich selbstbestimmt schlafen derzeit empfinde:

 

Meine Kinder müssen nicht zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett weil ich denke das es notwendig ist. Motte und Knödel fordern es entweder selber ein, in dem sie sich ihr Buch wünschen, nach der Brust fragen oder eben direkt nach oben ins Schlafzimmer gehen. Manchmal gelingt ihnen das jedoch nicht, zum Beispiel wenn sie einen aufregenden Tag hatten, oder weil sie so sehr ins Spiel vertieft sind ( oder vor der Glotze kleben geblieben sind), dann übernehme ich die Führung, ich beobachte die beiden, benenne meinen Eindruck, kündige das Ende von Aktivitäten nach xyz an, biete ihnen dann an ihr Buch im Bett zu lesen, ihnen ihren Schlafanzug anzuziehen und die Zähne zu putzen bzw die Zahnbürsten zu richten. Sie nehmen diese Führung gerne an, und kooperieren und gehen gerne ins Bett, sie freuen sich auf diese ablenkungsfreie Exklusivzeit in der es nur um uns 3 geht, wir ganz eng zusammen liegen, ein schönes Buch lesen, den Tag resümieren, kuscheln und auf Wunsch auch stillen. Nie gibt es Proteste darüber das die Zeit zum ins Bett gehen wohl doch erreicht wurde ( weil sie einfach kaum noch die Augen aufhalten können und nur noch herum stolpern), wenn sie meine Angebote jedoch ablehnen, akzeptiere ich das für den Moment, in der Regel kommen sie wenig später dann doch von alleine oder ich wiederhole mein Angebot 15-20 Minuten später noch mal. Ganz ohne Druck, ganz ohne müssen.

Doof ists trotzdem manchmal, als es so schön war, da tobten die Knödels nach 22 Uhr noch hier herum, zerstochen von Mücken und Energie geladen durch die schönen Erlebnisse, die Sonnenstrahlen, des entspannten Lebens das es nur gibt wenn das Wetter so unglaublich schön und heiß ist, wenn man selber einfach nur entspannt das Leben genießt. Doof ist auch wenn sie ihren Mittagsschalf nicht machen möchten. Dann ist hier um spätestens 17-18 Uhr ende im Gelände und für mich ist dann klar: um 3-5 Uhr ist hier der Tag am start. In der Regel jedoch stehen sie zwischen 6 und 7 Uhr auf, halten um ca 12 Uhr einen kurzen Mittagsschlaf und gehen zwischen 20.30 und 21.30 zu Bett, selten das es früher oder später ist. Uns allen geht es gut mit diesem Rhythmus, ich mein okay, ich habe mich damit arrangiert das ich nie wieder ausschlafen werde obwohl ich gedacht hatte genau das in meiner Elternzeit tun zu können, denn immerhin stehe ich seit mittlerweile 23 JAHREN!!! früh auf, aber meine Kinder schlafen endlich, sie schlafen ohne dauerhaften Körperkontakt, ohne dauerhaft an der Brust zu sein, sie schlafen meistens durch und sie gehen gerne schlafen, sie freuen sich auf diese extreme Kuschelzeit. Das bestätigt mich in meinem Weg.

 

Jetzt würde ich natürlich gerne wissen: wie läuft es denn bei euch mit dem ins Bett gehen und schlafen? Seid ihr da eher entspannt oder habt ihr feste, vielleicht durch euch, vorgegebene Zeiten?

 

Liebe grüße Ela

(copyright für die Bilder bei Keins bestellt, 2 bekommen)

Wie ich Muttertier wurde… Teil 2

“Geboren wird nicht nur das Kind durch die Mutter, sondern auch die Mutter durch das Kind.” Gertrud von le Fort (1876-1971)

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Immer wieder merke ich, dass viele Menschen die mir in den verschiedenen Netzwerken folgen ein völlig anderes Bild von mir haben, als ich es selber habe. Niemanden wundert es das ich Langzeitstillerin bin, spontan Geboren habe, im Familienbett schlafe, einen Faible für Tragetücher habe und in Zukunft sogar mit Müttern und ihren Babys arbeiten werde.

In Teil 1 habe ich euch über mich erzählt, über das „Ich“ von früher. Geendet habe ich im Januar 2014 mit einem positiven Schwangerschaftstest. Hier werde ich euch von meiner Wandlung berichten.

Ungewollt Schwanger…

Februar 2014:

Mir geht es nicht gut, ich habe nicht nur erfahren das ich Zwillinge erwarten werde, ich darf auch nicht mehr arbeiten, denn  ich leide an Hyperemesis Gravidarum. Und nicht nur das, ich habe bereits zwei mal Blutungen gehabt. Ich fühle mich bestraft. Und schmiede pläne. Natürlich werde ich einen Kaiserschnitt bekommen und stillen geht auch nicht, Twinpapa wird in Elternzeit gehen und ich wieder arbeiten. Ich liege den ganzen Monat im Krankenhaus. Ich möchte gern sterben. Ich suche auf FB nach anderen Betroffenen und finde sie, außerdem bin ich jetzt in einer Gruppe für vegane Schwangere, schadet ja nicht zu wissen worauf man achten muss.

Mai 2014:

Natürlich werde ich meine Kinder tragen. Tragetücher finde ich toll, meine Freundin Jess hat ihr Kind auch getragen, das finde ich cool. Aber ob das geht mit Zwillingen? Ich bin mir nicht sicher. Ich bin fast immer alleine, die Beziehung zum Twinpapa musste ich beenden. Es funktionierte nicht, er verstand nicht, was ich im Umgang mit den Kindern erwarte und kann es nicht mal bei dem großen umsetzen.

Wandlungen…

Juni 2014:

Dieser Sommer ist die Hölle, ich habe schlimme Wassereinlagerungen und Kreislaufprobleme. Meine Hebamme ist keine große Hilfe. Draußen ist es unerträglich für mich, ich verlasse die Wohnung nur noch abends. Gott sei Dank kann ich im nächsten Ort bist 24.00 Uhr einkaufen gehen. Tagsüber liege ich im Bett unter der Klimaanlage und vertreibe mir die Zeit mit Recherche. Ich habe in verschiedenen Gruppen tolle Frauen kennen gelernt. Außerdem habe ich etwas entdeckt das Attachment Parenting heißt. Das finde ich wahnsinnig interessant und auch einleuchtend. Da ich mich schon beruflich mit Pädagogik beschäftigt hatte erscheint mir das Konzept von AP, Unerzogen und GFK sehr natürlich und Intuitiv. Es fühlt sich richtig an, wie der Schlüßel zum Erfolg in Sachen selbstbewusste, empathische Kinder… Ich bin beigeistert und denke das ist super einfach.

Juli 2014:

Ich bin die Heldin im GVK, die anderen sind beeindruckt das ich meine Kinder spontan gebären will und das ich sie stillen und tragen möchte. Das ich all dies eigentlich abgelehnt habe bis ich schwanger wurde weiß keiner, es fühlt sich auch für mich sehr fern an. Auch einen Plan für eine selbstbestimmte, interventionsarme Geburt habe ich bereits. Leider ist es mir körperlich nicht mehr möglich, nach dem vierten Mal weiter  zum Kurs zu gehen, aber ich fühle mich trotzdem gut vorbereitet. Ich lese das Hypnobirthing-Buch und beschäftige mich mit dem Gebären allgemein. Ich habe ein deutliches Bild davon wie meine Geburt aussehen soll.

August 2014:

Nestbau ist angesagt. Ich habe lange überlegt und entschieden das ich Babybetten kaufen möchte. Irgendwann würden meine Kinder darin schlafen. Mein Bruder nimmt sich Urlaub und fährt mit mir zum Babyshopping zum Möbel- Schweden. Gemeinsam mit meinem besten baut er die Möbel auf während ich die Babywäsche wasche.

September 2014:

Es geht los, ich habe um Beendung der Schwangerschaft gebeten. Mir geht es so scheiße, ich kann nicht mehr warten. Bald wird eingeleitet werden, doch ich habe Glück und es geht von allein los. Obwohl ich so einen guten Plan habe, werden meine Wünsche ignoriert. Ich erlebe eine Geburt aus der Hölle, es gibt kein Bonding und kein sofortiges Stillen im Kreißsaal. Dafür gibts ne Not-Op, Neo-Intensiv und Blutkonserven. Nix ist geworden wie ich es will. Aber wir Leben.

Dezember 2014:

Ich zweifel an meinem Weg. Egal was ich tue, meine Grenzen sind fast erreicht. Ich tue wirklich alles für meine Kinder, doch es scheint nicht zu reichen. Auch ein Besuch beim Osteopathen hat keine Besserung gebracht. Ich kann es nicht ertragen. Willen brechen. Osteo-Ferbern. Obwohl ich früher dachte das ich mich über meine Kinder hinweg setezn muss. Ich freue mich auf die Feiertage bei meinen Eltern. Es ist die Hölle, die kleinen sind völlig überreizt. Angeblich ist meine Erziehung schuld, obwohl ich einfach nur meinem Instinkt folge. Meine Babys wohnen praktisch auf mir.

Januar 2015:

Das Knödelkind ist sehr krank, muss ins Krankenhaus. Ich stehe vor der schlimmsten Entscheidung überhaupt: Wer muss ohne mich auskommen? Gemeinsam mit dem Twinpapa entscheide ich, dass wir Knödel auf eigene Verantwortung wieder mitnehmen, seine Werte sind stabil. Ich hätte nie wählen können wer ohne mich auskommen muss. Wir gehen jeden Tag zum Arzt und lassen das Knödelbaby untersuchen, der Kinderarzt hat veranlasst das ich im Notfall mit beiden Kindern ins Krankenhaus aufgenommen werden kann. Es mag verantwortungslos erscheinen, doch ich habe mich dafür entschieden den bedürfnisorientierten Weg zu gehen und will nicht das einer von beiden Leiden muss, so lange ich die Verantwortung für eine Behandlung zu Hause tragen kann. Langsam aber sicher bessert sich das Zustand von Knödel. Alles wird gut.

April 2015:

Ich werde umziehen meinen Kindern zu Liebe, ich kann mich nicht mehr gut um ihre Bedürfnisse kümmern, meine eigenen kann ich nicht einmal mehr erspüren.

September 2015:

Wir haben das erste Jahr überlebt. Nicht immer habe ich so bedürfnisorientiert gehandelt wie ich es möchte, doch ich werde immer besser darin die Bedürfnisse meiner Kinder, von mir und meinen Mitmenschen zu erkennen und zu benennen. Ich habe ein paar Mädels kennen gelernt, die ähnlich ticken wie ich. Das freut mich.

Dezember 2015:

Ich werde wirklich das erste mal seit 2 Jahren ausgehen. Ich mache mir große Sorgen meine Kinder könnten das nicht gut verkraften, doch ich möchte auch endlich mal wieder meine Bedürfnisse pflegen, seit dem ich Kinder habe, habe ich nur für sie gelebt. Ich habe meine ganzen Ansichten auf den Kopf gestellt und vielen Menschen damit vor den Kopf gehauen. Ich versuche es gelassen zu nehmen.

Unklare Zukunft

Januar 2016:

Die Mädels und ich haben eine tiefe und ehrliche Freundschaft entwickelt, im Kontakt mit ihnen merke ich erst, wie sehr ich das Konzept von Attachment Parenting und GFK verinnerlicht habe, mehr sogar als ich je erwartet hätte. Ich bin quasi ein AP Handbuch geworden das bei jedem Konflikt versucht die einzelnen Bedürfnisse der argierenden Personen zu ergründen, ich schaue wie ich meine Ansichten gewaltfrei anbringen kann. Manchmal gelingt es mir ganz gut, doch gerade mit meinen Eltern scheitere ich oft. Sie wissen welche Knöpfe sie drücken müssen.

Ich überlege wie unsere Zukunft aussehen soll, ich habe bereits länger den Wunsch allumfassend für Mütter, Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere, Kinder, Babys und Familien da zu sein. Doch wie soll ich das angehen?

März 2016:

Die Beziehung hat für mich einen immer höhren Stellenwert, ich kann ohne Probleme überall mit meinen Kindern hingehen, sie sind ausgeglichen und neugierig. Sie sind ein gutes Beispiel dafür das es richtig ist, seine Kinder nicht zu erziehen. Ich habe eine gute und spürbare Beziehung zu meinen Kindern aufgebaut, ich stille ihre Bedürfnisse immer noch so gut ich kann, doch manchmal sage ich auch stopp, jetzt bin ich dran. Ich begreife immer mehr den Wert der Kommunikation und verstehe das Erziehung und Beziehung nur ein paar kommunikative Nuancen weit auseinander liegen. Ich fühle mich angekommen, denn ich darf auch in Zukunft den Menschen den Wert von Beziehungen, Bedürfnissen und Kommunikation nahe bringen.

Abschließend:

Ich habe mich wirklich komplett verändert, zumindest in meiner Art zu kommunizieren und in meiner Einstellung zu Kindern, Babys und Geburten. Aus meiner Anti-Haltung heraus ist es mir gelungen das Beste aus mir heraus zu holen. Meine Kinder wecken das Beste in mir, denn ich stelle fest: Ich bin mehr als nur mein Job und die letze Party. Ich bin ein Mensch mit vielen Facetten und diese darf ich jetzt als Mutter voll ausleben. Nie habe ich gedacht das mich die Rolle als Mutter erfüllen könnte, mir Zufriedenheit schenken würde. Lange habe ich mit dem Schicksal Zwillinge gehardert, auch nach der Geburt, als die beiden kleinen Wesen untröstlich geschrien haben, fühlte ich mich oft bestraft, weil ich doch dachte ich würde alles richtig machen. Heute weiß ich viel mehr über Babys, Pädagogik und Geburten so das ich mich viel besser auf Babys einlassen kann, und natürlich auch auf meine Kinder. Ich habe gelernt zu verstehen das Babys das überbleibsel der Evolution sind. Sie werden es vermutlich auch für immer sein. Steinzeitbabys und Kinder. Sie können nicht anders sein als sie sind, aber das ist okay.

Ich bin all das was ich nie sein wollte, doch ich bin sehr glücklich und es erfüllt mich mit Stolz sagen zu können:

“ Ich bin Ela, meine Kinder sind 18 Monate alt, ich habe sie spontan geboren, wir stillen immer noch und wir schlafen zusammen im Familienbett. Ich trage meine Kinder an meinem Körper durch das Leben wann immer sie diese Nähe benötigen und einfordern. Ich lasse meine Kinder auch jetzt nicht schreien, obwohl ich scheißen müde bin und mir wünsche endlich mehr wie 4-5 Stunden pro Nacht zu schlafen. Mein Küchenboden sieht seit 10 Monaten aus wie das Buffet eines Hotels, aber meine Kinder lieben es selber zu essen und taten es von Anfang an, und sie essen fast alles.

Ich nehme finanzielle Einbusen in Kauf um meine Kinder mindestens bis zu ihrem dritten Lebensjahr zu hause betreuen zu können. Und gebe sie so selten wie möglich, so häufig wie nötig ab um mal für mich sein zu können. In meinen geliebten Job werde ich nicht mehr zurück gehen, die Zeit mit meiner Familie ist wertvoller als ein dickes Konto“

Ich bin ein Muttertier und stolz drauf. Meine Geschichte erklärt deutlich warum ich das Zitat von von le Fort wählte. Ich wurde durch die Geburt meiner Kinder zur Mutter, nicht nur körperlich auf emotional. Meine Kinder schenkten mir das Leben als Mutter, ich schenkte ihnen das Leben als unschuldige kleine Babys. Wir sind gemeinsam geboren worden, wir werden gemeinsam wachsen. In Liebe und Geborgenheit.

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Omg! Ich werde ausgehen!!!!

9 kotzende Monate Schwangerschaft und fast 15 Monate als Single-Twinmama ist es soweit! Ich gehe aus. Nur ganz kurz. Es wird nur ein Essen mit Freundinnen sein und ganz ehrlich?  Ich bin nervös wie vorm ersten Date!
Meine Mama wird kommen und die Stoffels zu Bett bringen und beaufsichtigen so lang ich meinen ersten freien Abend seit 2!!! Jahren  ( stellt euch das mal vor ) versuche zu genießen.
Aber die Angst ist groß. Bzw die Sorge um die Minis und meine Mutter.
Ich stille die beiden in den Schlaf. Jeden Abend seit ihrer Geburt. Und das soll jetzt meine Mutter übernehmen. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie das funktionieren soll aber ich bin bestmöglich vorbereitet und wir werden vor dem großen Abend üben. Von einer Freundin bekam ich Flaschen, ich besorgte Milchpulver und so ein Abkühlgerät für das Wasser so wie ein großes Sortiment an Schnullern. Also alles was nötig sein wird, wenn die Milchbar nicht verfügbar ist.

Aber jetzt will ich von euch wissen:
Wie stellen eure Papis, Omas oder Onkel/ Tanten es an, den Nachwuchs zum Schlafen zu bringen?
Schreien lassen ist selbstverständlich keine Lösung!