Mittagsschlaf adé – wie das fehlen einer Stunde mich aus dem Rhythmus bringt

Das Thema “ Schlafen“ war lange Zeit ein großes Reizthema für mich:

erst schlief hier gefühlt keiner, dann nur auf mir drauf. Später wurde dann ständig nur kurz auf mir geschlafen usw. Irgendwann platze dann der Knoten: ich konnte die schlafenden Zwillinge ablegen. Zunächst nur abends, später dann auch tagsüber. Zum ersten Mal seit über einem Jahr hatte ich wieder Zeit nur für mich. Was für eine Offenbarung: ALLEINE etwas machen. Lesen, malen, baden oder schlicht nur Serien ansehen oder Haushalt erledigen. Der Zeitraum in dem die Kinder alleine schliefen wurde immer größer. Die Freiheit auch. Ich konnte lange Telefonate führen oder auch skypen. Ich konnte viele Artikel schreiben und Kontakte pflegen. Mit der Zeit etablierte sich ein Rhythmus: Um 6.30 Uhr aufstehen, um 12 Uhr ins Bett zum Mittagsschlaf und zwischen 14.30 und 15 Uhr wieder raus, zum Nachtschlaf gings um ca. 20.30 Uhr. Was für tolle Zeiten! Ich habe meinen Tagesablauf darauf abgestimmt und alles war toll. Für so 5 Monate zumindest. Denn dann wurde hier der Mittagsschlaf von den Knödels abgeschafft.

 

Hilfe mir fehlt ne Stunde!!!

 

Mit dem Wegfall des Mittagsschlafs ist auch mein Tagesablauf abhanden gekommen. Die Kinder schlafen länger und gehen früher ins Bett. Dazwischen gibt es aber keine Zeit in der ich mal zur Ruhe kommen kann. Und damit kam ich ins schleudern, mein Rhythmus ist abhanden gekommen. Dadurch das ich morgens mit den Kindern aufstehe  fehlt mir morgens (gefühlt) ne Stunde Zeit in der ich schnell grob Ordnung schaffen konnte, einen Kaffee trank und den Kindern ein Frühstück richtete. Je nachdem was wir geplant hatten folgte Haushalt oder Unternehmungen, pünktlich zum Mittagsschalf sind wir wieder heim gegangen, dann gings ins Bett und ich erledigte den Rest der liegen geblieben war, wartete auf das Aufwachen der Kinder und startete dann das Nachmittagsprogramm und bereitete mit ihnen das Abendessen zu. Dann gings in die Badewanne und ins Bett. So richtig schön spießig und planbar. Nach dem mir ja morgens schon ne Stunde gefühlte Zeit fehlt in der ich nicht in den Trott komme, fehlt Mittags auch ne Stunde und gleichzeitig ist es eine zu viel, das was ich früher in der Zeit machte, ging nicht mehr und was ich jetzt in der Zeit machen soll weiß ich nicht so genau, da probieren wir gerade was für uns passt aber gefunden haben wir noch nichts.

Die Stunde zu wenig/ zu viel macht den Nachmittag zäh und langatmig und führt dann später zu Stress den Abends fehlen gleich 2 Stunden! Während ich noch versuche einen Rhythmus zu finden, muss ich eigentlich das Abendessen vorbereiten und pünktlich auf den Tisch schaffen, sonst droht ne Katastrophe in Form von übermüdeten zweihjährigen. Ihr kennt das oder?

 

Auf der Suche nach einem neuen Beat!

 

Nachdem ihr jetzt also wisst das mir im Laufe eines Tages 3 Stunden abhanden gekommen sind und ich davon eine zur falschen Zeit wieder gefunden habe, erzähle ich euch mal welchen weiteren Einfluss das auf unseren Alltag hat:

Da ich nicht weiß wie ich wann und womit anfangen soll herrscht hier Chaos. Treffen mit Freunden scheitern zur Zeit an den Schlafenszeiten aller beteiligten Kinder oder aber an den Arbeitszeiten von uns. Oder an Terminen sonstiger Natur. Nachmittags das Haus zu verlassen ist gleichbedeutend mit einer Einladung zum Abendessen:

Da die anderen Kinder noch einen Mittagsschlaf machen können wir erst spät los und müssen früh wieder weg. Da wir zum Teil ne ordentliche Strecke fahren müssen kollidiert das brutal mit der aktuellen Bettzeit der Zwillinge – ohne Abendessen direkt ins Bett ist aber auch nichts -> Nachts gibts dann schmacht! Und wecken zum Essen? Neee das würden beide mir extrem Übel nehmen. Vormittags ist es übrigens das Gegenteil: Da Motte und Knödel erst zwischen 8 und 8.30 Uhr aufstehen und erst ab 10.00 Uhr ausgeh/besuchsfertig sind artet es dann in Stress aus: ab 12.30 läuten die anderen Kids den Mittagsschlaf ein während meine beiden gerade erst warm gelaufen sind.

Um das Chaos zu minimieren versuche ich gerade verschiedene Abläufe und Motivationsmöglichkeiten aus, zumindest funktioniert das inzwischen so weit, dass hier wieder Ordnung herrscht, auch das mit dem Essen am Abend habe ich wieder im Griff, nur ne gute Zeit für das regelmäßige Bad, das die kleinen so lieben, habe ich noch nicht gefunden. Und ne Lösung für die sozialen Kontakte ist auch noch nicht so wirklich da.

 

Und gerade als wir einen neuen Rhythmus fanden brach alles wieder zusammen..

Nachdem wir uns wieder eingespielt hatten passierte dann ja auch so ziemlich das dümmste was kommen könnte: Ich brach mir meinen Zehen und bin vorübergehend zum nichts tun verdammt. Und wisst ihr was? Ich bekomme mal wieder nichts auf die Reihe…

Wie war das denn bei euch so, als der Mittagsschalf von euren Kids abgeschafft wurde? Und wie habt ihr euch wieder eingespielt?

P.S. Mein gelegentlich gegönntes Mittagsschläfchen ist ja jetzt auch passé… Welch unglück!

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5 Gedanken zu “Mittagsschlaf adé – wie das fehlen einer Stunde mich aus dem Rhythmus bringt

  1. Du beschreibst gerade meine grosse Angst 😉 Der Mittagsschlaf ist Gold wert, er bietet Raum um Energie und Nerven zu tanken und etwas zu erledigen. Ein Leben ohne ihn kann ich mir gerade nicht vorstellen… Aber unsere Zwillinge sind auch gerade 2 und der Mittagsschlaf bröselt so langsam weg. An 3 von 4 Tagen klappt es noch, aber der eine Tag ohne Mittagsschlaf ist unheimlich heavy. Keine Pause und obendrauf Zwillinge die ab 3 knatschig sind – gerne auch mal mit Tobsuchtsanfall *hihi* Ich klammer mich gerade noch mit aller Kraft an den Mittagsschlaf und geh notfalls nach der Mittagszeit noch mit ihnen im Wagen spazieren. Meist schlafen Sie dann trotz Kampf doch nach 20 Minuten ein und ich kann durchatmen. Aber irgendwann wird es ja trotzdem kommen… Ich plane ja, dass die Kinder dann eine Stunde auf ihrem Zimmer spielen, aber wie ich lese soll auch das eine Herausforderung sein 😂 Es bleibt wohl spannend und ich bin sehr neugierig auf Deine Erfahrungen und die folgenden Kommentare 😊

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    • Das mit dem raus gehen im Wagen/ Auto fahren haben wir probiert. Es funktioniert nur noch wenn die kleinen aus versehen früher wach werden. Also höchstens einmal die Woche. Aber mal so unter uns: nach ein paar Wochen haben die kleinen ihren knatschigen Punkt überwunden und ziehen gut durch bis 18 Uhr/ 18.30 Uhr.
      Ein gut gemeinter Tipp: nicht klammern! Lass ihn gehen. Der Frust und die zerstörte Hoffnung sind echt ein trigger hier. Das hat mich am Anfang echt aggro gemacht.

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      • Den knatschigen Punkt überwinden – Das gibt zumindest Hoffnung 😉
        *haha* Erwischt! Einen besseren Tipp kannst du mir grad nicht geben – Die zerstörte Hoffnung die Du beschreibst ist echt fies und macht mich manchmal gerade fertig. Ich werde mir Deinen Rat zu Herzen nehmen. Danke dafür und gute Nacht, Grüße Alexandra

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      • Ist wirklich so. Man wird wütend weil man so sehr will das die kleinen pennen und dann werden die kleinen wütend weil sie sollen aber nicht wollen. Da reibt ihr euch echt gegenseitig auf. Das zerrt echt. Lass ihn ziehen. Ich mache es so: ich biete ihn nicht an, mach aber ne vorlese-kuschel-stunde im Bett. Entweder sie schlafen dann ein oder wir stehen wieder auf. Ganz ohne zwang. So sind aber dann zumindest alle ne Stunde zur ruhe gekommen. Machen wir derzeit von 13.30- 14.30 Uhr weil da meist so ein toter Punkt ist.

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