Mittagsschlaf adé – wie das fehlen einer Stunde mich aus dem Rhythmus bringt

Das Thema “ Schlafen“ war lange Zeit ein großes Reizthema für mich:

erst schlief hier gefühlt keiner, dann nur auf mir drauf. Später wurde dann ständig nur kurz auf mir geschlafen usw. Irgendwann platze dann der Knoten: ich konnte die schlafenden Zwillinge ablegen. Zunächst nur abends, später dann auch tagsüber. Zum ersten Mal seit über einem Jahr hatte ich wieder Zeit nur für mich. Was für eine Offenbarung: ALLEINE etwas machen. Lesen, malen, baden oder schlicht nur Serien ansehen oder Haushalt erledigen. Der Zeitraum in dem die Kinder alleine schliefen wurde immer größer. Die Freiheit auch. Ich konnte lange Telefonate führen oder auch skypen. Ich konnte viele Artikel schreiben und Kontakte pflegen. Mit der Zeit etablierte sich ein Rhythmus: Um 6.30 Uhr aufstehen, um 12 Uhr ins Bett zum Mittagsschlaf und zwischen 14.30 und 15 Uhr wieder raus, zum Nachtschlaf gings um ca. 20.30 Uhr. Was für tolle Zeiten! Ich habe meinen Tagesablauf darauf abgestimmt und alles war toll. Für so 5 Monate zumindest. Denn dann wurde hier der Mittagsschlaf von den Knödels abgeschafft.

 

Hilfe mir fehlt ne Stunde!!!

 

Mit dem Wegfall des Mittagsschlafs ist auch mein Tagesablauf abhanden gekommen. Die Kinder schlafen länger und gehen früher ins Bett. Dazwischen gibt es aber keine Zeit in der ich mal zur Ruhe kommen kann. Und damit kam ich ins schleudern, mein Rhythmus ist abhanden gekommen. Dadurch das ich morgens mit den Kindern aufstehe  fehlt mir morgens (gefühlt) ne Stunde Zeit in der ich schnell grob Ordnung schaffen konnte, einen Kaffee trank und den Kindern ein Frühstück richtete. Je nachdem was wir geplant hatten folgte Haushalt oder Unternehmungen, pünktlich zum Mittagsschalf sind wir wieder heim gegangen, dann gings ins Bett und ich erledigte den Rest der liegen geblieben war, wartete auf das Aufwachen der Kinder und startete dann das Nachmittagsprogramm und bereitete mit ihnen das Abendessen zu. Dann gings in die Badewanne und ins Bett. So richtig schön spießig und planbar. Nach dem mir ja morgens schon ne Stunde gefühlte Zeit fehlt in der ich nicht in den Trott komme, fehlt Mittags auch ne Stunde und gleichzeitig ist es eine zu viel, das was ich früher in der Zeit machte, ging nicht mehr und was ich jetzt in der Zeit machen soll weiß ich nicht so genau, da probieren wir gerade was für uns passt aber gefunden haben wir noch nichts.

Die Stunde zu wenig/ zu viel macht den Nachmittag zäh und langatmig und führt dann später zu Stress den Abends fehlen gleich 2 Stunden! Während ich noch versuche einen Rhythmus zu finden, muss ich eigentlich das Abendessen vorbereiten und pünktlich auf den Tisch schaffen, sonst droht ne Katastrophe in Form von übermüdeten zweihjährigen. Ihr kennt das oder?

 

Auf der Suche nach einem neuen Beat!

 

Nachdem ihr jetzt also wisst das mir im Laufe eines Tages 3 Stunden abhanden gekommen sind und ich davon eine zur falschen Zeit wieder gefunden habe, erzähle ich euch mal welchen weiteren Einfluss das auf unseren Alltag hat:

Da ich nicht weiß wie ich wann und womit anfangen soll herrscht hier Chaos. Treffen mit Freunden scheitern zur Zeit an den Schlafenszeiten aller beteiligten Kinder oder aber an den Arbeitszeiten von uns. Oder an Terminen sonstiger Natur. Nachmittags das Haus zu verlassen ist gleichbedeutend mit einer Einladung zum Abendessen:

Da die anderen Kinder noch einen Mittagsschlaf machen können wir erst spät los und müssen früh wieder weg. Da wir zum Teil ne ordentliche Strecke fahren müssen kollidiert das brutal mit der aktuellen Bettzeit der Zwillinge – ohne Abendessen direkt ins Bett ist aber auch nichts -> Nachts gibts dann schmacht! Und wecken zum Essen? Neee das würden beide mir extrem Übel nehmen. Vormittags ist es übrigens das Gegenteil: Da Motte und Knödel erst zwischen 8 und 8.30 Uhr aufstehen und erst ab 10.00 Uhr ausgeh/besuchsfertig sind artet es dann in Stress aus: ab 12.30 läuten die anderen Kids den Mittagsschlaf ein während meine beiden gerade erst warm gelaufen sind.

Um das Chaos zu minimieren versuche ich gerade verschiedene Abläufe und Motivationsmöglichkeiten aus, zumindest funktioniert das inzwischen so weit, dass hier wieder Ordnung herrscht, auch das mit dem Essen am Abend habe ich wieder im Griff, nur ne gute Zeit für das regelmäßige Bad, das die kleinen so lieben, habe ich noch nicht gefunden. Und ne Lösung für die sozialen Kontakte ist auch noch nicht so wirklich da.

 

Und gerade als wir einen neuen Rhythmus fanden brach alles wieder zusammen..

Nachdem wir uns wieder eingespielt hatten passierte dann ja auch so ziemlich das dümmste was kommen könnte: Ich brach mir meinen Zehen und bin vorübergehend zum nichts tun verdammt. Und wisst ihr was? Ich bekomme mal wieder nichts auf die Reihe…

Wie war das denn bei euch so, als der Mittagsschalf von euren Kids abgeschafft wurde? Und wie habt ihr euch wieder eingespielt?

P.S. Mein gelegentlich gegönntes Mittagsschläfchen ist ja jetzt auch passé… Welch unglück!

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Oma ist mehr als ein Dino!

Die liebe Grummelmama schrieb über Großmütter. Wenn Mütter Löwen seien, so seien Großmütter Dinosaurier der Gattung Tyranosaurus Rex, der Artikel ist ganz amüsant, ein bisschen überspitzt und durchaus treffend. Aber Großmütter / Großeltern sind sehr viel mehr als kämpfende Urgesteine der Evolution!

 

Um Kinder zu erziehen benötigt man ein ganzes Dorf

 

Meine Großeltern waren mein ein und alles. Mit die schönsten Erinnerungen meiner Kindheit verbinde ich mit meinen Großeltern, mit Opa im Wald, mit Oma beim Gummitwist und Seilspringen… Wir verbrachten sehr viel Zeit bei unseren Großeltern, nachdem unsere Mutter wieder zu arbeiten begann. Oma und Opa hatten also maßgeblich Einfluss auf unsere Erziehung, unsere Entwicklung und unser gesammtes Leben. Bis heute ist das so! Aber nicht nur Oma und Opa waren beteiligt. Auch Nachbarn, Onkels und Tanten, alle hatten ihren Anteil daran, das wir wurden wie wir sind. Es muss also was dran sein an dem Sprichwort.

Meine Eltern sind jetzt Großeltern!

Meine Eltern sind toll, wirklich! Mein Bruder und ich durften viel, kannten unsere liberal gesteckten Grenzen. Wir bekamen immer was wir brauchten, und ganz oft auch was wir uns wünschten. Sie schenkten uns Zeit und Erinnerungen, sie gaben uns Flügel und Wurzeln. Sie lehrten uns Werte, diskutierten verschiedene Meinungen statt sie zu unterbinden. Sie teilten den „Schwank ihrer Jugend“ mit uns, und zwar nicht nur die braven Dinge! Vor allem mein Dad hat ne Menge blödsinn angestellt.

Und jetzt sind sie Großeltern, die Großeltern meiner Kinder! Oh Schreck!!! Können sie genauso tolle Großeltern wie Eltern sein? Wie gehen sie damit um das ich einen Weg gehe, der nicht unbedingt der Norm entspricht? Können wir Differenzen und Konflikte überwinden ohne das unsere Beziehung leidet? Und wie entwickelt sich unsere Beziehung überhaupt? Viele Fragen die mir durch den Kopf gingen als ich vor etwas mehr als einem Jahr die Entscheidung traf wieder in ihre Nähe zu ziehen.

Viele Sorgen bzw Fragen haben sich relativiert. Meine Eltern sind wunderbare Großeltern, sie geben alles und noch mehr für uns, aber vor allem für die Knödels. Ja, es gibt Reibungspunkte, aber die lassen sich immer recht schnell und mit kurzen Worten entzerren. Wir sind nicht immer einer Meinung, aber wir respektieren die Meinung des anderen. Unsere Beziehung ist eine andere geworden, vor allem die zu meiner Mama weil wir etwas besonderes teilen: die Erfahrung Mutter geworden zu sein! Meine Mama ist mein Anker wenn ich ins schlingern gerate, sie ist der Puffer wenn mir die kleinen tierisch auf den Keks gehen und ich sie am liebsten verkaufen würde. Sie ist die, die uns pflegt wenn wir alle 3 krank sind und sie ist die, die dann auch direkt Notfall-Schoki mitbringt wenns haarig wird. Und sie ist die, die von den Kindern abgöttisch geliebt wird. Aber auch Opa wird extrem geliebt und angehimmelt obwohl er viel strengere Ansichten hat, allerdings ist er weich wie Butter in der Sonne und lässt sich immer um den Finger wickeln. Obwohl er körperlich nicht mehr der aller fitteste ist, tobt er den Schmerzen zum Trotz mit den Knödels, geht mit ihnen Schaukeln und hilft beim erklimmen der Rutsche im Garten. Er füttert die Kids mit allem was sie mögen. Am liebsten jedoch mit Schokolade und Kartoffeln mit Majo ❤

Großeltern und ihre Rolle in der Erziehung

Wie der Name schon sagt, sie sind Eltern! Sie kennen sich aus mit Brutpflege und Kinder (V)erziehung. Sie sind Meinungsverstärker, Vermittler, Ratgeber, Tröster, Mut-zu-reder, sie sind die, die Laufräder repaieren obwohl sie nicht defekt sind, sie sind die, bei denen es mit den Regeln nicht so genau genommen werden muss, sie verteilen den ersten Keks, den ersten Schokoriegel und den ersten Becher mit Saft.  Aber sie sind auch extrem vorsichtig, oft sogar ängstlich in Situationen die mir als Mutter kaum eine Pulsbeschleunigung bescheren. An dieser Stelle treffen die Weisheit des Alters und die eigenen Erfahrungen auf entspannte Erstlingsmama sichtweisen. Trotzdem empfinde ich ihre Rolle im Leben der Knödels als unglaublich wichtig. Kinder können damit umgehen das es nicht immer gleich läuft, das es bei den Großeltern andere Regeln gibt, das man dort anders auf sich acht gibt. es ist wichtig für sie das zu lernen, zu begreifen zu erfassen. Es ist wichtig das sie weitere enge Bezugspersonen an sich binden um sich von mir lösen zu können. Und vor allem in meinem Fall ist der Opa besonders wichtig! Er ist eine konstante männliche Bezugsperson für den Knödel. Man weiß das Jungen, die von der Mutter allein aufgezogen werden oft nach einer männlichen Bezugs/orientierungsperson suchen, sie brauchen es für eine gesunde Entwicklung, sie wollen raufen, toben, kleinere Machtkämpfe austragen. Das sind eben Dinge von denen eine Mama nur ahnt, aber die Mama nicht oder nur bedingt erfüllen kann, denn Väter, Großväter oder Onkels usw gehen ganz anders mit Kindern um, als es Mütter, Großmütter oder Tanten täten.

Eine Hommage an meine Eltern

Natürlich gibt es nicht überall die Gegebenheiten das Kinder im engen Kontakt mit den Großeltern aufwachsen. Das erste Jahr war das für die Knödels auch so, und wären die Umstände anderes gewesen, wer weiß? Ob es nun die örtlichen Gegebenheiten sind oder persönliche Differenzen die es bezwecken das der Kontakt nur lose besteht, es gibt Gründe warum es so ist und so bleiben wird, aber da gehen wir nicht weiter drauf ein.

Ich schrieb diesen Text, weil er schon lange überfällig ist. Meine Eltern sind wunderbare Großeltern geworden, sie unterstützen uns mit allem was geht und darüber hinaus! Weil ich will, das sie wissen wie glücklich sie uns machen, und welch große Bedeutung sie im Leben der Knödelkinder haben, wie wichtig sie für uns sind und wie glücklich sie uns machen und weil ich nicht oft genug Danke sagen kann für all die Abendessen, Babysitterstunden, die unzähligen Tassen Kaffee und die 2382392784637468756398461938 Minuten am Telefon, für Wäscherei- und Trockenservice. Ihr sagt, für euch ist es selbstverständlich, für mich ist es das nicht. In den zwei schlimmsten Jahren meines Lebens kämpfte ich ziemlich verlassen von allen alleine, das ihr jetzt mit kämpft bedeutet mir die Welt.

Shit, jetzt weine ich. Dabei schrieb ich nur, weil ich mich mit Mama über den Artikel der Grummelmama unterhielt und sie der Meinung war, das Omas eher nicht so sind. Doch sind sie! Und Opas noch viel mehr! Aber ihr seid mehr als Kampfschweine an der Ungerechtigkeitsfront… Danke für alles was ihr seid und was ihr nicht seid, was ihr werden werdet!

Erinnerungen

Jeder hat diese eine Erinnerung an seine Kindheit die er unbedingt mit seinen Kindern neu auflegen will. Meine Lieblingserinnerung ist diese:

Es ist Sommer, meine Mama arbeitet. Mein kleiner Bruder und ich verbringen den Tag bei unseren Großeltern. Opa ist schon recht betagt, doch ein ausbund an Wissen. Mein Opa weiß einfach alles. Und er liebt die Natur. Nicht weit vom Hof meiner Großeltern liegt ein recht großer Wald. Höchstens 5 Gehminuten. Im Zentrum des Waldes befindet sich das Forsthaus. Drum herum befinden sich Ländereien und Pferdekoppeln. Am Forsthaus gibt es Eis und Cola.

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Wenn ich an diese Tage denke, ich war vielleicht 5 oder 6, an das Streifen durch den Wald, dann habe ich diesen Geruch des Waldes in der Nase, den Geschmack des Balla-Eis im Mund, die Stimme meines Opas, leicht außer Atem, in den Ohren und ich sehe meinen Opa auf der Bank vor dem Forsthaus wie er Kraft für den Rückweg schöpft. Ich sehe wie mein Bruder und ich die Pferde ansehen.

Nun ist dieser Wald nur 20 Minuten mit dem Auto von unsere Wohnung entfernt. Seitdem die Knödels so scharf aufs spazieren sind, wollte ich schon seit Wochen in den Wald fahren, durch die Wege streifen und mit den kleinen Rast am Forsthaus machen. Ich wollte ihnen meine Erinnerungen schenken.

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Ich weiß das es das Forsthaus nicht mehr gibt, bzw das es nicht mehr als Forsthaus dient. Man hat  daraus ein Klostercafe gemacht, denn auf dem Gelände wurde das Kloster ausgegraben, ziemlich modern rekonstruiert und für die Touristen schick gemacht. Es gibt keine Pferde mehr, kein Eis. Dafür Kuchen, Führungen durch die Ruine und einen Spielplatz. Nur der alte, tote Baum ist noch da. Aber das Gefühl von früher fehlt. Genau wie die Stimme von Opa.

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Trotzdem gehe ich gern in den Wald, auch wenn es dort nicht mehr so ruhig ist wie früher. Heute gibt es Kindergartengruppen, Touristen und geführte Reitausflüge. Aber wenn man früh genug ist und abseits der historischen Pfade unterwegs ist, dann ist es fast wie früher. Abgesehen von den Zombiemücken die sich aufführen als hätten sie noch nie Menschenblut gekostet. Wir fanden kleine Froschkinder und viele viele Schnecken. Motte war entzückt. Sie wollte alle Tiere einsammeln und mitnehmen. Hach, es tat weh ihr zu sagen das die Tiere in den Wald gehören und das sie sie nicht mitnehmen darf. Dieses flehende Gesicht, diese traurige Stimme die immer wieder „mit“ sagt wenn sie ein Tier fand, lassen das Mamaherz schon arg beben.

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Enfant terrible…

Das Leben mit Kindern ist ja schon besonders.

Besonders schön.

Besonders spannend.

Besonders anstrengend.

Besonders ermüdend.

Besonders ätzend…

Doch zurück auf den Anfang:

Wenn man schwanger ist, glüht man voller Vorfreude auf das was einen als Eltern erwartet. Wie wird es sein ein Kind zu haben, wie wird das Kind aussehen. Ist man dem ganzen gewachsen? Ihr kennt das.

Das erste Lebensjahr mit Zwillingen:

Müdigkeit kennt keine Grenzen. Wirklich. Man ist ein stillender, Windeln wechselnder Mombie mit fettigen Haaren und Kotze auf der Kleidung. Also wenn man denn Kleidung trägt. Meistens reicht es nur für den Schlafanzug oder ein ausgebeultes Tshirt mit Jogginghose ( braucht man sonst eh nicht mehr, Zeit für Sport gibt es ja nicht).

Wenn frau es dann doch mal geschafft hat geduscht und kotzfrei gekleidet zu sein, hat sie einen Termin. Und wird zu spät kommen. Immer. Weil einer schreit und der andere scheißt. Und zwar so viel das es aus der Hose läuft.

Doch es gibt auch schöne Momente die für so vieles entschädigen. Das erste lächeln, die ersten selbstständigen Bewegungen. Die Kinder lernen sich zu drehen, zu robben, zu greifen, zu krabbeln und vielleicht macht der Nachwuchs noch die ersten Schritte. Die kleinen werden sich selbstständig hinsetzen, sie werden beginnen zu essen. Sie fangen an sich mitzuteilen.

Das erste Jahr ist wirklich schön und auch wenn man immer müde ist, wünscht man sich mit Ende des ersten Jahres immer mal wieder zurück zu der Zeit wo die Kinder nur essen, schlafen und kacken im Sinn haben. Denn je älter sie werden, desto mehr treiben sie dich in den Wahnsinn…

Das zweite Lebensjahr mit Zwillingen:

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Unser zweites Jahr neigt sich dem Ende zu, wir sind zwar noch nicht ganz am Ziel aber wir nähren uns dem sehr sehr rasch.

Die ersten 6 Monate des zweiten Jahrs sind wunderbar: die Kinder schlafen noch recht viel, sind leicht zufrieden zu stellen. Sie folgen und sind einfach zauberharft. Man neigt dazu zu denken: ich habs geschafft. Meine Kinder sind wunderbar. Keine Dramen, keine Wutanfälle etc. Das zweite Jahr macht Spaß!

Aber ist das nicht ein bisschen zu früh mit der Freude?

Nach den ersten 18 Monaten verändern sich eure Kinder.

Wirklich!

Zum einen lernen sie Sprechen. Da liegen Freud und Leid nah bei einander. Auch wenn die Kinder keine komplexen Sätze zustande bringen, so sind sie doch schonungslos ehrlich… Alte Oma, Oma ist alt, Onekl J schmeckt wie Pizza sind da noch harmlose verbale Entgleisungen. Auch wenn es braucht Monate den kleinen das erste MAMA zu entlocken, so erlernen diese unschuldigen kleinen Wesen mit unglaublicher Geschwindigkeit Worte wie: scheiße, fuck, kacke, geil usw. Auch Worte wie Eis, Pizza, Kekse und Kakao ( so wie Cola???) lernen sie unglaublich schnell.

Das führt dann zu solchen Dialogen:

Motte, willst du was trinken?

Oh ja, Cola!

Aber Motte wir haben keine Cola. Magst du was anderes?

Ja, Eis. Is läääääckaaaaa!

 

Grmpf. Spiel, Satz und Sieg Motte.

Knödelchen konnte das Wort Kekse tatsächlich früher sagen als Mama. Aber er nascht nur hochwertig. Gekaufte Kekse? Ne danke, von Mama oder Oma gebacken? Wenns sein muss. Bevorzugt werden die Kekse von Uroma gegessen. Nun ist meine Oma eine in ehren ergraute, nicht mehr so ganz gesunde 85 jährige, die sich redlich bemüht den Kekshunger zweier fast 2 jähriger zu stillen ( so wie den aller anderen Enkel, Urenkel und Ururenkel!! Ja von uns gibt es viele viele Generationen 😉 )

Doch was wirklich gruselig ist, ist folgendes:

AUTONOMIE!

Man nennt es Trotz oder Autonomiephase… Ich nenne es Autonomieentwicklung, denn es ist keine Phase sondern ein lebenslanger Prozess.

Mit dem Beginn der Autonomie wird es spannend. Das ist mein Ernst. Je nach Temperament des Kindes wird es extrem oder krass extrem.

Ich weiß ja nicht ob es bei euch auch so ist, aber meine beiden sind ein bisschen am durchdrehen. Sie wissen was sie wollen, aber sie können es noch nicht ausdrücken, während sie ziemlich gut ausdrücken können das die Kuh auf dem benachbarten Feld gerade gekackt hat. ( Kuhhhh kackaaaaa). Das ganze birgt also ein großes Potential für Konflikte. Mein Stesslevel steigt mit der Lautstärke des buhäääää. Meine Hilflosigkeit übrigens auch.

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Neben dem buhääää und ich will das aber ich kann es nicht sagen gibt es noch etwas tolles:

nalllleiiiiiiiiineeeee! Egal was, sie wollen es alleine machen. Hilfe wird grundsätzlich abgelehnt. Auch wenn sie im Begriff sind sich umzubringen. Wage ich es dennoch helfend einzugreifen, landen wir automatisch wieder bei: ich will das nicht, aber was ich will kann ich nicht sagen. Dieses Alleine machen ist wirklich anstrengend. Nicht nur das wirklich alles ewig dauert, ich muss es später heimlich noch einmal machen. Zum Beispiel die Wäsche aufhängen oder die Fenster putzen. Ich liebe es zwar wenn sie so geschäftig sind, aber mich nervt es wahnsinnig das ich ihnen nicht helfend zur Seite stehen soll, ihnen nicht zeigen darf wie sie es auch machen könnten. Und ab und zu bleibt mir auch das Herz stehen wenn die Minis im affenzahn eine über 2 Meter hohe Rutsch hoch klettern, dabei mehrfach nicht umsichtig sind und daneben treten, doch auch hier: Hilfe, nein danke. Ich übe mich also in scheinbarer Gelassenheit, immer auf dem Sprung meine in den vermeindlichen Tod stürzenden Knödels zu retten. Mein Stresslevel bleibt also oben.

Dann kommt noch der wechsel von der oralen Phase zur sogenannten genitalen Phase. Sie stecken nicht mehr alles in den Mund ( sondern nur noch das was gefährlich ist) und sie entdecken das sie ausscheiden können. Im Idealfall ist das der Zeitpunkt an dem man mal das Töpfchen oder die Toilette anbietet. In der Realität wird ständig irgendwo ein Haufen oder eine Pfütze hinterlassen und mit den Worten “ Gucke Haufe“ kommentiert. Manche Exemplare der Mini-Autonomen gehen sogar noch einen Schritt weiter und gehen in direkten Kontakt mit ihren Ausscheidungen und verteilen diese großzügig auf sich und der Umgebung. Selbst Windeln schützen hier vor nicht. Denn es gibt ja noch diese gemeinsamen Machenschaften in denen sie sich gegenseitig dazu verhelfen noch mehr Blödsinn zu machen. Da wird dann dem Geschwister oder dem Kumpel beim entfernen der ungeliebten Windel geholfen.

Natürlich sind das jetzt die extremen Beispiele der letzten Wochen, es gibt auch tolle Momente. Es ist so wunderbar zu sehen wie sie Tag für Tag riesige Schritte nach vorne machen ( und es nervt gleichzeitig extrem weil sie sich nebenbei wieder zurück entwickeln), sie gehen so neugierig und voller Wissensdurst in die Welt ( und schockieren mich damit, das sie sich neurdings für geschriebene Worte und Buchstaben interessieren).

Es ist auch unglaublich schön das sie mir erzählen wie toll ihre „Busie-Milch“ schmeckt, und wo nach ( heute wechelste es zwischen Kakao und Mayo ( danke Papa, für diesen Floh)) aber das sie quasi am Mops wohnen und permanent die Brust fordern nervt auch mega, zumal wir eigentlich mal nur noch zum schlafen gestillt hatten.

Die zweite Hälfte des zweiten Lebensjahrs ist also wie folgt zu betrachten:

Freud und Leid liegen genauso nah bei einander wie das gerührt sein und das genervt sein.

Es gibt ja diese Meinung das das dritte Lebensjahr die terrible Two genannt werden sollte. Ich bekomme eine Idee davon, warum und hoffe inständig das wir verschont bleiben. Doch die Chancen stehen sehr sehr schlecht…

Trotzdem freue ich mich auf das was die nächsten Monate so bringen wird, und ob sich das ganze wirklich noch bis zum zweiten Geburtstag und darüber hinaus steigern wird, und vor allem wie das aussehen mag…

Auf der Strecke geblieben

Ich lese all die tollen Beiträge von anderen Bloggern und habe das Gefühl auf der Strecke geblieben zu sein. Ich habe lange Zeit keine Inspiration gefunden, keine Motivation… Die Knödels greifen weiterhin jeden Infekt ab, den sie bekommen können. Die Schlafsituation ist weiterhin angespannt bist katastrophal. Dazu kam die Sorge vor dem Hamburg-Wochenende, das lernen für die Weiterbildung von „Einfach Eltern“, das planen und vorbereiten usw.

Nach dem Wochenende wurde es nicht ruhiger. Ich bereite meine Prüfungen vor, ich plane meine Kurse und mache ich über den ganzen Behördenkram schlau. Dabei wollte ich eigentlich eine neue Richtung einschlagen, angefüllt mit dem Wissen aus der Fortbildung wollte ich all das mit euch teilen. Weniger Ich und mehr Information zu Themen die wirklich spannend sind.

Leider habe ich jedoch den Anschluß verloren, und ich hoffe das ich ihn irgendwann wieder finden werde zwischen all dem spannenden Real Life Geschichten die meinen Tag bis aufs letze ausfüllen.

Mir fehlt das schreiben, die Interaktion mit euch, meinen Lesern, vielleicht sind ja noch ein paar von euch vorhanden?

Habt ihr Themen die ich mal auf meine flappsige Art behandeln soll? Ich habe mal so richtig Bock drauf, vielleicht bringt das die nötige Motivation und Inspiration zurück ❤

 

Bis dahin,

Ela

Wie ich Muttertier wurde… Teil 2

“Geboren wird nicht nur das Kind durch die Mutter, sondern auch die Mutter durch das Kind.” Gertrud von le Fort (1876-1971)

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Immer wieder merke ich, dass viele Menschen die mir in den verschiedenen Netzwerken folgen ein völlig anderes Bild von mir haben, als ich es selber habe. Niemanden wundert es das ich Langzeitstillerin bin, spontan Geboren habe, im Familienbett schlafe, einen Faible für Tragetücher habe und in Zukunft sogar mit Müttern und ihren Babys arbeiten werde.

In Teil 1 habe ich euch über mich erzählt, über das „Ich“ von früher. Geendet habe ich im Januar 2014 mit einem positiven Schwangerschaftstest. Hier werde ich euch von meiner Wandlung berichten.

Ungewollt Schwanger…

Februar 2014:

Mir geht es nicht gut, ich habe nicht nur erfahren das ich Zwillinge erwarten werde, ich darf auch nicht mehr arbeiten, denn  ich leide an Hyperemesis Gravidarum. Und nicht nur das, ich habe bereits zwei mal Blutungen gehabt. Ich fühle mich bestraft. Und schmiede pläne. Natürlich werde ich einen Kaiserschnitt bekommen und stillen geht auch nicht, Twinpapa wird in Elternzeit gehen und ich wieder arbeiten. Ich liege den ganzen Monat im Krankenhaus. Ich möchte gern sterben. Ich suche auf FB nach anderen Betroffenen und finde sie, außerdem bin ich jetzt in einer Gruppe für vegane Schwangere, schadet ja nicht zu wissen worauf man achten muss.

Mai 2014:

Natürlich werde ich meine Kinder tragen. Tragetücher finde ich toll, meine Freundin Jess hat ihr Kind auch getragen, das finde ich cool. Aber ob das geht mit Zwillingen? Ich bin mir nicht sicher. Ich bin fast immer alleine, die Beziehung zum Twinpapa musste ich beenden. Es funktionierte nicht, er verstand nicht, was ich im Umgang mit den Kindern erwarte und kann es nicht mal bei dem großen umsetzen.

Wandlungen…

Juni 2014:

Dieser Sommer ist die Hölle, ich habe schlimme Wassereinlagerungen und Kreislaufprobleme. Meine Hebamme ist keine große Hilfe. Draußen ist es unerträglich für mich, ich verlasse die Wohnung nur noch abends. Gott sei Dank kann ich im nächsten Ort bist 24.00 Uhr einkaufen gehen. Tagsüber liege ich im Bett unter der Klimaanlage und vertreibe mir die Zeit mit Recherche. Ich habe in verschiedenen Gruppen tolle Frauen kennen gelernt. Außerdem habe ich etwas entdeckt das Attachment Parenting heißt. Das finde ich wahnsinnig interessant und auch einleuchtend. Da ich mich schon beruflich mit Pädagogik beschäftigt hatte erscheint mir das Konzept von AP, Unerzogen und GFK sehr natürlich und Intuitiv. Es fühlt sich richtig an, wie der Schlüßel zum Erfolg in Sachen selbstbewusste, empathische Kinder… Ich bin beigeistert und denke das ist super einfach.

Juli 2014:

Ich bin die Heldin im GVK, die anderen sind beeindruckt das ich meine Kinder spontan gebären will und das ich sie stillen und tragen möchte. Das ich all dies eigentlich abgelehnt habe bis ich schwanger wurde weiß keiner, es fühlt sich auch für mich sehr fern an. Auch einen Plan für eine selbstbestimmte, interventionsarme Geburt habe ich bereits. Leider ist es mir körperlich nicht mehr möglich, nach dem vierten Mal weiter  zum Kurs zu gehen, aber ich fühle mich trotzdem gut vorbereitet. Ich lese das Hypnobirthing-Buch und beschäftige mich mit dem Gebären allgemein. Ich habe ein deutliches Bild davon wie meine Geburt aussehen soll.

August 2014:

Nestbau ist angesagt. Ich habe lange überlegt und entschieden das ich Babybetten kaufen möchte. Irgendwann würden meine Kinder darin schlafen. Mein Bruder nimmt sich Urlaub und fährt mit mir zum Babyshopping zum Möbel- Schweden. Gemeinsam mit meinem besten baut er die Möbel auf während ich die Babywäsche wasche.

September 2014:

Es geht los, ich habe um Beendung der Schwangerschaft gebeten. Mir geht es so scheiße, ich kann nicht mehr warten. Bald wird eingeleitet werden, doch ich habe Glück und es geht von allein los. Obwohl ich so einen guten Plan habe, werden meine Wünsche ignoriert. Ich erlebe eine Geburt aus der Hölle, es gibt kein Bonding und kein sofortiges Stillen im Kreißsaal. Dafür gibts ne Not-Op, Neo-Intensiv und Blutkonserven. Nix ist geworden wie ich es will. Aber wir Leben.

Dezember 2014:

Ich zweifel an meinem Weg. Egal was ich tue, meine Grenzen sind fast erreicht. Ich tue wirklich alles für meine Kinder, doch es scheint nicht zu reichen. Auch ein Besuch beim Osteopathen hat keine Besserung gebracht. Ich kann es nicht ertragen. Willen brechen. Osteo-Ferbern. Obwohl ich früher dachte das ich mich über meine Kinder hinweg setezn muss. Ich freue mich auf die Feiertage bei meinen Eltern. Es ist die Hölle, die kleinen sind völlig überreizt. Angeblich ist meine Erziehung schuld, obwohl ich einfach nur meinem Instinkt folge. Meine Babys wohnen praktisch auf mir.

Januar 2015:

Das Knödelkind ist sehr krank, muss ins Krankenhaus. Ich stehe vor der schlimmsten Entscheidung überhaupt: Wer muss ohne mich auskommen? Gemeinsam mit dem Twinpapa entscheide ich, dass wir Knödel auf eigene Verantwortung wieder mitnehmen, seine Werte sind stabil. Ich hätte nie wählen können wer ohne mich auskommen muss. Wir gehen jeden Tag zum Arzt und lassen das Knödelbaby untersuchen, der Kinderarzt hat veranlasst das ich im Notfall mit beiden Kindern ins Krankenhaus aufgenommen werden kann. Es mag verantwortungslos erscheinen, doch ich habe mich dafür entschieden den bedürfnisorientierten Weg zu gehen und will nicht das einer von beiden Leiden muss, so lange ich die Verantwortung für eine Behandlung zu Hause tragen kann. Langsam aber sicher bessert sich das Zustand von Knödel. Alles wird gut.

April 2015:

Ich werde umziehen meinen Kindern zu Liebe, ich kann mich nicht mehr gut um ihre Bedürfnisse kümmern, meine eigenen kann ich nicht einmal mehr erspüren.

September 2015:

Wir haben das erste Jahr überlebt. Nicht immer habe ich so bedürfnisorientiert gehandelt wie ich es möchte, doch ich werde immer besser darin die Bedürfnisse meiner Kinder, von mir und meinen Mitmenschen zu erkennen und zu benennen. Ich habe ein paar Mädels kennen gelernt, die ähnlich ticken wie ich. Das freut mich.

Dezember 2015:

Ich werde wirklich das erste mal seit 2 Jahren ausgehen. Ich mache mir große Sorgen meine Kinder könnten das nicht gut verkraften, doch ich möchte auch endlich mal wieder meine Bedürfnisse pflegen, seit dem ich Kinder habe, habe ich nur für sie gelebt. Ich habe meine ganzen Ansichten auf den Kopf gestellt und vielen Menschen damit vor den Kopf gehauen. Ich versuche es gelassen zu nehmen.

Unklare Zukunft

Januar 2016:

Die Mädels und ich haben eine tiefe und ehrliche Freundschaft entwickelt, im Kontakt mit ihnen merke ich erst, wie sehr ich das Konzept von Attachment Parenting und GFK verinnerlicht habe, mehr sogar als ich je erwartet hätte. Ich bin quasi ein AP Handbuch geworden das bei jedem Konflikt versucht die einzelnen Bedürfnisse der argierenden Personen zu ergründen, ich schaue wie ich meine Ansichten gewaltfrei anbringen kann. Manchmal gelingt es mir ganz gut, doch gerade mit meinen Eltern scheitere ich oft. Sie wissen welche Knöpfe sie drücken müssen.

Ich überlege wie unsere Zukunft aussehen soll, ich habe bereits länger den Wunsch allumfassend für Mütter, Frauen mit Kinderwunsch, Schwangere, Kinder, Babys und Familien da zu sein. Doch wie soll ich das angehen?

März 2016:

Die Beziehung hat für mich einen immer höhren Stellenwert, ich kann ohne Probleme überall mit meinen Kindern hingehen, sie sind ausgeglichen und neugierig. Sie sind ein gutes Beispiel dafür das es richtig ist, seine Kinder nicht zu erziehen. Ich habe eine gute und spürbare Beziehung zu meinen Kindern aufgebaut, ich stille ihre Bedürfnisse immer noch so gut ich kann, doch manchmal sage ich auch stopp, jetzt bin ich dran. Ich begreife immer mehr den Wert der Kommunikation und verstehe das Erziehung und Beziehung nur ein paar kommunikative Nuancen weit auseinander liegen. Ich fühle mich angekommen, denn ich darf auch in Zukunft den Menschen den Wert von Beziehungen, Bedürfnissen und Kommunikation nahe bringen.

Abschließend:

Ich habe mich wirklich komplett verändert, zumindest in meiner Art zu kommunizieren und in meiner Einstellung zu Kindern, Babys und Geburten. Aus meiner Anti-Haltung heraus ist es mir gelungen das Beste aus mir heraus zu holen. Meine Kinder wecken das Beste in mir, denn ich stelle fest: Ich bin mehr als nur mein Job und die letze Party. Ich bin ein Mensch mit vielen Facetten und diese darf ich jetzt als Mutter voll ausleben. Nie habe ich gedacht das mich die Rolle als Mutter erfüllen könnte, mir Zufriedenheit schenken würde. Lange habe ich mit dem Schicksal Zwillinge gehardert, auch nach der Geburt, als die beiden kleinen Wesen untröstlich geschrien haben, fühlte ich mich oft bestraft, weil ich doch dachte ich würde alles richtig machen. Heute weiß ich viel mehr über Babys, Pädagogik und Geburten so das ich mich viel besser auf Babys einlassen kann, und natürlich auch auf meine Kinder. Ich habe gelernt zu verstehen das Babys das überbleibsel der Evolution sind. Sie werden es vermutlich auch für immer sein. Steinzeitbabys und Kinder. Sie können nicht anders sein als sie sind, aber das ist okay.

Ich bin all das was ich nie sein wollte, doch ich bin sehr glücklich und es erfüllt mich mit Stolz sagen zu können:

“ Ich bin Ela, meine Kinder sind 18 Monate alt, ich habe sie spontan geboren, wir stillen immer noch und wir schlafen zusammen im Familienbett. Ich trage meine Kinder an meinem Körper durch das Leben wann immer sie diese Nähe benötigen und einfordern. Ich lasse meine Kinder auch jetzt nicht schreien, obwohl ich scheißen müde bin und mir wünsche endlich mehr wie 4-5 Stunden pro Nacht zu schlafen. Mein Küchenboden sieht seit 10 Monaten aus wie das Buffet eines Hotels, aber meine Kinder lieben es selber zu essen und taten es von Anfang an, und sie essen fast alles.

Ich nehme finanzielle Einbusen in Kauf um meine Kinder mindestens bis zu ihrem dritten Lebensjahr zu hause betreuen zu können. Und gebe sie so selten wie möglich, so häufig wie nötig ab um mal für mich sein zu können. In meinen geliebten Job werde ich nicht mehr zurück gehen, die Zeit mit meiner Familie ist wertvoller als ein dickes Konto“

Ich bin ein Muttertier und stolz drauf. Meine Geschichte erklärt deutlich warum ich das Zitat von von le Fort wählte. Ich wurde durch die Geburt meiner Kinder zur Mutter, nicht nur körperlich auf emotional. Meine Kinder schenkten mir das Leben als Mutter, ich schenkte ihnen das Leben als unschuldige kleine Babys. Wir sind gemeinsam geboren worden, wir werden gemeinsam wachsen. In Liebe und Geborgenheit.

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Wie ich Muttertier wurde… Teil 1

„Geboren wird nicht nur das Kind durch die Mutter, sondern auch die Mutter durch das Kind.“ Gertrud von le Fort (1876-1971)

 

 

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Immer wieder merke ich, dass viele Menschen die mir in den verschiedenen Netzwerken folgen ein völlig anderes Bild von mir haben, als ich es selber habe. Niemanden wundert es das ich Langzeitstillerin bin, spontan Geboren habe, im Familienbett schlafe, einen Faible für Tragetücher habe und in Zukunft sogar mit Müttern und ihren Babys arbeiten werde.

Ich war aber nicht immer so!

Da viele aber, die mich schon sehr viele Jahre kennen, gar nicht verstehen können warum ich heute so bin wie ich bin und warum ich heute so andere Ansichten habe, gibt es jetzt eine kleine Zeitreise. Wir fangen an im Jahr 2006:

Ich bin 18, während ich zum dritten Mal versuche meinen Führerschein zu bestehen, meine Zwischenprüfungen absolviere und von einer Party zur anderen flitze sind Kinder mein absoluter Albtraum. Ich mag keine Kinder, ich will auch keine. Kinder sind für mich ein Einschnitt in meine persönliche Entwicklung und Freiheit. Sie stören mich, ich mag es nicht wenn sie schreien. Mit 19 kommen die Pflichtpraktika auf der Kinderstation, der Neo-Intensiv und natürlich auch in der Geburtshilfe/ Wöchnerinnenstation. Der Horror. Ich weiß nicht wie ich mit den Frauen umgehen soll, wie ich mit den kleinen Babys und Kindern reden soll, sie pflegen und versorgen soll. Hat mir auch nicht gefallen.

2009:

Ich habe einen festen Freund, so richtig fest. Wir wohnen zusammen, ich bin wegen ihm von zu Hause ausgezogen, ich bin jetzt 20, fast 21. Das Leben ohne Eltern ist geil, aber auch seltsam anstrengend, ich muss Verantwortung für mein Handeln übernehmen. Mein erster Job: Schwangerschaftsvertretung mit Aussicht auf Festanstellung. Die frisch gebackene Mama kehrt nach dem Mutterschutz zurück in den Beruf. Ich bin beeindruckt, die Frau hat Biss und lässt sich von einem Kind nicht die Karriere vermasseln. Eine Kollegin nach der anderen fällt aus. SCHWANGER!

Für mich ist das alles ganz weit weg, ziehe sogar eine Sterilisation in Erwägung. Kinder kann ich immer noch nicht leiden. Sie sind laut, sabbern und nerven. Auch in der Familie werden viele Babys geboren. Ich bin weit weg und muss ich Gott sei Dank kaum damit befassen.

2011:

Ich befürchte schwanger zu sein, meine Periode ist überfällig. Zum ersten Mal beschäftige ich mich damit, wie es sein könnte ein Kind zu bekommen. Stillen finde ich ziemlich abgespaced, nein um ehrlich zu sein, ich finde es ekelig, Muttermilch rangiert für mich auf der gleichen Ekelposition wie Kuhmilch. Auch der Gebärvorgang ekelt mich an. Dieses Geschrei, Blut, Körperflüssigkeiten, diese offen präsentierte Nacktheit. Nicht mit mir. Während ich mich mit verschiedenen Kinderwagen beschäftige und schließlich sogar einen finde der mir gefällt überlege ich mir, das es voll ok wäre wenn der Mann zu Hause bleibt, schließlich hat er schon Karriere gemacht, ich noch nicht.

Der Termin beim Gyn gibt Entwarnung: nicht schwanger! Haleluja was für ein Segen, mit 23 bin ich eh zu Jung.

2013:

Es ist ein schwieriges Jahr, in meinem Kopf steht die Frage will ich heiraten und eine Familie gründen? Meine Beziehung wir schwierig. Wir trennen uns. Gut für mich. Ich greife mein altes, geliebtes Leben wieder auf, feiern, Konzerte, viel arbeiten und weiterbilden. Ich beschäftige mich mit Pädagogik, entscheide studieren zu wollen. Kinder? Bremsen mich aus, und ohne Partner ist das eh kein Thema. Meine Auszubildende hat ein Kind bekommen, kurz vor ihrem Examen. Oh junge, und dann stillt sie auch noch und macht sich den ganzen Stress. Ich gebe ihr den Ratschlag nicht immer auf jedes Schreien zu reagieren, das Kind würde sie nur manipulieren, auch wenn es natürlich sehr süß sei, es müße wissen wer der Chef ist. Sie schafft es dennoch ihre Ausbildung erfolgreich zu beenden, ich bin wirklich stolz auf sie und freue mich sehr das sie das TROTZ Kind und dem ganzen Gedöns geschafft hat, doch das sie in Elternzeit geht und ihre frische Ausbildung weg wirft, verstehe ich nicht. Ich finde das verantwortungslos. Es hat die Monate vorher doch auch gut geklappt?

2013/2014

Ich habe einen Mann kennen gelernt. Er ist Vater. Sein Sohn ist 12. Puh. Will ich das? Keine Ahnung. Ich beschließe es auszuprobieren, es ist ja schließlich kein Baby mehr, sondern quasi erwachsen. Ich lege klare Regeln fest. Dein Kind, deine Verantwortung, deine Sache. Ich halte mich da raus. Hat leider nicht funktioniert.

Meine zweite Azubi wird über Weihnachten und Silvester krank. Ich bin selber auch krank, gehe aber trotzdem zum Dienst. Silvester würde ich mich ja ausruhen können. Keine Party, sondern son Familiending, Er, Ich, sein Sohn… Kein besaufen bis in den nächsten Morgen…

Meine Azubi ist weiter Krank. Schließlich ruft sie mich an und sagt: Ela ich bin schwanger…

Ich versuche mich zu freuen, sie ist eine tolle Mutter, die trotz Kind die Ausbildung packt, doch jetzt? Mittendrin ein zweites. Total krasser scheiß für mich. Ich verspreche ihr, sie so gut es geht zu unterstützen, biete witzelnd meine Babysitterdienste an und warte darauf sie endlich in den Arm nehmen zu können, und ihr wirklich aufrichtig Glückwünsche zu überbringen. Wie unwissend ich doch bin…

26.1.2014:

Meine Mens ist heute fällig, ich habe so ein flauschiges, nicht beschreibbares Gefühl zwischen meinen Hüftknochen. Ich frage K wie sie spürte das sie schwanger sei. Und kaufte einen Test. Am nächsten Morgen würde ich ihn machen. Doch was ist das? Endlich ein Zeichen das die Mens kommt. Tasse rein und gute Nacht. Am nächsten Tag leider: Nix… Außer zwei fetten blauen Streifen… Fuck ich bin SCHWANGER!!!!