Was wäre wenn…

Vielleicht nicht die beste Art einen neuen Artikel nach so langer Zeit zu beginnen aber in meinem Kopf ist seit einigen Stunden genau diese Frage überpräsent.

Ich wurde heute am späten Nachmittag Zeugin eines recht schweren Unfalls mit 4 Fahrzeugen und 13 leicht bis mittelschwer Verletzten. Ich hatte Kinderfrei und war auf dem Heimweg nach dem ich den Tag mit meiner besten Freundin verbracht hatte. Auf dem Heimweg hatte ich es sehr eilig, denn meine Mutter berichtete am Telefon das es den Knödels nicht so gut ginge. Ich versprach mich zu beeilen und fuhr los. Ich hatte gut 2/3 der Strecke zurück gelegt als mich 3 Autos überholten. Ich fuhr offenbar nicht schnell genug doch das störte mich nicht, zwar wollte ich schnell zu meinen Kindern doch auf dem Stück der Bundesstraße lohnt es sich nicht immer so extrem zu beschleunigen da alle paar Kilometer wieder eine Begrenzung der Geschwindigkeit ansteht. Ich hing meinen Gedanken nach als es plötzlich knallte und dann 2 Fahrzeuge vor mir ein Auto durch die Luft flog.

Sofort fuhr ich rechts ran, rannte los und begann mit 2 weiteren Zeugen die Verletzten zu bergen. Mein Kopf war wie leer gefegt, ich handelte nur noch. Insgesamt mussten 13 Personen aus den teilweise völlig zerstörten Fahrzeugen befreit werden. Es standen viele Passanten herum als ich von einem Verletzten zum anderen ging um mir einen Überblick zu verschaffen damit ich wusste wer am dringensten professionelle Versorgung durch mich als Krankenschwester benötigte, ich handelte dabei völlig kontrolliert und beherrscht als täte ich das jeden Tag. Als Rettungsdienst und Notärzte eintrafen machte ich eine schnelle Übergabe an die Kollegen und zog mich zurück um meine Eltern über meine Verspätung zu informieren. Danach wartete ich darauf meine Zeugenaussage bei der Polizei zu machen und darauf das die Straße freigegeben wurde damit ich heim fahren konnte.

Langsam kam mein Verstand zu mir zurück und mir wurde klar: es hätte auch mich treffen können wäre ich nur etwas schneller gefahren. Doch dann verdrängte ich den Gedanken und machte Platz für einen der mir gerade noch viel schwerer auf dem Gemüt liegt:

Was hätte ich getan wenn ich die Knödels mitgehabt hätte? Wäre ich genauso selbstlos losgezogen um den Verletzten zu helfen? Was hätte ich mit den Kindern gemacht? Wie hätten sie das erleben müssen? Wie soll ich nur die Verletzten versorgen wenn ich doch eigentlich meine Aufmerksamkeit auch bei meinen Kindern hätte haben müssen?

In meinem Kopf hätte ich wohl meine Kinder an der Hand mit mir geführt, sie mit der einen gehalten und mit der anderen hätte ich geholfen, aber so besonders effektiv wäre das wohl nicht. Im Auto lassen, ungeschützt und allein mit den Bildern konfrontiert, nicht wissend was da los ist? Das ist für mich die schlimmere Alternative. Hätte ich vielleicht gar nichts getan? Wohl kaum. Oder hätte mein Gehirn die beiden einfach ausgeblendet und hätte wie hunderte Male trainiert einfach nur gehandelt? Viele Fragen keine Antworten. Ich bin überglücklich das ich sie nicht dabei hatte und diese Fragen nicht beantworten kann.

Wart ihr schon einmal in so einer Situation MIT den Kindern? Wie habt ihr das gelöst? Das würde mich mal wirklich interessieren. Nicht helfen ist für mich als Krankenschwester im übrigen keine Option, ich wurde dafür ausgebildet Menschen als Ersthelfer im Zweifel das Leben zu retten und bin dazu verpflichtet zu helfen.

 

Geschockte Grüße Ela

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Mein Weg zur VBA2C… Teil 1 #Gastartikel

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Vor einiger Zeit schrieb ich hier über meine Gefühle zur Schwangerschaft meiner Freundin Kitty. Heute möchte sie sich selber an euch wenden. Sie hat nicht so tolle Geburtserfahrungen machen dürfen und wünscht sich für ihr drittes Kind eine natürliche und interventionsarme Geburt.

VBA2C : vagnial birth after 2 cesarean sections. Also die vaginale Geburt nach 2 Kaiserschnitten.

 

Kitty erzählt euch von ihrer ersten Geburt und welche traumatischen und weitreichenden Folgen es für sie und ihren Sohn L. hatte. An dieser Stelle möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen. Das erlebte ist wirklich schwer zu verdauen für zarte Gemüter.

 

Für alle die sich fragen, nanu – wer schreibt denn da?

Ich bin Kitty, 34 Jahre jung und Mutter von 2 tollen Jungs! Mein Großer (L.) ist 2002 geboren und der Kleine (M.) 2010. Mit dem 3. Jungen bin ich aktuell in der 18. SSW. Und natürlich, auch wenn ich damit gar nicht so gerechnet hätte, kommt alles wieder hoch: ich wünsche mir eine heilende Geburt und ich habe Angst, dass alles schief geht. Leider werden einem eine Menge Steine in den Weg gelegt wenn man ein 3. Kind nach 2 Sectios spontan zur Welt zu bringen will.

Ich möchte euch teilhaben lassen, es gibt so viele Frauen, denen es ähnlich geht. Und so viele trauen sich nicht, werden mit noch mehr Ängsten wieder nach Hause geschickt. Die Ärzte und Hebammen machen Druck, man fühlt sich allein und denkt, man kann es nicht schaffen.

 

Allein Geburtsberichte zu bekommen, obwohl es gesetzlich jedem zusteht, ist ein Stein! Denn so einfach machen sie es einem nicht.

 

Aber nun erstmal zu meiner Geschichte, die Geburt meines ersten Sohnes!

Bei L. bin ich mit Wehen hier ins örtliche Krankenhaus gegangen, freute mich auf die Geburt, über die Wehen, war guter Dinge und uninformiert, es ging los! Endlich!

In ein paar Stunden würde ich Mama sein! Wunderbar! Soweit bis dahin. Es kam alles anders als gedacht. Nichts von alldem hatte ich vorher schonmal gehört, ich war auf nichts vorbereitet was dann kam. Damals hatte ich auch keine Hebamme, keinen Geburtsvorbereitungskurs, wir hatten kein Internet und so lief ich mit meiner rosa Brille, Jung und Naiv direkt in die Arme meiner persönlichen Geburtshölle.

Ich lag da also auf dem Bett, am Dauer CTG, warum? – das hatte mir keiner gesagt. Ich durfte nicht aufstehen, lag da alleine, mich fragend was denn los war, bekam aber keine Antworten. Es ist so lange her und ich habe mittlerweile vergessen, wie lange das alles gedauert hat. Es wird schon einige zeit gewesen sein, aber große Sorgen machte ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht, vielleicht war das auch einfach normal so.

 

Irgendwann kamen auf einmal mehrere Leute rein, ich weiß nicht wer das war. 

 

Krankenschwestern, Hebammen, Praktikanten, Zirkusdirektoren, Ärzte…. keine Ahnung! Einer der Menschen, ich schätze das war der Arzt, kam zu mir und wollte mich vaginal „untersuchen“. Dafür musste ich mich mit dem Poppes direkt an den Bettrand legen. Er legte los und nur einige Sekunden später platschte es, ich wurde nervös, fragte was das war und dann wurde es hektisch um mich herum.

Die ganzen Menschen stürmten um mich herum, verfrachteten mich auf ein anderes Bett, zogen mir da irgendwas anderes an, während mir eine einen Katheter legte und ich im gleichen Atemzug etwas unterschreiben musste, von dem ich nicht mal wusste, was das war. Ich kann mich noch daran erinnern, dass meine Unterschrift komisch aussah… na klar – währenddessen wurde mir ja auch noch ein Venenzugang gelegt.

Ich wußte nicht was los war, ich weiß auch nicht mehr, was und ob man mit mir sprach. Als das alles getan wurde, brachten sie mich in den Aufzug und ab da weiß ich irgendwie nichts mehr. Ich weiß nicht mehr wie ich im Aufzug lag, in den OP kam und an die Narkose kann ich mich auch nicht erinnern.

Die erste Erinnerung ist dann die, als ich aufwachte und meine Mama neben mir am Bett saß und das einzige was ich fragte war, „Wo ist mein Baby!?“ Ich weiß nicht mehr wie oft ich das wiederholte. Es war wie ein Traum, ein schlimmer Traum. Ich wußte nicht was passiert ist, war mir nicht mal sicher ob ich noch lebe oder gestorben bin, ob mein Baby noch lebt. Alles war verschwommen und ich hatte furchtbare Angst. Was meine Mama antwortete weiß ich leider auch nicht mehr. Ich weiß nur, wie blaß sie war. Sie hatte auch Angst.

Der Papa von L., der während des ganzen Spektakels die ganze Zeit eine verzerrte Randfigur war, war verständlicherweise genauso fertig mit der Welt. Und ich frage mich immer wieder, wie können Menschen mit anderen Menschen so umgehen.

Nächste Erinnerung ist, dass ich auf ein Zimmer gebracht wurde. Es war Mittag. Ich fragte ob ich meinen Sohn sehen könnte, wurde aber verneint, da er auf der Säuglingsstation lag, er hatte wohl grünes Fruchtwasser, Kindspech hineingemacht, müsste beobachtet werden.

 

Man brachte mir ein Polaroid.

 

Später erfuhr ich dann, das ich, nachdem die Fruchtblase geplatzt ist, einen Nabelschnurvorfall hatte. Ich durfte nicht aufstehen, mein ganzer Körper war ein Schmerzklumpen, keiner konnte mir sagen warum. Tage später erfuhr ich, dass es wohl vom Gas kommt, womit ich aufgepumpt wurde und das jetzt durch meinen Körper wandert um raus zu kommen. Es waren solche Schmerzen, ich konnte beim weinen nicht mal ein wenig zucken. Und ich hab viel geweint.

Tage später durfte ich aufstehen und man fuhr mich im Rollstuhl nach oben auf die Station. Im ROLLSTUHL!! Wobei mich die Schwester so unsanft einfach überall gegen fuhr und so lieblos und unfreundlich war. Ich kam dann oben an, sah das kleine Bündel und sah das Bettschild, das Armbändchen.

 

Da stand ein falsches Datum, das wurde einfach einmal durchgestrichen…

 

…und das richtige drauf geschrieben. Und die ersten Tage manifestierte sich der Gedanke, die haben was falsch gemacht, ihn vertauscht, obwohl er aussah wie sein Vater. Aber manchmal macht das Gehirn seltsame Dinge mit einem. Ich wurde wieder auf mein Zimmer gebracht und am nächsten Morgen brachten sie ihn mir in mein Zimmer, stellten ihn ab und gingen wieder. Da saß ich dann. Leer, voller Angst, weinend, hilflos und donnerte geradewegs in eine fette Postnatale Depression. Und keiner bemerkte es, oder wollte es bemerken.

Am Abend wurde es richtig schlimm. Ich habe mich vorher in meinem Leben noch nie so gefühlt, ich wußte nicht, dass es so eine Welt überhaupt gab. Und es war so schlimm, dass ich eigentlich dafür keine Worte finden kann. Ich hatte Panik, bekam kaum Luft, weinte als gäbe es kein Morgen mehr, wünschte mir, ich wäre nicht am Leben, ich konnte diese Gefühle nicht aushalten, sie zersprengten mich, sie legten mich lahm, ich hatte keinen Gedanken mehr, der mir hätte helfen können.

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Mein Ich lag am Boden und verschmolz mit ihm zu einer Masse aus einzigem Schmerz.

 

Alle dachten es wäre Heimweh. Also dachte ich das auch. Woher sollte ich auch wissen, was es sonst sein könnte? Morgen, wenn ich zuhause bin wird alles gut! Das war der letzte Funken Hoffnung der mich aufrecht hielt. Ich denke, jeder kann sich jetzt denken, dass nicht alles gut wurde.

Ich besorgte mir auf anraten einer Schwester im Krankenhaus eine Hebamme, bzw tat sie das für mich, sie kam auch und versuchte irgendwas zu retten und war auch total überfordert, sie hatte sowas selber noch nicht erlebt. Ich konnte nicht schlafen, selbst die Schlaftabletten haben nicht geholfen.

Ich hatte Panik Attacken, war nur am weinen und hatte viele schlimme Gedanken. Ich konnte mich nicht um dieses kleine Baby kümmern. Ich hatte Angst vor ihm. Der Vater und ich lebten nicht mehr zusammen, er wohnte ein paar Häuser weiter und war gerade am renovieren. Und jedesmal, wenn L. wach wurde bekam ich Panik und musste ihn anrufen, damit er kommt.

Das legte sich etwas nach einiger zeit und ich konnte L. versorgen. Ich weiß noch, wie stolz ich war, als ich ihn das erste mal alleine baden konnte! Das muss man sich mal vorstellen…. das kann man nicht, wenn man es nicht selber erlebt hat.

Damals wurde so eine Depression noch nicht so thematisiert wie heute! Heute fängt man endlich an, sie zu sehen, die Frauen zu sehen, denen es so geht. Und es sind viele. Früher gab es das nicht, keiner wußte irgendwie so recht was damit anzufangen. Und so blieb sie bei mir wohnen. In mir, neben mir. Jahrelang.

Als L. knapp 3 Jahre alt war, ging es mir wieder sehr schlecht. Ich habe es nie geschafft, eine Bindung zu meinem Kind aufzubauen. Ich habe ihn nie sehen können als das was er ist. Ein super süßes, total einfaches, entspanntes, tolles Baby und Kind! Heute zerreißt es mir mein Herz, wenn ich daran denke, Bilder von früher sehe und ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen und dieses kleine süße Bündel einfach in den Arm nehmen und es lieben. Es wieder gut machen.

Seit er knapp 3 Jahre alt war, lebte er bei meiner Mama. Sie hat ihn zu sich genommen als ich nicht mehr konnte. Mittlerweile wohnt er bei seinem Papa und seiner neuen Familie, er ist schon so groß, es geht ihm gut, er ist ein wirklich toller Mensch geworden. Wir haben Kontakt, wir schreiben uns und das was mich am meisten berührt ist, dass er nicht einmal böse auf mich ist, dieser liebe Junge, der sich sogar total freute als er erfuhr, dass sein kleiner Bruder M. unterwegs war.

 

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Nachdem L. zu meiner Mutter ging, wurde es natürlich nicht einfacher.

 

Die Menschen sind schlimme Wesen und als wäre mein schlechtes Gewissen und meine Selbstgeisselung nicht genug, ich bekam von allen Seiten Hiebe und Schläge. Keiner fragte warum aber alle wußten genau bescheid. Ich war ein schlimmer Mensch, ich wollte das arme Kind nur nicht, weil ich lieber feiern wollte und noch viele andere Dinge. Es war schlimm.

Und auch heute noch, so viele Jahre später, hab ich diese Schuldgefühle und es tut mir so leid. Mittlerweile ist es mir egal, was irgendwelche Menschen denken. Die mussten da nicht durch gehen. Und für mein Kind war es die beste Entscheidung, ihn bei meiner Mutter leben zu lassen.

 

Ein Kind brauch Liebe und Geborgenheit und jemand, der es küsst und kuschelt. All das konnte ich nicht. So sehr ich es versuchte.

 

Und bis heute kann ich über diese Geschichte nicht sprechen. Sobald es in die Richtung geht und ist es nur, dass ich erzählen muss, wie er auf die Welt kam, bin ich gefangen und ich muss weinen. Während ich diesen Text schreibe weine ich ununterbrochen. Es schmerzt immer noch und ich denke es wird auch niemals aufhören. Aber es ist gut, dass ich das jetzt schreibe. Wenn reden nicht geht, dann geht schreiben und endlich kann ich sagen, was ich gefühlt habe, das kann ich nicht, wenn ich es aussprechen muss. Wie es bei M. ablief, werde ich im nächsten Beitrag berichten!

 

Bis dahin – bleibt stark und steht für euch ein! Viele Grüße, Kitty

 

(copyright : Kitty Trashcore/ Keins bestellt, 2 bekommen)

 

In freudiger Erwartung…

Guter Hoffnung sein…

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Für die Schwangerschaft gibt es viele Synonyme. Erwartung… Hoffnung… Das beschreibt den Umstand einer Schwangerschaft sehr deutlich wie ich finde. Man macht sich Gedanken um das kleine Wesen im eigenen Bauch. Man überlegt wie es aussehen wird und auch welches Geschlecht es haben wird. Ob es gesund sein wird. Aus dem „es“ im Bauch wird irgendwann eine Person. Ein Name. Man folgt dem Bauchgefühl und versucht zu erspüren wer dort in einem wächst. Man schafft eine Verbindung und ein Bild. Und dieses Bild kann vielfältig aussehen. Ist es ein Mädchen? Ist es ein Junge? Mit diesem Bild beginnt die Hoffnung. Natürlich ist es am wichtigsten das das Baby gesund sein wird, doch so ganz tief in einem schlummert die Hoffnung auf ein bestimmtes Geschlecht. So auch bei die Rabenmutti, die über ihre Gefühle nach dem Geschlechtsouting schreibt. Das was sie schreibt ist hart und für viele schwer nachzuvollziehen.

Ich verstehe es…

Zumindest ein bisschen. Man kann zwar darüber streiten ob man so etwas öffentlich macht und wie man das macht aber ja: ich verstehe sie ein bisschen.

Mein 25 Jahre altes Ich konnte mit Kindern nichts anfangen. Mein 26 Jahre altes Ich- frisch schwanger-kannte nur einen Gedanken: Bitte einen Jungen. Einen! An Zwillinge dachte ich zum Zeitpunkt nicht. Mein Gefühl war klar: ein Junge. Als das Zwillingsouting kam blieb die Hoffnung: Bitte Jungs. Bitte keine 2 Mädchen! Das schaffe ich nicht. Ich kann mit diesem Mädchenkram nichts anfangen. In der 16. SSW gab es ein erstes Outing: 80% Junge und 50% Junge. Ich war wie auf Wolken! Ich hätte nicht glücklicher sein können und malte mir bereits die wildesten Spiel mit meinen 2 Jungs aus. Nicht eine Minute lang zweifelte ich daran das es 2 Jungen sein könnten.

 

 

Herzlichen Glückwunsch, es wird ein Pärchen!

 

Wenige Wochen später hatte ich einen Termin in der Pränataldiagnostik – durch die HG und die Medikamente wurde mir eine feindiagnostische Untersuchung ans Herz gelegt. Ich hatte gemischte Gefühle und war gleichzeitig gespannt was ich alles sehen würde und hatte Angst vor dem was eventuell gefunden werden könnte.

Während der Arzt meinen Bauch ausgiebig mit dem Ultraschallkopf bearbeitete beobachtete ich die Bilder sehr genau. Ichkonnte nicht glauben was ich sah: Der 50% Junge zeigte sich als 100% Mädchen.

 

Achterbahn der Gefühle

 

Das kann ich nicht war mein erster Gedanke. Ich konnte und wollte mich darauf nicht einlassen zu dem Zeitpunkt. Ich hatte bereits alles besorgt für die Jungs. Ich brachte es nicht über mich viel für ein Mädchen zu kaufen. Nur ein kleines Set kaufte ich. Fürs Krankenhaus. Ich weinte viel, ich war wirklich traurig. Mein Wunsch, meine Hoffnung? Weg! Zumindest ein Name war schnell gefunden.

 

Am Ende wird alles gut!

 

Motte, meine Tochter, das Mädchen das mich so traurig machte, erlöste mich schließlich gändigstens so schnell wie sie konnte von meiner Schwangerschaft in dem sie den Ärzten ein Schnippchen schlug. Sie war führend und somit die erste die Geboren werden würde. Mein erstes Baby! Die einzigen 10 Minuten im Leben meiner Kinder in denen sie mich ganz allein für sich haben konnten gehörten meiner Tochter. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Es war nicht wichtig welches Geschlecht sie hatte – nur das sie da war. Danach wurde es dunkel. An den ersten Kontakt mit Knödel kann ich mich kaum und nur sehr verschwommen erinnern denn direkt danach kollabierte ich. Doch das macht nichts, er hätte mich nicht versöhnen können mit der Tatsache das mein Männerdoppel ein Pärchen wurde.

 

Ganz langsam kam ich an im Leben mit einem Pärchen

 

Je mehr ich mich mit meinen Kindern und dem Thema Zwillinge beschäftigte, desto glücklicher wurde ich darüber das es ein Pärchen wurde. Eine größere Chance auf ein individuelles Aufwachsen konnten sie nicht haben. Mir wurde gezeigt das am Ende nicht das Geschlecht entscheidend ist, sondern die Persönlichkeit eines Menschen, eines Kindes. Wir haben die Freiheit unsere Kinder weitgehend frei von solchen Fragen aufwachsen zu lassen ( zumindest bis zum Kindergarten).  Kinder sind einfach Kinder und nicht nur ein Geschlecht. Diese Freiheit macht es meinen Kindern möglich zu sein wer sie wollen. Motte ist der leicht verlotterte Wildfang, Knödel der zarte, verschmuste dauerkuschler. Sie entsprechen nicht den allgemeinen Erwartungen die ihr Geschlecht weckt. Sie sind einfach sie selber, und das ist gut so.

Die Enttäuschung über das vermeintlich „falsche“ Geschlecht kann grenzenlos sein, ich habe selber gespürt wie sehr es schmerzen kann wenn das Bild des eigenen Babys im Kopf zusammen bricht und man aus diesen Trümmern ein neues errichten muss, wenn man seine Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen ziehen lassen muss und neue finden wird. Jeder findet seinen Weg damit umzugehen, zu trauern.

 

Ela

 

Auch lesenswert zur Diskussion:

http://www.oeko-hippie-rabenmuetter.de/der-kleine-%ef%bb%bfluisa/

http://aufbruch-zum-umdenken.de/freude-oder-ablehung-spuert-ein-baby-die-gefuehle-der-mutter-im-bauch/

http://runzelfuesschen.blogspot.de/2017/01/madchen-oder-junge-die-enttauschung-von.html

 

 

HILFE! Meine Freundin ist schwanger!!!!

Links: das Wampi von J. im 4ten Monat Rechts mein Wampi im 8ten Monat

Links: das Wampi von J. im 4ten Monat Rechts mein Wampi im 8ten Monat.

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Passend zum letzten Beitrag und den vielen anderen darüber wie mies es mir ergangen ist schreibe ich heute mal darüber wie es eigentlich ist wenn Freundinnen schwanger sind.

J. und ich kennen uns schon eeeeeewig. Damals war ihr Mini noch miniklein. Heute geht er schon zur Schule. Sie ist/war auch alleinerziehend und wir haben immer den Kontakt gehalten. Mal mehr, mal weniger, doch wenns drauf ankam war sie da. So half sie wie ganz selbstverständlich beim Umzug mit, hat sogar ihren Freund verpflichtet obwohl wir uns ewig nicht sahen. Ich mag sie sehr.

Schon länger wünschen sie und ihr Freund sich ein Baby, im neuen Jahr wollten sie anfangen an einem Baby zu basteln, doch wie das manchmal so ist: Der neue Erdenbürger hat sich schneller eingeschlichen als erwartet.

Die Schwangerschaft löst zugegeben gemischte Gefühle bei mir aus. Immer noch schwingt Neid mit, wenn andere Frauen so unkompliziert schwanger sein können. Doch sehe ich diese Schwangerschaft auch als Chance für mich. Ich kann lernen und aktiv sehen wie eine Schwangerschaft sein kann, das es nicht schrecklich und lebensbedrohlich sein muss. Ich erlebe wie man achtsam mit dem Thema umgeht. Das alles ist ein Gewinn für mich. Mein Ziel ist es abschließen zu können und bisher habe ich den Eindruck das es mir,mit der Hilfe von J und ihrem Baby, gelingen könnte.

Irgendwas hat sich verändert und ich spüre wie ich mich mit dem Thema Schwangerschaft auf einer anderen Ebene befasse. Es tut mir gut das alles noch einmal passiv aber ganz nahe dran erleben zu können, denn J bezieht mich in viele Aspekte ihrer Schwangerschaft mit ein. Auch wünscht sie sich Begleitung und Unterstützung von mir, auch wenn noch nicht klar ist wie weit und in welchem Umfang, aber sie lässt mich bei so vielen Dingen Teil haben und ich bin genauso ungeduldig und aufgeregt als wäre ich selber schwanger, nur ohne dickes Wampi und ohne Kotzen. Man könnte es secondhand schwanger nennen und ich finde ganz langsam meinen Frieden mit meiner eigenen Schwangerschaft, denn ich sehe das es anders sein kann und ich habe Hoffnung das ich das auch so erleben darf.

Ich freue mich unglaublich darauf ein neues Menschenkind in meinem Leben begrüßen zu dürfen. Und ich verspreche euch: ich werde es weg schnüffeln.

Das große ABER:

ich bin neidisch. Nicht das ich ihr ihr Glück missgönne . Im Gegenteil ich freue mich sehr für sie aber da sind so kleine Stiche :

Sie darf unkompliziert schwanger sein.

Sie darf überhaupt schwanger sein.

Sie wird ein Baby haben.

Ich habe das alles nicht.  Das ist doof, denn ich wünsche mir mehr Kinder  ( Gott bin ich gestört), ich wünsche mir eine unkomplizierte Schwangerschaft.  Und einen Partner der sich das auch wünscht.

Habe ich aber nicht, also genieße ich secondhand Glück und fühle mich ganz gut dabei. Immerhin sind es ihre schlaflosen Nächte, ihre 1532o10472 Windeln am Tag , ihre Babykotze , ihre Wehen und ihre doofe Anfangsphase beim Stillen. Nicht meine! Finde ich auch nicht so schlecht. Ich kann derweil schön Baby schnüffeln, sie unterstüzen wenn nötig, grinsend an die letzten Jahre denken und sagen: habe ich hinter mir.

Ich weiß ja nicht, vielleicht ist das  auch generell so ein Mütterding:

Babyneid, gemeinsame Freude, Genugtuung das man es „hinter sich“ hat. Denn so richtig weiß man ja auch nicht mehr wie die ersten Monate mit Baby waren. Nur das was extrem toll war oder extrem scheiße. Hormone sind schon eine seltsam gestörte Angelegenheit , unsere Psyche ebenfalls.

Warum macht es so ambivalent wenn andere Frauen ein Baby bekommen und man selber nicht? Darauf habe ich echt keine Antwort.

Ich freue mich auf einen neuen Schritt in Richtung Seelenheil. Ich freue mich auf ein neues Menschenleben. Ich freue mich für J und B und auf viele neue Erinnerungen in meinem Kopf die das alte löschen werden wenn es an der Zeit sein wird.

 

Außerdem möchte ich mich bei allen für meinen kleinen SCHABERNACK entschuldigen. Ich bin nicht schwanger und habe trotz aller Babysehnsucht nicht vor daran derzeit was zu ändern denn ich habe noch viel vor, und wenn ich das erreichen konnte, dann werde ich bestimmt noch ein oder zwei Babys bekommen!

 

Copyright: Kitty Trashcore und Keins bestellt, 2 bekommen!

Break the Silence! #Triggerwarnung traumatisches Geburtserlebnis

Der November steht für nicht wenige Frauen vor allem für ein Thema: Gewalt in der Geburtshilfe.

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Ich bin selber davon betroffen gewesen und stelle im Umgang mit anderen Frauen fest: Gewalt in der Geburtshilfe ist vielfältig und wird oft mit einem „Hauptsache uns geht es gut“ abgetan. In meinem aktuellen BabySteps Kurs gibt es außer mir noch 4 andere Frauen. 4 von uns haben interventionsreiche Geburten erlebt bis hin zum Not-Kaiserschnitt. Diese Frauen reden nur sehr verhalten über das erlebte. Es schwingt die Angst vor dem Urteil mit.

Hat man wirklich versagt? Ist es wirklich nicht so schlimm? Wenigstens leben wir ja noch alle…

Genau das ging mir in den ersten Monaten nach meiner Geburt auch so.

Ich wurde erlöst, den Kindern geht es gut. Narben verblassen, Wunden heilen . Nur ganz langsam brach die Erinnerung über das erlebte in mein Bewusstsein ein und es stürzte mich in ein Loch .

Aufmerksame Blogleser wissen das meine Schwangerschaft sehr heftig verlief und ich nur noch wenige Ressourcen hatte. Ich hatte viel negatives im Bezug auf die Hyperemesis zu hören bekommen und bekam von allen Seiten sehr viel Druck gemacht. Ich freute mich so auf die Geburt. Aber in Wirklichkeit machte die Geburt das Trauma „Kinder bekommen“ erst richtig groß .

Mitten in der Nacht ging es los. Da mich keiner ins Krankenhaus bringen konnte, musste ich die Kollegen vom Rettungsdienst anrufen. Selber fahren war keine Option. Während ich packte und meine Tiere versorgte spürte ich eine tiefe Einsamkeit . Von allen verlassen würde ich meine Kinder zur Welt bringen. Das wenigstens meine Hebamme dabei sein würde gab mir halt. Doch das stellte sich als Trugschluss heraus. Meine Hebamme verkabelte mich am CTG ( gegen meine Willen), gab mir ein Antibiotikum ( ohne Indikation), hängte mich an eine Dauerinfusion ( warum?) und verschwand während ich allein den Kreißsaal in Rückenlage voll kotzte. Lagewechsel? Unmöglich alleine. Zu viele Schläuche und Kabel.

Meine Hebamme kam zurück mit einer Anästhesistin. Neben der PDA- Einverständnis hatten die beiden auch noch Aufklärungsunterlagen für einen Kaiserschnitt mitgebracht ( wollte beides nicht aber war zu schwach um mich zu wehren).

Nach der Zwangs-PDA ging gar nichts mehr. Sie wurde zu hoch dosiert. Keine spürbaren Wehen, keine Möglichkeit mich selbstständig zu bewegen und ständig dieses Kotzen. Ich war alleine bis ca 10.30. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits mehr als 6 Stunden im Kreißsaal. Überwiegend alleine, ganz alleine, mutterseelenallein! Dann kam Hektik auf. Der Wehentropf kam auf Vollgas und man versuchte mich zum pressen zu zwingen ( weil ich nichts mehr spürte hatte ich kein Bedürfnis dazu). Ich wurde angebrüllt, ich wurde in Zwangslange gebracht, meine Beine fixiert und rums : aus dem mittleren Becken heraus wurde Motte mit der Saugglocke geholt. Sie war nur kurz bei mir, dann wurde sie weggebracht. Kurz darauf das gleiche Spiel mit Knödel. Das ich zusätzlich extreme Verletzungen hatte brauche ich wohl niemandem erklären der sich ein bisschen auskennt.

Auch das Knödelchen sollte nur kurz bei mir bleiben, dann war auch er weg. Derweil ging das muntere treiben weiter.

Noch ein Wehentropf und dann gab’s n Ruck, ein flatsch und weg war ich. In dem Moment in dem man die Plazenten aus meinem Uterus zog verlor ich den Kontakt zur Welt. Ich erinnere mich nur noch bruchstückhaft an das was dann passierte. Ich hörte meine Mama und durfte sie nicht sehen, ich lag in Schocklage und bekam Sauerstoff. Ich erinnere mich an hektische Blutdruckmessungen und daran das ich das Gefühl  hatte, Tod zu sein. Die nächste Erinnerung kommt aus dem OP. Ich musste ausgeschabt werden, man musste mich umfangreich nähen. Wieder Nebel.

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Ich erwache in einem Mini-Zimmer. Meine Mutter und eine Freundin sind da. Sie halten meine Babys. Ich will sie haben doch ich bin kaum in der Lage sie zu halten. Ich will stillen und kuscheln. Ich bekomme jedoch kaum Hilfe.  Dann ist die Hebammen da, sie fummelt kurz rum sagt klappt nicht testet den Blutzucker der Kids und bringt Flaschen.

Meine Kinder sind unterzuckert und ausgekühlt. Knödel wurde direkt weggebracht. Motte durfte noch 2 Stunden bleiben.

Ich hatte kein Bonding, kein intuitives Stillen, kein Stillen nach Bedarf und auch kein Kuscheln. Ich hatte ja nicht mal Kinder da.

Meine Hebamme entband neben mir noch weitere Frauen. Es lagen von 4 geborenen Kindern 3 auf der Neo-Intensiv. Meine Hebamme war auch jetzt nicht greifbar und nur der engagierten Stillberaterin Eva ist es zu verdanken das es überhaupt klappte mit dem Stillen.

Ich kämpfte derweil mit den Folgen der Geburt und kämpfte mit den Ärzten um die Verlegung meiner Kinder. An meinem Geburtstag sollte ich entlassen werden. Ich machte deutlich das ich meine Kinder nicht zurücklassen würde und sie auch gegen die Empfehlung mitnehmen würde. Natürlich wurde das nicht so gern gehört. Wie so vieles.

Ich fasse zusammen:

In der Schwangerschaft wurde ich entweder nicht ernst genommen mit meinen Beschwerden oder unter Druck gesetzt weil ich nicht den Vorgaben bezüglich Vorsorge und Geburt folgte. Ich erlebte verbale, psychische Gewalt.

Unter der laufenden Geburt war ich quasi komplett allein. Niemand der mich begleitete oder hätte anleiten können. Stattdessen bekam ich ein Dauerctg, Infusionen und Medikamente. Und mir war so kalt. Es gab aber keine Decken, das sei im Kreißsaal nicht vorgesehen, nur ein dünnes kaltes Laken bekam ich. Man zwang mir eine PDA auf. Ich musste in zwanghafter Rückenlage gebären. Ich wurde beschimpft und angebrüllt. Meine Beine wurden fixiert und ich bekam einen Dammschnitt der nicht gewollt war. Meine Plazenten wurden gezogen, keiner hatte Zeit abzuwarten, meine Kinder wurden sofort abgenabelt und weg gebracht. Es gab kein Bonding und keine Hilfe beim ersten Stillen.

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Während ich versorgt wurde, wurden meine Kinder nicht versorgt sondern meiner Mutter und einer Freundin überlassen. Keiner besah sich die massiven Hämatome durch die VE.

Man ließ mich nur alle 3-4 Stunden zu meinen Kindern, man gab ihnen ohne Absprache Schnuller und Flaschen. Man wollte sie nicht mit mir zusammen entlassen.

Diese 5 Tage sind schlimmer gewesen als all die Monate zuvor in denen ich mehr starb als lebte. Man hatte mich fast umgebracht in der gesichtslosen Maschinerie Krankenhaus. Man hat den Zwillingen und mir so vieles genommen das wir über sehr sehr lange ganz intensiv nachholen mussten. Über uns wurde entschieden als wären wir Ware.

Meine Hebamme war zu keinem Zeitpunkt der Nachsorge bereit mit mir zu reden oder mir zu sagen das ich volle Kanone in die Depressionen rauschte. Sie sagte mir nicht wo ich Hilfe finden würde. Sie war nie dazu bereit mit mir über die Geburt zu sprechen obwohl ich den Bedarf deutlich gemacht habe. Stattdessen wurde alles was ich tat belächelt oder als falsch dargestellt. Ich wurde auch nach der Geburt nicht ernstgenommen mit meinen Sorgen.

Fast ein Jahr lang war mein Leben von Fremden bestimmt die keine Minute auf mich und meine Bedürfnisse geachtet haben. Ich habe so gut es geht gekämpft für mich und meine Selbstbestimmung aber am Ende war ich zu schwach, zu ausgelaugt und ohnmächtig um zu bestehen. An meiner Schwangerschaft war nichts selbstbestimmt, ebenso wenig wie bei der Geburt der Zwillinge. Vom Schwangerschaftstest bis viele Wochen nach der Entbindung war ich lediglich eine Goldmiene für Ärzte und Hebammen.

Das alles zeigt, wie wichtig die adäquate Versorgung durch Hebammen ist, die nicht überlastet sind sondern frei sind sich bestmöglich um ihre Gebärenden zu kümmern. Es zeigt auch das Zeit Geld bedeutet. Und Geld ist wichtiger als das Seelenheil einzelner Frauen die vielleicht nicht nach Plan gebären oder gar eigene Wünsche diesbezüglich haben. Geld darf nicht bestimmen wie und wo wir gebären und auch darf es nicht bestimmen welche Diagnose man bekommt damit man ein guter Fall zum abrechnen wird. Die Politik zerstört wissentlich eine Geburtskultur die seit so vielen 1000 Jahren funktionierte. Warum sollten Frauen heute nicht mehr in der Lage sein selbst zu gebären wie sie es immer taten? Ich verstehe das nicht.

Meine Wünsche hatte ich vor der Geburt sowohl mit dem Krankenhaus als auch mit meiner Hebamme ausdrücklich besprochen und einen Geburtsplan formuliert. Letztlich hat mir diese Vorbereitung nichts aber auch gar nichte gebracht außer Hoffnungen die nicht wahr wurden. Keiner nahm sich letztlich die Zeit sich damit zu befassen und keiner war da meine Interessen für mich durchzusetzen als ich es nicht konnte.

Seit 3 Jahren nehme ich mir vor am 25.11. Eine Rose niederzulegen und einen Brief zu schreiben. Ich kann es nicht. Die Angst vor dem Ort des Grauen ist noch immer zu groß und zu präsent. Ich bin traumatisiert und vieles hat sich in meinem Leben deswegen verändert. Sex? Keine Chance. Die Angst ist zu groß. Einem Arzt vertrauen? Ich bin doch nicht lebensmüde. Wieder als Krankenschwester arbeiten? Niemals werde ich wieder Teil des Gesundheitswesen in Deutschland. Nicht solange der Profit vor den Menschen kommt.

Der Roses Revolution Day ist am 25.11. Er will aufmerksam machen und betroffenen Frauen eine Stimme geben. Die mediale Aufmerksamkeit ist nämlich mehr als gering. Mit Frauen die keine Traumgeburt hatten kann eben nur wenig Geld verdienen. Daher hat Nora Imlau zur Blogparade aufgerufen und dieser Beitrag ist Teil davon.

Break the Silence ! Name it! Each  Woman is a Rose!

 

Hast du selber auch Gewalt während der Geburt deines Kides oder deiner Kinder erlebt und möchtest darüber schreiben melde dich, auf meinem Blog ist Platz für dich und deine Geschichte!

Und dann geht einfach einer // Zwillingsmütter stehen Rede und Antwort #3 Tamara

 

Meine liebe Bekannte Tamara hat lange für ihr kleines Glück kämpfen müssen. Bereits 2013 erlitt sie eine stille Geburt in der 24 SSW. Anfang 2014 war sie erneut schwanger, es sollten Zwillinge werden, doch leider kam es dann ganz anders. Das bezaubernde kleine Mädchen, das eigentlich ein Zwilling ist, machte sich im August 2014 alleine auf den Weg zu ihren Eltern Tamara und Jens. Tamara hat sich bereit erklärt für euch darüber zu reden, wie es ist einen Stern auf die Welt zu bringen und wie es ist eine Zwillingsmama mit nur einem Kind an der Hand zu sein und ob was dran ist, an den verwaisten Zwillingen, denn auch darüber wird sie mit euch reden!

Triggerwarnung

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Tamara, es wäre nett wenn du dich kurz vorstellen würdest!

Ich bin 30 Jahre alt, seit 2009 verheiratet mit einem wundervollen Mann Namens Jens und habe seit August 2014 eine wundervolle Tochter mit dem Namen Ida an der Hand.

 

Du hast bereits vor deiner Zwillingsschwangerschaft einen kleinen Jungen in der 24 SSW verloren. War damit zu rechnen das so etwas passieren würde oder traf euch dieses Schicksal ganz unerwartet? Was ist passiert?

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Dieses Schicksal traf uns völlig unerwartet. Wir waren unterwegs an diesem Wochenende. Abends sagte ich schon zu Freunden, dass ich mein Baby nicht spüre aber man sagt ja es sei völlig normal in der Zeit. Meine Schwangerschaft lief bis zu diesem Zeitpunkt völlig perfekt. Außer, dass ich mich regelmäßig übergeben musste war alles wie es sein sollte. Sonntag tagsüber verließ mich mein komisches Gefühl nicht und ich betete morgens noch in der Kirche das Gott doch bitte auf mein über alles ersehnte Baby aufpassen soll, doch das war wohl schon zu spät.

Am Abend rief ich meine Hebamme an. Sie gab mir den Rat mal laut auf einen Topf zu schlagen das könne das Baby wohl hören und wenn keine Reaktion kommt ins Krankenhaus zu fahren nur um sicher zu gehen.

Es kam keine Reaktion und ich sagte zu meinem Mann das Gefühl zu haben alleine zu sein und das Babys Herz nicht mehr schlägt.

Im Krankenhaus angekommen meinte die Hebamme im Kreißsaal sie müsse erstmal fragen ob ein Arzt überhaupt schallt weil es ja so häufig vorkommt zu dieser Zeit das man mal nichts spürt. Der Arzt kam und ich sah auf dem Ultraschall schon das kein Herzschlag da war. Mein Mann brach zusammen und weinte. Ich stand unter Schock und funktionierte nur noch. Der Arzt war unglaublich einfühlsam und schallte eine Stunde lang leider ohne Ergebnis.

Am nächsten Tag sollte eingeleitet werden und ich erfuhr dass ich mein Baby auf natürlichem Weg gebähren muss. Ich wollte die Nacht zu Hause verbringen und am nächsten Tag traten wir den schwersten Weg unseres Lebens an und fuhren ins Krankenhaus. Vermutlich war es eine Thrombose in der Plazenta. Mein Sohn Klaas wurde also nicht mehr ausreichend versorgt.
Eine stille Geburt ist das schlimmste was eine werdende Mutter sich vorstellen kann. Wie hast du diese Geburt erlebt? Konntest du Abschied nehmen? Was hat dir in deiner Trauer geholfen?

 

Die Einleitung dauerte drei Tage bis es richtig los ging. Mir wurde am Abend vom 29.01.13 eine PDA gelegt damit ich nochmal schlafen konnte. Um 23 Uhr merkte ich aber das die Entspannung für mich wohl auch loslassen hieß, denn die Wehen wurden heftiger und ich wurde in den Kreißsaal gefahren.

Dort angekommen wurde es auch immer stärker. Irgendwann wurde mir die Fruchtblase aufgestochen und zwei Wehen später war mein wunderschöner viel zu kleiner Sohn auf der Welt. Ich hatte solche Angst vor diesem Moment. Wie sieht er wohl aus? Wie klein ist er? Diese Sorgen waren unbegründet. Mein Sohn war das schönste viel zu kleine Baby auf der ganzen Welt. Durch die Hormonausschüttung empfand ich einfach nur bedingungslose Liebe.

Leider schrie er nicht und öffnete nicht seine Augen. Es war der schönste und gleichzeitig schlimmste Moment meines Lebens. Auf der einen Seite bin ich Mutter geworden und wollte es in die Welt hinausschreien. Auf der anderen Seite musste ich das wichtigste und wertvollste was ich habe wieder gehen lassen.

Ich wollte und musste es doch beschützen… und konnte nicht. Uns wurde nahegelegt uns um einen Bestatter zu kümmern. Das war unglaublich. Ich danke meinem Vater von Herzen dafür das er, dass alles für uns übernommen hat!!!
Wenn ein Baby im Mutterleib verstirbt, ist es oft schwer zu begreifen, man stellt sich selber und seinen Körper in Frage. Wie hast du gelernt wieder Vertrauen in dich und deinen Körper zu fassen?

Puuuhhh …

Ich habe das Vertrauen bis heute (was eine Schwangerschaft betrifft) nicht 100% ig wieder aber zu 80%. Idas Geburt und der Umstand das sie als wundervolles Wesen völlig gesund ist haben mir geholfen meinem Körper wieder zu vertrauen. Ausserdem hat mein Körper mir bei Klaas schon gesagt das etwas nicht stimmt. Und das war völlig richtig.

 

Ein Verlust wie eurer ist unermesslich. Wie seid ihr als Paar mit der Trauer umgegangen? Wie ist dein Mann damit zurecht gekommen?

Wir haben uns sehr gestützt und es hat uns noch so viel enger zusammengeschweißt. Er war für mich der Fels der mich ohne Worte in den Arm nahm, wenn ich ohne Pause geweint habe.

Allerdings hat er sich zu der Zeit sehr zurückgenommen und kämpft noch heute sehr oft mit Gefühlen die ihn ohne Vorwarnung überrollen. Auch er hat sich das Kind sehnlichst gewünscht. Wir haben viel geredet und waren einfach füreinander da. Anfangs waren wir täglich zusammen am Grab. Dieser Weg war für uns sehr wichtig als Eltern.
Wenige Monate nach der stillen Geburt warst du erneut schwanger. Es sollten Zwillinge werden! Wie hast du die Botschaft aufgenommen? Welche Ängste hattest du hinsichtlich der Tatsache das es zwei Babys geben sollte? Das verdaut man, bzw. ich, ja nicht mal eben so.

 

Wir haben uns im ersten Moment sehr gefreut. Zwei Kinder auf einen Rutsch! Genau so wie wir uns das immer gewünscht hatten. Irgendwie hätten wir das gestemmt, immerhin haben wir uns so sehr nach einer Familie gesehnt. Allerdings hatte ich kein Vertrauen zu meinem Körper und hatte Angst, dass es beide nicht schaffen.
Schon um die 9./10. SSW gab es leider schon wieder keine gute Nachricht. Das Herz von einem der Zwillinge hatte aufgehört zu schlagen. Wie hast du das erlebt? Welche Auswirkungen hatte das auf deine weitere Schwangerschaft mit eurer Tochter? Wie bist du nach der Geburt damit umgegangen das du eigentlich eine Zwillingsmama bist, aber nur ein Baby in den Arm schließen konntest?

Es war kein riesiger Schock da der Zwilling von Anfang an kleiner war. Es wurde oft geschaut ob der Zwilling noch da ist bei den darauf, folgenden Untersuchungen. Ich hatte im ersten Moment Angst davor dieses Baby in mir zu behalten. Man erklärte mir das der Körper das Baby resorbiert oder es mitgeboren wird. Mit dieser Erklärung konnte ich leben und musste auch irgendwie erst nach Idas Geburt so wirklich Abschied von ihrem Zwilling nehmen.

Gab es einen Moment in dem du Erleichterung verspürtest über die Tatsache das du einen Zwilling verloren hast weil du angst hattest der Aufgabe als Zwillingsmutter nicht ausreichend gewachsen zu sein?

Ich war natürlich traurig aber auch erleichtert. Bitte nicht falschverstehen! natürlich habe ich um den Zwilling getrauert aber ich dachte so kann sich mein Körper auf ein Baby konzentrieren und dieses gesund zur Welt bringen. Ich hatte so schlimme Angst am Ende wieder kein Baby behalten zu dürfen.

Siehst du dich trotzdem als Zwillingsmama? ( ich tue es, es waren zwei. Einer ging zu den Sternen, geliebt, erwartet und betrauert.)

Irgendwie sehe ich mich schon als Zwillingsmama, ich frage mich sehr oft ob es ein Mädchen oder Junge geworden wäre und wie es jetzt wäre. Es war jemand da, wenn auch nur kurz und dieser jemand gehört einfach zu meiner Tochter.

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Eure Tochter ist ein verwaister Zwilling. Bemerkst du unterschiede zwischen ihr und Einlingen? Hast du das Gefühl das Ida eine weiterhin bestehende Verbindung zu ihrem Zwilling hat, oder hältst du solche Überlegungen für unsinn? Werdet ihr Ida von ihren Geschwistern in den Sternen erzählen? Wie würdet ihr das machen?

Ida ist ein besonderes Kind. Sie ist sehr emphatisch, einfühlsam und ich glaube, nein ich bin überzeugt das sie um ihren Zwilling weiß. Meine Hebamme sagte damals was Schönes: „ Vielleicht hat Ida einen Begleiter ins Leben gebraucht und das war ihr Zwilling“.

Das eine weiter Verbindung besteht kann ich mir gut vorstellen. Ida ist sehr anhänglich und braucht immer jemanden an Ihrer Seite. Ganz anders als bei anderen Kindern. Aber so wie ich es bei deinen Kindern beobachten konnte. Nur das da jetzt Mama und Papa für da sind. ( Amn: Tamara und ich lernten uns bei der Kursleiterausbildung kennen, saßen völlig ungeplant nebeneinander, unsere Kinder sind nur wenige Wochen auseinander. Wink des Schicksals,oder?)

Wir gehen immer mit Ida zum Friedhof und erzählen Ihr sehr oft von Ihren Geschwistern. Der kleine Prinz ist dafür eine tolle Stütze.

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Welchen Stellenwert haben eure Sternenkinder in eurem Familienleben?

Einen sehr großen. Sie gehören dazu Tag für Tag auch wenn wir nicht jeden Tag darüber sprechen. Manchmal kullern heute noch Tränen weil Sie uns fehlen ( Sie wie jetzt wo ich darüber berichte) Oder weil man andere Familien glücklich mit zwei der drei Kindern sieht und unsere Plätze am Tisch leer sind. Es wird immer ein Teil von uns sein.
Hat dich der Verlust deiner beiden Kinder zu einem anderen Menschen gemacht? Hat es dich stärker oder schwächer gemacht? Wie hat sich Ingesamt eure Ehe dadurch verändert?

Ja hat es. Man lacht nicht mehr so unbeschwert. Das Herz ist gebrochen und lässt sich leider nicht mehr reparieren. Der Alltag geht weiter und es gibt unglaublich tolle unbeschwerte Tage und doch holt es einen immer wieder ein. Ich bin nicht mehr so belastbar und schnell traurig. Es hat mich zwar irgendwie stark gemacht aber auch auf eine Art geschwächt. Ohne den Rückhalt von meinem Mann traue ich mich nicht mehr wichtige oder mutige Schritte zu gehen.

Ich brauche Ihn, meinen Fels der hinter mir steht damit ich nicht falle. Vor den Erfahrungen war ich aufgeschlossen, mutig und immer positiv und gut drauf. Leider kann ich das bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ganz wieder sein, aber ich werde es immer ein bisschen mehr.
Wünscht ihr euch noch weiter Kinder, oder habt ihr Angst vor einem weiteren Verlust?

Ja und ja. Wir wünschen uns sehr noch ein lebendes Geschwisterchen für Ida. Einen verbündeten für Sie der unser Familienleben komplettiert. Aber ich habe so große Angst dann noch so ein Verlust schaffe ich nicht…

 

Vielen Dank für deine offenen und ausführlichen Antworten! Es war sicher nicht leicht für dich, so direkt über eure Verluste zu sprechen. Ich drücke dich und deine kleine Familie und freue mich euch kennen zu dürfen.

 

( Copyright der Bilder: Tamara und Jens Vasikonis)

Bist du Zwillingsmama und möchtest aus dem Nähkästchen plaudern, dann schreib mir eine Email oder kontaktiere mich auf Facebook.

 

Und wie erziehst du so?

Mir schwirrt der Kopf, je mehr ich mich mit Themen der Erziehung befasse, desto mehr habe ich den Eindruck das das aufwachsen von Kindern einem Wettkampf gleicht:

Wer hat am längsten gestillt? Wer hat am längsten getragen? Wo gibt es das größte Familienbett? Wer ist am vegansten, plastikfreisten, windelfreisten, unerzogensten?????? Und beim Thema Kita/Kiga gehts ja auch noch weiter und hört beim Thema Schule noch lange nicht auf..

Mich macht das ganz verrückt, so verrückt das ich schon die Bindung zu meinen Kindern in Frage stelle obwohl ich nichts gravierend falsch mache außer dem Umstand das ich menschlich bin, fehler mache, meine Gefühle auslebe, auch wenn sie negativ sind.

Am Anfang stand das Kontinuum

Dem folgte Sears mit Attachment Parenting, es folgt die GfK basierende Erziehung, und das Unerzogen Lager. Es gibt autorative Erziehung, autoritäre Stile, schwarze Pädagogik, anti-autoritäre Erziehung usw usw… Mich setzt diese Masse ganz schön unter Druck, denn ich weiß was ich nicht will und ziemlich genau was ich möchte, doch das befassen mit diesen Themen zeigt auch: egal wie sehr ich mich bemühe: ein andere kanns noch besser. Da ist zum Beispiel meine liebe Freundin Katharina, die sagt so pingelig wie ich (nicht) erziehe, tut es ja kaum jemand. Ich kann dem leider nicht zu stimmen, denn ich  erkenne noch viele Dinge die ich besser machen könnte, wenn ich nicht den Druck verspüren würde immer zu funktionieren und mir erlauben würde von meinen Vorstellungen abzuweichen.

 

Mein Weg ist nicht dein Weg

 

Die (nicht) Erziehung von Kindern kann keinem Muster folgen, denn jedes Kind ist anders, jeder Elternteil ist anders. Was für mich gut funktioniert, funktioniert für Katharina nicht, weil ihre Umstände ganz anders strukturiert sind.

Am Anfang war ich ja der Meinung, wenn ich nur meinem Leitfaden folgen würde, dann würde alles gut gehen und gut werden. Es wäre einfach. In den letzten 2 Jahren habe ich viel dazu gelernt, vor allem das genau das nicht funktioniert, Erziehung nach Plan, wobei ich schätze das es funktionieren könnte wenn man seinen Plan mit aller Macht durchsetzen möchte, das liegt mir jedoch nicht. Folglich habe ich meinen Plan, meine Idee davon wie ich mit meinen Kindern umgehen möchte immer wieder angepasst, reflektiert und neu ausgerichtet. Aber für mich hat dieser Weg keinen Namen, denn er verbindet ganz undogmatisch Elemente aus vielen Wegen, Annahmen und Grundhaltungen zu einem Weg, der zu uns passt. Ich nenne ihn „The Ela Way“…

Zu meinem Weg gehört das ich versuche so wertschätzend und respektvoll wie möglich mit meinen Kindern umgehe, sowohl kommunikativ als auch in meinen Handlungen ( öffentliches Popo riechen finde ich so schrecklich entwürdigend, als Beispiel), ich hinterfrage meinen Ideen und Überlegungen nach ihrem Ursprung: WILL ICH das so? Oder glaube ich das zu wollen, weil man genau das von mir erwartet. Meine Twinnies haben sehr viele Freiheiten, dürfen mit bestimmen, selbst bestimmen, sogar in einem recht großzügigen Rahmen wie ich finde, dennoch treffe ich relevante Entscheidungen für meine Kinder weil ich in manchen Dingen eine Fähigkeit besitze die sie noch ausbilden müssen: Weitsicht. Ich kann Handlungen und Folgen in Relation zu einander bringen und so die Konsequenzen erfassen: es gibt also Grenzen der Selbstbestimmung für Knödel und Motte, es gibt ein paar Regeln die unser Zusammenleben 2:1 erleichtern weil es sonst einfach unsicher wird. Ich gebe also den Rahmen, passe ihn immer wieder an und in diesem Rahmen können sich beide frei bewegen, argieren und reagieren… Es gibt keine Strafen, keine Erpressungen, (kein) wenig Lob dafür viele Freiheiten, ein paar Regeln und Grenzen. Aber bei letzterem bin ich oft zu lasch und faul, wenn ich ehrlich bin…

Das Problem mit der Selbstbestimmung

Selbstbestimmung ist ja derzeit ein RIESEN Thema bei den Bloggern, es spaltet in zwei Lager. Ich bin hin und her gerissen, denn ich glaube das Selbstbestimmung funktionieren kann wenn die Umstände passen. Zunächst einmal steht einem ja oft die eigene Haltung im Weg, meine Freudin M kennt das sehr gut, und auch die eigene Erwartungshaltung steht einem oft im Weg und führt dann zu unnötigen Konflikten, daher denke ich das man sich selber vorher reflektieren sollte bevor man diesen Weg gehen will. Um bei M zu bleiben: Sie versuchte E an selbstbestimmten TV Konsum heran zu führen, merkte aber schnell das E nachmittags nur noch TV sehen wollte. Sie konnte das schlecht aushalten, denn das Kind braucht frische Luft, Bewegung und Kontakte. Was sie übersah war folgendes: E geht Vollzeit in die Krippe, er hat 8 Std am Tag Bewegung, Reize, Kontakte, freies und geführtes Spiel. Dieses Kind hat einen Vollzeitjob erlebt wenn er abgeholt wird, er sehnt sich nach Ruhe und Entspannung und wählt dafür den TV. Als ich M fragte was sie früher tat wenn sie von der Arbeit heim kam, schmunzelte sie dann erkennend welche Strategie E zum abschalten wählte. Sie passte ihre Erwartungen an mit der Konsequenz das sich die Situation entspannen konnte.

Bei uns funktioniert die Selbstbestimmung unter anderem deshalb, weil ich keine Erwartungen habe, selbstbestimmt ist selbstbestimmt, meine Erwartungen an meine Kinder haben da keine Relevanz, dennoch klappt es ganz gut in dem ich sie begleite in ihrer Selbstbestimmung, ihre Zeichen wahrnehme und sie dann leite, so klappt es mit dem TV Kosum genauso wie mit dem Schlafen- und zwar ohne weinen…

Aber ist das schon Unerzogen?

Ich sage nein, mir fällt es nämlich schwer gewisse Verhaltensweisen zu akzeptieren, wenngleich ich nachvollziehen kann was die Motivation dessen ist, dennoch kann ich das schlecht aushalten und unterbinde manche Dinge und biete Alternativen an… Natürlich werden die nicht immer gewollt, wäre ja auch zu einfach, aber es übersteigt einfach ab und zu meine Toleranzgrenze, ich kann es schlecht aushalten. Das zu wissen hilft mir trotzdem, denn ich kann meine Kinder reflektiert in ihrer Wut und Trauer begleiten…

Der Schlüßel liegt in diesem Satz:

Beziehung statt Erziehung“

Ich interpretiere ihn für mich so: wenn ich grundsätzlich in Kontakt ( Beziehung ) zu meinen Kindern trete, sie begleite und ihnen vorlebe dann werden sie kooperieren, nicht immer, nicht sofort, aber sie werden folgen, weil sie es wollen. Ich teile die Ansicht das Kinder aktiv an der Gesellschaft teilnehmen wollen, ein Teil davon sein wollen und das sie durch liebevolle Begleitung genau das werden und es auch gerne sind. Strafen und emotionale Erpressungen führen dazu das das Kind aus Angst vor Konsequenzen folgt und früher oder später rebelliert. Angst ist keine gute Komponente für eine Beziehung die gleichwürdig sein sollte, das ist bestimmt jedem bewusst. Gewaltfreie Erziehung ist demnach der Schlüßel zu kompetenten, selbstbewussten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Ich finde ja, das wir davon viel mehr bräuchten, und wie erzieht ihr so? Hinterlasst gerne einen Kommentar, ich bin gespannt.