Es ist Zeit los zu lassen – die Knödels gehen in den Kindergarten 

kiga

 

Eigentlich, so war der Plan, sollten die Knödels nicht in den Kindergarten gehen. Meine Mutter sollte als Tagesmutter die beiden betreuen wenn ich wieder arbeiten gehen würde. Die besten Pläne taugen aber  nichts wenn man das Leben nicht einkalkuliert. Lange Rede, kurzer Sinn:

Meine Mutter wird keine Ressourcen haben um Motti und Knödel zu betreuen und ich muss eine alternative finden. Also haben wir diese Woche mehrere Kindergärten und KiTas angesehen.

Die Einrichtung im Ort ist keine Option 

Natürlich gibt es bei uns auch Kindergärten, sogar richtig viele aber sie passen nicht zu uns und unseren Bedürfnissen. Die kleinen Einrichtungen haben schreckliche Zeiten zur Betreuung, die mit den besseren Zeiten nehmen meine Kinder erst wenn ich schon lange wieder arbeiten muss oder sie sind mit über 120 Kindern mehr als ausgelastet. Das möchte ich nicht für meine Kinder also habe ich bei der Gemeinde einen Antrag zur Kostenübernahme gestellt damit die Knödels außerhalb einen Kindergarten besuchen können. Und dann begann die Suche und das war gar nicht so leicht!

Folgende Fragen habe ich bei der Auswahl zu Grunde gelegt:

– wo ist die Einrichtung? Ist sie gut für mich und auch meine Mutter zu erreichen?

– in welchen Zeiten wird betreut?

-wie flexibel bin ich in der Nutzung der Betreuungszeiten?

– wie stehen die Erzieher zu Stoffwindeln und zur vegan/vegetarischen Ernährung?

– wie sehr wird auf die Bedürfnisse der kinder geachtet? 

– und natürlich auch wie ist der Betreuungsschlüßel?

Nachdem ich eine Woche lang nur telefoniert habe, konnte ich eine Vorauswahl treffen und am Ende blieben 3 Kindergärten über, die wir uns gemeinsam näher ansehen wollten.

Erste Station:

Das Montessori Kinderhaus!( private Einrichtung)

Eigentlich wäre dieser Kindergarten meine erste Wahl aber leider waren wir zu spät und ein flexibler Vollzeitplatz für gleich 2 Kinder war nicht zu meinem Wunschtermin machbar. Wir hätten nur einen Nachmittagsplatz bekommen können. Gegangen wäre das bestimmt auch irgendwie aber mir fehlte trotzdem etwas die flexibilität die ich in meinem Beruf benötige um genug Geld für uns 3 zu verdienen.

Die Einrichtung war wirklich schön, sehr ansprechend arrangiert und eingerichtet. Dort können 108 Kinder in Gruppen von maximal 25 Kids bzw. 18 Kids in der Integrationsgruppe betreut werden. Trotz der Menge an Kindern war es angenehm ruhig und alle Kinder wirkten zufrieden und ausgeglichen. Ich hätte die Twins gerne dort angemeldet. Aber wir hatten ja noch weitere Stationen.
Die Kindervilla ( städtische KiTa )

Eigentlich hatte ich große Erwartungen an diese KiTa, sie ist sehr neu und hat nur 20 Kinder in der Betreuung. Plätze wären auch schnell verfügbar gewesen. Die Betreuungszeiten sind nicht optimal aber es wäre mit Hilfe von Freunden und Familie machbar gewesen. Leider war der Underdog in der Liste den Erwartungen in keinster Weise gerecht geworden. Den Kindergarten als solches gibt es schon wirklich sehr, sehr lange aber vor etwa einem Jahr hat der Träger gewechselt. Ich hatte nicht viele Erwartungen aber diese wurden noch unterboten:

  • es gab kein Konzept in das man als Eltern hinein sehen konnte.
  • die Einrichtung ist teilweise saniert worden und wirkt unfertig
  • der Ablauf wirkt unstrukturiert
  • das Inventar ist spärlich und zum Teil schon sehr alt und defekt ( man merkt im Vergleich zu den andern Einrichtungen das dieser KiTa die finanziellen Mittel fehlen)
  • Die Leitung wirkte nicht aufrichtig im Gespräch, ich hatte den Eindruck sie würde sagen was ich hören wollte.
  • Festgelegte Zeiten zum Essen, Mahlzeiten werden gestellt, man hat keinen Einfluss auf die Nahrungsmittel für die Kinder.
  • Der Kontakt zu den Kindern wirkte lieblos

Das einzige pro in dieser Einrichtung ist die vergleichsweise kleine Gruppe. Es gibt 16 Kindergartenplätze und 4 Krippenplätze. Der Spielplatz ist auch sehr schön aber auch eher spartanisch angelegt.

 

Der Kindergarten ( kommunale Einrichtung)

 

Diese Einrichtung hatte bei mir einen Platz unter den Favoriten schon bevor wir sie besucht haben, denn neben einem wirklich schönen Internetauftritt und einem ausführlichen Konzept als PDF-Datei zum download die schon früh Pluspunkte sammelten weil alles stimmig war, kenne ich viele die dort in den Kindergarten gingen, später die angehörige Grundschule besuchten ( nach 3 privaten Schulen für mich in der Region ebenfalls Favorit) und weiß wie zufrieden sie dort waren und das sie auch selber ihre Kinder dort hin schicken würden. Auch gehen/ gingen 3 von 4 Tageskindern meiner Mutter in diesen Kindergarten, auch diese Eltern sind höchst zufrieden mit dem Kindergarten an der Grundschule.  Im letzten Jahr lernen die Kinder die Lehrer ihrer zukünftigen Schule kennen, durch die gemeinsame Nutzung von Turnhalle und Schwimmhalle sind sie bereits bestens mit den Nebengebäuden ihrer zukünftigen Grundschule vertraut, denn auch das Mittagessen wird in der Mensa der Schule eingenommen. Getrennt vom Schulhof gibt es einen wirklich schönen, anregenden, großen Spielplatz für die die Kindergartenkinder.

Letztlich habe ich mich für den klassischen Kindergarten entschieden, denn Wohnortnähe, flexible Zeiten und ein bedürfnisorientierter Umgang mit den Kindern sind dort sichergestellt, so können die Kinder beispielsweise frei wählen wann und mit wem sie ihr Frühstück einnehmen und auch entsprechend ihres Ruhe- und Schlafbedürfnisses schlafen. Desweiteren können sich die Kinder innerhalb der Einrichtung frei zwischen den Räumen bewegen und ein Angebot ihren Neigungen entsprechend nutzen, denn außer dem Morgenkreis finden innerhalb der geschloßenen Gruppe nur recht wenige starre Einheiten statt. Die Kinder können frei wählen und auch das freie Spiel nimmt einen großen Stellenwert ein.

Auch die Tatsache das der Kindergarten sich für die Grundrechte der Kinder einsetzt und eine gewaltfreie Erziehung für das höchste Gut hält haben zu dieser Entscheidung beigetragen, aber auch das Wohlbefinden der Knödels hatte Anteil an dieser Entscheidung, denn nirgendwo waren sie so schnell und entspannt im Kontakt mit den Erzieherinnen.

 

Wie war das denn bei euch? War die Wahl des richtigen Kindergartens eher schwer oder habt ihr sie in die Einrichtugen vor Ort gegeben?

Liebe Grüße Ela

 

copyright der Bilder: Keins bestellt, 2 bekommen

 

Advertisements

Attachment Parenting Kongress 2016 // #WiB

Weleda hat Blogger zum AP-Kongress nach Hamburg eingeladen und ich durfte für euch dabei sein. Der Attachment Parenting Kongress wurde von Frauke Ludwig und Diana Schwarz ins Leben gerufen. Letztes Wochenende fand er zum zweiten mal statt in Hamburg im Grand Elysée.

Am Samstag morgen sollte es los gehen, leider konnte ich aus logistischen Gründen erst zum Mittag anreisen ( verschlafen, noch länger schlafende Kinder, warum schlafen die eigentlich immer so lange wenn man was vor hat? Außerdem stand ich ständig im Stau oder wurde in Umleitungen umgeleitet) und was soll ich sagen:

BEEINDRUCKEND!!!! Das Hotel, die Organisation, die Messe und auch die Referenten, alles mehr als erstklassig. Nach einem Rundgang über die Messe und ein paar Begrüßungen ( Laura es war so toll dich zu sehen <3) ging es direkt los: der erste Vortrag den ich mir ansehen wollte war der von André Stern.

p1010138p1010141p1010142

Und ich war nicht die einzige. Bis auf den letzten Platz war der Raum voll. Viele standen hinten im Raum oder saßen gar zwischen den Stuhlreihen auf dem Boden. Aber wer ist dieser Mann überhaupt? Unter den Anhängern von Unscholling, Unerzogen und weiteren alternativen Bewegungen rund um die Elternschaft ist André Stern sehr bekannt, denn er ging nie zur Schule und hat trotzdem einen beeindruckenden Lebensweg!

p1010111p1010131

Sein Vortrag handelte von der Ökologie der Kindheit: von der Rückkehr des Vertrauens. Er benannte anschaulich wie Kinder lernen und was das überhaupt mit spielen und Kind sein zu tun hat. Mit vielen großen Gesten und Anekdoten aus dem eigenen Familienleben stellte er dar wie Kind sein funktioniert. Er benutzte anschauliche Metaphern und logische Beispiele aus der Natur und dem Leben einer Familie. Seine Thesen stützte er auf die Veröffentlichungen von Gerald Hüther.

Dann war auch schon Zeit für Kaffee, Kuchen und networking, wie man so schön sagt. Ich traf meine Blogger-Kollegen Carmen ( vegane Familien) und Kathrin (Öko-Hippie-Rabenmütter) es wurden Fotos von den BabySteps-Kursleiterinnen gemacht, ein bisschen Smalltalk gehalten und dann ging es weiter im Programm:

Ich habe mich zunächst für einen Beitrag von Wiebke Gericke entschieden. Ihr Thema behandelte die spielerische Kommunikation über Gebärden mit Babys und Kleinkindern. Nach einer Einleitung kamen wir direkt zum praktischen Anteil: Wiebke zeigte wie wir mit Hilfe von Gebärden das Vorlesen und Lieder singen begleiten konnten. Dazu gab es schönes Videomaterial das den Zuschauern das erlernen von Gebärden vereinfacht hat.

p1010162p1010150

Leider konnte ich den Vortrag nicht zu ende verfolgen, denn meine Neugier trieb mich in den großen Ballsaal.

Dort referierte Katia Saalfrank über auffälliges Verhalten bei Kindern und Jugendlichen. Ich konnte noch ein wenig den Ausführungen zum Thema kindliche Aggressionen folgen, bevor ich leider schon gehen musste, denn ich stand ein wenig unter Zeitdruck, da Twinpapa noch einen Termin am abend haben würde und ich wirklich pünktlich zurück sein musste. Das tat den unglaublich intensiven Eindrücken aber keinen Abbruch.

p1010155

Der Sonntag startete nicht weniger stressig, denn ich habe verschlafen. Ich pendelte ein wenig zwischen den Vorträgen, hörte Anja Gaca eine Weile zum Thema „ Vom Stillen nach Bedarf zur Beikost nach Bedarf“, nach ca. einer Stunde wechselte ich zu Dr Eliane Retz die über das Thema „Sichere Bindungen durch Attachment Parenting? Befunde & Praxis“ sprach. Doch dann zog es mich in den Vortrag von Michel Odent, er nahm sich dem Thema „Geburt. Wissenschaft versus Tradition“. Der Vortrag wurde auf französisch gehalten, da alle Kopfhörer für die Übersetzung bereits vergeben waren musste ich meine zugegeben sehr rostigen Französichkenntnisse bemühen und hörte ganz verzückt zu, denn niemand spricht so hingebungsvoll diese Sprache wie Muttersprachler es zu tun pflegen.

p1010161p1010108

p1010140

Nach der Pause sollte der letzte Vortrag für mich stattfinden. Nach ein wenig zögern und dem zureden von Kathrin ( Öko-Hippie-Rabenmütter) begleitete ich sie und Carmen in den für mich besten Vortrag des Kongresses. Wir hörten Joachim Bensel zum Thema „Der erste Weltenwechsel – wie eine behutsame elternbegleitete Eingewöhnung als Erfolg verbuchen kann“. Er zeigte Strategien und Probleme anschaulich dar, und sobald ich meine Notizen sortiert habe werde ich darauf noch weiter eingehen, doch es ist schön eine Meinung zwischen Renz-Polster und Dr Hüther zu hören.

p1010163p1010166

p1010182

Danach ging es für mich schon wieder zurück, die Zwillinge kränkelten etwas und länger konnte und wollte ich weder die Kinder noch den Twinpapa damit alleine lassen.

Ich habe wirklich sehr viele Eindrücke gewinnen können, bin immer noch wie beflügelt von dem vielen Input an diesem Wochenende und freue mich schon so unglaublich auf den dritten Kongress, der aber leider erst 2018 stattfinden wird.

Wart ihr auch dabei?

Selbstbestimmt schlafen

Immer wieder kommt das Thema unter Eltern-Bloggern auf. Es gibt die Pro-Seite, die Contra-Seite und die funktioniert das wirklich Seite. Ich gehöre ganz klar zu der Seite der Befürworter. Viele wie zum Beispiel Frida von 2Kindchaos stecken da oft nicht so richtig freiwillig drin.

Meine süßen waren schon immer schlechte schläfer. Sie schliefen, spät ein, wachten früh wieder auf und brauchten ganz schnell nur noch einen Mittagsschlaf von maximal 1 Stunde. Jegliche versuche die beiden zu einem mir angemessen erscheinenden Rhythmus zu bewegen scheiterten kläglich. Das kürzen von Schläfchen war genauso wirkungslos wie das frühere wecken ( vor allem Knödel nimmt einem das extrem übel) oder das schrittweise vorziehen vom Nachtschlaf. Nichts hat geklappt, es wurde höchstens mit gebrüll der Marke BUHÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ quittiert. Nichts hat funktioniert, wirklich gar nichts. Geschlafen haben sie schon immer nur wenn sie müde genug waren und auch in der Stimmung tatsächlich schlafen zu wollen.

 

Ungefähr 9 Monate habe ich versucht so etwas wie einen Rhythmus zu etablieren, ich ritualisierte alles mögliche. Ich trug, schob und schaukelte meine Minis durch die Gegend, bot ihnen die Brust an, bettelte, weinte vor Müdigkeit. Immer diese Stimme im Kopf die mir sagt: Schaffe einen Rhythmus, schaffe Rituale und Struktur, sie werden schlafen und nicht mehr schreien. Vergeblich. Es gibt keine Tages- oder Nachtzeit zu der die kleinen nicht schon ihren vorübergehenden Rhythmus etabliert hatten. Sie haben ihn immer wieder angepasst, ohne meine Hilfe. Irgendwann habe ich aufgegeben mit den Bestrebungen, immer mal wieder kamen sie wieder aber ich versuchte es nur noch halbherzig, meistens dann wenn die beiden eine äußerst nervige, anstrengende Phase durchlebten, wenn meine Kraft schwand und ich mich nach nichts mehr sehnte als nach etwas ME-Time.

Letztlich habe ich dann komplett aufgegeben, und siehe da: es wurde alles gut! Meine Kinder haben die Chance bekommen ihren eigenen Rhythmus zu finden, und das taten sie auch. Und mit dem Rhythmus verbesserte sich ihr Schlafverhalten stetig, so dass sie mit 20 Monaten angefangen haben durchzuschlafen, naja zumindest in 6 von 7 Nächten tun sie das, aber hey! Ich will nicht meckern, denn ich weiß das es bei vielen anderen viel schlimmer aussieht und ich selber auch ganz schlimme Zeiten mit meinen süßen hatte in denen sie nur auf mir schliefen ( 8 Monate lang), in denen sie nur mit Körperkontakt und an der Brust schliefen ( bis 14 Monate) wo sie mindestens alle 1-2 Stunden erwachten, häufig sogar noch öfter und immer und immer nur die Brust gefodert haben, mich gefordert haben und mir gezeigt haben: Mama wir brauchen dich so sehr.

Sie begannen besser zu schlafen, als ich sie an der Entscheidung beteiligte, als ich nur noch eine begleitende und gelegentlich auch führende Rolle übernahm und ihnen auch die Freiheit gab sich lösen zu dürfen von mir und eine Bindung zu anderen aufbauen lies.

Mir ist bewusst das es nicht überall funktioniert weil die Kinder zum Beispiel Probleme mit der Selbstregulation haben, weil sie überreizt sind weil sie so extrem anfällig dafür sind. Oder weil die Kinder ihren eigenen Rhythmus noch nicht etablieren konnten, weil sie ihn selber noch nicht kennen. Gründe warum es nicht funktioniert gibt es viele. Aber genauso viele Gründe gibt es dafür das es funktioniert.

Vielleicht noch eine kleine Erläuterung dazu wie ich selbstbestimmt schlafen derzeit empfinde:

 

Meine Kinder müssen nicht zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett weil ich denke das es notwendig ist. Motte und Knödel fordern es entweder selber ein, in dem sie sich ihr Buch wünschen, nach der Brust fragen oder eben direkt nach oben ins Schlafzimmer gehen. Manchmal gelingt ihnen das jedoch nicht, zum Beispiel wenn sie einen aufregenden Tag hatten, oder weil sie so sehr ins Spiel vertieft sind ( oder vor der Glotze kleben geblieben sind), dann übernehme ich die Führung, ich beobachte die beiden, benenne meinen Eindruck, kündige das Ende von Aktivitäten nach xyz an, biete ihnen dann an ihr Buch im Bett zu lesen, ihnen ihren Schlafanzug anzuziehen und die Zähne zu putzen bzw die Zahnbürsten zu richten. Sie nehmen diese Führung gerne an, und kooperieren und gehen gerne ins Bett, sie freuen sich auf diese ablenkungsfreie Exklusivzeit in der es nur um uns 3 geht, wir ganz eng zusammen liegen, ein schönes Buch lesen, den Tag resümieren, kuscheln und auf Wunsch auch stillen. Nie gibt es Proteste darüber das die Zeit zum ins Bett gehen wohl doch erreicht wurde ( weil sie einfach kaum noch die Augen aufhalten können und nur noch herum stolpern), wenn sie meine Angebote jedoch ablehnen, akzeptiere ich das für den Moment, in der Regel kommen sie wenig später dann doch von alleine oder ich wiederhole mein Angebot 15-20 Minuten später noch mal. Ganz ohne Druck, ganz ohne müssen.

Doof ists trotzdem manchmal, als es so schön war, da tobten die Knödels nach 22 Uhr noch hier herum, zerstochen von Mücken und Energie geladen durch die schönen Erlebnisse, die Sonnenstrahlen, des entspannten Lebens das es nur gibt wenn das Wetter so unglaublich schön und heiß ist, wenn man selber einfach nur entspannt das Leben genießt. Doof ist auch wenn sie ihren Mittagsschalf nicht machen möchten. Dann ist hier um spätestens 17-18 Uhr ende im Gelände und für mich ist dann klar: um 3-5 Uhr ist hier der Tag am start. In der Regel jedoch stehen sie zwischen 6 und 7 Uhr auf, halten um ca 12 Uhr einen kurzen Mittagsschlaf und gehen zwischen 20.30 und 21.30 zu Bett, selten das es früher oder später ist. Uns allen geht es gut mit diesem Rhythmus, ich mein okay, ich habe mich damit arrangiert das ich nie wieder ausschlafen werde obwohl ich gedacht hatte genau das in meiner Elternzeit tun zu können, denn immerhin stehe ich seit mittlerweile 23 JAHREN!!! früh auf, aber meine Kinder schlafen endlich, sie schlafen ohne dauerhaften Körperkontakt, ohne dauerhaft an der Brust zu sein, sie schlafen meistens durch und sie gehen gerne schlafen, sie freuen sich auf diese extreme Kuschelzeit. Das bestätigt mich in meinem Weg.

 

Jetzt würde ich natürlich gerne wissen: wie läuft es denn bei euch mit dem ins Bett gehen und schlafen? Seid ihr da eher entspannt oder habt ihr feste, vielleicht durch euch, vorgegebene Zeiten?

 

Liebe grüße Ela

(copyright für die Bilder bei Keins bestellt, 2 bekommen)

Und wie erziehst du so?

Mir schwirrt der Kopf, je mehr ich mich mit Themen der Erziehung befasse, desto mehr habe ich den Eindruck das das aufwachsen von Kindern einem Wettkampf gleicht:

Wer hat am längsten gestillt? Wer hat am längsten getragen? Wo gibt es das größte Familienbett? Wer ist am vegansten, plastikfreisten, windelfreisten, unerzogensten?????? Und beim Thema Kita/Kiga gehts ja auch noch weiter und hört beim Thema Schule noch lange nicht auf..

Mich macht das ganz verrückt, so verrückt das ich schon die Bindung zu meinen Kindern in Frage stelle obwohl ich nichts gravierend falsch mache außer dem Umstand das ich menschlich bin, fehler mache, meine Gefühle auslebe, auch wenn sie negativ sind.

Am Anfang stand das Kontinuum

Dem folgte Sears mit Attachment Parenting, es folgt die GfK basierende Erziehung, und das Unerzogen Lager. Es gibt autorative Erziehung, autoritäre Stile, schwarze Pädagogik, anti-autoritäre Erziehung usw usw… Mich setzt diese Masse ganz schön unter Druck, denn ich weiß was ich nicht will und ziemlich genau was ich möchte, doch das befassen mit diesen Themen zeigt auch: egal wie sehr ich mich bemühe: ein andere kanns noch besser. Da ist zum Beispiel meine liebe Freundin Katharina, die sagt so pingelig wie ich (nicht) erziehe, tut es ja kaum jemand. Ich kann dem leider nicht zu stimmen, denn ich  erkenne noch viele Dinge die ich besser machen könnte, wenn ich nicht den Druck verspüren würde immer zu funktionieren und mir erlauben würde von meinen Vorstellungen abzuweichen.

 

Mein Weg ist nicht dein Weg

 

Die (nicht) Erziehung von Kindern kann keinem Muster folgen, denn jedes Kind ist anders, jeder Elternteil ist anders. Was für mich gut funktioniert, funktioniert für Katharina nicht, weil ihre Umstände ganz anders strukturiert sind.

Am Anfang war ich ja der Meinung, wenn ich nur meinem Leitfaden folgen würde, dann würde alles gut gehen und gut werden. Es wäre einfach. In den letzten 2 Jahren habe ich viel dazu gelernt, vor allem das genau das nicht funktioniert, Erziehung nach Plan, wobei ich schätze das es funktionieren könnte wenn man seinen Plan mit aller Macht durchsetzen möchte, das liegt mir jedoch nicht. Folglich habe ich meinen Plan, meine Idee davon wie ich mit meinen Kindern umgehen möchte immer wieder angepasst, reflektiert und neu ausgerichtet. Aber für mich hat dieser Weg keinen Namen, denn er verbindet ganz undogmatisch Elemente aus vielen Wegen, Annahmen und Grundhaltungen zu einem Weg, der zu uns passt. Ich nenne ihn „The Ela Way“…

Zu meinem Weg gehört das ich versuche so wertschätzend und respektvoll wie möglich mit meinen Kindern umgehe, sowohl kommunikativ als auch in meinen Handlungen ( öffentliches Popo riechen finde ich so schrecklich entwürdigend, als Beispiel), ich hinterfrage meinen Ideen und Überlegungen nach ihrem Ursprung: WILL ICH das so? Oder glaube ich das zu wollen, weil man genau das von mir erwartet. Meine Twinnies haben sehr viele Freiheiten, dürfen mit bestimmen, selbst bestimmen, sogar in einem recht großzügigen Rahmen wie ich finde, dennoch treffe ich relevante Entscheidungen für meine Kinder weil ich in manchen Dingen eine Fähigkeit besitze die sie noch ausbilden müssen: Weitsicht. Ich kann Handlungen und Folgen in Relation zu einander bringen und so die Konsequenzen erfassen: es gibt also Grenzen der Selbstbestimmung für Knödel und Motte, es gibt ein paar Regeln die unser Zusammenleben 2:1 erleichtern weil es sonst einfach unsicher wird. Ich gebe also den Rahmen, passe ihn immer wieder an und in diesem Rahmen können sich beide frei bewegen, argieren und reagieren… Es gibt keine Strafen, keine Erpressungen, (kein) wenig Lob dafür viele Freiheiten, ein paar Regeln und Grenzen. Aber bei letzterem bin ich oft zu lasch und faul, wenn ich ehrlich bin…

Das Problem mit der Selbstbestimmung

Selbstbestimmung ist ja derzeit ein RIESEN Thema bei den Bloggern, es spaltet in zwei Lager. Ich bin hin und her gerissen, denn ich glaube das Selbstbestimmung funktionieren kann wenn die Umstände passen. Zunächst einmal steht einem ja oft die eigene Haltung im Weg, meine Freudin M kennt das sehr gut, und auch die eigene Erwartungshaltung steht einem oft im Weg und führt dann zu unnötigen Konflikten, daher denke ich das man sich selber vorher reflektieren sollte bevor man diesen Weg gehen will. Um bei M zu bleiben: Sie versuchte E an selbstbestimmten TV Konsum heran zu führen, merkte aber schnell das E nachmittags nur noch TV sehen wollte. Sie konnte das schlecht aushalten, denn das Kind braucht frische Luft, Bewegung und Kontakte. Was sie übersah war folgendes: E geht Vollzeit in die Krippe, er hat 8 Std am Tag Bewegung, Reize, Kontakte, freies und geführtes Spiel. Dieses Kind hat einen Vollzeitjob erlebt wenn er abgeholt wird, er sehnt sich nach Ruhe und Entspannung und wählt dafür den TV. Als ich M fragte was sie früher tat wenn sie von der Arbeit heim kam, schmunzelte sie dann erkennend welche Strategie E zum abschalten wählte. Sie passte ihre Erwartungen an mit der Konsequenz das sich die Situation entspannen konnte.

Bei uns funktioniert die Selbstbestimmung unter anderem deshalb, weil ich keine Erwartungen habe, selbstbestimmt ist selbstbestimmt, meine Erwartungen an meine Kinder haben da keine Relevanz, dennoch klappt es ganz gut in dem ich sie begleite in ihrer Selbstbestimmung, ihre Zeichen wahrnehme und sie dann leite, so klappt es mit dem TV Kosum genauso wie mit dem Schlafen- und zwar ohne weinen…

Aber ist das schon Unerzogen?

Ich sage nein, mir fällt es nämlich schwer gewisse Verhaltensweisen zu akzeptieren, wenngleich ich nachvollziehen kann was die Motivation dessen ist, dennoch kann ich das schlecht aushalten und unterbinde manche Dinge und biete Alternativen an… Natürlich werden die nicht immer gewollt, wäre ja auch zu einfach, aber es übersteigt einfach ab und zu meine Toleranzgrenze, ich kann es schlecht aushalten. Das zu wissen hilft mir trotzdem, denn ich kann meine Kinder reflektiert in ihrer Wut und Trauer begleiten…

Der Schlüßel liegt in diesem Satz:

Beziehung statt Erziehung“

Ich interpretiere ihn für mich so: wenn ich grundsätzlich in Kontakt ( Beziehung ) zu meinen Kindern trete, sie begleite und ihnen vorlebe dann werden sie kooperieren, nicht immer, nicht sofort, aber sie werden folgen, weil sie es wollen. Ich teile die Ansicht das Kinder aktiv an der Gesellschaft teilnehmen wollen, ein Teil davon sein wollen und das sie durch liebevolle Begleitung genau das werden und es auch gerne sind. Strafen und emotionale Erpressungen führen dazu das das Kind aus Angst vor Konsequenzen folgt und früher oder später rebelliert. Angst ist keine gute Komponente für eine Beziehung die gleichwürdig sein sollte, das ist bestimmt jedem bewusst. Gewaltfreie Erziehung ist demnach der Schlüßel zu kompetenten, selbstbewussten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Ich finde ja, das wir davon viel mehr bräuchten, und wie erzieht ihr so? Hinterlasst gerne einen Kommentar, ich bin gespannt.

 

Gebärden mit Babys und Kindern *Gewinnspiel*

*Dieser Artikel enthält Werbung*

 

Im Rahmen meiner Babysteps Kursleiter Ausbildung kam ich das erstemal näher in Kontakt mit dem Konzept der Zeichensprache für Babys und Kleinkinder. Ich wusste zwar das es das gibt, habe mich bis dahin aber nie näher mit dem Konzept befasst, weil es einfach auch nicht sehr bekannt ist wie mir scheint. Das möchte ich jetzt ein bisschen ändern nachdem ich Wiebke Gericke und ihr babySignal Konzept in Hamburg kennenlernen durfte.

Kommunikation als Grundbedürfnis

Die Kommunikation zwischen Menschen ist essentiell für ein glückliches Leben, das weiß ich schon durch meinen Beruf. Das wichtigste neben der medizinischen Versorgen der Patienten ist für die Kranken die Kommunikation. Für viele Menschen sind die Pflegekräfte die einzigen Personen mit denen verbaler Austausch stattfindet. Soziale Isolation und Depressionen sind die häufige Folge. Auch wenn man etwas spannendes, tolles, trauriges oder interessantes Erlebt hat, möchte man sich mitteilen. Die Soziale interaktion mittels Sprache ist also durchaus ein Grundbedürfnis, das uns glücklicher und zufriedener macht.

 

Kommunikation und Bindung

Kommunikation macht Bindung. Das fängt bereits im Mutterleib an: Die Eltern sprechen zu dem ungeborenen Kind und bauen so eine emotionale Bindung zum Kind auf. Das Kind kennt die Stimmen der Eltern, die Art zu sprechen. Es ist das erste bekannte das es erlebt nach der Geburt. In der ersten Bondingphase nehmen Mutter und Kind intensiven Kontakt auf. Sie beschnuppern sich, sie berühren sich, stillen das erstemal, das Neugeborene wird liebkost. Doch es passiert noch etwas: Blickkontakt. In den ersten Stunden nach der Geburt sind die Kinder sehr wach. Intuitiv suchen sie den Blickkontakt zur Mutter. Es kommt zur nonverbalen Kommunikation. Mit steigendem Alter der Kinder wird die Form der Kommunikation intensiver. Das Kind teilt sich mit Blicken, schmatzen und Lauten mit und wir Eltern antworten nur zu gern und liebevoll auf die Kontaktaufnahme unserer kleinsten. Wir intensivieren mit jeder Interaktion unsere Bindung zu einander. Jeder mobiler und selbstständiger unsere Kinder werden, desto mehr Kommunizieren sie mit uns. Und es entsteht Frust weil man nicht immer in der Lage ist zu erfassen was das Kind mitteilen möchte. Denn vom Sprechen ist man noch ewig weit entfernt.

 

Gebärden als Hilfsmittel

Die Gebärdensprache kann ein tolles Hilfsmittel sein diese Lücke zu schließen und dem Bedürfnis nach Kommunikation nach zu kommen, denn die Motorik der Hände ist schneller zu erlernen als das ausdrücken von Wörtern. Das erlernen sinnvoller Gebärden kann somit den Alltag erleichtern, die Kommunikation zwischen Eltern und Kind verbessern. Doch wie geht man es an?

Wer keinen Kurs besuchen kann oder möchte, hat die Möglichkeit verschiedene Bücher zum Thema zu lesen ( eins davon könnt ihr sogar gewinnen), Videos auf Youtube ansehen oder verschiedene Gruppen auf FB zu besuchen. Selbstverständlich könnte man sich auch selber etwas ausdenken ABER wie wäre es wenn dein Kind ein Leben lang von diesen Gebärden profitieren könnte? Viele Konzepte nutzen die offiziellen Gebärden der DGS oder nutzen auch amerikanische Gebärden. Der Mehrwert ist also durchaus gegeben, auch wenn die Eltern mit den Kindern nicht die Sprache an sich, sondern nur einzelne Gebärden erlernen.

 

Und wie soll das funktionieren?

Keines Falls ist es so, das man die Gebärden mit den Kindern einübt. Viel mehr erlernen die Eltern die Gebärden und integrieren sie im Alltag genauso wie sie verbale Sprache benutzen, die Gebärder unterstreicht das gesprochene Wort und ersetzt es nicht. Zunächst wird das Baby nur rudimentär die Gebärden nachahmen, ähnlich wie beim Sprechen. Es muss üben und präzisieren damit aus wildem Hand gewuschel eine Gebärde werden kann. Wer sein Kind empathisch begleitet und beobachtet wird sehr schnell in der Lage sein, zu erkennen was das Kind ausdrücken möchte, eben genauso wie es auch beim Sprechen lernen funktioniert.

Meine eigene Erfahrung mit Gebärden…

Im Rahmen meine Kursleiterausbildung erhielten wir eine kleine Info-Einheit zum Thema Gebärden mit Babys von Wiebke Gericke, der Gründerin von babySignal und Autorin von babySignal, mit den Händen sprechen. Wiebke kommt aus Hamburg und ist dipl. Pädagogin. Sie erläuterte uns das Konzept und wie es funktioniert. Da meine Betreuung für die Zwillinge nur mehr schlecht als recht funktionierte, war Motte zu dem Zeitpunkt mit im Kursraum. Eine gute Gelegenheit „am lebenden Objekt“ zu lernen. Motte war begeistert und setzte blitzschnell um was Wiebke ihr zeigte, mein Mutterherz platze beinahe vor Stolz, das kann ich euch sagen.

babysignal

Beeindruckt von der Wirkung kaufte ich mir Wiebkes Buch und begann Gebärden zu erlenen, die für unseren Alltag passend waren. Ich wollte unbedingt wissen ob es wirklich funktioniert und ob es noch Sinn macht, weil die kleinen zu diesem Zeitpunkt bereits ziemlich ordentlich verbal kommunizierten. Meine Sorge, die kleinen würden das mit dem Sprechen erst einmal wieder aufgeben und die Gebärden nutzen, bestätigte sich nicht. Im Gegenteil, ich hatte den Eindruck es unterstützte beide beim lernen der Worte. Das ganze ist jetzt 4,5 Monate her. Wenn ich ehrlich bin nutzen wir kaum noch Gebärden, weil die Worte die Gebärden überwiegend abgelöst haben, doch es kommt häufig vor das vor allem Knödel seine Worte mit Gebärden unterstützt um dem ganzen Nachdruck zu verleihen.

Gewinne eins von Wiebkes Büchern!

Da ich von diesem Konzept überzeugt bin, habe ich die Möglichkeit eins von Wiebkes Büchern für euch zu verlosen!

Um gewinnen zu können müsst ihr folgendes tun:

  1. Gebt den Facebookseiten von babySignal und Keins bestellt, 2 bekommen ein gefällt mir!
  2. Kommentiert hier oder bei Facebook warum ihr dieses Buch gewinnen möchtet, schön wäre es wenn ihr von euren eigenen Erfahrungen berichten könntet.
  3. Markiert für ein Extralos einen Freund pro Kommentar
  4. Teilen wäre nett, ist aber kein Muss

Das Gewinnspiel startet heute um 14.00 Uhr und endet am 20.9. 16 um 15.00 Uhr, gelost wird vom Doppelpack. Das Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit Facebook, der Rechtsweg ist ausgeschloßen, eine Barauszahlung des Gewinns nicht möglich. Teilnehmen kann jeder über 18!

Viel Glück!

 

Zwillinge stillen? Geht doch gar nicht! Oder doch???

Am Anfang meiner Schwangerschaft war für mich klar: Zwillinge stillen , das geht ja nicht. Im Verlauf reifte der Wunsch es zumindest zu versuchen. Zugegeben, der Start zum stillen war kein leichter. Ob eine erfolgreiche Stillbeziehung entstehen kann steht und fällt jedoch mit der Wahl des Geburtsortes und dem Personal. Das heißt zwar nicht grundsätzlich das man im Krankenhaus keinen guten Stillstart haben kann, doch ist man schon deutlich abhängiger von der Einstellung und dem Fachwissen der Schwestern und Hebammen. Auch bei einer ambulanten, Geburtshaus oder Hausgeburt kann immer etwas schief gehen und der Stillstart wird behindert.

Ein großer Faktor für das erfolgreiche Stillen ist das erste Bonding und das intuitive Stillen im Kreißsaal. Gerade bei Zwillingen ist aber hier schon ein potenzielles Problem zu finden: was ist wenn die kleinen zu früh in die Welt starten, es ihnen aus anderen Gründen nicht gut geht oder es viele Interventionen im Geburtsverlauf gab? Alles sind Punkte die Einfluss auf das stillen haben, die das Bonding stören. Viele Kinder sind auf Grund des durchschtnittlich niedrigeren Geburtsgewichts trinkschwächer.

Wenn die Kinder dann noch für eine Zeit auf der Neo-Intensiv betreut werden müssen, ist man auch noch häufig in den festgefahrenen Strukturen gefangen. Dann heißt es nur alle 4 Stunden stillen, maximal 15 Minuten soll das Kind an der Brust bleiben. Meldet sich das Neugeborene zwischen diesen Einheiten gibt es häufig , ohne Absprache mit den Eltern, einen Schnuller um das Baby auf seine Zeiten zu ziehen. Dann gibt es noch diese schrecklichen sogenannten Stillproben die nicht selten zu Verzweifelung und zufüttern mit Formulanahrung führen. Für viele Mütter mit Stillwunsch bedeutet dies der Anfang vom Ende, das Kind verweigert die Brust, der Milcheinschuß verzögert sich, die Milch reicht scheinbar nicht.

Der Weg zum Vollstillen ist an dieser Stelle ein schwerer für die Wöchnerin, er erfordert viel Geduld, Verständnis und Unterstützung im Umfeld. Doch gerade das Umfeld ist oft nicht hilfreich, es kommen Fragen ob man sich das wirklich antun möchte, eine Flasche wäre doch viel schneller und leichter gemacht, außerdem könnte man das Kind dann ja auch leichter abgeben. Neben der Tatsache, dass  diese Kommentare, genauso wie“ das Kind schreit vor Hunger, gib doch ne Flasche“, unter Umständen sehr verletzend und übergriffig empfunden werden, wird außer acht gelassen das zum besseren Bonding das Fläschchen vor allem in den ersten Lebensmonaten von den primären Bezugspersonen mit viel Körperkontakt gegeben werden sollen. Das sind in der Regel jedoch nicht die lieben Omas sondern Mama und Papa und das sollte von allen respektiert werden.

Doch was tun, wenn das Kind eigentlich schon in den sprichwörtlichen Brunnen gefallen, es Stilprobleme gibt und man in dem Teufelskreis des zufütterns geraten ist?

Zunächst einmal sollte man natürlich seinen Wunsch mit seiner Hebamme besprechen, im Idealfall ist diese ausgebildete Stillberaterin, wenn nicht stellt sie Kontakt her.

Je nachdem wie der Gewichtsverlauf ist sollte man das zufüttern umgehend abbrechen oder, wenn das Gewicht noch problematisch sein sollte, tgl reduzieren. Es empfiehlt sich auf stillfreundliche Methoden wie das Fingerfeeding oder Bechern zurück zu greifen. Eine erfahrene Hebamme oder Stillberaterin könnte die frische, stillwillige Mama im Umgang mit einem Brusternährungsset schulen. Darüber hinaus:

Das Wochenbett gehört ausgiebig zelebriert:

Eine Woche im Bett

Eine Woche am Bett

Eine Woche ums Bett herum.

So sagen es die alten Hebammen gerne.

Außerdem: viel kuscheln, am besten nackt um viel Hautkontakt zu haben, das steigert die Ausschüttung von Oxytocin und unterstützt das Bonding, beides wichtige Indikatoren für das erfolgreiche Stillen. Auch das stillen nach Bedarf, das oft Nerven zerrende Cluster Feeding und das weglassen von Fremdsaugern unterstützen das Stillen, auch das abpumpen von Muttermilch kann, muss aber nicht, die Milchmenge steigern. ( auf der Seite http://www.stillkinder.de gibt es eine Anleitung zum „Power-Pumpen“).

Hilfreich ist es auch sich verschiede Positionen zum Stillen von Zwillingen zeigen zu lassen, von der LLL gibt es außerdem schöne Grafiken auf den verschieden Positionen schematisch dargestellt werden, denn Tandemstillen ist gerade in den ersten Wochen ein Lebensretter für stillende Mehrlings- oder mehrfach Mütter die länger stillen wollen. Die Milch fließt leichter, die Milchmenge reguliert sich schneller.

Und sollte es trotz der vielen Bemühungen nicht funktionieren, dann ist es zwar oft eine traurige Nachricht für die frisch gebackene Mama, doch auch die Zwiemilch-Ernährung, das Pump-Stillen oder das alleinige Füttern von Formulanahrung sind nicht allein entscheidend für eine glückliche Kindheit und eine sichere Bindung. Stillen ist nur einer von vielen Faktoren die eine sichere Bindung unterstützen. Dogmatismus ist an dieser Stelle nicht angebracht, und Vorverurteilungen ebenso. Das wichtigste ist immer das es Mutter und Kind gut geht mit dem Weg den man gewählt hat, unwichtig ist was andere denken.

8 Fragen an Pippi, Bloggerin und Ideengeberin für die Seite Zwillingsblogger.de

Vor einigen Wochen wurde ich auf Facebook auf das Projekt „Zwillingsblogger“ aufmerksam, nach einem kurzen Kontak mit der Ideengeberin „Pippi“ war mir klar, das muss ich euch zeigen 🙂

Zwillingsblogger_Logo schwarz

 

 

  1. Zunächst, erzähle doch mal ein bisschen von dir!

Im Moment blogge ich unter dem Pseudonym „Pippi“ auf www.kuntabunt.de und bin im 10. Monat mit Zwillingen schwanger. Ich habe schon vorher gebloggt, jedoch kannten die meisten meiner Freundinnen und auch einige aus der Familie diesen Blog, was mich oft daran gehindert hat, wirklich offen über manches, was mich gerade bewegt, zu schreiben.

( Anm.: Die kleinen sind mittlerweile schon geboren worden)

 

Mein Blog ist für mich wie ein Tagebuch, wo ich kein Blatt vor den Mund nehmen möchte. Wenn mich etwas beschäftigt (egal, ob gut oder schlecht), möchte ich darüber schreiben, ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob ich damit jemandem damit zu nahe trete. (Mein Mann und auch meine Mama wissen zum Beispiel, dass ich ab Geburt der Zwillinge ausschließlich auf einem anderen Blog schreiben und den alten schließen werde, sie kennen jedoch auch die Hintergründe und ich habe sie gebeten, mir diese „Privatsphäre zu lassen“, was sie verstehen.)

 

Zu mir privat: Ich bin Ende 30 und seit mittlerweile 7 Jahren schwer in meinen Herzmann verliebt. Ich bin ein echtes Nordlicht und auch wenn ich während des Studiums viele Länder kennenlernen durfte, hat es mich immer wieder nach Hause gezogen. Ich bin ein sehr familiärer Mensch, meine Familie und langjährigen Freunde um mich zu wissen, gibt mir das Gefühl von Geborgenheit.

 

Seit dem ich denken kann, habe ich immer gesagt, dass ich erst spät Kinder, dafür jedoch Zwillinge bekommen werde und nun ist es bald soweit. Ich werde eine Zwillingsmama 🙂

Kuntabunt (2)

 

  1. Warum hast du die Idee gehabt, eine Seite zu erstellen, auf der du Zwillingsblogs sammelst und den Autoren eine Plattform zu geben?

Als ich erfahren habe, dass ich Zwillingsmama werden würde, habe ich in verschiedenen sozialen Netzwerken vermehrt den Kontakt zu anderen Mehrlingsmamas und -schwangeren gesucht. Die meisten meiner Mädels haben zwar bereits Kinder und ich war immer und überall dabei, jedoch denke ich, dass es schon einen Unterschied macht, ob man Mama (oder auch Papa) von einem Einling oder eben Zwilling ist. Es stellen sich ganz andere Fragen und Herausforderungen, bei denen (so vermute ich zumindest) einem andere Zwillingsmamas eher mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

 

Mittlerweile habe ich viele andere Mamas mit Zwillingen kennengelernt und zu manchen ist eine echte Freundschaft entstanden. Es wird telefoniert, gesimst, Sprachnachrichten versendet oder eben auch Blogs gelesen. Auch wenn das alles irgendwie „nebenbei“ lief, war es doch gerade am Anfang ein ganzes Stück Arbeit, diese tollen Frauen zu entdecken. Ich hätte mir gewünscht, eine Plattform zu haben, wo ich auf einen Blick viele tolle Blogs aufgelistet finde um leichter Gleichgesinnte zu finden.

 

  1. Welche Ziele möchtest du damit verfolgen?

Ich möchte anderen die Möglichkeit bieten, leicht für sich relevante Mehrlingsblogs zu finden. Der Blog heißt zwar ZWILLINGSBLOGGER, bezieht jedoch auch Drillings- oder sogar Vierlingseltern mit ein, denn auch diese gibt es mit Sicherheit, wenn auch seltener.

 

  1. In welcher Form können die Blogger davon profitieren? Wie können die Leser profitieren?

Vom Prinzip her profitieren sowohl die ZWILLINGSBLOGGER als auch deren Leser: Die Blogs der ZWILLINGSBLOGGER werden durch das Netzwerk leichter von anderen gefunden, was gerade für kleine bzw. unbekannte Blogs ein großer Vorteil ist (es gibt so viele wunderbare Blogs). Den Lesern bietet es den Vorteil, z. B. anhand der Geburtsjahrgänge Blogger mit Mehrlingen in einem bestimmten Alter zu finden. Wenn jemand eine Idee hat, nach welchen Kategorien man noch suchen können sollte, freue ich mich über einen kurzen Hinweis.

 

  1. Welche Voraussetzungen müssen Blogger erfüllen um gelistet zu werden?

Als erstes sollte es sich um echte Blogs (wordpress, blogspot etc.) handeln, die von Mehrlingsmamas oder -papas selber geführt werden. Es gibt zwar auch tolle Blogs, die hauptsächlich von Gastbloggern gefüllt werden, diese sind jedoch nicht meine Zielgruppe. Auch geht es mir nicht um Schwangerenblogs (daher habe ich meinen Blog auch noch nicht offiziell vorgestellt), Instagram-Profile oder Facebook-Seiten, wobei ich nicht ausschließe, diese zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht auf je einer Seite gesammelt zu verlinken.

 

Inhaltlich gibt es keine genauen Vorgaben, außer dass es voranging um das Leben mit bzw. Tipps für Mehrlinge gehen soll. Blogs, die hauptsächlich von Kooperationen leben und deren größter Anteil somit Werbung ist, finde ich persönlich uninteressant, ebenso wie Blogs, bei denen es eigentlich nur um Produkte (wie z. B. Selbstgenähtes) für Zwillinge geht. Es geht mir darum, Menschen zusammenzubringen, das Persönliche hat also eindeutig Vorrang!

 

Im einzelnen sind die Voraussetzungen und das Vorgehen, ein ZWILLINGSBLOGGER zu werden, hier genau beschrieben: http://www.zwillingsblogger.de/so-wirst-du-ein-zwillingsblogger

 

  1. Was wünschst du dir langfristig für www.zwillingsblogger.de?

Ich wünsche mir, dass das wir ein großes Netzwerk von und für Mehrlingseltern werden 🙂

 

  1. Wie bringst du die Arbeit für ZWILLINGSBLOGGER und deinen privaten Blog in Einklang?

www.zwillingsblogger.de ist eher ein „passiver“ Blog: Sobald ich einen neuen Blog vorstelle, benötige ich (derzeit noch) ca. 30 Minuten, um zu überprüfen, ob ich alle Informationen, die ich benötige, vorliegen habe (ggf. muss ich nachfragen, was natürlich wieder Zeit in Anspruch nimmt), den Blogpost zu erstellen sowie den Blog auf Instagram vorzustellen. Ich denke, je mehr Blogs ich vorstellen werde, desto „schneller“ und routinierter werde ich.

Ist ein Blog erstmal vorgestellt, habe ich bis auf kleine Dinge, die ich manchmal noch verändere oder anpasse, wie bspw. Hinzufügen neuer Kategorien für alle Blogs, keine Arbeit mehr damit.

 

Das ist natürlich bei meinem eigenen Blog anders. Hier haben die Leser die Möglichkeit, meine Blogposts zu kommentieren, Fragen zu stellen sowie sich mit mir über Facebook, Twitter oder Instagram zu vernetzen. Letzteres ist nicht öffentlich und hier schaue ich auch, wer mir hier folgt. Follower, die lediglich still mitlesen, werden regelmäßig aussortiert, denn hier geht es mir darum, meine Leser persönlich kennenzulernen und den Menschen hinter dem Blog zu zeigen.

 

  1. Welche Möglichkeiten haben die Leser, ZWILLINGSBLOGGER zu folgen?

Bei Interesse hat man verschiedene Möglichkeiten, umgehend über neue Blogs informiert zu werden, sobald es einen neuen Eintrag gibt:
–       Man kann zum Beispiel direkt auf www.zwillingsblogger.de seine Emailadresse eintragen.

Man hat aber auch diverse andere Möglichkeiten, da ZWILLINGSBLOGGER mit verschiedenen sozialen Netzwerken vernetzt ist:
–       auf Facebook heißt die Seite ebenfalls ZWILLINGSBLOGGER (www.facebook.com/zwillingsbogger)
–       auf Instagram findet Ihr die ZWILLINGSBLOGGER unter @zwillingsblogger
–       auf Twitter unter @zwillingsblogge (ohne „r“ am Ende)

So kann jeder den für sich besten bzw. einfachsten Weg wählen.

13 : 18 Hochformat

13 : 18 Hochformat