Meine Mama… Stets zu diensten?

Meine Mama gibt ihr letztes Hemd für die Knödels und für mich. Wenn sie es möglich machen kann hilft sie mir wo immer es geht. Und ich bin darüber mehr als glücklich. Schließlich habe ich lange genug allein mit der ganzen scheiße rumgeiert. Tatsächlich könnte ich nicht dankbarer sein. Umso entsetzter war ich als ich festellen musste das es scheinbar für selbstverständlich gehalten wird das Oma hilft wenn es brennt. Aber nur eine Oma. Die Oma mütterlicherseits hat zur Stelle zu sein, nicht die Schwiegermutter. Hier wird sogar mit nur über meine Leiche argumentiert.

Liebe Oma bitte komm, lass alles stehen und liegen und scheiß auf dein Privatleben…

Ein, zugegeben, überspitzter Hilferuf aber gar nicht so weit entfernt von der Erwartungshaltung gegenüber unserer Mütter. Wenn es uns schlecht geht wollen wir eins: Mama. Egal wie. Ist ja auch logisch eigentlich. Den wichtigsten Teil unseres Lebens war sie da, hat uns umsorgt und alles für uns gegeben. Wir haben gelernt das wir uns auf unsere Eltern, insbesondere auf unsere Mütter verlassen können. Und insgeheim wissen wir das auch wenn wir erwachsen sind und selber Kinder haben. Denn Enkel sind ja quasi das tollste was es gibt. Man kann sie lieb haben wie die eigenen Kinder und weg geben wenns sie schmutzig sind und müffeln oder schlecht gelaunt. Ja das Leben als Oma ist schon entspannter als das einer Mama und unsere Mütter haben ja auch lange darauf gewartet… Sie sind nicht mehr so jung und fit wie damals als sie selber frisch Mutter waren.

 

Erwartungshaltungen und Enttäuschungen

Ich habe in der letzten Zeit von vielen gelesen die diese Hilfe seitens ihrer eigenen Mutter förmlich erwarten und einfordern. Sie sind enttäuscht wenn die eigene Mama dieser Erwartung nicht entsprechen können oder wollen. Das empfinde ich befremdlich wenn ich ehrlich bin. Hilfe ist innerhalb einer Familie natürlich obligatorisch, sofern die Familie keine größeren internen Probleme hat. Aber diese Hilfe ist freiwillig und keine Pflicht nur weil man zufällig verwandt ist. Die Zeit in der wir selbstlose, bedingungslose Hilfe von unseren Eltern, insbesondere unsere Mütter, erwarten können ist eigentlich vorbei. Wir haben eigene Familien und müssen lernen unser eigenes Netzwerk zu gestalten und nicht vollumfänglich auf unsere Eltern zu vertrauen.

 

Die Kinder sind aus dem Haus! Hallo Privatleben…

 

Wenn wir dem elterlichen Nest entwachsen sind bekommen unsere Eltern das zurück was sie viele Jahre nicht hatten: Freiheit! Sie haben die Freiheit zu machen was sie wollen, wann sie wollen. Sie haben ihre Jobs, stehen mit beiden Beinen tief verwurzelt in der Erde, sind finanziell in der Regel unabhängiger als vor uns. Sie können ihre Bedürfnisse stillen, ihre Wünsche erfüllen und völlig selbstbestimmt Entscheidungen treffen. Nach den vielen Jahren der Fremdbestimmung sollten wir unseren Eltern diese Freiheit, ihr neugewonnenes Privatleben und ihre freien Entscheidungen zugestehen. Und auch ihr Nein müssen wir akzeptieren lernen aus all diesen Gründen. Sie haben es verdient nicht mehr immer für uns zu springen wenn wir piepsen ( und werden es dennoch auf genug tun). Sie dürfen sagen: heute nicht, vielleicht morgen oder in 2 Tagen. Es ist kein Grund enttäuscht zu sein, auch wenn es schwer ist. Die Hilfe unserer Eltern ist ein privileg das viele andere nicht haben, weil sie hoffnungslos zerstritten sind, weil sie zu weit weg leben oder…. Weil die eigenen Eltern tod sind…

 

Unsere Eltern leben nicht für immer

 

Traurig aber wahr: irgendwann werden sie alt sein, krank sein und sterben. Früher oder später wird keiner mehr da sein um zu helfen,  zu trösten und alles stehen und liegen zu lassen. Das klingt hart, unfair und traurig. Aber es ist eine unausweichliche Tatsache. Wir müssen lernen die kleinen und größeren Katastrophen ohne die Hilfe unserer Mutter zu bewältigen und ich bin dafür das wir es lernen und uns ein Netzwerk schaffen bevor es zu spät ist. Denn dann bleibt mehr Zeit für gemeinsame Erlebnisse, tolle Gefühle und Erinnerungn. Warum sollten wir das mit Groll und Enttäuschung überschatten? Warum müssen wir die Beziehung zu unseren Müttern mit Erwartungen belasten?

 

Um Hilfe bitten ist großartig!

 

Nicht das ihr jetzt glaubt ich bin dagegen das ihr um Hilfe bittet. Im Gegenteil! Zu erkennen das man seine eigenen Grenzen erreicht hat ist toll und um Hilfe zu bitten ist oft sehr schwer. Ohne die Hilfe meiner Mutter stünde ich bis zum Hals im Chaos, wäre am Ende meiner Kräfte. Meine Mama ist echt Gold wert. Aber ich weiß auch das ich meine Mama jederzeit verlieren könnte, denn sie ist leider nicht mehr so fit und vor einigen Jahren bereits auf der Intensiv gelandet weil sie am Ende war. Bis dahin hat sie immer ALLES für alle gegeben und nie um Hilfe gebeten, sie hat nie nein gesagt, egal was man von ihr wollte. Wenn ich sie um Hilfe bitte dann weiß ich, das sie auch nein sagen kann, ich verlange es sogar zeitgleich wenn ich weiß das es ihr nicht gut geht. Und ich gebe ihr auch die Option nein zu sagen. Oftmals hilft nämlich auch schon das Gespräch darüber wie scheiße schwer es ist und wie satt man das alles hat und am Ende des Gesprächs geht es einem etwas besser und man weiß: Wenn Mama zeit findet, dann wird sie kommen. Mit Schokolade, Cappuccino und Hilfe, doofen Sprüchen, etwas zu essen oder den Medikamenten aus der Apotheke. Auch ohne das man das erwartet.

 

Was will ich überhaupt von euch?

 

Ich möchte das ihr eure Erwartungshaltung gegenüber eurer Mütter überdenkt. Gesteht ihr zu nein zu sagen und akzeptiert das. Sie wird tun was sie kann um euch zu helfen aber nicht immer sofort und genauso wie ihr das wünscht. Eure Mütter haben einen großteil ihres Lebens für euch gegeben, sie haben es gerne getan aber es ist an der Zeit eurer Mutter das zuzugestehen was ihr euch selber auch wünschst: Die Wahl zu haben selber zu entscheiden. Eigene Bedürfnisse über die der (erwachsenen) Kinder zu stellen oder auch nur den profanen Wunsch sich nicht anzustecken oder mal auszuschlafen.

Eine Familie lebt vom Geben und Nehmen von allen Mitgliedern einer Familie. In einer Familie haben alle Bedürfnisse Gewicht. Keins ist wichtiger oder unwichtiger. Eine Familie zu sein heißt auf Augenhöhe für einander da zu sein, ohne Erwartungen und ohne Enttäuschung.

 

HILFE! Meine Freundin ist schwanger!!!!

Links: das Wampi von J. im 4ten Monat Rechts mein Wampi im 8ten Monat

Links: das Wampi von J. im 4ten Monat Rechts mein Wampi im 8ten Monat.

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Passend zum letzten Beitrag und den vielen anderen darüber wie mies es mir ergangen ist schreibe ich heute mal darüber wie es eigentlich ist wenn Freundinnen schwanger sind.

J. und ich kennen uns schon eeeeeewig. Damals war ihr Mini noch miniklein. Heute geht er schon zur Schule. Sie ist/war auch alleinerziehend und wir haben immer den Kontakt gehalten. Mal mehr, mal weniger, doch wenns drauf ankam war sie da. So half sie wie ganz selbstverständlich beim Umzug mit, hat sogar ihren Freund verpflichtet obwohl wir uns ewig nicht sahen. Ich mag sie sehr.

Schon länger wünschen sie und ihr Freund sich ein Baby, im neuen Jahr wollten sie anfangen an einem Baby zu basteln, doch wie das manchmal so ist: Der neue Erdenbürger hat sich schneller eingeschlichen als erwartet.

Die Schwangerschaft löst zugegeben gemischte Gefühle bei mir aus. Immer noch schwingt Neid mit, wenn andere Frauen so unkompliziert schwanger sein können. Doch sehe ich diese Schwangerschaft auch als Chance für mich. Ich kann lernen und aktiv sehen wie eine Schwangerschaft sein kann, das es nicht schrecklich und lebensbedrohlich sein muss. Ich erlebe wie man achtsam mit dem Thema umgeht. Das alles ist ein Gewinn für mich. Mein Ziel ist es abschließen zu können und bisher habe ich den Eindruck das es mir,mit der Hilfe von J und ihrem Baby, gelingen könnte.

Irgendwas hat sich verändert und ich spüre wie ich mich mit dem Thema Schwangerschaft auf einer anderen Ebene befasse. Es tut mir gut das alles noch einmal passiv aber ganz nahe dran erleben zu können, denn J bezieht mich in viele Aspekte ihrer Schwangerschaft mit ein. Auch wünscht sie sich Begleitung und Unterstützung von mir, auch wenn noch nicht klar ist wie weit und in welchem Umfang, aber sie lässt mich bei so vielen Dingen Teil haben und ich bin genauso ungeduldig und aufgeregt als wäre ich selber schwanger, nur ohne dickes Wampi und ohne Kotzen. Man könnte es secondhand schwanger nennen und ich finde ganz langsam meinen Frieden mit meiner eigenen Schwangerschaft, denn ich sehe das es anders sein kann und ich habe Hoffnung das ich das auch so erleben darf.

Ich freue mich unglaublich darauf ein neues Menschenkind in meinem Leben begrüßen zu dürfen. Und ich verspreche euch: ich werde es weg schnüffeln.

Das große ABER:

ich bin neidisch. Nicht das ich ihr ihr Glück missgönne . Im Gegenteil ich freue mich sehr für sie aber da sind so kleine Stiche :

Sie darf unkompliziert schwanger sein.

Sie darf überhaupt schwanger sein.

Sie wird ein Baby haben.

Ich habe das alles nicht.  Das ist doof, denn ich wünsche mir mehr Kinder  ( Gott bin ich gestört), ich wünsche mir eine unkomplizierte Schwangerschaft.  Und einen Partner der sich das auch wünscht.

Habe ich aber nicht, also genieße ich secondhand Glück und fühle mich ganz gut dabei. Immerhin sind es ihre schlaflosen Nächte, ihre 1532o10472 Windeln am Tag , ihre Babykotze , ihre Wehen und ihre doofe Anfangsphase beim Stillen. Nicht meine! Finde ich auch nicht so schlecht. Ich kann derweil schön Baby schnüffeln, sie unterstüzen wenn nötig, grinsend an die letzten Jahre denken und sagen: habe ich hinter mir.

Ich weiß ja nicht, vielleicht ist das  auch generell so ein Mütterding:

Babyneid, gemeinsame Freude, Genugtuung das man es „hinter sich“ hat. Denn so richtig weiß man ja auch nicht mehr wie die ersten Monate mit Baby waren. Nur das was extrem toll war oder extrem scheiße. Hormone sind schon eine seltsam gestörte Angelegenheit , unsere Psyche ebenfalls.

Warum macht es so ambivalent wenn andere Frauen ein Baby bekommen und man selber nicht? Darauf habe ich echt keine Antwort.

Ich freue mich auf einen neuen Schritt in Richtung Seelenheil. Ich freue mich auf ein neues Menschenleben. Ich freue mich für J und B und auf viele neue Erinnerungen in meinem Kopf die das alte löschen werden wenn es an der Zeit sein wird.

 

Außerdem möchte ich mich bei allen für meinen kleinen SCHABERNACK entschuldigen. Ich bin nicht schwanger und habe trotz aller Babysehnsucht nicht vor daran derzeit was zu ändern denn ich habe noch viel vor, und wenn ich das erreichen konnte, dann werde ich bestimmt noch ein oder zwei Babys bekommen!

 

Copyright: Kitty Trashcore und Keins bestellt, 2 bekommen!

Break the Silence! #Triggerwarnung traumatisches Geburtserlebnis

Der November steht für nicht wenige Frauen vor allem für ein Thema: Gewalt in der Geburtshilfe.

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Ich bin selber davon betroffen gewesen und stelle im Umgang mit anderen Frauen fest: Gewalt in der Geburtshilfe ist vielfältig und wird oft mit einem „Hauptsache uns geht es gut“ abgetan. In meinem aktuellen BabySteps Kurs gibt es außer mir noch 4 andere Frauen. 4 von uns haben interventionsreiche Geburten erlebt bis hin zum Not-Kaiserschnitt. Diese Frauen reden nur sehr verhalten über das erlebte. Es schwingt die Angst vor dem Urteil mit.

Hat man wirklich versagt? Ist es wirklich nicht so schlimm? Wenigstens leben wir ja noch alle…

Genau das ging mir in den ersten Monaten nach meiner Geburt auch so.

Ich wurde erlöst, den Kindern geht es gut. Narben verblassen, Wunden heilen . Nur ganz langsam brach die Erinnerung über das erlebte in mein Bewusstsein ein und es stürzte mich in ein Loch .

Aufmerksame Blogleser wissen das meine Schwangerschaft sehr heftig verlief und ich nur noch wenige Ressourcen hatte. Ich hatte viel negatives im Bezug auf die Hyperemesis zu hören bekommen und bekam von allen Seiten sehr viel Druck gemacht. Ich freute mich so auf die Geburt. Aber in Wirklichkeit machte die Geburt das Trauma „Kinder bekommen“ erst richtig groß .

Mitten in der Nacht ging es los. Da mich keiner ins Krankenhaus bringen konnte, musste ich die Kollegen vom Rettungsdienst anrufen. Selber fahren war keine Option. Während ich packte und meine Tiere versorgte spürte ich eine tiefe Einsamkeit . Von allen verlassen würde ich meine Kinder zur Welt bringen. Das wenigstens meine Hebamme dabei sein würde gab mir halt. Doch das stellte sich als Trugschluss heraus. Meine Hebamme verkabelte mich am CTG ( gegen meine Willen), gab mir ein Antibiotikum ( ohne Indikation), hängte mich an eine Dauerinfusion ( warum?) und verschwand während ich allein den Kreißsaal in Rückenlage voll kotzte. Lagewechsel? Unmöglich alleine. Zu viele Schläuche und Kabel.

Meine Hebamme kam zurück mit einer Anästhesistin. Neben der PDA- Einverständnis hatten die beiden auch noch Aufklärungsunterlagen für einen Kaiserschnitt mitgebracht ( wollte beides nicht aber war zu schwach um mich zu wehren).

Nach der Zwangs-PDA ging gar nichts mehr. Sie wurde zu hoch dosiert. Keine spürbaren Wehen, keine Möglichkeit mich selbstständig zu bewegen und ständig dieses Kotzen. Ich war alleine bis ca 10.30. Zu dem Zeitpunkt war ich bereits mehr als 6 Stunden im Kreißsaal. Überwiegend alleine, ganz alleine, mutterseelenallein! Dann kam Hektik auf. Der Wehentropf kam auf Vollgas und man versuchte mich zum pressen zu zwingen ( weil ich nichts mehr spürte hatte ich kein Bedürfnis dazu). Ich wurde angebrüllt, ich wurde in Zwangslange gebracht, meine Beine fixiert und rums : aus dem mittleren Becken heraus wurde Motte mit der Saugglocke geholt. Sie war nur kurz bei mir, dann wurde sie weggebracht. Kurz darauf das gleiche Spiel mit Knödel. Das ich zusätzlich extreme Verletzungen hatte brauche ich wohl niemandem erklären der sich ein bisschen auskennt.

Auch das Knödelchen sollte nur kurz bei mir bleiben, dann war auch er weg. Derweil ging das muntere treiben weiter.

Noch ein Wehentropf und dann gab’s n Ruck, ein flatsch und weg war ich. In dem Moment in dem man die Plazenten aus meinem Uterus zog verlor ich den Kontakt zur Welt. Ich erinnere mich nur noch bruchstückhaft an das was dann passierte. Ich hörte meine Mama und durfte sie nicht sehen, ich lag in Schocklage und bekam Sauerstoff. Ich erinnere mich an hektische Blutdruckmessungen und daran das ich das Gefühl  hatte, Tod zu sein. Die nächste Erinnerung kommt aus dem OP. Ich musste ausgeschabt werden, man musste mich umfangreich nähen. Wieder Nebel.

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Ich erwache in einem Mini-Zimmer. Meine Mutter und eine Freundin sind da. Sie halten meine Babys. Ich will sie haben doch ich bin kaum in der Lage sie zu halten. Ich will stillen und kuscheln. Ich bekomme jedoch kaum Hilfe.  Dann ist die Hebammen da, sie fummelt kurz rum sagt klappt nicht testet den Blutzucker der Kids und bringt Flaschen.

Meine Kinder sind unterzuckert und ausgekühlt. Knödel wurde direkt weggebracht. Motte durfte noch 2 Stunden bleiben.

Ich hatte kein Bonding, kein intuitives Stillen, kein Stillen nach Bedarf und auch kein Kuscheln. Ich hatte ja nicht mal Kinder da.

Meine Hebamme entband neben mir noch weitere Frauen. Es lagen von 4 geborenen Kindern 3 auf der Neo-Intensiv. Meine Hebamme war auch jetzt nicht greifbar und nur der engagierten Stillberaterin Eva ist es zu verdanken das es überhaupt klappte mit dem Stillen.

Ich kämpfte derweil mit den Folgen der Geburt und kämpfte mit den Ärzten um die Verlegung meiner Kinder. An meinem Geburtstag sollte ich entlassen werden. Ich machte deutlich das ich meine Kinder nicht zurücklassen würde und sie auch gegen die Empfehlung mitnehmen würde. Natürlich wurde das nicht so gern gehört. Wie so vieles.

Ich fasse zusammen:

In der Schwangerschaft wurde ich entweder nicht ernst genommen mit meinen Beschwerden oder unter Druck gesetzt weil ich nicht den Vorgaben bezüglich Vorsorge und Geburt folgte. Ich erlebte verbale, psychische Gewalt.

Unter der laufenden Geburt war ich quasi komplett allein. Niemand der mich begleitete oder hätte anleiten können. Stattdessen bekam ich ein Dauerctg, Infusionen und Medikamente. Und mir war so kalt. Es gab aber keine Decken, das sei im Kreißsaal nicht vorgesehen, nur ein dünnes kaltes Laken bekam ich. Man zwang mir eine PDA auf. Ich musste in zwanghafter Rückenlage gebären. Ich wurde beschimpft und angebrüllt. Meine Beine wurden fixiert und ich bekam einen Dammschnitt der nicht gewollt war. Meine Plazenten wurden gezogen, keiner hatte Zeit abzuwarten, meine Kinder wurden sofort abgenabelt und weg gebracht. Es gab kein Bonding und keine Hilfe beim ersten Stillen.

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Während ich versorgt wurde, wurden meine Kinder nicht versorgt sondern meiner Mutter und einer Freundin überlassen. Keiner besah sich die massiven Hämatome durch die VE.

Man ließ mich nur alle 3-4 Stunden zu meinen Kindern, man gab ihnen ohne Absprache Schnuller und Flaschen. Man wollte sie nicht mit mir zusammen entlassen.

Diese 5 Tage sind schlimmer gewesen als all die Monate zuvor in denen ich mehr starb als lebte. Man hatte mich fast umgebracht in der gesichtslosen Maschinerie Krankenhaus. Man hat den Zwillingen und mir so vieles genommen das wir über sehr sehr lange ganz intensiv nachholen mussten. Über uns wurde entschieden als wären wir Ware.

Meine Hebamme war zu keinem Zeitpunkt der Nachsorge bereit mit mir zu reden oder mir zu sagen das ich volle Kanone in die Depressionen rauschte. Sie sagte mir nicht wo ich Hilfe finden würde. Sie war nie dazu bereit mit mir über die Geburt zu sprechen obwohl ich den Bedarf deutlich gemacht habe. Stattdessen wurde alles was ich tat belächelt oder als falsch dargestellt. Ich wurde auch nach der Geburt nicht ernstgenommen mit meinen Sorgen.

Fast ein Jahr lang war mein Leben von Fremden bestimmt die keine Minute auf mich und meine Bedürfnisse geachtet haben. Ich habe so gut es geht gekämpft für mich und meine Selbstbestimmung aber am Ende war ich zu schwach, zu ausgelaugt und ohnmächtig um zu bestehen. An meiner Schwangerschaft war nichts selbstbestimmt, ebenso wenig wie bei der Geburt der Zwillinge. Vom Schwangerschaftstest bis viele Wochen nach der Entbindung war ich lediglich eine Goldmiene für Ärzte und Hebammen.

Das alles zeigt, wie wichtig die adäquate Versorgung durch Hebammen ist, die nicht überlastet sind sondern frei sind sich bestmöglich um ihre Gebärenden zu kümmern. Es zeigt auch das Zeit Geld bedeutet. Und Geld ist wichtiger als das Seelenheil einzelner Frauen die vielleicht nicht nach Plan gebären oder gar eigene Wünsche diesbezüglich haben. Geld darf nicht bestimmen wie und wo wir gebären und auch darf es nicht bestimmen welche Diagnose man bekommt damit man ein guter Fall zum abrechnen wird. Die Politik zerstört wissentlich eine Geburtskultur die seit so vielen 1000 Jahren funktionierte. Warum sollten Frauen heute nicht mehr in der Lage sein selbst zu gebären wie sie es immer taten? Ich verstehe das nicht.

Meine Wünsche hatte ich vor der Geburt sowohl mit dem Krankenhaus als auch mit meiner Hebamme ausdrücklich besprochen und einen Geburtsplan formuliert. Letztlich hat mir diese Vorbereitung nichts aber auch gar nichte gebracht außer Hoffnungen die nicht wahr wurden. Keiner nahm sich letztlich die Zeit sich damit zu befassen und keiner war da meine Interessen für mich durchzusetzen als ich es nicht konnte.

Seit 3 Jahren nehme ich mir vor am 25.11. Eine Rose niederzulegen und einen Brief zu schreiben. Ich kann es nicht. Die Angst vor dem Ort des Grauen ist noch immer zu groß und zu präsent. Ich bin traumatisiert und vieles hat sich in meinem Leben deswegen verändert. Sex? Keine Chance. Die Angst ist zu groß. Einem Arzt vertrauen? Ich bin doch nicht lebensmüde. Wieder als Krankenschwester arbeiten? Niemals werde ich wieder Teil des Gesundheitswesen in Deutschland. Nicht solange der Profit vor den Menschen kommt.

Der Roses Revolution Day ist am 25.11. Er will aufmerksam machen und betroffenen Frauen eine Stimme geben. Die mediale Aufmerksamkeit ist nämlich mehr als gering. Mit Frauen die keine Traumgeburt hatten kann eben nur wenig Geld verdienen. Daher hat Nora Imlau zur Blogparade aufgerufen und dieser Beitrag ist Teil davon.

Break the Silence ! Name it! Each  Woman is a Rose!

 

Hast du selber auch Gewalt während der Geburt deines Kides oder deiner Kinder erlebt und möchtest darüber schreiben melde dich, auf meinem Blog ist Platz für dich und deine Geschichte!

12 von 12 #1

Es ist Samstag. Der 12.11.16 also Zeit für die #12von12.

Normalerweise sind unsere Samstage wenig ereignisreich. Twinpapa kommt meistens aber dieses Wochenende ist das ganze auf den Sonntag verschoben. Der Morgen begann frostig. Selbst der Kanal vor dem Haus ist zugefroren.

Wir fuhren zum einkaufen. Die Zwillinge lieben es, denn ein eigener Einkaufswagen ist natürlich das Highlight für beide. Aber gerade am Wochenende ist es sehr voll und die Gänge sind eng. Alle laufen Slalom, aber die Knödels haben Spaß.  

Außerdem muss ich meine neue Wickeltasche auf Herz und Nieren prüfen damit ich demnächst einen schönen Testbericht schreiben kann. Stylisch ist sie ja.

Beim verlassen des Ladens treffen wir meinen Vater und meinen Bruder. Wir verabreden uns für den Tag. Das Wetter ist toll, Zeit zum abgrillen! Doch vorher rocken wir noch durch das viele Herbstlaub 

Da ich mal wieder ziemlich erkältet bin, warm eingepackt und ungeschminkt!

Der schönste Platz zum schlafen ist das selbstgebaute „Bett“ unter dem großen Tisch im Wohnzimmer meiner Eltern.

Doch das reicht dem Knödelkind noch nicht. Eine extra Runde Schlaf auf Mamas Bauch ist ja nie verkehrt. Hatten wir lange nicht mehr. So schön kuschelig. 

Zeit den Grill anzuwerfen.  Die kleinen waren total fasziniert vom Feuer und den funken im Dunkeln.

Nachdem die Kids so ziemlich fertig waren, mussten sie ganz viel Opa tanken. Ich könnte immer wieder platzen vor liebe wenn ich die 3 kuscheln sehe.

Auf dem Weg nach Hause habe ich meine geliebten Wildlinge für euch festgehalten . Ich liebe das laufgefühl in den Barfußschuhen so sehr. Obwohl es das Sommermodel ist bleiben meine Füße immer schön warm.

Tschuldigung Schatz

Jede unserer Handlungen und Taten haben Auswirkung auf das Leben unserer Kinder. Seien es banale Floskeln oder ernste Entgleisungen.
Ich weiß nicht ob es richtig ist hier und jetzt darüber zu schreiben, aber wer meinem Blog hier schon länger folgt weiß das es immer wieder lange Phasen gibt in denen ich nichts veröffentliche. Der Grund ist auch bekannt:

Ich habe Depressionen. Nicht das es etwas relativieren würde oder so, aber diese Information ist wichtig um zu verstehen warum ein einziger Satz meiner Motte mir das Herz in Stücke reißt.

Die Depressionen kommen immer dann wenn der Druck für mich zu groß wird. Dann kann ich nicht mehr kämpfen, nichts mehr regulieren. Ich explodiere und zerfetze was um mich liegt. Mit Worten. Es bricht aus mir heraus. Ich schreie, ich wüte und trete gegen Sachen, behandle Freunde und Bekannte wie Dreck. Die Knödels bekommen davon in der Regel nichts mit, außer einem einzigen mal.

Ich explodierte vor ihren Augen. Sie hatten Angst schätze ich, denn sie weinten so schrecklich schlimm. Aber sie erdeten mich damit, holten mich auf den Boden zurück. 

Mit meinen Kindern, dem wertvollsten in meinem Leben, in den Armen weinte ich und sprach immer wieder zu Ihnen diesen einen Satz:

Tschuldigung Schatz, es tut mir leid.

 Ich versuchte uns zu trösten, versuchte meine Mitte zu finden, drückte beide so fest an mich um zu zeigen ich bin da.

Dieses Ereignis liegt einige Monate zurück und hat eigentlich nicht das geringste mit dem heutigen Tag zu tun, der eigentlich wie immer war. Zumindest wenn man Mottis ausraster heute Nachmittag außer acht lässt. 

Sie durchlebte heute einen Wut- und Verzweifelungsanfall der Marke Teenager garniert mit der theatralik eines typisch zweijährigen Kindes.

Sie schrie und schrie, schmiss sich zu Boden, trat um sich und riss alles mit sich.  Irgendwann konnte ich in Kontakt mit ihr kommen und tröstete sie. Alles schien gut zu sein…
…Bis heute Abend :

Im Bett fing sie an nacheinander all ihre liebsten Kuschelgefährten an sich zu drücken. Sie schaukelte sie in ihren armen und wiederholte immer wieder 

“ tschuldigung mein Schatz, tut mir leid “
Meine Tochter hat sich bei ihren kuschels dafür entschuldigen wollen das sie so daneben war heute nachmittag. Genauso wie ich es tat vor einigen Monaten. 

Ich hatte es schon fast vergessen, besser gesagt verdrängt,  aber mein Herz zerbrach bei jeder Wiederholung. Weinen wollte ich, doch ich tat es nicht, es käme mir falsch vor und würde nur meinem schlechten Gewissen dienen, also beobachtete ich Motti. Als ich den Eindruck hatte sie wäre fertig bot ich ihr an zu kuscheln und sie nahm es an. Ich spürte das sie erleichtert war. Sie konnte ohne diese Last im Herzen den Tag los lassen und einschlafen. 

Warum erzähle ich euch das eigentlich?  Immerhin zeigt es deutlich das ich einfach auch öfter versage als heldenhaft bin, doch darum geht es gar nicht. Hier geht es gar nicht um mich oder Depressionen oder darum das Mütter immer stark sein müssen. Das sollen sie nicht sein und müssen sie auch nicht. 

Ich habe das auch nicht geschrieben um Absolution zu erbitten. Nein, sie Vorgeschichte ist wichtig um zu verstehen was ich sagen will:

Jede eurer Handlungen, positiv wie negativ,  prägen eure Kinder. Sogar mehr als man es manchmal für möglich hält und oft kommt der Effekt den euer handeln hervorruft erst mit viel billiger Verzögerung. Es macht deutlich wie wichtig unser Weg ist. Welchen Stellenwert Gleichwürdigkeit in einer Eltern-Kind-beziehung haben muss damit unsere Kinder zu den Menschen werden die sie sein wollen und sollen.

Respektvolle und wertschätzende Interaktion mit dem Nachwuchs ist die Essenz dessen was wir für unsere Kinder wollen. Das heißt natürlich nicht das Eltern jede potentiell negative Impulsregung unterdrücken sollen, im Gegenteil: Kinder müssen und sollen erfahren wie breit das Spektrum menschlicher Gefühle ist, es geht darum authentisch zu bleiben in Momenten in denen man nicht mehr anders kann als zu platzen. Doch wie wir damit umgehen, währenddessen und danach wird der Wegweiser für das Verhalten unserer Kinder.

Ich habe mich geschämt für meinen Ausbruch, das wurde deutlich in der Art wie ich mich danach verhalten habe, die Reue die ich verspürt habe. All das habe ich heute Abend auch bei Motte gesehen und den ganzen Tag über gespürt. Man konnte beobachten wie es in ihr gearbeitet hat.

„tschuldigung Schatz, es tut mir leid“ 

Ein Satz der alles in einem anderen Licht darstellt und mir erneut verdeutlicht wie wichtig und richtig mein Weg ist. Denn mit meinem Verhalten beeinflusse ich das Leben meiner Kinder für immer, meine Art mit schlechten Momenten umzugehen wird ein Teil ihrer Strategien werden. Obwohl ich das weiß ist es mir erst jetzt bewusst geworden,  erst heute Abend habe ich erkannt was das mit den Knödels macht und welche Bedeutung sie den kleinsten Dingen beimessen, Dinge die wir vergessen, verdrängt haben oder für bedeutungslos halten. 

Bitte urteilt nicht zu hart. 
Liebe grüße 

Ela 
( vom Handy gepostet daher möglich das das Layout nicht passt)

Und dann geht einfach einer // Zwillingsmütter stehen Rede und Antwort #3 Tamara

 

Meine liebe Bekannte Tamara hat lange für ihr kleines Glück kämpfen müssen. Bereits 2013 erlitt sie eine stille Geburt in der 24 SSW. Anfang 2014 war sie erneut schwanger, es sollten Zwillinge werden, doch leider kam es dann ganz anders. Das bezaubernde kleine Mädchen, das eigentlich ein Zwilling ist, machte sich im August 2014 alleine auf den Weg zu ihren Eltern Tamara und Jens. Tamara hat sich bereit erklärt für euch darüber zu reden, wie es ist einen Stern auf die Welt zu bringen und wie es ist eine Zwillingsmama mit nur einem Kind an der Hand zu sein und ob was dran ist, an den verwaisten Zwillingen, denn auch darüber wird sie mit euch reden!

Triggerwarnung

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Tamara, es wäre nett wenn du dich kurz vorstellen würdest!

Ich bin 30 Jahre alt, seit 2009 verheiratet mit einem wundervollen Mann Namens Jens und habe seit August 2014 eine wundervolle Tochter mit dem Namen Ida an der Hand.

 

Du hast bereits vor deiner Zwillingsschwangerschaft einen kleinen Jungen in der 24 SSW verloren. War damit zu rechnen das so etwas passieren würde oder traf euch dieses Schicksal ganz unerwartet? Was ist passiert?

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Dieses Schicksal traf uns völlig unerwartet. Wir waren unterwegs an diesem Wochenende. Abends sagte ich schon zu Freunden, dass ich mein Baby nicht spüre aber man sagt ja es sei völlig normal in der Zeit. Meine Schwangerschaft lief bis zu diesem Zeitpunkt völlig perfekt. Außer, dass ich mich regelmäßig übergeben musste war alles wie es sein sollte. Sonntag tagsüber verließ mich mein komisches Gefühl nicht und ich betete morgens noch in der Kirche das Gott doch bitte auf mein über alles ersehnte Baby aufpassen soll, doch das war wohl schon zu spät.

Am Abend rief ich meine Hebamme an. Sie gab mir den Rat mal laut auf einen Topf zu schlagen das könne das Baby wohl hören und wenn keine Reaktion kommt ins Krankenhaus zu fahren nur um sicher zu gehen.

Es kam keine Reaktion und ich sagte zu meinem Mann das Gefühl zu haben alleine zu sein und das Babys Herz nicht mehr schlägt.

Im Krankenhaus angekommen meinte die Hebamme im Kreißsaal sie müsse erstmal fragen ob ein Arzt überhaupt schallt weil es ja so häufig vorkommt zu dieser Zeit das man mal nichts spürt. Der Arzt kam und ich sah auf dem Ultraschall schon das kein Herzschlag da war. Mein Mann brach zusammen und weinte. Ich stand unter Schock und funktionierte nur noch. Der Arzt war unglaublich einfühlsam und schallte eine Stunde lang leider ohne Ergebnis.

Am nächsten Tag sollte eingeleitet werden und ich erfuhr dass ich mein Baby auf natürlichem Weg gebähren muss. Ich wollte die Nacht zu Hause verbringen und am nächsten Tag traten wir den schwersten Weg unseres Lebens an und fuhren ins Krankenhaus. Vermutlich war es eine Thrombose in der Plazenta. Mein Sohn Klaas wurde also nicht mehr ausreichend versorgt.
Eine stille Geburt ist das schlimmste was eine werdende Mutter sich vorstellen kann. Wie hast du diese Geburt erlebt? Konntest du Abschied nehmen? Was hat dir in deiner Trauer geholfen?

 

Die Einleitung dauerte drei Tage bis es richtig los ging. Mir wurde am Abend vom 29.01.13 eine PDA gelegt damit ich nochmal schlafen konnte. Um 23 Uhr merkte ich aber das die Entspannung für mich wohl auch loslassen hieß, denn die Wehen wurden heftiger und ich wurde in den Kreißsaal gefahren.

Dort angekommen wurde es auch immer stärker. Irgendwann wurde mir die Fruchtblase aufgestochen und zwei Wehen später war mein wunderschöner viel zu kleiner Sohn auf der Welt. Ich hatte solche Angst vor diesem Moment. Wie sieht er wohl aus? Wie klein ist er? Diese Sorgen waren unbegründet. Mein Sohn war das schönste viel zu kleine Baby auf der ganzen Welt. Durch die Hormonausschüttung empfand ich einfach nur bedingungslose Liebe.

Leider schrie er nicht und öffnete nicht seine Augen. Es war der schönste und gleichzeitig schlimmste Moment meines Lebens. Auf der einen Seite bin ich Mutter geworden und wollte es in die Welt hinausschreien. Auf der anderen Seite musste ich das wichtigste und wertvollste was ich habe wieder gehen lassen.

Ich wollte und musste es doch beschützen… und konnte nicht. Uns wurde nahegelegt uns um einen Bestatter zu kümmern. Das war unglaublich. Ich danke meinem Vater von Herzen dafür das er, dass alles für uns übernommen hat!!!
Wenn ein Baby im Mutterleib verstirbt, ist es oft schwer zu begreifen, man stellt sich selber und seinen Körper in Frage. Wie hast du gelernt wieder Vertrauen in dich und deinen Körper zu fassen?

Puuuhhh …

Ich habe das Vertrauen bis heute (was eine Schwangerschaft betrifft) nicht 100% ig wieder aber zu 80%. Idas Geburt und der Umstand das sie als wundervolles Wesen völlig gesund ist haben mir geholfen meinem Körper wieder zu vertrauen. Ausserdem hat mein Körper mir bei Klaas schon gesagt das etwas nicht stimmt. Und das war völlig richtig.

 

Ein Verlust wie eurer ist unermesslich. Wie seid ihr als Paar mit der Trauer umgegangen? Wie ist dein Mann damit zurecht gekommen?

Wir haben uns sehr gestützt und es hat uns noch so viel enger zusammengeschweißt. Er war für mich der Fels der mich ohne Worte in den Arm nahm, wenn ich ohne Pause geweint habe.

Allerdings hat er sich zu der Zeit sehr zurückgenommen und kämpft noch heute sehr oft mit Gefühlen die ihn ohne Vorwarnung überrollen. Auch er hat sich das Kind sehnlichst gewünscht. Wir haben viel geredet und waren einfach füreinander da. Anfangs waren wir täglich zusammen am Grab. Dieser Weg war für uns sehr wichtig als Eltern.
Wenige Monate nach der stillen Geburt warst du erneut schwanger. Es sollten Zwillinge werden! Wie hast du die Botschaft aufgenommen? Welche Ängste hattest du hinsichtlich der Tatsache das es zwei Babys geben sollte? Das verdaut man, bzw. ich, ja nicht mal eben so.

 

Wir haben uns im ersten Moment sehr gefreut. Zwei Kinder auf einen Rutsch! Genau so wie wir uns das immer gewünscht hatten. Irgendwie hätten wir das gestemmt, immerhin haben wir uns so sehr nach einer Familie gesehnt. Allerdings hatte ich kein Vertrauen zu meinem Körper und hatte Angst, dass es beide nicht schaffen.
Schon um die 9./10. SSW gab es leider schon wieder keine gute Nachricht. Das Herz von einem der Zwillinge hatte aufgehört zu schlagen. Wie hast du das erlebt? Welche Auswirkungen hatte das auf deine weitere Schwangerschaft mit eurer Tochter? Wie bist du nach der Geburt damit umgegangen das du eigentlich eine Zwillingsmama bist, aber nur ein Baby in den Arm schließen konntest?

Es war kein riesiger Schock da der Zwilling von Anfang an kleiner war. Es wurde oft geschaut ob der Zwilling noch da ist bei den darauf, folgenden Untersuchungen. Ich hatte im ersten Moment Angst davor dieses Baby in mir zu behalten. Man erklärte mir das der Körper das Baby resorbiert oder es mitgeboren wird. Mit dieser Erklärung konnte ich leben und musste auch irgendwie erst nach Idas Geburt so wirklich Abschied von ihrem Zwilling nehmen.

Gab es einen Moment in dem du Erleichterung verspürtest über die Tatsache das du einen Zwilling verloren hast weil du angst hattest der Aufgabe als Zwillingsmutter nicht ausreichend gewachsen zu sein?

Ich war natürlich traurig aber auch erleichtert. Bitte nicht falschverstehen! natürlich habe ich um den Zwilling getrauert aber ich dachte so kann sich mein Körper auf ein Baby konzentrieren und dieses gesund zur Welt bringen. Ich hatte so schlimme Angst am Ende wieder kein Baby behalten zu dürfen.

Siehst du dich trotzdem als Zwillingsmama? ( ich tue es, es waren zwei. Einer ging zu den Sternen, geliebt, erwartet und betrauert.)

Irgendwie sehe ich mich schon als Zwillingsmama, ich frage mich sehr oft ob es ein Mädchen oder Junge geworden wäre und wie es jetzt wäre. Es war jemand da, wenn auch nur kurz und dieser jemand gehört einfach zu meiner Tochter.

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Eure Tochter ist ein verwaister Zwilling. Bemerkst du unterschiede zwischen ihr und Einlingen? Hast du das Gefühl das Ida eine weiterhin bestehende Verbindung zu ihrem Zwilling hat, oder hältst du solche Überlegungen für unsinn? Werdet ihr Ida von ihren Geschwistern in den Sternen erzählen? Wie würdet ihr das machen?

Ida ist ein besonderes Kind. Sie ist sehr emphatisch, einfühlsam und ich glaube, nein ich bin überzeugt das sie um ihren Zwilling weiß. Meine Hebamme sagte damals was Schönes: „ Vielleicht hat Ida einen Begleiter ins Leben gebraucht und das war ihr Zwilling“.

Das eine weiter Verbindung besteht kann ich mir gut vorstellen. Ida ist sehr anhänglich und braucht immer jemanden an Ihrer Seite. Ganz anders als bei anderen Kindern. Aber so wie ich es bei deinen Kindern beobachten konnte. Nur das da jetzt Mama und Papa für da sind. ( Amn: Tamara und ich lernten uns bei der Kursleiterausbildung kennen, saßen völlig ungeplant nebeneinander, unsere Kinder sind nur wenige Wochen auseinander. Wink des Schicksals,oder?)

Wir gehen immer mit Ida zum Friedhof und erzählen Ihr sehr oft von Ihren Geschwistern. Der kleine Prinz ist dafür eine tolle Stütze.

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Welchen Stellenwert haben eure Sternenkinder in eurem Familienleben?

Einen sehr großen. Sie gehören dazu Tag für Tag auch wenn wir nicht jeden Tag darüber sprechen. Manchmal kullern heute noch Tränen weil Sie uns fehlen ( Sie wie jetzt wo ich darüber berichte) Oder weil man andere Familien glücklich mit zwei der drei Kindern sieht und unsere Plätze am Tisch leer sind. Es wird immer ein Teil von uns sein.
Hat dich der Verlust deiner beiden Kinder zu einem anderen Menschen gemacht? Hat es dich stärker oder schwächer gemacht? Wie hat sich Ingesamt eure Ehe dadurch verändert?

Ja hat es. Man lacht nicht mehr so unbeschwert. Das Herz ist gebrochen und lässt sich leider nicht mehr reparieren. Der Alltag geht weiter und es gibt unglaublich tolle unbeschwerte Tage und doch holt es einen immer wieder ein. Ich bin nicht mehr so belastbar und schnell traurig. Es hat mich zwar irgendwie stark gemacht aber auch auf eine Art geschwächt. Ohne den Rückhalt von meinem Mann traue ich mich nicht mehr wichtige oder mutige Schritte zu gehen.

Ich brauche Ihn, meinen Fels der hinter mir steht damit ich nicht falle. Vor den Erfahrungen war ich aufgeschlossen, mutig und immer positiv und gut drauf. Leider kann ich das bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht so ganz wieder sein, aber ich werde es immer ein bisschen mehr.
Wünscht ihr euch noch weiter Kinder, oder habt ihr Angst vor einem weiteren Verlust?

Ja und ja. Wir wünschen uns sehr noch ein lebendes Geschwisterchen für Ida. Einen verbündeten für Sie der unser Familienleben komplettiert. Aber ich habe so große Angst dann noch so ein Verlust schaffe ich nicht…

 

Vielen Dank für deine offenen und ausführlichen Antworten! Es war sicher nicht leicht für dich, so direkt über eure Verluste zu sprechen. Ich drücke dich und deine kleine Familie und freue mich euch kennen zu dürfen.

 

( Copyright der Bilder: Tamara und Jens Vasikonis)

Bist du Zwillingsmama und möchtest aus dem Nähkästchen plaudern, dann schreib mir eine Email oder kontaktiere mich auf Facebook.

 

Attachment Parenting Kongress 2016 // #WiB

Weleda hat Blogger zum AP-Kongress nach Hamburg eingeladen und ich durfte für euch dabei sein. Der Attachment Parenting Kongress wurde von Frauke Ludwig und Diana Schwarz ins Leben gerufen. Letztes Wochenende fand er zum zweiten mal statt in Hamburg im Grand Elysée.

Am Samstag morgen sollte es los gehen, leider konnte ich aus logistischen Gründen erst zum Mittag anreisen ( verschlafen, noch länger schlafende Kinder, warum schlafen die eigentlich immer so lange wenn man was vor hat? Außerdem stand ich ständig im Stau oder wurde in Umleitungen umgeleitet) und was soll ich sagen:

BEEINDRUCKEND!!!! Das Hotel, die Organisation, die Messe und auch die Referenten, alles mehr als erstklassig. Nach einem Rundgang über die Messe und ein paar Begrüßungen ( Laura es war so toll dich zu sehen <3) ging es direkt los: der erste Vortrag den ich mir ansehen wollte war der von André Stern.

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Und ich war nicht die einzige. Bis auf den letzten Platz war der Raum voll. Viele standen hinten im Raum oder saßen gar zwischen den Stuhlreihen auf dem Boden. Aber wer ist dieser Mann überhaupt? Unter den Anhängern von Unscholling, Unerzogen und weiteren alternativen Bewegungen rund um die Elternschaft ist André Stern sehr bekannt, denn er ging nie zur Schule und hat trotzdem einen beeindruckenden Lebensweg!

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Sein Vortrag handelte von der Ökologie der Kindheit: von der Rückkehr des Vertrauens. Er benannte anschaulich wie Kinder lernen und was das überhaupt mit spielen und Kind sein zu tun hat. Mit vielen großen Gesten und Anekdoten aus dem eigenen Familienleben stellte er dar wie Kind sein funktioniert. Er benutzte anschauliche Metaphern und logische Beispiele aus der Natur und dem Leben einer Familie. Seine Thesen stützte er auf die Veröffentlichungen von Gerald Hüther.

Dann war auch schon Zeit für Kaffee, Kuchen und networking, wie man so schön sagt. Ich traf meine Blogger-Kollegen Carmen ( vegane Familien) und Kathrin (Öko-Hippie-Rabenmütter) es wurden Fotos von den BabySteps-Kursleiterinnen gemacht, ein bisschen Smalltalk gehalten und dann ging es weiter im Programm:

Ich habe mich zunächst für einen Beitrag von Wiebke Gericke entschieden. Ihr Thema behandelte die spielerische Kommunikation über Gebärden mit Babys und Kleinkindern. Nach einer Einleitung kamen wir direkt zum praktischen Anteil: Wiebke zeigte wie wir mit Hilfe von Gebärden das Vorlesen und Lieder singen begleiten konnten. Dazu gab es schönes Videomaterial das den Zuschauern das erlernen von Gebärden vereinfacht hat.

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Leider konnte ich den Vortrag nicht zu ende verfolgen, denn meine Neugier trieb mich in den großen Ballsaal.

Dort referierte Katia Saalfrank über auffälliges Verhalten bei Kindern und Jugendlichen. Ich konnte noch ein wenig den Ausführungen zum Thema kindliche Aggressionen folgen, bevor ich leider schon gehen musste, denn ich stand ein wenig unter Zeitdruck, da Twinpapa noch einen Termin am abend haben würde und ich wirklich pünktlich zurück sein musste. Das tat den unglaublich intensiven Eindrücken aber keinen Abbruch.

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Der Sonntag startete nicht weniger stressig, denn ich habe verschlafen. Ich pendelte ein wenig zwischen den Vorträgen, hörte Anja Gaca eine Weile zum Thema „ Vom Stillen nach Bedarf zur Beikost nach Bedarf“, nach ca. einer Stunde wechselte ich zu Dr Eliane Retz die über das Thema „Sichere Bindungen durch Attachment Parenting? Befunde & Praxis“ sprach. Doch dann zog es mich in den Vortrag von Michel Odent, er nahm sich dem Thema „Geburt. Wissenschaft versus Tradition“. Der Vortrag wurde auf französisch gehalten, da alle Kopfhörer für die Übersetzung bereits vergeben waren musste ich meine zugegeben sehr rostigen Französichkenntnisse bemühen und hörte ganz verzückt zu, denn niemand spricht so hingebungsvoll diese Sprache wie Muttersprachler es zu tun pflegen.

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Nach der Pause sollte der letzte Vortrag für mich stattfinden. Nach ein wenig zögern und dem zureden von Kathrin ( Öko-Hippie-Rabenmütter) begleitete ich sie und Carmen in den für mich besten Vortrag des Kongresses. Wir hörten Joachim Bensel zum Thema „Der erste Weltenwechsel – wie eine behutsame elternbegleitete Eingewöhnung als Erfolg verbuchen kann“. Er zeigte Strategien und Probleme anschaulich dar, und sobald ich meine Notizen sortiert habe werde ich darauf noch weiter eingehen, doch es ist schön eine Meinung zwischen Renz-Polster und Dr Hüther zu hören.

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Danach ging es für mich schon wieder zurück, die Zwillinge kränkelten etwas und länger konnte und wollte ich weder die Kinder noch den Twinpapa damit alleine lassen.

Ich habe wirklich sehr viele Eindrücke gewinnen können, bin immer noch wie beflügelt von dem vielen Input an diesem Wochenende und freue mich schon so unglaublich auf den dritten Kongress, der aber leider erst 2018 stattfinden wird.

Wart ihr auch dabei?