Mein Weg zur VBA2C… Teil 1 #Gastartikel

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Vor einiger Zeit schrieb ich hier über meine Gefühle zur Schwangerschaft meiner Freundin Kitty. Heute möchte sie sich selber an euch wenden. Sie hat nicht so tolle Geburtserfahrungen machen dürfen und wünscht sich für ihr drittes Kind eine natürliche und interventionsarme Geburt.

VBA2C : vagnial birth after 2 cesarean sections. Also die vaginale Geburt nach 2 Kaiserschnitten.

 

Kitty erzählt euch von ihrer ersten Geburt und welche traumatischen und weitreichenden Folgen es für sie und ihren Sohn L. hatte. An dieser Stelle möchte ich eine Triggerwarnung aussprechen. Das erlebte ist wirklich schwer zu verdauen für zarte Gemüter.

 

Für alle die sich fragen, nanu – wer schreibt denn da?

Ich bin Kitty, 34 Jahre jung und Mutter von 2 tollen Jungs! Mein Großer (L.) ist 2002 geboren und der Kleine (M.) 2010. Mit dem 3. Jungen bin ich aktuell in der 18. SSW. Und natürlich, auch wenn ich damit gar nicht so gerechnet hätte, kommt alles wieder hoch: ich wünsche mir eine heilende Geburt und ich habe Angst, dass alles schief geht. Leider werden einem eine Menge Steine in den Weg gelegt wenn man ein 3. Kind nach 2 Sectios spontan zur Welt zu bringen will.

Ich möchte euch teilhaben lassen, es gibt so viele Frauen, denen es ähnlich geht. Und so viele trauen sich nicht, werden mit noch mehr Ängsten wieder nach Hause geschickt. Die Ärzte und Hebammen machen Druck, man fühlt sich allein und denkt, man kann es nicht schaffen.

 

Allein Geburtsberichte zu bekommen, obwohl es gesetzlich jedem zusteht, ist ein Stein! Denn so einfach machen sie es einem nicht.

 

Aber nun erstmal zu meiner Geschichte, die Geburt meines ersten Sohnes!

Bei L. bin ich mit Wehen hier ins örtliche Krankenhaus gegangen, freute mich auf die Geburt, über die Wehen, war guter Dinge und uninformiert, es ging los! Endlich!

In ein paar Stunden würde ich Mama sein! Wunderbar! Soweit bis dahin. Es kam alles anders als gedacht. Nichts von alldem hatte ich vorher schonmal gehört, ich war auf nichts vorbereitet was dann kam. Damals hatte ich auch keine Hebamme, keinen Geburtsvorbereitungskurs, wir hatten kein Internet und so lief ich mit meiner rosa Brille, Jung und Naiv direkt in die Arme meiner persönlichen Geburtshölle.

Ich lag da also auf dem Bett, am Dauer CTG, warum? – das hatte mir keiner gesagt. Ich durfte nicht aufstehen, lag da alleine, mich fragend was denn los war, bekam aber keine Antworten. Es ist so lange her und ich habe mittlerweile vergessen, wie lange das alles gedauert hat. Es wird schon einige zeit gewesen sein, aber große Sorgen machte ich mir zu dem Zeitpunkt noch nicht, vielleicht war das auch einfach normal so.

 

Irgendwann kamen auf einmal mehrere Leute rein, ich weiß nicht wer das war. 

 

Krankenschwestern, Hebammen, Praktikanten, Zirkusdirektoren, Ärzte…. keine Ahnung! Einer der Menschen, ich schätze das war der Arzt, kam zu mir und wollte mich vaginal „untersuchen“. Dafür musste ich mich mit dem Poppes direkt an den Bettrand legen. Er legte los und nur einige Sekunden später platschte es, ich wurde nervös, fragte was das war und dann wurde es hektisch um mich herum.

Die ganzen Menschen stürmten um mich herum, verfrachteten mich auf ein anderes Bett, zogen mir da irgendwas anderes an, während mir eine einen Katheter legte und ich im gleichen Atemzug etwas unterschreiben musste, von dem ich nicht mal wusste, was das war. Ich kann mich noch daran erinnern, dass meine Unterschrift komisch aussah… na klar – währenddessen wurde mir ja auch noch ein Venenzugang gelegt.

Ich wußte nicht was los war, ich weiß auch nicht mehr, was und ob man mit mir sprach. Als das alles getan wurde, brachten sie mich in den Aufzug und ab da weiß ich irgendwie nichts mehr. Ich weiß nicht mehr wie ich im Aufzug lag, in den OP kam und an die Narkose kann ich mich auch nicht erinnern.

Die erste Erinnerung ist dann die, als ich aufwachte und meine Mama neben mir am Bett saß und das einzige was ich fragte war, „Wo ist mein Baby!?“ Ich weiß nicht mehr wie oft ich das wiederholte. Es war wie ein Traum, ein schlimmer Traum. Ich wußte nicht was passiert ist, war mir nicht mal sicher ob ich noch lebe oder gestorben bin, ob mein Baby noch lebt. Alles war verschwommen und ich hatte furchtbare Angst. Was meine Mama antwortete weiß ich leider auch nicht mehr. Ich weiß nur, wie blaß sie war. Sie hatte auch Angst.

Der Papa von L., der während des ganzen Spektakels die ganze Zeit eine verzerrte Randfigur war, war verständlicherweise genauso fertig mit der Welt. Und ich frage mich immer wieder, wie können Menschen mit anderen Menschen so umgehen.

Nächste Erinnerung ist, dass ich auf ein Zimmer gebracht wurde. Es war Mittag. Ich fragte ob ich meinen Sohn sehen könnte, wurde aber verneint, da er auf der Säuglingsstation lag, er hatte wohl grünes Fruchtwasser, Kindspech hineingemacht, müsste beobachtet werden.

 

Man brachte mir ein Polaroid.

 

Später erfuhr ich dann, das ich, nachdem die Fruchtblase geplatzt ist, einen Nabelschnurvorfall hatte. Ich durfte nicht aufstehen, mein ganzer Körper war ein Schmerzklumpen, keiner konnte mir sagen warum. Tage später erfuhr ich, dass es wohl vom Gas kommt, womit ich aufgepumpt wurde und das jetzt durch meinen Körper wandert um raus zu kommen. Es waren solche Schmerzen, ich konnte beim weinen nicht mal ein wenig zucken. Und ich hab viel geweint.

Tage später durfte ich aufstehen und man fuhr mich im Rollstuhl nach oben auf die Station. Im ROLLSTUHL!! Wobei mich die Schwester so unsanft einfach überall gegen fuhr und so lieblos und unfreundlich war. Ich kam dann oben an, sah das kleine Bündel und sah das Bettschild, das Armbändchen.

 

Da stand ein falsches Datum, das wurde einfach einmal durchgestrichen…

 

…und das richtige drauf geschrieben. Und die ersten Tage manifestierte sich der Gedanke, die haben was falsch gemacht, ihn vertauscht, obwohl er aussah wie sein Vater. Aber manchmal macht das Gehirn seltsame Dinge mit einem. Ich wurde wieder auf mein Zimmer gebracht und am nächsten Morgen brachten sie ihn mir in mein Zimmer, stellten ihn ab und gingen wieder. Da saß ich dann. Leer, voller Angst, weinend, hilflos und donnerte geradewegs in eine fette Postnatale Depression. Und keiner bemerkte es, oder wollte es bemerken.

Am Abend wurde es richtig schlimm. Ich habe mich vorher in meinem Leben noch nie so gefühlt, ich wußte nicht, dass es so eine Welt überhaupt gab. Und es war so schlimm, dass ich eigentlich dafür keine Worte finden kann. Ich hatte Panik, bekam kaum Luft, weinte als gäbe es kein Morgen mehr, wünschte mir, ich wäre nicht am Leben, ich konnte diese Gefühle nicht aushalten, sie zersprengten mich, sie legten mich lahm, ich hatte keinen Gedanken mehr, der mir hätte helfen können.

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Mein Ich lag am Boden und verschmolz mit ihm zu einer Masse aus einzigem Schmerz.

 

Alle dachten es wäre Heimweh. Also dachte ich das auch. Woher sollte ich auch wissen, was es sonst sein könnte? Morgen, wenn ich zuhause bin wird alles gut! Das war der letzte Funken Hoffnung der mich aufrecht hielt. Ich denke, jeder kann sich jetzt denken, dass nicht alles gut wurde.

Ich besorgte mir auf anraten einer Schwester im Krankenhaus eine Hebamme, bzw tat sie das für mich, sie kam auch und versuchte irgendwas zu retten und war auch total überfordert, sie hatte sowas selber noch nicht erlebt. Ich konnte nicht schlafen, selbst die Schlaftabletten haben nicht geholfen.

Ich hatte Panik Attacken, war nur am weinen und hatte viele schlimme Gedanken. Ich konnte mich nicht um dieses kleine Baby kümmern. Ich hatte Angst vor ihm. Der Vater und ich lebten nicht mehr zusammen, er wohnte ein paar Häuser weiter und war gerade am renovieren. Und jedesmal, wenn L. wach wurde bekam ich Panik und musste ihn anrufen, damit er kommt.

Das legte sich etwas nach einiger zeit und ich konnte L. versorgen. Ich weiß noch, wie stolz ich war, als ich ihn das erste mal alleine baden konnte! Das muss man sich mal vorstellen…. das kann man nicht, wenn man es nicht selber erlebt hat.

Damals wurde so eine Depression noch nicht so thematisiert wie heute! Heute fängt man endlich an, sie zu sehen, die Frauen zu sehen, denen es so geht. Und es sind viele. Früher gab es das nicht, keiner wußte irgendwie so recht was damit anzufangen. Und so blieb sie bei mir wohnen. In mir, neben mir. Jahrelang.

Als L. knapp 3 Jahre alt war, ging es mir wieder sehr schlecht. Ich habe es nie geschafft, eine Bindung zu meinem Kind aufzubauen. Ich habe ihn nie sehen können als das was er ist. Ein super süßes, total einfaches, entspanntes, tolles Baby und Kind! Heute zerreißt es mir mein Herz, wenn ich daran denke, Bilder von früher sehe und ich wünschte ich könnte die Zeit zurückdrehen und dieses kleine süße Bündel einfach in den Arm nehmen und es lieben. Es wieder gut machen.

Seit er knapp 3 Jahre alt war, lebte er bei meiner Mama. Sie hat ihn zu sich genommen als ich nicht mehr konnte. Mittlerweile wohnt er bei seinem Papa und seiner neuen Familie, er ist schon so groß, es geht ihm gut, er ist ein wirklich toller Mensch geworden. Wir haben Kontakt, wir schreiben uns und das was mich am meisten berührt ist, dass er nicht einmal böse auf mich ist, dieser liebe Junge, der sich sogar total freute als er erfuhr, dass sein kleiner Bruder M. unterwegs war.

 

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Nachdem L. zu meiner Mutter ging, wurde es natürlich nicht einfacher.

 

Die Menschen sind schlimme Wesen und als wäre mein schlechtes Gewissen und meine Selbstgeisselung nicht genug, ich bekam von allen Seiten Hiebe und Schläge. Keiner fragte warum aber alle wußten genau bescheid. Ich war ein schlimmer Mensch, ich wollte das arme Kind nur nicht, weil ich lieber feiern wollte und noch viele andere Dinge. Es war schlimm.

Und auch heute noch, so viele Jahre später, hab ich diese Schuldgefühle und es tut mir so leid. Mittlerweile ist es mir egal, was irgendwelche Menschen denken. Die mussten da nicht durch gehen. Und für mein Kind war es die beste Entscheidung, ihn bei meiner Mutter leben zu lassen.

 

Ein Kind brauch Liebe und Geborgenheit und jemand, der es küsst und kuschelt. All das konnte ich nicht. So sehr ich es versuchte.

 

Und bis heute kann ich über diese Geschichte nicht sprechen. Sobald es in die Richtung geht und ist es nur, dass ich erzählen muss, wie er auf die Welt kam, bin ich gefangen und ich muss weinen. Während ich diesen Text schreibe weine ich ununterbrochen. Es schmerzt immer noch und ich denke es wird auch niemals aufhören. Aber es ist gut, dass ich das jetzt schreibe. Wenn reden nicht geht, dann geht schreiben und endlich kann ich sagen, was ich gefühlt habe, das kann ich nicht, wenn ich es aussprechen muss. Wie es bei M. ablief, werde ich im nächsten Beitrag berichten!

 

Bis dahin – bleibt stark und steht für euch ein! Viele Grüße, Kitty

 

(copyright : Kitty Trashcore/ Keins bestellt, 2 bekommen)

 

Es ist Zeit los zu lassen – die Knödels gehen in den Kindergarten 

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Eigentlich, so war der Plan, sollten die Knödels nicht in den Kindergarten gehen. Meine Mutter sollte als Tagesmutter die beiden betreuen wenn ich wieder arbeiten gehen würde. Die besten Pläne taugen aber  nichts wenn man das Leben nicht einkalkuliert. Lange Rede, kurzer Sinn:

Meine Mutter wird keine Ressourcen haben um Motti und Knödel zu betreuen und ich muss eine alternative finden. Also haben wir diese Woche mehrere Kindergärten und KiTas angesehen.

Die Einrichtung im Ort ist keine Option 

Natürlich gibt es bei uns auch Kindergärten, sogar richtig viele aber sie passen nicht zu uns und unseren Bedürfnissen. Die kleinen Einrichtungen haben schreckliche Zeiten zur Betreuung, die mit den besseren Zeiten nehmen meine Kinder erst wenn ich schon lange wieder arbeiten muss oder sie sind mit über 120 Kindern mehr als ausgelastet. Das möchte ich nicht für meine Kinder also habe ich bei der Gemeinde einen Antrag zur Kostenübernahme gestellt damit die Knödels außerhalb einen Kindergarten besuchen können. Und dann begann die Suche und das war gar nicht so leicht!

Folgende Fragen habe ich bei der Auswahl zu Grunde gelegt:

– wo ist die Einrichtung? Ist sie gut für mich und auch meine Mutter zu erreichen?

– in welchen Zeiten wird betreut?

-wie flexibel bin ich in der Nutzung der Betreuungszeiten?

– wie stehen die Erzieher zu Stoffwindeln und zur vegan/vegetarischen Ernährung?

– wie sehr wird auf die Bedürfnisse der kinder geachtet? 

– und natürlich auch wie ist der Betreuungsschlüßel?

Nachdem ich eine Woche lang nur telefoniert habe, konnte ich eine Vorauswahl treffen und am Ende blieben 3 Kindergärten über, die wir uns gemeinsam näher ansehen wollten.

Erste Station:

Das Montessori Kinderhaus!( private Einrichtung)

Eigentlich wäre dieser Kindergarten meine erste Wahl aber leider waren wir zu spät und ein flexibler Vollzeitplatz für gleich 2 Kinder war nicht zu meinem Wunschtermin machbar. Wir hätten nur einen Nachmittagsplatz bekommen können. Gegangen wäre das bestimmt auch irgendwie aber mir fehlte trotzdem etwas die flexibilität die ich in meinem Beruf benötige um genug Geld für uns 3 zu verdienen.

Die Einrichtung war wirklich schön, sehr ansprechend arrangiert und eingerichtet. Dort können 108 Kinder in Gruppen von maximal 25 Kids bzw. 18 Kids in der Integrationsgruppe betreut werden. Trotz der Menge an Kindern war es angenehm ruhig und alle Kinder wirkten zufrieden und ausgeglichen. Ich hätte die Twins gerne dort angemeldet. Aber wir hatten ja noch weitere Stationen.
Die Kindervilla ( städtische KiTa )

Eigentlich hatte ich große Erwartungen an diese KiTa, sie ist sehr neu und hat nur 20 Kinder in der Betreuung. Plätze wären auch schnell verfügbar gewesen. Die Betreuungszeiten sind nicht optimal aber es wäre mit Hilfe von Freunden und Familie machbar gewesen. Leider war der Underdog in der Liste den Erwartungen in keinster Weise gerecht geworden. Den Kindergarten als solches gibt es schon wirklich sehr, sehr lange aber vor etwa einem Jahr hat der Träger gewechselt. Ich hatte nicht viele Erwartungen aber diese wurden noch unterboten:

  • es gab kein Konzept in das man als Eltern hinein sehen konnte.
  • die Einrichtung ist teilweise saniert worden und wirkt unfertig
  • der Ablauf wirkt unstrukturiert
  • das Inventar ist spärlich und zum Teil schon sehr alt und defekt ( man merkt im Vergleich zu den andern Einrichtungen das dieser KiTa die finanziellen Mittel fehlen)
  • Die Leitung wirkte nicht aufrichtig im Gespräch, ich hatte den Eindruck sie würde sagen was ich hören wollte.
  • Festgelegte Zeiten zum Essen, Mahlzeiten werden gestellt, man hat keinen Einfluss auf die Nahrungsmittel für die Kinder.
  • Der Kontakt zu den Kindern wirkte lieblos

Das einzige pro in dieser Einrichtung ist die vergleichsweise kleine Gruppe. Es gibt 16 Kindergartenplätze und 4 Krippenplätze. Der Spielplatz ist auch sehr schön aber auch eher spartanisch angelegt.

 

Der Kindergarten ( kommunale Einrichtung)

 

Diese Einrichtung hatte bei mir einen Platz unter den Favoriten schon bevor wir sie besucht haben, denn neben einem wirklich schönen Internetauftritt und einem ausführlichen Konzept als PDF-Datei zum download die schon früh Pluspunkte sammelten weil alles stimmig war, kenne ich viele die dort in den Kindergarten gingen, später die angehörige Grundschule besuchten ( nach 3 privaten Schulen für mich in der Region ebenfalls Favorit) und weiß wie zufrieden sie dort waren und das sie auch selber ihre Kinder dort hin schicken würden. Auch gehen/ gingen 3 von 4 Tageskindern meiner Mutter in diesen Kindergarten, auch diese Eltern sind höchst zufrieden mit dem Kindergarten an der Grundschule.  Im letzten Jahr lernen die Kinder die Lehrer ihrer zukünftigen Schule kennen, durch die gemeinsame Nutzung von Turnhalle und Schwimmhalle sind sie bereits bestens mit den Nebengebäuden ihrer zukünftigen Grundschule vertraut, denn auch das Mittagessen wird in der Mensa der Schule eingenommen. Getrennt vom Schulhof gibt es einen wirklich schönen, anregenden, großen Spielplatz für die die Kindergartenkinder.

Letztlich habe ich mich für den klassischen Kindergarten entschieden, denn Wohnortnähe, flexible Zeiten und ein bedürfnisorientierter Umgang mit den Kindern sind dort sichergestellt, so können die Kinder beispielsweise frei wählen wann und mit wem sie ihr Frühstück einnehmen und auch entsprechend ihres Ruhe- und Schlafbedürfnisses schlafen. Desweiteren können sich die Kinder innerhalb der Einrichtung frei zwischen den Räumen bewegen und ein Angebot ihren Neigungen entsprechend nutzen, denn außer dem Morgenkreis finden innerhalb der geschloßenen Gruppe nur recht wenige starre Einheiten statt. Die Kinder können frei wählen und auch das freie Spiel nimmt einen großen Stellenwert ein.

Auch die Tatsache das der Kindergarten sich für die Grundrechte der Kinder einsetzt und eine gewaltfreie Erziehung für das höchste Gut hält haben zu dieser Entscheidung beigetragen, aber auch das Wohlbefinden der Knödels hatte Anteil an dieser Entscheidung, denn nirgendwo waren sie so schnell und entspannt im Kontakt mit den Erzieherinnen.

 

Wie war das denn bei euch? War die Wahl des richtigen Kindergartens eher schwer oder habt ihr sie in die Einrichtugen vor Ort gegeben?

Liebe Grüße Ela

 

copyright der Bilder: Keins bestellt, 2 bekommen

 

In freudiger Erwartung…

Guter Hoffnung sein…

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Für die Schwangerschaft gibt es viele Synonyme. Erwartung… Hoffnung… Das beschreibt den Umstand einer Schwangerschaft sehr deutlich wie ich finde. Man macht sich Gedanken um das kleine Wesen im eigenen Bauch. Man überlegt wie es aussehen wird und auch welches Geschlecht es haben wird. Ob es gesund sein wird. Aus dem „es“ im Bauch wird irgendwann eine Person. Ein Name. Man folgt dem Bauchgefühl und versucht zu erspüren wer dort in einem wächst. Man schafft eine Verbindung und ein Bild. Und dieses Bild kann vielfältig aussehen. Ist es ein Mädchen? Ist es ein Junge? Mit diesem Bild beginnt die Hoffnung. Natürlich ist es am wichtigsten das das Baby gesund sein wird, doch so ganz tief in einem schlummert die Hoffnung auf ein bestimmtes Geschlecht. So auch bei die Rabenmutti, die über ihre Gefühle nach dem Geschlechtsouting schreibt. Das was sie schreibt ist hart und für viele schwer nachzuvollziehen.

Ich verstehe es…

Zumindest ein bisschen. Man kann zwar darüber streiten ob man so etwas öffentlich macht und wie man das macht aber ja: ich verstehe sie ein bisschen.

Mein 25 Jahre altes Ich konnte mit Kindern nichts anfangen. Mein 26 Jahre altes Ich- frisch schwanger-kannte nur einen Gedanken: Bitte einen Jungen. Einen! An Zwillinge dachte ich zum Zeitpunkt nicht. Mein Gefühl war klar: ein Junge. Als das Zwillingsouting kam blieb die Hoffnung: Bitte Jungs. Bitte keine 2 Mädchen! Das schaffe ich nicht. Ich kann mit diesem Mädchenkram nichts anfangen. In der 16. SSW gab es ein erstes Outing: 80% Junge und 50% Junge. Ich war wie auf Wolken! Ich hätte nicht glücklicher sein können und malte mir bereits die wildesten Spiel mit meinen 2 Jungs aus. Nicht eine Minute lang zweifelte ich daran das es 2 Jungen sein könnten.

 

 

Herzlichen Glückwunsch, es wird ein Pärchen!

 

Wenige Wochen später hatte ich einen Termin in der Pränataldiagnostik – durch die HG und die Medikamente wurde mir eine feindiagnostische Untersuchung ans Herz gelegt. Ich hatte gemischte Gefühle und war gleichzeitig gespannt was ich alles sehen würde und hatte Angst vor dem was eventuell gefunden werden könnte.

Während der Arzt meinen Bauch ausgiebig mit dem Ultraschallkopf bearbeitete beobachtete ich die Bilder sehr genau. Ichkonnte nicht glauben was ich sah: Der 50% Junge zeigte sich als 100% Mädchen.

 

Achterbahn der Gefühle

 

Das kann ich nicht war mein erster Gedanke. Ich konnte und wollte mich darauf nicht einlassen zu dem Zeitpunkt. Ich hatte bereits alles besorgt für die Jungs. Ich brachte es nicht über mich viel für ein Mädchen zu kaufen. Nur ein kleines Set kaufte ich. Fürs Krankenhaus. Ich weinte viel, ich war wirklich traurig. Mein Wunsch, meine Hoffnung? Weg! Zumindest ein Name war schnell gefunden.

 

Am Ende wird alles gut!

 

Motte, meine Tochter, das Mädchen das mich so traurig machte, erlöste mich schließlich gändigstens so schnell wie sie konnte von meiner Schwangerschaft in dem sie den Ärzten ein Schnippchen schlug. Sie war führend und somit die erste die Geboren werden würde. Mein erstes Baby! Die einzigen 10 Minuten im Leben meiner Kinder in denen sie mich ganz allein für sich haben konnten gehörten meiner Tochter. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Es war nicht wichtig welches Geschlecht sie hatte – nur das sie da war. Danach wurde es dunkel. An den ersten Kontakt mit Knödel kann ich mich kaum und nur sehr verschwommen erinnern denn direkt danach kollabierte ich. Doch das macht nichts, er hätte mich nicht versöhnen können mit der Tatsache das mein Männerdoppel ein Pärchen wurde.

 

Ganz langsam kam ich an im Leben mit einem Pärchen

 

Je mehr ich mich mit meinen Kindern und dem Thema Zwillinge beschäftigte, desto glücklicher wurde ich darüber das es ein Pärchen wurde. Eine größere Chance auf ein individuelles Aufwachsen konnten sie nicht haben. Mir wurde gezeigt das am Ende nicht das Geschlecht entscheidend ist, sondern die Persönlichkeit eines Menschen, eines Kindes. Wir haben die Freiheit unsere Kinder weitgehend frei von solchen Fragen aufwachsen zu lassen ( zumindest bis zum Kindergarten).  Kinder sind einfach Kinder und nicht nur ein Geschlecht. Diese Freiheit macht es meinen Kindern möglich zu sein wer sie wollen. Motte ist der leicht verlotterte Wildfang, Knödel der zarte, verschmuste dauerkuschler. Sie entsprechen nicht den allgemeinen Erwartungen die ihr Geschlecht weckt. Sie sind einfach sie selber, und das ist gut so.

Die Enttäuschung über das vermeintlich „falsche“ Geschlecht kann grenzenlos sein, ich habe selber gespürt wie sehr es schmerzen kann wenn das Bild des eigenen Babys im Kopf zusammen bricht und man aus diesen Trümmern ein neues errichten muss, wenn man seine Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen ziehen lassen muss und neue finden wird. Jeder findet seinen Weg damit umzugehen, zu trauern.

 

Ela

 

Auch lesenswert zur Diskussion:

http://www.oeko-hippie-rabenmuetter.de/der-kleine-%ef%bb%bfluisa/

http://aufbruch-zum-umdenken.de/freude-oder-ablehung-spuert-ein-baby-die-gefuehle-der-mutter-im-bauch/

http://runzelfuesschen.blogspot.de/2017/01/madchen-oder-junge-die-enttauschung-von.html

 

 

Und dann geht einfach einer // Zwillingsmütter stehen Rede und Antwort #3 Tamara

 

Meine liebe Bekannte Tamara hat lange für ihr kleines Glück kämpfen müssen. Bereits 2013 erlitt sie eine stille Geburt in der 24 SSW. Anfang 2014 war sie erneut schwanger, es sollten Zwillinge werden, doch leider kam es dann ganz anders. Das bezaubernde kleine Mädchen, das eigentlich ein Zwilling ist, machte sich im August 2014 alleine auf den Weg zu ihren Eltern Tamara und Jens. Tamara hat sich bereit erklärt für euch darüber zu reden, wie es ist einen Stern auf die Welt zu bringen und wie es ist eine Zwillingsmama mit nur einem Kind an der Hand zu sein und ob was dran ist, an den verwaisten Zwillingen, denn auch darüber wird sie mit euch reden!

Triggerwarnung

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Tamara, es wäre nett wenn du dich kurz vorstellen würdest!

Ich bin 30 Jahre alt, seit 2009 verheiratet mit einem wundervollen Mann Namens Jens und habe seit August 2014 eine wundervolle Tochter mit dem Namen Ida an der Hand.

 

Du hast bereits vor deiner Zwillingsschwangerschaft einen kleinen Jungen in der 24 SSW verloren. War damit zu rechnen das so etwas passieren würde oder traf euch dieses Schicksal ganz unerwartet? Was ist passiert?

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Dieses Schicksal traf uns völlig unerwartet. Wir waren unterwegs an diesem Wochenende. Abends sagte ich schon zu Freunden, dass ich mein Baby nicht spüre aber man sagt ja es sei völlig normal in der Zeit. Meine Schwangerschaft lief bis zu diesem Zeitpunkt völlig perfekt. Außer, dass ich mich regelmäßig übergeben musste war alles wie es sein sollte. Sonntag tagsüber verließ mich mein komisches Gefühl nicht und ich betete morgens noch in der Kirche das Gott doch bitte auf mein über alles ersehnte Baby aufpassen soll, doch das war wohl schon zu spät.

Am Abend rief ich meine Hebamme an. Sie gab mir den Rat mal laut auf einen Topf zu schlagen das könne das Baby wohl hören und wenn keine Reaktion kommt ins Krankenhaus zu fahren nur um sicher zu gehen.

Es kam keine Reaktion und ich sagte zu meinem Mann das Gefühl zu haben alleine zu sein und das Babys Herz nicht mehr schlägt.

Im Krankenhaus angekommen meinte die Hebamme im Kreißsaal sie müsse erstmal fragen ob ein Arzt überhaupt schallt weil es ja so häufig vorkommt zu dieser Zeit das man mal nichts spürt. Der Arzt kam und ich sah auf dem Ultraschall schon das kein Herzschlag da war. Mein Mann brach zusammen und weinte. Ich stand unter Schock und funktionierte nur noch. Der Arzt war unglaublich einfühlsam und schallte eine Stunde lang leider ohne Ergebnis.

Am nächsten Tag sollte eingeleitet werden und ich erfuhr dass ich mein Baby auf natürlichem Weg gebähren muss. Ich wollte die Nacht zu Hause verbringen und am nächsten Tag traten wir den schwersten Weg unseres Lebens an und fuhren ins Krankenhaus. Vermutlich war es eine Thrombose in der Plazenta. Mein Sohn Klaas wurde also nicht mehr ausreichend versorgt.
Eine stille Geburt ist das schlimmste was eine werdende Mutter sich vorstellen kann. Wie hast du diese Geburt erlebt? Konntest du Abschied nehmen? Was hat dir in deiner Trauer geholfen?

 

Die Einleitung dauerte drei Tage bis es richtig los ging. Mir wurde am Abend vom 29.01.13 eine PDA gelegt damit ich nochmal schlafen konnte. Um 23 Uhr merkte ich aber das die Entspannung für mich wohl auch loslassen hieß, denn die Wehen wurden heftiger und ich wurde in den Kreißsaal gefahren.

Dort angekommen wurde es auch immer stärker. Irgendwann wurde mir die Fruchtblase aufgestochen und zwei Wehen später war mein wunderschöner viel zu kleiner Sohn auf der Welt. Ich hatte solche Angst vor diesem Moment. Wie sieht er wohl aus? Wie klein ist er? Diese Sorgen waren unbegründet. Mein Sohn war das schönste viel zu kleine Baby auf der ganzen Welt. Durch die Hormonausschüttung empfand ich einfach nur bedingungslose Liebe.

Leider schrie er nicht und öffnete nicht seine Augen. Es war der schönste und gleichzeitig schlimmste Moment meines Lebens. Auf der einen Seite bin ich Mutter geworden und wollte es in die Welt hinausschreien. Auf der anderen Seite musste ich das wichtigste und wertvollste was ich habe wieder gehen lassen.

Ich wollte und musste es doch beschützen… und konnte nicht. Uns wurde nahegelegt uns um einen Bestatter zu kümmern. Das war unglaublich. Ich danke meinem Vater von Herzen dafür das er, dass alles für uns übernommen hat!!!
Wenn ein Baby im Mutterleib verstirbt, ist es oft schwer zu begreifen, man stellt sich selber und seinen Körper in Frage. Wie hast du gelernt wieder Vertrauen in dich und deinen Körper zu fassen?

Puuuhhh …

Ich habe das Vertrauen bis heute (was eine Schwangerschaft betrifft) nicht 100% ig wieder aber zu 80%. Idas Geburt und der Umstand das sie als wundervolles Wesen völlig gesund ist haben mir geholfen meinem Körper wieder zu vertrauen. Ausserdem hat mein Körper mir bei Klaas schon gesagt das etwas nicht stimmt. Und das war völlig richtig.

 

Ein Verlust wie eurer ist unermesslich. Wie seid ihr als Paar mit der Trauer umgegangen? Wie ist dein Mann damit zurecht gekommen?

Wir haben uns sehr gestützt und es hat uns noch so viel enger zusammengeschweißt. Er war für mich der Fels der mich ohne Worte in den Arm nahm, wenn ich ohne Pause geweint habe.

Allerdings hat er sich zu der Zeit sehr zurückgenommen und kämpft noch heute sehr oft mit Gefühlen die ihn ohne Vorwarnung überrollen. Auch er hat sich das Kind sehnlichst gewünscht. Wir haben viel geredet und waren einfach füreinander da. Anfangs waren wir täglich zusammen am Grab. Dieser Weg war für uns sehr wichtig als Eltern.
Wenige Monate nach der stillen Geburt warst du erneut schwanger. Es sollten Zwillinge werden! Wie hast du die Botschaft aufgenommen? Welche Ängste hattest du hinsichtlich der Tatsache das es zwei Babys geben sollte? Das verdaut man, bzw. ich, ja nicht mal eben so.

 

Wir haben uns im ersten Moment sehr gefreut. Zwei Kinder auf einen Rutsch! Genau so wie wir uns das immer gewünscht hatten. Irgendwie hätten wir das gestemmt, immerhin haben wir uns so sehr nach einer Familie gesehnt. Allerdings hatte ich kein Vertrauen zu meinem Körper und hatte Angst, dass es beide nicht schaffen.
Schon um die 9./10. SSW gab es leider schon wieder keine gute Nachricht. Das Herz von einem der Zwillinge hatte aufgehört zu schlagen. Wie hast du das erlebt? Welche Auswirkungen hatte das auf deine weitere Schwangerschaft mit eurer Tochter? Wie bist du nach der Geburt damit umgegangen das du eigentlich eine Zwillingsmama bist, aber nur ein Baby in den Arm schließen konntest?

Es war kein riesiger Schock da der Zwilling von Anfang an kleiner war. Es wurde oft geschaut ob der Zwilling noch da ist bei den darauf, folgenden Untersuchungen. Ich hatte im ersten Moment Angst davor dieses Baby in mir zu behalten. Man erklärte mir das der Körper das Baby resorbiert oder es mitgeboren wird. Mit dieser Erklärung konnte ich leben und musste auch irgendwie erst nach Idas Geburt so wirklich Abschied von ihrem Zwilling nehmen.

Gab es einen Moment in dem du Erleichterung verspürtest über die Tatsache das du einen Zwilling verloren hast weil du angst hattest der Aufgabe als Zwillingsmutter nicht ausreichend gewachsen zu sein?

Ich war natürlich traurig aber auch erleichtert. Bitte nicht falschverstehen! natürlich habe ich um den Zwilling getrauert aber ich dachte so kann sich mein Körper auf ein Baby konzentrieren und dieses gesund zur Welt bringen. Ich hatte so schlimme Angst am Ende wieder kein Baby behalten zu dürfen.

Siehst du dich trotzdem als Zwillingsmama? ( ich tue es, es waren zwei. Einer ging zu den Sternen, geliebt, erwartet und betrauert.)

Irgendwie sehe ich mich schon als Zwillingsmama, ich frage mich sehr oft ob es ein Mädchen oder Junge geworden wäre und wie es jetzt wäre. Es war jemand da, wenn auch nur kurz und dieser jemand gehört einfach zu meiner Tochter.

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Eure Tochter ist ein verwaister Zwilling. Bemerkst du unterschiede zwischen ihr und Einlingen? Hast du das Gefühl das Ida eine weiterhin bestehende Verbindung zu ihrem Zwilling hat, oder hältst du solche Überlegungen für unsinn? Werdet ihr Ida von ihren Geschwistern in den Sternen erzählen? Wie würdet ihr das machen?

Ida ist ein besonderes Kind. Sie ist sehr emphatisch, einfühlsam und ich glaube, nein ich bin überzeugt das sie um ihren Zwilling weiß. Meine Hebamme sagte damals was Schönes: „ Vielleicht hat Ida einen Begleiter ins Leben gebraucht und das war ihr Zwilling“.

Das eine weiter Verbindung besteht kann ich mir gut vorstellen. Ida ist sehr anhänglich und braucht immer jemanden an Ihrer Seite. Ganz anders als bei anderen Kindern. Aber so wie ich es bei deinen Kindern beobachten konnte. Nur das da jetzt Mama und Papa für da sind. ( Amn: Tamara und ich lernten uns bei der Kursleiterausbildung kennen, saßen völlig ungeplant nebeneinander, unsere Kinder sind nur wenige Wochen auseinander. Wink des Schicksals,oder?)

Wir gehen immer mit Ida zum Friedhof und erzählen Ihr sehr oft von Ihren Geschwistern. Der kleine Prinz ist dafür eine tolle Stütze.

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Welchen Stellenwert haben eure Sternenkinder in eurem Familienleben?

Einen sehr großen. Sie gehören dazu Tag für Tag auch wenn wir nicht jeden Tag darüber sprechen. Manchmal kullern heute noch Tränen weil Sie uns fehlen ( Sie wie jetzt wo ich darüber berichte) Oder weil man andere Familien glücklich mit zwei der drei Kindern sieht und unsere Plätze am Tisch leer sind. Es wird immer ein Teil von uns sein.
Hat dich der Verlust deiner beiden Kinder zu einem anderen Menschen gemacht? Hat es dich stärker oder schwächer gemacht? Wie hat sich Ingesamt eure Ehe dadurch verändert?

Ja hat es. Man lacht nicht mehr so unbeschwert. Das Herz ist gebrochen und lässt sich leider nicht mehr reparieren. Der Alltag geht weiter und es gibt unglaublich tolle unbeschwerte Tage und doch holt es einen immer wieder ein. Ich bin nicht mehr so belastbar und schnell traurig. Es hat mich zwar irgendwie stark gemacht aber auch auf eine Art geschwächt. Ohne den Rückhalt von meinem Mann traue ich mich nicht mehr wichtige oder mutige Schritte zu gehen.

Ich brauche Ihn, meinen Fels der hinter mir steht damit ich nicht falle. Vor den Erfahrungen war ich aufgeschlossen, mutig und immer positiv und gut drauf. Leider kann ich das bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ganz wieder sein, aber ich werde es immer ein bisschen mehr.
Wünscht ihr euch noch weiter Kinder, oder habt ihr Angst vor einem weiteren Verlust?

Ja und ja. Wir wünschen uns sehr noch ein lebendes Geschwisterchen für Ida. Einen verbündeten für Sie der unser Familienleben komplettiert. Aber ich habe so große Angst dann noch so ein Verlust schaffe ich nicht…

 

Vielen Dank für deine offenen und ausführlichen Antworten! Es war sicher nicht leicht für dich, so direkt über eure Verluste zu sprechen. Ich drücke dich und deine kleine Familie und freue mich euch kennen zu dürfen.

 

( Copyright der Bilder: Tamara und Jens Vasikonis)

Bist du Zwillingsmama und möchtest aus dem Nähkästchen plaudern, dann schreib mir eine Email oder kontaktiere mich auf Facebook.

 

Attachment Parenting Kongress 2016 // #WiB

Weleda hat Blogger zum AP-Kongress nach Hamburg eingeladen und ich durfte für euch dabei sein. Der Attachment Parenting Kongress wurde von Frauke Ludwig und Diana Schwarz ins Leben gerufen. Letztes Wochenende fand er zum zweiten mal statt in Hamburg im Grand Elysée.

Am Samstag morgen sollte es los gehen, leider konnte ich aus logistischen Gründen erst zum Mittag anreisen ( verschlafen, noch länger schlafende Kinder, warum schlafen die eigentlich immer so lange wenn man was vor hat? Außerdem stand ich ständig im Stau oder wurde in Umleitungen umgeleitet) und was soll ich sagen:

BEEINDRUCKEND!!!! Das Hotel, die Organisation, die Messe und auch die Referenten, alles mehr als erstklassig. Nach einem Rundgang über die Messe und ein paar Begrüßungen ( Laura es war so toll dich zu sehen <3) ging es direkt los: der erste Vortrag den ich mir ansehen wollte war der von André Stern.

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Und ich war nicht die einzige. Bis auf den letzten Platz war der Raum voll. Viele standen hinten im Raum oder saßen gar zwischen den Stuhlreihen auf dem Boden. Aber wer ist dieser Mann überhaupt? Unter den Anhängern von Unscholling, Unerzogen und weiteren alternativen Bewegungen rund um die Elternschaft ist André Stern sehr bekannt, denn er ging nie zur Schule und hat trotzdem einen beeindruckenden Lebensweg!

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Sein Vortrag handelte von der Ökologie der Kindheit: von der Rückkehr des Vertrauens. Er benannte anschaulich wie Kinder lernen und was das überhaupt mit spielen und Kind sein zu tun hat. Mit vielen großen Gesten und Anekdoten aus dem eigenen Familienleben stellte er dar wie Kind sein funktioniert. Er benutzte anschauliche Metaphern und logische Beispiele aus der Natur und dem Leben einer Familie. Seine Thesen stützte er auf die Veröffentlichungen von Gerald Hüther.

Dann war auch schon Zeit für Kaffee, Kuchen und networking, wie man so schön sagt. Ich traf meine Blogger-Kollegen Carmen ( vegane Familien) und Kathrin (Öko-Hippie-Rabenmütter) es wurden Fotos von den BabySteps-Kursleiterinnen gemacht, ein bisschen Smalltalk gehalten und dann ging es weiter im Programm:

Ich habe mich zunächst für einen Beitrag von Wiebke Gericke entschieden. Ihr Thema behandelte die spielerische Kommunikation über Gebärden mit Babys und Kleinkindern. Nach einer Einleitung kamen wir direkt zum praktischen Anteil: Wiebke zeigte wie wir mit Hilfe von Gebärden das Vorlesen und Lieder singen begleiten konnten. Dazu gab es schönes Videomaterial das den Zuschauern das erlernen von Gebärden vereinfacht hat.

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Leider konnte ich den Vortrag nicht zu ende verfolgen, denn meine Neugier trieb mich in den großen Ballsaal.

Dort referierte Katia Saalfrank über auffälliges Verhalten bei Kindern und Jugendlichen. Ich konnte noch ein wenig den Ausführungen zum Thema kindliche Aggressionen folgen, bevor ich leider schon gehen musste, denn ich stand ein wenig unter Zeitdruck, da Twinpapa noch einen Termin am abend haben würde und ich wirklich pünktlich zurück sein musste. Das tat den unglaublich intensiven Eindrücken aber keinen Abbruch.

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Der Sonntag startete nicht weniger stressig, denn ich habe verschlafen. Ich pendelte ein wenig zwischen den Vorträgen, hörte Anja Gaca eine Weile zum Thema „ Vom Stillen nach Bedarf zur Beikost nach Bedarf“, nach ca. einer Stunde wechselte ich zu Dr Eliane Retz die über das Thema „Sichere Bindungen durch Attachment Parenting? Befunde & Praxis“ sprach. Doch dann zog es mich in den Vortrag von Michel Odent, er nahm sich dem Thema „Geburt. Wissenschaft versus Tradition“. Der Vortrag wurde auf französisch gehalten, da alle Kopfhörer für die Übersetzung bereits vergeben waren musste ich meine zugegeben sehr rostigen Französichkenntnisse bemühen und hörte ganz verzückt zu, denn niemand spricht so hingebungsvoll diese Sprache wie Muttersprachler es zu tun pflegen.

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Nach der Pause sollte der letzte Vortrag für mich stattfinden. Nach ein wenig zögern und dem zureden von Kathrin ( Öko-Hippie-Rabenmütter) begleitete ich sie und Carmen in den für mich besten Vortrag des Kongresses. Wir hörten Joachim Bensel zum Thema „Der erste Weltenwechsel – wie eine behutsame elternbegleitete Eingewöhnung als Erfolg verbuchen kann“. Er zeigte Strategien und Probleme anschaulich dar, und sobald ich meine Notizen sortiert habe werde ich darauf noch weiter eingehen, doch es ist schön eine Meinung zwischen Renz-Polster und Dr Hüther zu hören.

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Danach ging es für mich schon wieder zurück, die Zwillinge kränkelten etwas und länger konnte und wollte ich weder die Kinder noch den Twinpapa damit alleine lassen.

Ich habe wirklich sehr viele Eindrücke gewinnen können, bin immer noch wie beflügelt von dem vielen Input an diesem Wochenende und freue mich schon so unglaublich auf den dritten Kongress, der aber leider erst 2018 stattfinden wird.

Wart ihr auch dabei?

Die BabySteps-Kursleiterausbildung in Hamburg

copyright Einfach Eltern

Vor einigen Monaten bekam ich die einmalige Gelegenheit nach Hamburg zu fahren und die Kursleiterausbildung von Einfach Eltern / Babysteps zu absolvieren. Mit Hilfe vieler Freunde gewann ich anlässlich des 3 Jährigen bestehens von Babysteps die Teilnahme an diesem Kurs der mich dazu befähigen sollte Eltern mit ihren Kindern im ersten Lebensjahr zu begleiten und  ihnen die Elemente des Attachment Parenting näher zu bringen.

Kaum ist da Baby auf der Welt ist die Welt schon voller Fragen…

Und die Kursleiter sind betrebt zu helfen diese Fragen aus dem Weg zu schaffen, sie begleiten, vermitteln weitere Unterstützung und ermuntern Mütter und Väter dazu ihrem Bauchgefühl zu folgen. Das ist genau mein Ding. Auch ich hatte viele Fragen, war sehr unsicher und wusste nicht so richtig wohin ich mich wenden sollte. Die klassischen Babykurse sprachen mich nicht an. Das kam mir immer so vor als würde man einen „Schwanzvergleich“ veranstalten mit dem Ziel das Baby, das doch gerade erst auf der Welt, ist zu Höchstleistungen zu fördern. Aber Alternativen kannte ich auch nicht. Das kam erst viel, viel später als ich mich intensiv mit Attachmenat Parenting beschäftigt habe.

 

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Babysteps als Neustart nach der Elternzeit

Ich bin ja bekannterweise Krankenschwester, und das sogar sehr gerne, noch lieber mochte ich die Arbeit mit den Azubis, sie zu begleiten, zu beraten und zu zu sehen wie aus den unbeholfenen Anfängern großartige Pflegekräfte wurden. So ähnlich ist Babysteps auch: ich begleite Eltern auf ihrem Weg in die Elternschaft, ich kann beobachten wie sie zusammen wachsen, eine Familie werden und ihren Rhythmus finden, ich berate sie, gebe Empfehlungen für weitere Ansprechpartner raus. Für mich eine tolle Option in die Vereinbarkeit nach der Elternzeit zu finden und trotzdem meinen bedürfnisorientieren Weg weiter gehen zu können ohne das es zu Lasten meiner Familie geht.

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Was macht Babysteps eigentlich so besonders?

Neben den wunderbaren Gründerinnen Frauke und Diana ist es einfach das Konzept, das ganz undogmatisch Ammenmärchen aufgreift und sie mit aktuellen Erkenntnissen aus der Welt zu schaffen versucht, das informiert und versucht das beste für alle zu finden ohne Druck zu schaffen alles perfekt machen zu müssen. Die Teilnehmer werden in ihrem Bauchgefühl gestärkt, die Babys erhalten ein bisschen Stimulation, gerade genug um eine Reize zu setzen aber nicht überreizen. Ziel ist nicht die Förderung des Kindes, sondern die Stärkung der Bindung von Eltern und Kind, das Aufklären von Irrtümern.

Mich spricht das Konzept definitiv sehr an, hätte es auch, wenn ich nicht Kursleiterin wäre. Denn genau das hätte ich mir gewünscht: Jemand der mich bestätigt in dem was ich tue und nicht alles in Frage stellt. Sich da zu behaupten ist oft nicht sehr einfach. Und genau das wollen Frauke und Diana erreichen: Einfach Eltern sein können.

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Ganz schön teuer oder?

Ja der Preis für die Ausbildung ist keine Kleinigkeit, das stimmt, aber ihr bekommt auch eine Menge dafür geboten! Neben einem umfangreichen Ausbildungsskript für das Vorstudium, einem 3 tägigen Praxisteil und eine Umfassende Prüfung bekommt man als Kursleiterin ein umfangreiches Starter Kit in dem alles ist was man für die Tätigkeit als Kursleiterin benötigt:

  • Karten für die Gesprächsrunde
  • Eine Jacke
  • personalisierte Flyer
  • ein Pressebild
  • zugang zum Kursleiterportal
  • intensive Zusammenarbeit mit erfahrenen Kursleitern und ein enger Kontakt auch zu Frauke und Diana
  • Grafiken zum erstellen weiteren Werbematerials
  • Kurzschulungen in den Bereichen Kinästhetik, Gebärden und Babymassage
  • Zugang zu Workshops
  • Schulungen in Sachen Marketing
  • Vergünstigungen bei verschiedenen Firmen nach vorlage des Zertifikats.

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Wenn man das also so zusammen rechnet relativiert sich der Preis meiner Meinung nach. Denn neben dem Material, dem Netzwerk und allem weiteren erhält man eine wirklich bereichernde und prägende Erfahrung im Rahmen des Praxisteils.

 

Das Praxiswochenende aus meiner Sicht ( und aus der einer Kolleginnen)

Freitags ging es los, oh ich war so aufgeregt und so ängstlich. Ich hatte sorge ob alles so entspannt wäre, und auch war es mir etwas unangenehm da zu sein, schließlich hatte ich ja nichts für den Kurs bezahlt. Erfreulicherweise war es alles andere als krampfig, selten habe ich so viele Menschen zusammen getroffen die alle so sehr in sich ruhten und so sehr sie selbst waren. Eine wirklich schöne und entspannte Athmosphäre in das man gar nicht anders kann als sich fallen zu lassen und ebenfalls man selbst zu sein. Neben viel viel Input gab es vor allem die perfekte Vorbereitung für den Kursleiteralltag. Wir spielten zu allen Bereichen verschiedene Situationen durch, erarbeiteten Strategien zur Problemlösung und lernten so viel über uns, über Menschen und natürlich auch über Babys. Auch hier lief es immer herzlich ab, Frauke und Diana gaben so viel für uns, und waren sich auch nicht zu schade dafür um aus dem Nähkästchen zu plaudern und eigene Anekdoten aus dem ersten Jahr mit ihren Babys mit uns zu teilen.

Wir haben so viel gelacht, so viel mitgenommen und auch die ein oder andere Träne verdrückt, denn auch Emotionen hatten ihren Platz in Hamburg, genau wie Kinder! Denn mit einer Betreuungsperson konnten wir unsere Kinder mitnehmen, zeitweise herschte also durchaus mal viel Trubel, an dem aber überwiegend meine Süßlinge beteiligt waren, denn die Betreuung durch den Vater klappte nicht so gut wie erhofft, dennoch gabs nie ein böses Wort deswegen oder gar schiefe Blicke. Wirklich toll!

Was Silke ( http://www.basic-baby.de)  sagt:

„Schatz, ich will BabySteps Kursleiterin werden!“ So oder so ähnlich fing alles an.

Ich war eigentlich auf der Suche nach Infos übers Familienbett als ich auf EinfachEltern stieß und tataaa: dort konnte ich als ganz „einfache“ Mama die Ausbildung zur BabySteps Kursleiterin absolvieren. Ich traute dem ganzen erst nicht und las mir zigmal de Seite durch. Doch, Tatsache. Bingo! ( Anm: Viele Kurse verlangen eine pädgogische Vorbildung)

Ich war so eine typische „Kurs-Hopping“ Mama. Stillgruppe, Yoga mit Kind, Baby-Basis-Kurs, Pekip, Breikostseminar und Fabel. Wir haben alles mitgenommen was ging. Und auf einmal war er wieder da, der Gedanke: das willst Du auch! Klar, im Rausch der Muttergefühle konnte ich mir nichts Schöneres vorstellen, als bis zu meinem Lebensende von diesen kleinen, süßen, soo gut duftenden Babys umgeben zu sein.

Nachdem mich dann auch noch lustiger weise eine Freundin wieder auf EinfachEltern aufmerksam machte, reifte immer mehr der Gedanke und der Wunsch meine Ausbildung dort zu machen und selber Babykurse zu geben. Also forderte ich mir die Infomappe an. Ich war sofort angetan und total begeistert! Aber Hamburg? Sprit, Unterkunft, Essen? Und wie soll das mit dem Kurzen gehen, wir stillen doch noch!! Und 899€?? Die habe ich nicht. Auweia, war’s dann dann?

Nein! Ich fasste mir also ein Herz und hatte ein paar wundervolle Telefonate mit Frauke, in denen so viel Herzlichkeit und Begeisterung für BabySteps mitschwangen, dass schnell klar war: Ich tu es!

Wir suchten uns ein preisgünstiges Hotel in Hamburg, los gings.

Und ich habe es wirklich keine einzige Sekunde bereut! Schon in den ersten Minuten erkannte ich: hier bist Du richtig! Diana und Frauke sind mit so viel Herzblut bei der Sache und haben eine so tolle, angenehme Art das nötige Know-how zu vermitteln, dass es einfach nur Spaß machen kann! Und ich habe dort so viele andere wunderbare Mamas kennen gelernt, die jede auf ihre Art inspiriert hat! Das Ausbildungswochenende ging viel zu schnell vorbei! Papa und Opa unterbrachen immer mal wieder ihre Hamburg-Ausflüge, um mir den Kurzen zum Stillen zu bringen. Es hat echt alles total toll geklappt. Alle anfänglichen Sorgen waren absolut unbegründet, Im Gegenteil: da es in Hamburg mit dem Kinderwagen an manchen Stellen echt problematisch sein kann, ist der Papa an diesem Wochenende zum Trage-Papa mutiert! Alleine deswegen hat es sich schon gelohnt!

Mittlerweile habe ich drei Kurse gegeben und der vierte steht in den Startlöchern! Das Geld für die Ausbildung ist wieder drinnen und es macht einfach so unglaublich viel Spaß Mamas und ihre Babys bei ihren ersten gemeinsamen Schritten zu begleiten und ihnen so manche Unsicherheit nehmen zu können. Es ist ein tolles Gefühl, den Mamas den Rücken zu stärken und ihrem Bauchgefühl Wissen und Stimme zu verleihen!

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Auch ich selber profitiere täglich im Umgang mit meinem Kind und auch mit meinem Mann, überhaupt mit allen Mitmenschen, von der Ausbildung, weil ich erst durch sie angefangen mich selber zu reflektieren und so täglich mehr über mich lerne! Ich beschäftige mich heute von „Berufs wegen“ her mit so vielen Dingen und Themen die mir helfen, mich selbst zu er-und anzukennen und mir so viel neuen Input und Denkanstöße geben!

Ich hatte zum Abschluss des Ausbildungswochenendes etwas theatralisch gesagt, dass es, nach meiner Entscheidung zu Heiraten und meinen Sohn zu bekommen, die beste Entscheidung meines Lebens war! Und dazu stehe ich nach wie vor!

 

 

Bereit für die Prüfung

Dann ist das ja noch die Sache mit der Prüfung… Die Prüfung erfolgt in zwei Teilen online. Der theoretische Teil besteht aus einem umfangreichen Wissenstest auf multiple choice Basis. Der zweite, praktische Teil erfolgt über Video oder Skype ( ich wählte Skype, das war für mich einfacher zu bewerkstelligen, denn ich habe Prüfungsangst und hatte Sorge beim erstellen der Videos alles zu versemmeln). Ich vereinbarte einen Termin zur Prüfung, die dann eher wie ein gemütlicher, virtueller Kaffeeplausch war ( Danke Bianca ❤ ). Alle beteiligten sind sehr bestrebt darin das angehende Kursleiterinnen auch wirklich bestehen und bald in ihrem neuen Tätigkeitsfeld aktiv werden können.

 

Fazit:

Ich habe sehr sehr viel mitgenommen aus der Ausbildung, ja es ist eine Stange Kohle, aber die ist wirklich sehr gut angelegt. Man profitiert so sehr davon, selbst wenn man nicht weiter als Kursleiterin arbeiten möchte. Ich würde mich immer wieder zur Ausbildung anmelden, denn ich habe die Zeit mit diesen vielen tollen Frauen so genossen. Es hat mich verändert.

 

(Copyright für alle Bilder bei Einfach Eltern oder Keins bestellt, 2 bekommen. Ich bekomme übrigens kein Geld für diesen Artikel! Ich schrieb ihn weil mir das ganze so sehr am Herzen liegt und ich hoffe auch andere von diesem Konzept überzeugen zu können)

http://www.einfach-eltern.de/

http://www.baby-steps.de/

 

Selbstbestimmt schlafen

Immer wieder kommt das Thema unter Eltern-Bloggern auf. Es gibt die Pro-Seite, die Contra-Seite und die funktioniert das wirklich Seite. Ich gehöre ganz klar zu der Seite der Befürworter. Viele wie zum Beispiel Frida von 2Kindchaos stecken da oft nicht so richtig freiwillig drin.

Meine süßen waren schon immer schlechte schläfer. Sie schliefen, spät ein, wachten früh wieder auf und brauchten ganz schnell nur noch einen Mittagsschlaf von maximal 1 Stunde. Jegliche versuche die beiden zu einem mir angemessen erscheinenden Rhythmus zu bewegen scheiterten kläglich. Das kürzen von Schläfchen war genauso wirkungslos wie das frühere wecken ( vor allem Knödel nimmt einem das extrem übel) oder das schrittweise vorziehen vom Nachtschlaf. Nichts hat geklappt, es wurde höchstens mit gebrüll der Marke BUHÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ quittiert. Nichts hat funktioniert, wirklich gar nichts. Geschlafen haben sie schon immer nur wenn sie müde genug waren und auch in der Stimmung tatsächlich schlafen zu wollen.

 

Ungefähr 9 Monate habe ich versucht so etwas wie einen Rhythmus zu etablieren, ich ritualisierte alles mögliche. Ich trug, schob und schaukelte meine Minis durch die Gegend, bot ihnen die Brust an, bettelte, weinte vor Müdigkeit. Immer diese Stimme im Kopf die mir sagt: Schaffe einen Rhythmus, schaffe Rituale und Struktur, sie werden schlafen und nicht mehr schreien. Vergeblich. Es gibt keine Tages- oder Nachtzeit zu der die kleinen nicht schon ihren vorübergehenden Rhythmus etabliert hatten. Sie haben ihn immer wieder angepasst, ohne meine Hilfe. Irgendwann habe ich aufgegeben mit den Bestrebungen, immer mal wieder kamen sie wieder aber ich versuchte es nur noch halbherzig, meistens dann wenn die beiden eine äußerst nervige, anstrengende Phase durchlebten, wenn meine Kraft schwand und ich mich nach nichts mehr sehnte als nach etwas ME-Time.

Letztlich habe ich dann komplett aufgegeben, und siehe da: es wurde alles gut! Meine Kinder haben die Chance bekommen ihren eigenen Rhythmus zu finden, und das taten sie auch. Und mit dem Rhythmus verbesserte sich ihr Schlafverhalten stetig, so dass sie mit 20 Monaten angefangen haben durchzuschlafen, naja zumindest in 6 von 7 Nächten tun sie das, aber hey! Ich will nicht meckern, denn ich weiß das es bei vielen anderen viel schlimmer aussieht und ich selber auch ganz schlimme Zeiten mit meinen süßen hatte in denen sie nur auf mir schliefen ( 8 Monate lang), in denen sie nur mit Körperkontakt und an der Brust schliefen ( bis 14 Monate) wo sie mindestens alle 1-2 Stunden erwachten, häufig sogar noch öfter und immer und immer nur die Brust gefodert haben, mich gefordert haben und mir gezeigt haben: Mama wir brauchen dich so sehr.

Sie begannen besser zu schlafen, als ich sie an der Entscheidung beteiligte, als ich nur noch eine begleitende und gelegentlich auch führende Rolle übernahm und ihnen auch die Freiheit gab sich lösen zu dürfen von mir und eine Bindung zu anderen aufbauen lies.

Mir ist bewusst das es nicht überall funktioniert weil die Kinder zum Beispiel Probleme mit der Selbstregulation haben, weil sie überreizt sind weil sie so extrem anfällig dafür sind. Oder weil die Kinder ihren eigenen Rhythmus noch nicht etablieren konnten, weil sie ihn selber noch nicht kennen. Gründe warum es nicht funktioniert gibt es viele. Aber genauso viele Gründe gibt es dafür das es funktioniert.

Vielleicht noch eine kleine Erläuterung dazu wie ich selbstbestimmt schlafen derzeit empfinde:

 

Meine Kinder müssen nicht zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett weil ich denke das es notwendig ist. Motte und Knödel fordern es entweder selber ein, in dem sie sich ihr Buch wünschen, nach der Brust fragen oder eben direkt nach oben ins Schlafzimmer gehen. Manchmal gelingt ihnen das jedoch nicht, zum Beispiel wenn sie einen aufregenden Tag hatten, oder weil sie so sehr ins Spiel vertieft sind ( oder vor der Glotze kleben geblieben sind), dann übernehme ich die Führung, ich beobachte die beiden, benenne meinen Eindruck, kündige das Ende von Aktivitäten nach xyz an, biete ihnen dann an ihr Buch im Bett zu lesen, ihnen ihren Schlafanzug anzuziehen und die Zähne zu putzen bzw die Zahnbürsten zu richten. Sie nehmen diese Führung gerne an, und kooperieren und gehen gerne ins Bett, sie freuen sich auf diese ablenkungsfreie Exklusivzeit in der es nur um uns 3 geht, wir ganz eng zusammen liegen, ein schönes Buch lesen, den Tag resümieren, kuscheln und auf Wunsch auch stillen. Nie gibt es Proteste darüber das die Zeit zum ins Bett gehen wohl doch erreicht wurde ( weil sie einfach kaum noch die Augen aufhalten können und nur noch herum stolpern), wenn sie meine Angebote jedoch ablehnen, akzeptiere ich das für den Moment, in der Regel kommen sie wenig später dann doch von alleine oder ich wiederhole mein Angebot 15-20 Minuten später noch mal. Ganz ohne Druck, ganz ohne müssen.

Doof ists trotzdem manchmal, als es so schön war, da tobten die Knödels nach 22 Uhr noch hier herum, zerstochen von Mücken und Energie geladen durch die schönen Erlebnisse, die Sonnenstrahlen, des entspannten Lebens das es nur gibt wenn das Wetter so unglaublich schön und heiß ist, wenn man selber einfach nur entspannt das Leben genießt. Doof ist auch wenn sie ihren Mittagsschalf nicht machen möchten. Dann ist hier um spätestens 17-18 Uhr ende im Gelände und für mich ist dann klar: um 3-5 Uhr ist hier der Tag am start. In der Regel jedoch stehen sie zwischen 6 und 7 Uhr auf, halten um ca 12 Uhr einen kurzen Mittagsschlaf und gehen zwischen 20.30 und 21.30 zu Bett, selten das es früher oder später ist. Uns allen geht es gut mit diesem Rhythmus, ich mein okay, ich habe mich damit arrangiert das ich nie wieder ausschlafen werde obwohl ich gedacht hatte genau das in meiner Elternzeit tun zu können, denn immerhin stehe ich seit mittlerweile 23 JAHREN!!! früh auf, aber meine Kinder schlafen endlich, sie schlafen ohne dauerhaften Körperkontakt, ohne dauerhaft an der Brust zu sein, sie schlafen meistens durch und sie gehen gerne schlafen, sie freuen sich auf diese extreme Kuschelzeit. Das bestätigt mich in meinem Weg.

 

Jetzt würde ich natürlich gerne wissen: wie läuft es denn bei euch mit dem ins Bett gehen und schlafen? Seid ihr da eher entspannt oder habt ihr feste, vielleicht durch euch, vorgegebene Zeiten?

 

Liebe grüße Ela

(copyright für die Bilder bei Keins bestellt, 2 bekommen)