Was wäre wenn…

Vielleicht nicht die beste Art einen neuen Artikel nach so langer Zeit zu beginnen aber in meinem Kopf ist seit einigen Stunden genau diese Frage überpräsent.

Ich wurde heute am späten Nachmittag Zeugin eines recht schweren Unfalls mit 4 Fahrzeugen und 13 leicht bis mittelschwer Verletzten. Ich hatte Kinderfrei und war auf dem Heimweg nach dem ich den Tag mit meiner besten Freundin verbracht hatte. Auf dem Heimweg hatte ich es sehr eilig, denn meine Mutter berichtete am Telefon das es den Knödels nicht so gut ginge. Ich versprach mich zu beeilen und fuhr los. Ich hatte gut 2/3 der Strecke zurück gelegt als mich 3 Autos überholten. Ich fuhr offenbar nicht schnell genug doch das störte mich nicht, zwar wollte ich schnell zu meinen Kindern doch auf dem Stück der Bundesstraße lohnt es sich nicht immer so extrem zu beschleunigen da alle paar Kilometer wieder eine Begrenzung der Geschwindigkeit ansteht. Ich hing meinen Gedanken nach als es plötzlich knallte und dann 2 Fahrzeuge vor mir ein Auto durch die Luft flog.

Sofort fuhr ich rechts ran, rannte los und begann mit 2 weiteren Zeugen die Verletzten zu bergen. Mein Kopf war wie leer gefegt, ich handelte nur noch. Insgesamt mussten 13 Personen aus den teilweise völlig zerstörten Fahrzeugen befreit werden. Es standen viele Passanten herum als ich von einem Verletzten zum anderen ging um mir einen Überblick zu verschaffen damit ich wusste wer am dringensten professionelle Versorgung durch mich als Krankenschwester benötigte, ich handelte dabei völlig kontrolliert und beherrscht als täte ich das jeden Tag. Als Rettungsdienst und Notärzte eintrafen machte ich eine schnelle Übergabe an die Kollegen und zog mich zurück um meine Eltern über meine Verspätung zu informieren. Danach wartete ich darauf meine Zeugenaussage bei der Polizei zu machen und darauf das die Straße freigegeben wurde damit ich heim fahren konnte.

Langsam kam mein Verstand zu mir zurück und mir wurde klar: es hätte auch mich treffen können wäre ich nur etwas schneller gefahren. Doch dann verdrängte ich den Gedanken und machte Platz für einen der mir gerade noch viel schwerer auf dem Gemüt liegt:

Was hätte ich getan wenn ich die Knödels mitgehabt hätte? Wäre ich genauso selbstlos losgezogen um den Verletzten zu helfen? Was hätte ich mit den Kindern gemacht? Wie hätten sie das erleben müssen? Wie soll ich nur die Verletzten versorgen wenn ich doch eigentlich meine Aufmerksamkeit auch bei meinen Kindern hätte haben müssen?

In meinem Kopf hätte ich wohl meine Kinder an der Hand mit mir geführt, sie mit der einen gehalten und mit der anderen hätte ich geholfen, aber so besonders effektiv wäre das wohl nicht. Im Auto lassen, ungeschützt und allein mit den Bildern konfrontiert, nicht wissend was da los ist? Das ist für mich die schlimmere Alternative. Hätte ich vielleicht gar nichts getan? Wohl kaum. Oder hätte mein Gehirn die beiden einfach ausgeblendet und hätte wie hunderte Male trainiert einfach nur gehandelt? Viele Fragen keine Antworten. Ich bin überglücklich das ich sie nicht dabei hatte und diese Fragen nicht beantworten kann.

Wart ihr schon einmal in so einer Situation MIT den Kindern? Wie habt ihr das gelöst? Das würde mich mal wirklich interessieren. Nicht helfen ist für mich als Krankenschwester im übrigen keine Option, ich wurde dafür ausgebildet Menschen als Ersthelfer im Zweifel das Leben zu retten und bin dazu verpflichtet zu helfen.

 

Geschockte Grüße Ela

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Es ist Zeit los zu lassen – die Knödels gehen in den Kindergarten 

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Eigentlich, so war der Plan, sollten die Knödels nicht in den Kindergarten gehen. Meine Mutter sollte als Tagesmutter die beiden betreuen wenn ich wieder arbeiten gehen würde. Die besten Pläne taugen aber  nichts wenn man das Leben nicht einkalkuliert. Lange Rede, kurzer Sinn:

Meine Mutter wird keine Ressourcen haben um Motti und Knödel zu betreuen und ich muss eine alternative finden. Also haben wir diese Woche mehrere Kindergärten und KiTas angesehen.

Die Einrichtung im Ort ist keine Option 

Natürlich gibt es bei uns auch Kindergärten, sogar richtig viele aber sie passen nicht zu uns und unseren Bedürfnissen. Die kleinen Einrichtungen haben schreckliche Zeiten zur Betreuung, die mit den besseren Zeiten nehmen meine Kinder erst wenn ich schon lange wieder arbeiten muss oder sie sind mit über 120 Kindern mehr als ausgelastet. Das möchte ich nicht für meine Kinder also habe ich bei der Gemeinde einen Antrag zur Kostenübernahme gestellt damit die Knödels außerhalb einen Kindergarten besuchen können. Und dann begann die Suche und das war gar nicht so leicht!

Folgende Fragen habe ich bei der Auswahl zu Grunde gelegt:

– wo ist die Einrichtung? Ist sie gut für mich und auch meine Mutter zu erreichen?

– in welchen Zeiten wird betreut?

-wie flexibel bin ich in der Nutzung der Betreuungszeiten?

– wie stehen die Erzieher zu Stoffwindeln und zur vegan/vegetarischen Ernährung?

– wie sehr wird auf die Bedürfnisse der kinder geachtet? 

– und natürlich auch wie ist der Betreuungsschlüßel?

Nachdem ich eine Woche lang nur telefoniert habe, konnte ich eine Vorauswahl treffen und am Ende blieben 3 Kindergärten über, die wir uns gemeinsam näher ansehen wollten.

Erste Station:

Das Montessori Kinderhaus!( private Einrichtung)

Eigentlich wäre dieser Kindergarten meine erste Wahl aber leider waren wir zu spät und ein flexibler Vollzeitplatz für gleich 2 Kinder war nicht zu meinem Wunschtermin machbar. Wir hätten nur einen Nachmittagsplatz bekommen können. Gegangen wäre das bestimmt auch irgendwie aber mir fehlte trotzdem etwas die flexibilität die ich in meinem Beruf benötige um genug Geld für uns 3 zu verdienen.

Die Einrichtung war wirklich schön, sehr ansprechend arrangiert und eingerichtet. Dort können 108 Kinder in Gruppen von maximal 25 Kids bzw. 18 Kids in der Integrationsgruppe betreut werden. Trotz der Menge an Kindern war es angenehm ruhig und alle Kinder wirkten zufrieden und ausgeglichen. Ich hätte die Twins gerne dort angemeldet. Aber wir hatten ja noch weitere Stationen.
Die Kindervilla ( städtische KiTa )

Eigentlich hatte ich große Erwartungen an diese KiTa, sie ist sehr neu und hat nur 20 Kinder in der Betreuung. Plätze wären auch schnell verfügbar gewesen. Die Betreuungszeiten sind nicht optimal aber es wäre mit Hilfe von Freunden und Familie machbar gewesen. Leider war der Underdog in der Liste den Erwartungen in keinster Weise gerecht geworden. Den Kindergarten als solches gibt es schon wirklich sehr, sehr lange aber vor etwa einem Jahr hat der Träger gewechselt. Ich hatte nicht viele Erwartungen aber diese wurden noch unterboten:

  • es gab kein Konzept in das man als Eltern hinein sehen konnte.
  • die Einrichtung ist teilweise saniert worden und wirkt unfertig
  • der Ablauf wirkt unstrukturiert
  • das Inventar ist spärlich und zum Teil schon sehr alt und defekt ( man merkt im Vergleich zu den andern Einrichtungen das dieser KiTa die finanziellen Mittel fehlen)
  • Die Leitung wirkte nicht aufrichtig im Gespräch, ich hatte den Eindruck sie würde sagen was ich hören wollte.
  • Festgelegte Zeiten zum Essen, Mahlzeiten werden gestellt, man hat keinen Einfluss auf die Nahrungsmittel für die Kinder.
  • Der Kontakt zu den Kindern wirkte lieblos

Das einzige pro in dieser Einrichtung ist die vergleichsweise kleine Gruppe. Es gibt 16 Kindergartenplätze und 4 Krippenplätze. Der Spielplatz ist auch sehr schön aber auch eher spartanisch angelegt.

 

Der Kindergarten ( kommunale Einrichtung)

 

Diese Einrichtung hatte bei mir einen Platz unter den Favoriten schon bevor wir sie besucht haben, denn neben einem wirklich schönen Internetauftritt und einem ausführlichen Konzept als PDF-Datei zum download die schon früh Pluspunkte sammelten weil alles stimmig war, kenne ich viele die dort in den Kindergarten gingen, später die angehörige Grundschule besuchten ( nach 3 privaten Schulen für mich in der Region ebenfalls Favorit) und weiß wie zufrieden sie dort waren und das sie auch selber ihre Kinder dort hin schicken würden. Auch gehen/ gingen 3 von 4 Tageskindern meiner Mutter in diesen Kindergarten, auch diese Eltern sind höchst zufrieden mit dem Kindergarten an der Grundschule.  Im letzten Jahr lernen die Kinder die Lehrer ihrer zukünftigen Schule kennen, durch die gemeinsame Nutzung von Turnhalle und Schwimmhalle sind sie bereits bestens mit den Nebengebäuden ihrer zukünftigen Grundschule vertraut, denn auch das Mittagessen wird in der Mensa der Schule eingenommen. Getrennt vom Schulhof gibt es einen wirklich schönen, anregenden, großen Spielplatz für die die Kindergartenkinder.

Letztlich habe ich mich für den klassischen Kindergarten entschieden, denn Wohnortnähe, flexible Zeiten und ein bedürfnisorientierter Umgang mit den Kindern sind dort sichergestellt, so können die Kinder beispielsweise frei wählen wann und mit wem sie ihr Frühstück einnehmen und auch entsprechend ihres Ruhe- und Schlafbedürfnisses schlafen. Desweiteren können sich die Kinder innerhalb der Einrichtung frei zwischen den Räumen bewegen und ein Angebot ihren Neigungen entsprechend nutzen, denn außer dem Morgenkreis finden innerhalb der geschloßenen Gruppe nur recht wenige starre Einheiten statt. Die Kinder können frei wählen und auch das freie Spiel nimmt einen großen Stellenwert ein.

Auch die Tatsache das der Kindergarten sich für die Grundrechte der Kinder einsetzt und eine gewaltfreie Erziehung für das höchste Gut hält haben zu dieser Entscheidung beigetragen, aber auch das Wohlbefinden der Knödels hatte Anteil an dieser Entscheidung, denn nirgendwo waren sie so schnell und entspannt im Kontakt mit den Erzieherinnen.

 

Wie war das denn bei euch? War die Wahl des richtigen Kindergartens eher schwer oder habt ihr sie in die Einrichtugen vor Ort gegeben?

Liebe Grüße Ela

 

copyright der Bilder: Keins bestellt, 2 bekommen

 

Oma ist mehr als ein Dino!

Die liebe Grummelmama schrieb über Großmütter. Wenn Mütter Löwen seien, so seien Großmütter Dinosaurier der Gattung Tyranosaurus Rex, der Artikel ist ganz amüsant, ein bisschen überspitzt und durchaus treffend. Aber Großmütter / Großeltern sind sehr viel mehr als kämpfende Urgesteine der Evolution!

 

Um Kinder zu erziehen benötigt man ein ganzes Dorf

 

Meine Großeltern waren mein ein und alles. Mit die schönsten Erinnerungen meiner Kindheit verbinde ich mit meinen Großeltern, mit Opa im Wald, mit Oma beim Gummitwist und Seilspringen… Wir verbrachten sehr viel Zeit bei unseren Großeltern, nachdem unsere Mutter wieder zu arbeiten begann. Oma und Opa hatten also maßgeblich Einfluss auf unsere Erziehung, unsere Entwicklung und unser gesammtes Leben. Bis heute ist das so! Aber nicht nur Oma und Opa waren beteiligt. Auch Nachbarn, Onkels und Tanten, alle hatten ihren Anteil daran, das wir wurden wie wir sind. Es muss also was dran sein an dem Sprichwort.

Meine Eltern sind jetzt Großeltern!

Meine Eltern sind toll, wirklich! Mein Bruder und ich durften viel, kannten unsere liberal gesteckten Grenzen. Wir bekamen immer was wir brauchten, und ganz oft auch was wir uns wünschten. Sie schenkten uns Zeit und Erinnerungen, sie gaben uns Flügel und Wurzeln. Sie lehrten uns Werte, diskutierten verschiedene Meinungen statt sie zu unterbinden. Sie teilten den „Schwank ihrer Jugend“ mit uns, und zwar nicht nur die braven Dinge! Vor allem mein Dad hat ne Menge blödsinn angestellt.

Und jetzt sind sie Großeltern, die Großeltern meiner Kinder! Oh Schreck!!! Können sie genauso tolle Großeltern wie Eltern sein? Wie gehen sie damit um das ich einen Weg gehe, der nicht unbedingt der Norm entspricht? Können wir Differenzen und Konflikte überwinden ohne das unsere Beziehung leidet? Und wie entwickelt sich unsere Beziehung überhaupt? Viele Fragen die mir durch den Kopf gingen als ich vor etwas mehr als einem Jahr die Entscheidung traf wieder in ihre Nähe zu ziehen.

Viele Sorgen bzw Fragen haben sich relativiert. Meine Eltern sind wunderbare Großeltern, sie geben alles und noch mehr für uns, aber vor allem für die Knödels. Ja, es gibt Reibungspunkte, aber die lassen sich immer recht schnell und mit kurzen Worten entzerren. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir respektieren die Meinung des anderen. Unsere Beziehung ist eine andere geworden, vor allem die zu meiner Mama weil wir etwas besonderes teilen: die Erfahrung Mutter geworden zu sein! Meine Mama ist mein Anker wenn ich ins schlingern gerate, sie ist der Puffer wenn mir die kleinen tierisch auf den Keks gehen und ich sie am liebsten verkaufen würde. Sie ist die, die uns pflegt wenn wir alle 3 krank sind und sie ist die, die dann auch direkt Notfall-Schoki mitbringt wenns haarig wird. Und sie ist die, die von den Kindern abgöttisch geliebt wird. Aber auch Opa wird extrem geliebt und angehimmelt obwohl er viel strengere Ansichten hat, allerdings ist er weich wie Butter in der Sonne und lässt sich immer um den Finger wickeln. Obwohl er körperlich nicht mehr der aller fitteste ist, tobt er den Schmerzen zum Trotz mit den Knödels, geht mit ihnen Schaukeln und hilft beim erklimmen der Rutsche im Garten. Er füttert die Kids mit allem was sie mögen. Am liebsten jedoch mit Schokolade und Kartoffeln mit Majo ❤

Großeltern und ihre Rolle in der Erziehung

Wie der Name schon sagt, sie sind Eltern! Sie kennen sich aus mit Brutpflege und Kinder (V)erziehung. Sie sind Meinungsverstärker, Vermittler, Ratgeber, Tröster, Mut-zu-reder, sie sind die, die Laufräder repaieren obwohl sie nicht defekt sind, sie sind die, bei denen es mit den Regeln nicht so genau genommen werden muss, sie verteilen den ersten Keks, den ersten Schokoriegel und den ersten Becher mit Saft.  Aber sie sind auch extrem vorsichtig, oft sogar ängstlich in Situationen die mir als Mutter kaum eine Pulsbeschleunigung bescheren. An dieser Stelle treffen die Weisheit des Alters und die eigenen Erfahrungen auf entspannte Erstlingsmama sichtweisen. Trotzdem empfinde ich ihre Rolle im Leben der Knödels als unglaublich wichtig. Kinder können damit umgehen das es nicht immer gleich läuft, das es bei den Großeltern andere Regeln gibt, das man dort anders auf sich acht gibt. es ist wichtig für sie das zu lernen, zu begreifen zu erfassen. Es ist wichtig das sie weitere enge Bezugspersonen an sich binden um sich von mir lösen zu können. Und vor allem in meinem Fall ist der Opa besonders wichtig! Er ist eine konstante männliche Bezugsperson für den Knödel. Man weiß das Jungen, die von der Mutter allein aufgezogen werden oft nach einer männlichen Bezugs/orientierungsperson suchen, sie brauchen es für eine gesunde Entwicklung, sie wollen raufen, toben, kleinere Machtkämpfe austragen. Das sind eben Dinge von denen eine Mama nur ahnt, aber die Mama nicht oder nur bedingt erfüllen kann, denn Väter, Großväter oder Onkels usw gehen ganz anders mit Kindern um, als es Mütter, Großmütter oder Tanten täten.

Eine Hommage an meine Eltern

Natürlich gibt es nicht überall die Gegebenheiten das Kinder im engen Kontakt mit den Großeltern aufwachsen. Das erste Jahr war das für die Knödels auch so, und wären die Umstände anderes gewesen, wer weiß? Ob es nun die örtlichen Gegebenheiten sind oder persönliche Differenzen die es bezwecken das der Kontakt nur lose besteht, es gibt Gründe warum es so ist und so bleiben wird, aber da gehen wir nicht weiter drauf ein.

Ich schrieb diesen Text, weil er schon lange überfällig ist. Meine Eltern sind wunderbare Großeltern geworden, sie unterstützen uns mit allem was geht und darüber hinaus! Weil ich will, das sie wissen wie glücklich sie uns machen, und welch große Bedeutung sie im Leben der Knödelkinder haben, wie wichtig sie für uns sind und wie glücklich sie uns machen und weil ich nicht oft genug Danke sagen kann für all die Abendessen, Babysitterstunden, die unzähligen Tassen Kaffee und die 2382392784637468756398461938 Minuten am Telefon, für Wäscherei- und Trockenservice. Ihr sagt, für euch ist es selbstverständlich, für mich ist es das nicht. In den zwei schlimmsten Jahren meines Lebens kämpfte ich ziemlich verlassen von allen alleine, das ihr jetzt mit kämpft bedeutet mir die Welt.

Shit, jetzt weine ich. Dabei schrieb ich nur, weil ich mich mit Mama über den Artikel der Grummelmama unterhielt und sie der Meinung war, das Omas eher nicht so sind. Doch sind sie! Und Opas noch viel mehr! Aber ihr seid mehr als Kampfschweine an der Ungerechtigkeitsfront… Danke für alles was ihr seid und was ihr nicht seid, was ihr werden werdet!

Zwillingsmütter stehen Rede und Antwort #2 Kerstin aus Tirol

Heute kommt die liebe Kerstin zu Wort. Und warum? Weil sie ein Leben wie in einer Telenovela lebt. Ihr wisst schon, Hotels, Personal und Traumhafte Kulisse und sie ist der Chef. Wie das Leben im Hotel mit Ehemann und 3 kleinen Kindern läuft, könnt ihr hier lesen:

Als erstes : erzähl doch ein bisschen von dir als Person!

Ich bin Kerstin, 28 Jahre und lebe in Tirol. Mit meinem Mann Mario bin ich seit 3 Jahren verheiratet, kennen tun wir uns seit 15 Jahren mittlerweile. Wir arbeiten beide in der Hotelkette meines Großvaters. Ich leite den Bereich Sales und Marketing für 4 Hotels und bilde mit meinem Mann zusammen die Geschäftsleitung vom Alpenhotel ….fall in Love

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1. Du bist Mama von 3 Kindern, 2 davon sind noch sehr klein und darüber hinaus auch noch Zwillinge. Und du stillst, das stelle ich mir wahnsinnig anstrengend vor. Wie klappt das in der Umsetzung und wie beschäftigst du den Großen?
Ich muss dazu sagen dass ich Kinder als puren Luxus empfinde. Es ist Luxus sich Kinder heute leisten zu können, insbesondere viele Kinder denn unsere Familienplanung ist noch nicht abgeschlossen. Es ist Luxus mit ihnen Zeit verbringen zu dürfen und überhaupt welche zu bekommen. Als PCO Patientin ist es für mich pures Glück. Da ich für den Betrieb leider unerlässlich bin, muss unser Alltag in Schichten funktionieren. Wir bekommen eine Nanny zur Verfügung gestellt damit das klappen kann. Kim ist bei uns seit die Kinder 3 Monate sind, solange arbeite ich auch schon wieder – eigentlich 20 Stunden die Woche aber jeder Selbstständig weiß dass es nicht dabei bleibt 😉
Damit das Stillen geklappt hat hab ich 16 Wochen sehr kämpfen müssen. Danach „lief“ es im wahrsten Sinne des Wortes. Mittlerweile ist das Stillen eine feste Verbindung zwischen Evamarie, Alois – die wir Ivy und Lio nennen – und mir! So komme ich vom Arbeiten weg wenn auch nur kurz. Wir stillen noch morgens, mittags und abends. Und wenn es sein muss nachts. Wir brauchen es im Moment alle 3 noch sehr. Die beiden werden im März jetzt ein Jahr und wir werden wohl nicht so schnell aufhören.
Mein großer Mann Levin ist jetzt 4,5 Jahre alt. Er ist ein wunderbares Kind, sehr hilfsbereit und kümmert sich hingebungsvoll um seine Geschwister. Ich muss sagen er ist mehr eine Unterstützung wenn ich alleine bin als das er mir mehr Arbeit macht. Er besucht den Kindergarten bis 11:30 und ist auch oft bei seinen Urgroßeltern die mit Mitte 70 noch sehr fit sind und bei denen ich als Kind schon unglaublich viel Zeit verbracht habe. Ein Vorteil des Familienunternehmens, wir wohnen alle in unmittelbarer Nähe – sehen uns täglich und unterstützen einander wo immer es geht.

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2. Ein Leben wie in einer Telenovela: Ihr lebt im Hotel und habt zusätzlich auch noch einen weiteren Wohnsitz. Ist es nicht wahnsinnig anstrengend immer zu pendeln? Wie oft pendelt ihr?
Das Leben im Hotel klingt immer so toll. Als Kind – zugegeben – ist es das auch. Ich bin selbst in einem aufgewachsen und es ist immer was los, immer Programm, immer neue Kinder zum Spielen, leckeres Essen, ein eigenes Schwimmbad, Kinderclub, Pub und Diskos, ein Hausmädchen, ein Kindermädchen usw.
Jetzt als Erwachsener sind diese Vorteile oft anstrengend. Man sucht seinen persönlichen Ruhepol und schafft es innerhalb seines eigenen Unternehmens nicht abzuschalten.
Einen normalen Haushalt führen, das ist etwas das wir nicht brauchen und nicht tun.
Für mich und meinen Mann war es aber klar: Wir wollen das alles und es auch unseren Kindern vermitteln. Deshalb haben wir uns ein kleines Häuschen fernab des touristischen Trubels im Karwendel Tal gekauft – mitten in den Bergen wo sich Hase und Fuchs Gute Nacht sagen. Komplette Ruhe – Natur pur und ein geregelter Familienalltag mit Haushalt und Kochen und allem Drum und Dran. Das genießen wir sehr. Leider können wir nur von Samstagnachmittag bis Montagmittag dort sein. Die Strecke beträgt nur 8 km. Trotzdem ist eine Herausforderung an beiden Wohnorten ALLES zu haben. Jetzt sind wir ausgestattet und brauchen nichts mitzunehmen egal wo wir gerade sind.
3. Wie kommen die Kinder damit zurecht?
Der Große freut sich sehr auf das Haus. Dort sind wir nur für die Kinder da. Er hat einen Garten mit Spielplatz. Wir kochen gemeinsam und spielen. Für all das ist unter der Woche keine Zeit. Die Kleinen, denke ich, hatten da schon ihre Probleme des ständigen Wechselns. Wir haben aber bis die beide 10 Monate waren, Familienbett praktiziert. Somit waren ihre Mittelpunkte trotzdem da – Mama und Papa. Auch habe ich mein Wochenbett in unserem Haus verbracht was beim Stillen sehr geholfen hat. Die Schlafschwierigkeiten führen wir allerdings schon darauf mit zurück. Wir freuen uns dass sich das mittlerweile aber etwas eingependelt hat. Man sieht nun dass sie das Haus wieder erkennen und auch ihre Betten dort und ihre vielen Spielsachen können sie jede Woche neu entdecken 
4. Wie schaffst du den Spagat zwischen Geschäftsfrau im Hotel und der Hausfrau zu Hause? Hast du Hilfe? Wie sieht diese aus?
Hier habe ich schon ein bisschen Voraus gegriffen. Ich habe sehr viel Hilfe sogar. So viel dass ich oft auch traurig bin dass ich nicht gezwungen bin zu Hause zu bleiben. Das Kindermädchen ist 9 Stunden 5 Mal die Woche da. Am 6. Tag den wir auch arbeiten müssen haben wir noch eine weiter Nanny für 5 Stunden die schon bei Levin damals ausgeholfen hat. Unsere Wohnung wird von den Zimmermädchen in Ordnung gehalten. Die machen ebenso unsere ganze Wäsche. Essen holen wir in einem unserer 5 Restaurants oder essen direkt dort. Mit BLW Kindern ein großer Vorteil nachher nicht aufräumen zu müssen. Die Kellner sind entzückt wenn wir kommen
Der Betrieb fordert mich sehr. Ich habe das Alpenhotel 2012 als Konkursbetrieb übernommen mit 8 Mitarbeitern und 10% Auslastung. Heute stehen wir bei 50 Mitarbeitern und 70-80% Auslastung im Durschnitt als gut laufendes Hotel mit Gewinn da. Es war ein Kraftakt. Davor habe ich schon 2 solche Projekte betreut. Ich war damals mit 21 wohl eine der jüngsten Hotelchefinnen. Das hat mich sehr geprägt. Ich bin dadurch sehr strukturiert und organisiert, bin absolut nicht leicht zu Stressen und kann jederzeit lächeln. Das kann ich im Alltag mit den Kindern auch sehr gut gebrauchen muss ich sagen 
5. Wie sieht euer Leben im Hotel aus? Wie läuft der Tag ab und vor allem: wie präsent sind die Kinder im Hotelbetrieb?
Unser Tag beginnt regulär um 7 Uhr morgens, wir stillen, machen den Großen fertig und gehen um 8 zum Arbeiten bzw. Levin in den Kindergarten. Die kleinen machen dann Frühstück, anziehen, spielen und spazieren, alles mit Nanny. Um 11:30 holt mein Mann ihn ab und um 12:00 folgt das gemeinsame Mittagessen mit der ganzen Familie in unserem Haupthotel das nebenan liegt. Danach geht es an den Mittagsschlaf, der im Moment noch nicht so ganz klappt. Ich stille die Kinder und mein Mann und ich legen sie hin. Die Nanny hat am Nachmittag ihre Pause. Um 15:00 gibt es Jause und um 16:00 gehen wir wieder an die Arbeit. Die Kinder gehen dann alle gemeinsam spazieren und wir treffen uns um 18:00 Uhr zum Abendessen. Danach kümmere ich mich um die Kinder. Es gibt ein gemeinsames Bad, Pyjama, Gute Nacht Geschichte und nochmal stillen. Meistens ist um 20:00 Uhr dann Ruhe eingekehrt. Mein Mann kommt zwischen 20:30 und 22:30 nach Hause – je nach Lage. Die Kinder sind bei uns im Alpenhotel nicht sehr präsent. …fall in Love lässt schon erahnen – es ist ein Kuschel und Romantikhotel für Pärchen. Ruhe, Wellness, und Zweisamkeit lassen sich nur wenig mit Kindern vereinbaren, deshalb ist eine Anreise erst ab 16 Jahre möglich. Unsere andern Hotels sind ebenso spezialisiert. Ein Baby und Kinderhotel mit 5 Smileys sowie ein Familienhotel (unser Haupthaus nebenan) zählen ebenso dazu. Hier sind wir viel mit den Kindern in den Spielbereichen, der Lobby zum Kuchen Essen und Tee trinken am Nachmittag, beim Tanztee um 5 Uhr, im Schwimmbad usw. Es gibt dort auch viele andere Kinder zum Spielen.

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6. Würdest du eure Leben ändern wenn du es könntest?
Ich kenne es nicht anders. Ich bin so aufgewachsen und weiß also dass die Kinder davon keinen Schaden nehmen werden. Was ich als Kind vermisst habe, versuche ich einzubauen mit unserem Familien-Haus um meinen 3 Kuschelmäusen eine gelungene und glückliche Kindheit ermöglichen zu können. Für uns zählt der Grundsatz dass die Qualität der Familienzeit mehr zählt als die Quantität. Manchmal beneide ich Hausfrauen um ihre Rolle. Sie können rund um die Uhr bei ihren Kindern sein. Das kann ich leider nicht. Andererseits liebe ich meinen Beruf. Es ist meine ebenso meine Familie, meine Heimat und die Zukunft meiner Kinder wenn sie das möchten.

 

 

 

Wenn auch ihr mal so richtig aus dem Nähkästchen plaudern wollt, ein unglaublich spannendes Leben führt oder einfach mal von eurer Geschichte erzählen wollt, meldet euch bei mir, ich quetsche euch liebend gerne aus.

 

Wie ich Muttertier wurde… Teil 2

“Geboren wird nicht nur das Kind durch die Mutter, sondern auch die Mutter durch das Kind.” Gertrud von le Fort (1876-1971)

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Immer wieder merke ich, dass viele Menschen die mir in den verschiedenen Netzwerken folgen ein völlig anderes Bild von mir haben, als ich es selber habe. Niemanden wundert es das ich Langzeitstillerin bin, spontan Geboren habe, im Familienbett schlafe, einen Faible für Tragetücher habe und in Zukunft sogar mit Müttern und ihren Babys arbeiten werde.

In Teil 1 habe ich euch über mich erzählt, über das „Ich“ von früher. Geendet habe ich im Januar 2014 mit einem positiven Schwangerschaftstest. Hier werde ich euch von meiner Wandlung berichten.

Ungewollt Schwanger…

Februar 2014:

Mir geht es nicht gut, ich habe nicht nur erfahren das ich Zwillinge erwarten werde, ich darf auch nicht mehr arbeiten, denn  ich leide an Hyperemesis Gravidarum. Und nicht nur das, ich habe bereits zwei mal Blutungen gehabt. Ich fühle mich bestraft. Und schmiede pläne. Natürlich werde ich einen Kaiserschnitt bekommen und stillen geht auch nicht, Twinpapa wird in Elternzeit gehen und ich wieder arbeiten. Ich liege den ganzen Monat im Krankenhaus. Ich möchte gern sterben. Ich suche auf FB nach anderen Betroffenen und finde sie, außerdem bin ich jetzt in einer Gruppe für vegane Schwangere, schadet ja nicht zu wissen worauf man achten muss.

Mai 2014:

Natürlich werde ich meine Kinder tragen. Tragetücher finde ich toll, meine Freundin Jess hat ihr Kind auch getragen, das finde ich cool. Aber ob das geht mit Zwillingen? Ich bin mir nicht sicher. Ich bin fast immer alleine, die Beziehung zum Twinpapa musste ich beenden. Es funktionierte nicht, er verstand nicht, was ich im Umgang mit den Kindern erwarte und kann es nicht mal bei dem großen umsetzen.

Wandlungen…

Juni 2014:

Dieser Sommer ist die Hölle, ich habe schlimme Wassereinlagerungen und Kreislaufprobleme. Meine Hebamme ist keine große Hilfe. Draußen ist es unerträglich für mich, ich verlasse die Wohnung nur noch abends. Gott sei Dank kann ich im nächsten Ort bist 24.00 Uhr einkaufen gehen. Tagsüber liege ich im Bett unter der Klimaanlage und vertreibe mir die Zeit mit Recherche. Ich habe in verschiedenen Gruppen tolle Frauen kennen gelernt. Außerdem habe ich etwas entdeckt das Attachment Parenting heißt. Das finde ich wahnsinnig interessant und auch einleuchtend. Da ich mich schon beruflich mit Pädagogik beschäftigt hatte erscheint mir das Konzept von AP, Unerzogen und GFK sehr natürlich und Intuitiv. Es fühlt sich richtig an, wie der Schlüßel zum Erfolg in Sachen selbstbewusste, empathische Kinder… Ich bin beigeistert und denke das ist super einfach.

Juli 2014:

Ich bin die Heldin im GVK, die anderen sind beeindruckt das ich meine Kinder spontan gebären will und das ich sie stillen und tragen möchte. Das ich all dies eigentlich abgelehnt habe bis ich schwanger wurde weiß keiner, es fühlt sich auch für mich sehr fern an. Auch einen Plan für eine selbstbestimmte, interventionsarme Geburt habe ich bereits. Leider ist es mir körperlich nicht mehr möglich, nach dem vierten Mal weiter  zum Kurs zu gehen, aber ich fühle mich trotzdem gut vorbereitet. Ich lese das Hypnobirthing-Buch und beschäftige mich mit dem Gebären allgemein. Ich habe ein deutliches Bild davon wie meine Geburt aussehen soll.

August 2014:

Nestbau ist angesagt. Ich habe lange überlegt und entschieden das ich Babybetten kaufen möchte. Irgendwann würden meine Kinder darin schlafen. Mein Bruder nimmt sich Urlaub und fährt mit mir zum Babyshopping zum Möbel- Schweden. Gemeinsam mit meinem besten baut er die Möbel auf während ich die Babywäsche wasche.

September 2014:

Es geht los, ich habe um Beendung der Schwangerschaft gebeten. Mir geht es so scheiße, ich kann nicht mehr warten. Bald wird eingeleitet werden, doch ich habe Glück und es geht von allein los. Obwohl ich so einen guten Plan habe, werden meine Wünsche ignoriert. Ich erlebe eine Geburt aus der Hölle, es gibt kein Bonding und kein sofortiges Stillen im Kreißsaal. Dafür gibts ne Not-Op, Neo-Intensiv und Blutkonserven. Nix ist geworden wie ich es will. Aber wir Leben.

Dezember 2014:

Ich zweifel an meinem Weg. Egal was ich tue, meine Grenzen sind fast erreicht. Ich tue wirklich alles für meine Kinder, doch es scheint nicht zu reichen. Auch ein Besuch beim Osteopathen hat keine Besserung gebracht. Ich kann es nicht ertragen. Willen brechen. Osteo-Ferbern. Obwohl ich früher dachte das ich mich über meine Kinder hinweg setezn muss. Ich freue mich auf die Feiertage bei meinen Eltern. Es ist die Hölle, die kleinen sind völlig überreizt. Angeblich ist meine Erziehung schuld, obwohl ich einfach nur meinem Instinkt folge. Meine Babys wohnen praktisch auf mir.

Januar 2015:

Das Knödelkind ist sehr krank, muss ins Krankenhaus. Ich stehe vor der schlimmsten Entscheidung überhaupt: Wer muss ohne mich auskommen? Gemeinsam mit dem Twinpapa entscheide ich, dass wir Knödel auf eigene Verantwortung wieder mitnehmen, seine Werte sind stabil. Ich hätte nie wählen können wer ohne mich auskommen muss. Wir gehen jeden Tag zum Arzt und lassen das Knödelbaby untersuchen, der Kinderarzt hat veranlasst das ich im Notfall mit beiden Kindern ins Krankenhaus aufgenommen werden kann. Es mag verantwortungslos erscheinen, doch ich habe mich dafür entschieden den bedürfnisorientierten Weg zu gehen und will nicht das einer von beiden Leiden muss, so lange ich die Verantwortung für eine Behandlung zu Hause tragen kann. Langsam aber sicher bessert sich das Zustand von Knödel. Alles wird gut.

April 2015:

Ich werde umziehen meinen Kindern zu Liebe, ich kann mich nicht mehr gut um ihre Bedürfnisse kümmern, meine eigenen kann ich nicht einmal mehr erspüren.

September 2015:

Wir haben das erste Jahr überlebt. Nicht immer habe ich so bedürfnisorientiert gehandelt wie ich es möchte, doch ich werde immer besser darin die Bedürfnisse meiner Kinder, von mir und meinen Mitmenschen zu erkennen und zu benennen. Ich habe ein paar Mädels kennen gelernt, die ähnlich ticken wie ich. Das freut mich.

Dezember 2015:

Ich werde wirklich das erste mal seit 2 Jahren ausgehen. Ich mache mir große Sorgen meine Kinder könnten das nicht gut verkraften, doch ich möchte auch endlich mal wieder meine Bedürfnisse pflegen, seit dem ich Kinder habe, habe ich nur für sie gelebt. Ich habe meine ganzen Ansichten auf den Kopf gestellt und vielen Menschen damit vor den Kopf gehauen. Ich versuche es gelassen zu nehmen.

Unklare Zukunft

Januar 2016:

Die Mädels und ich haben eine tiefe und ehrliche Freundschaft entwickelt, im Kontakt mit ihnen merke ich erst, wie sehr ich das Konzept von Attachment Parenting und GFK verinnerlicht habe, mehr sogar als ich je erwartet hätte. Ich bin quasi ein AP Handbuch geworden das bei jedem Konflikt versucht die einzelnen Bedürfnisse der argierenden Personen zu ergründen, ich schaue wie ich meine Ansichten gewaltfrei anbringen kann. Manchmal gelingt es mir ganz gut, doch gerade mit meinen Eltern scheitere ich oft. Sie wissen welche Knöpfe sie drücken müssen.

Ich überlege wie unsere Zukunft aussehen soll, ich habe bereits länger den Wunsch allumfassend für Mütter, Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere, Kinder, Babys und Familien da zu sein. Doch wie soll ich das angehen?

März 2016:

Die Beziehung hat für mich einen immer höhren Stellenwert, ich kann ohne Probleme überall mit meinen Kindern hingehen, sie sind ausgeglichen und neugierig. Sie sind ein gutes Beispiel dafür das es richtig ist, seine Kinder nicht zu erziehen. Ich habe eine gute und spürbare Beziehung zu meinen Kindern aufgebaut, ich stille ihre Bedürfnisse immer noch so gut ich kann, doch manchmal sage ich auch stopp, jetzt bin ich dran. Ich begreife immer mehr den Wert der Kommunikation und verstehe das Erziehung und Beziehung nur ein paar kommunikative Nuancen weit auseinander liegen. Ich fühle mich angekommen, denn ich darf auch in Zukunft den Menschen den Wert von Beziehungen, Bedürfnissen und Kommunikation nahe bringen.

Abschließend:

Ich habe mich wirklich komplett verändert, zumindest in meiner Art zu kommunizieren und in meiner Einstellung zu Kindern, Babys und Geburten. Aus meiner Anti-Haltung heraus ist es mir gelungen das Beste aus mir heraus zu holen. Meine Kinder wecken das Beste in mir, denn ich stelle fest: Ich bin mehr als nur mein Job und die letze Party. Ich bin ein Mensch mit vielen Facetten und diese darf ich jetzt als Mutter voll ausleben. Nie habe ich gedacht das mich die Rolle als Mutter erfüllen könnte, mir Zufriedenheit schenken würde. Lange habe ich mit dem Schicksal Zwillinge gehardert, auch nach der Geburt, als die beiden kleinen Wesen untröstlich geschrien haben, fühlte ich mich oft bestraft, weil ich doch dachte ich würde alles richtig machen. Heute weiß ich viel mehr über Babys, Pädagogik und Geburten so das ich mich viel besser auf Babys einlassen kann, und natürlich auch auf meine Kinder. Ich habe gelernt zu verstehen das Babys das überbleibsel der Evolution sind. Sie werden es vermutlich auch für immer sein. Steinzeitbabys und Kinder. Sie können nicht anders sein als sie sind, aber das ist okay.

Ich bin all das was ich nie sein wollte, doch ich bin sehr glücklich und es erfüllt mich mit Stolz sagen zu können:

“ Ich bin Ela, meine Kinder sind 18 Monate alt, ich habe sie spontan geboren, wir stillen immer noch und wir schlafen zusammen im Familienbett. Ich trage meine Kinder an meinem Körper durch das Leben wann immer sie diese Nähe benötigen und einfordern. Ich lasse meine Kinder auch jetzt nicht schreien, obwohl ich scheißen müde bin und mir wünsche endlich mehr wie 4-5 Stunden pro Nacht zu schlafen. Mein Küchenboden sieht seit 10 Monaten aus wie das Buffet eines Hotels, aber meine Kinder lieben es selber zu essen und taten es von Anfang an, und sie essen fast alles.

Ich nehme finanzielle Einbusen in Kauf um meine Kinder mindestens bis zu ihrem dritten Lebensjahr zu hause betreuen zu können. Und gebe sie so selten wie möglich, so häufig wie nötig ab um mal für mich sein zu können. In meinen geliebten Job werde ich nicht mehr zurück gehen, die Zeit mit meiner Familie ist wertvoller als ein dickes Konto“

Ich bin ein Muttertier und stolz drauf. Meine Geschichte erklärt deutlich warum ich das Zitat von von le Fort wählte. Ich wurde durch die Geburt meiner Kinder zur Mutter, nicht nur körperlich auf emotional. Meine Kinder schenkten mir das Leben als Mutter, ich schenkte ihnen das Leben als unschuldige kleine Babys. Wir sind gemeinsam geboren worden, wir werden gemeinsam wachsen. In Liebe und Geborgenheit.

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Omg! Ich werde ausgehen!!!!

9 kotzende Monate Schwangerschaft und fast 15 Monate als Single-Twinmama ist es soweit! Ich gehe aus. Nur ganz kurz. Es wird nur ein Essen mit Freundinnen sein und ganz ehrlich?  Ich bin nervös wie vorm ersten Date!
Meine Mama wird kommen und die Stoffels zu Bett bringen und beaufsichtigen so lang ich meinen ersten freien Abend seit 2!!! Jahren  ( stellt euch das mal vor ) versuche zu genießen.
Aber die Angst ist groß. Bzw die Sorge um die Minis und meine Mutter.
Ich stille die beiden in den Schlaf. Jeden Abend seit ihrer Geburt. Und das soll jetzt meine Mutter übernehmen. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie das funktionieren soll aber ich bin bestmöglich vorbereitet und wir werden vor dem großen Abend üben. Von einer Freundin bekam ich Flaschen, ich besorgte Milchpulver und so ein Abkühlgerät für das Wasser so wie ein großes Sortiment an Schnullern. Also alles was nötig sein wird, wenn die Milchbar nicht verfügbar ist.

Aber jetzt will ich von euch wissen:
Wie stellen eure Papis, Omas oder Onkel/ Tanten es an, den Nachwuchs zum Schlafen zu bringen?
Schreien lassen ist selbstverständlich keine Lösung!