Es ist Zeit los zu lassen – die Knödels gehen in den Kindergarten 

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Eigentlich, so war der Plan, sollten die Knödels nicht in den Kindergarten gehen. Meine Mutter sollte als Tagesmutter die beiden betreuen wenn ich wieder arbeiten gehen würde. Die besten Pläne taugen aber  nichts wenn man das Leben nicht einkalkuliert. Lange Rede, kurzer Sinn:

Meine Mutter wird keine Ressourcen haben um Motti und Knödel zu betreuen und ich muss eine alternative finden. Also haben wir diese Woche mehrere Kindergärten und KiTas angesehen.

Die Einrichtung im Ort ist keine Option 

Natürlich gibt es bei uns auch Kindergärten, sogar richtig viele aber sie passen nicht zu uns und unseren Bedürfnissen. Die kleinen Einrichtungen haben schreckliche Zeiten zur Betreuung, die mit den besseren Zeiten nehmen meine Kinder erst wenn ich schon lange wieder arbeiten muss oder sie sind mit über 120 Kindern mehr als ausgelastet. Das möchte ich nicht für meine Kinder also habe ich bei der Gemeinde einen Antrag zur Kostenübernahme gestellt damit die Knödels außerhalb einen Kindergarten besuchen können. Und dann begann die Suche und das war gar nicht so leicht!

Folgende Fragen habe ich bei der Auswahl zu Grunde gelegt:

– wo ist die Einrichtung? Ist sie gut für mich und auch meine Mutter zu erreichen?

– in welchen Zeiten wird betreut?

-wie flexibel bin ich in der Nutzung der Betreuungszeiten?

– wie stehen die Erzieher zu Stoffwindeln und zur vegan/vegetarischen Ernährung?

– wie sehr wird auf die Bedürfnisse der kinder geachtet? 

– und natürlich auch wie ist der Betreuungsschlüßel?

Nachdem ich eine Woche lang nur telefoniert habe, konnte ich eine Vorauswahl treffen und am Ende blieben 3 Kindergärten über, die wir uns gemeinsam näher ansehen wollten.

Erste Station:

Das Montessori Kinderhaus!( private Einrichtung)

Eigentlich wäre dieser Kindergarten meine erste Wahl aber leider waren wir zu spät und ein flexibler Vollzeitplatz für gleich 2 Kinder war nicht zu meinem Wunschtermin machbar. Wir hätten nur einen Nachmittagsplatz bekommen können. Gegangen wäre das bestimmt auch irgendwie aber mir fehlte trotzdem etwas die flexibilität die ich in meinem Beruf benötige um genug Geld für uns 3 zu verdienen.

Die Einrichtung war wirklich schön, sehr ansprechend arrangiert und eingerichtet. Dort können 108 Kinder in Gruppen von maximal 25 Kids bzw. 18 Kids in der Integrationsgruppe betreut werden. Trotz der Menge an Kindern war es angenehm ruhig und alle Kinder wirkten zufrieden und ausgeglichen. Ich hätte die Twins gerne dort angemeldet. Aber wir hatten ja noch weitere Stationen.
Die Kindervilla ( städtische KiTa )

Eigentlich hatte ich große Erwartungen an diese KiTa, sie ist sehr neu und hat nur 20 Kinder in der Betreuung. Plätze wären auch schnell verfügbar gewesen. Die Betreuungszeiten sind nicht optimal aber es wäre mit Hilfe von Freunden und Familie machbar gewesen. Leider war der Underdog in der Liste den Erwartungen in keinster Weise gerecht geworden. Den Kindergarten als solches gibt es schon wirklich sehr, sehr lange aber vor etwa einem Jahr hat der Träger gewechselt. Ich hatte nicht viele Erwartungen aber diese wurden noch unterboten:

  • es gab kein Konzept in das man als Eltern hinein sehen konnte.
  • die Einrichtung ist teilweise saniert worden und wirkt unfertig
  • der Ablauf wirkt unstrukturiert
  • das Inventar ist spärlich und zum Teil schon sehr alt und defekt ( man merkt im Vergleich zu den andern Einrichtungen das dieser KiTa die finanziellen Mittel fehlen)
  • Die Leitung wirkte nicht aufrichtig im Gespräch, ich hatte den Eindruck sie würde sagen was ich hören wollte.
  • Festgelegte Zeiten zum Essen, Mahlzeiten werden gestellt, man hat keinen Einfluss auf die Nahrungsmittel für die Kinder.
  • Der Kontakt zu den Kindern wirkte lieblos

Das einzige pro in dieser Einrichtung ist die vergleichsweise kleine Gruppe. Es gibt 16 Kindergartenplätze und 4 Krippenplätze. Der Spielplatz ist auch sehr schön aber auch eher spartanisch angelegt.

 

Der Kindergarten ( kommunale Einrichtung)

 

Diese Einrichtung hatte bei mir einen Platz unter den Favoriten schon bevor wir sie besucht haben, denn neben einem wirklich schönen Internetauftritt und einem ausführlichen Konzept als PDF-Datei zum download die schon früh Pluspunkte sammelten weil alles stimmig war, kenne ich viele die dort in den Kindergarten gingen, später die angehörige Grundschule besuchten ( nach 3 privaten Schulen für mich in der Region ebenfalls Favorit) und weiß wie zufrieden sie dort waren und das sie auch selber ihre Kinder dort hin schicken würden. Auch gehen/ gingen 3 von 4 Tageskindern meiner Mutter in diesen Kindergarten, auch diese Eltern sind höchst zufrieden mit dem Kindergarten an der Grundschule.  Im letzten Jahr lernen die Kinder die Lehrer ihrer zukünftigen Schule kennen, durch die gemeinsame Nutzung von Turnhalle und Schwimmhalle sind sie bereits bestens mit den Nebengebäuden ihrer zukünftigen Grundschule vertraut, denn auch das Mittagessen wird in der Mensa der Schule eingenommen. Getrennt vom Schulhof gibt es einen wirklich schönen, anregenden, großen Spielplatz für die die Kindergartenkinder.

Letztlich habe ich mich für den klassischen Kindergarten entschieden, denn Wohnortnähe, flexible Zeiten und ein bedürfnisorientierter Umgang mit den Kindern sind dort sichergestellt, so können die Kinder beispielsweise frei wählen wann und mit wem sie ihr Frühstück einnehmen und auch entsprechend ihres Ruhe- und Schlafbedürfnisses schlafen. Desweiteren können sich die Kinder innerhalb der Einrichtung frei zwischen den Räumen bewegen und ein Angebot ihren Neigungen entsprechend nutzen, denn außer dem Morgenkreis finden innerhalb der geschloßenen Gruppe nur recht wenige starre Einheiten statt. Die Kinder können frei wählen und auch das freie Spiel nimmt einen großen Stellenwert ein.

Auch die Tatsache das der Kindergarten sich für die Grundrechte der Kinder einsetzt und eine gewaltfreie Erziehung für das höchste Gut hält haben zu dieser Entscheidung beigetragen, aber auch das Wohlbefinden der Knödels hatte Anteil an dieser Entscheidung, denn nirgendwo waren sie so schnell und entspannt im Kontakt mit den Erzieherinnen.

 

Wie war das denn bei euch? War die Wahl des richtigen Kindergartens eher schwer oder habt ihr sie in die Einrichtugen vor Ort gegeben?

Liebe Grüße Ela

 

copyright der Bilder: Keins bestellt, 2 bekommen

 

Penaten vergleicht Windeln mit Dschungelprüfungen #rant

Pünktlich zum Beginn der neuen Staffel „ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ Versucht Penaten in den sozialen Medien zu Punkten mit zweifelhaften Vergleichen.


Im Wortlaut:

„Jede Dschungelprüfung angenehmer als eine vollgeschissene Windel bei Durchfall“

Mal abgesehen davon das sich dort vor laufenden Kameras deutsche Promis teilweise Menschen- und Tiereverachtenden Prüfungen unterziehen für ein  bisschen Fame und Kohle ist dieser Vergleich auch für unsere Kinder eine Herabwürdigung.

Man kann vom Dschungelcamp halten was man möchte aber dieser Vergleich geht mal so gar nicht. Die Ausscheidungen unserer Kinder sind etwas natürliches! Es hat nichts mit Ekel-Prüfungen aus dem Dschungel zu tun. Durchfall ist für jeden extrem unangenehm. Der Bauch schmerzt, die Därme verkrampfen. Der Po brennt und tut weh. Das ist nicht schön sondern eher ein bedauernswerter Zustand.
In dem wir diesen Zustand – eine Krankheit- mit einer Dschungelprüfung vergleichen entwürdigen wir unsere Kinder und belegen sie mit einem Makel, dem Ekel vor den eigenen Ausscheidungen. Und nicht nur das: wir belegen auch Erwachsene Menschen mit diesem Ekel-Makel. Nämlich all jene Menschen die Pflege bedürfen und ihre Ausscheidungen nicht unter Kontrolle halten können.

Ich habe in meinem Leben unzählige Kinderwindeln und Inkontinenzhosen von alten, Kranken Menschen gewechselt. Nie im Leben habe ich Ekel empfunden, denn ich hätte ihn nicht verbergen können und hätte damit den mir anvertrauten Menschen ein schlechtes, beschämendes Gefühl gegeben und sie gekränkt.

Die Würde des Menschen ist unantastbar! Das gilt auch für unsere KINDER und unsere ALTEN UND KRANKEN! 

Und wo wir gerade bei würde sind: das Dschungelcamp hat auch nicht viel damit zu tun! Entwürdigende Lebensumstände, grausame Prüfungen. Alles was die Teilnehmer bekommen ist eine Gage, ein paar Minuten Ruhm und viel viel Spot, Häme und Hass weil sie in ihrem Verhalten, ihrem äußeren oder ihren Aussagen nicht den Vorstellungen des Publikums entsprechen.

Und auch viele Kinder bekommen es zu spüren wenn sie nicht funktionieren und sich verhalten wie erwünscht. Auch sie werden gestraft, beschimpft und entwürdigt.

Penaten hat es geschafft mit einer einzigen Aussage beides zu verdeutlichen:

Kindheit ist entwürdigend. Genauso wie das Dschungelcamp!

Eine Windel kann man achtsam und ohne Ekel wechseln und den Menschen im Camp könnte man auch Achtsamkeit schenken statt Spott und Verachtung!
Foto: Penaten Facebookseite!

In freudiger Erwartung…

Guter Hoffnung sein…

img_20161112_133120.jpg Mädchen? oder doch ein Junge?wp-image-457261868jpg.jpg

Für die Schwangerschaft gibt es viele Synonyme. Erwartung… Hoffnung… Das beschreibt den Umstand einer Schwangerschaft sehr deutlich wie ich finde. Man macht sich Gedanken um das kleine Wesen im eigenen Bauch. Man überlegt wie es aussehen wird und auch welches Geschlecht es haben wird. Ob es gesund sein wird. Aus dem „es“ im Bauch wird irgendwann eine Person. Ein Name. Man folgt dem Bauchgefühl und versucht zu erspüren wer dort in einem wächst. Man schafft eine Verbindung und ein Bild. Und dieses Bild kann vielfältig aussehen. Ist es ein Mädchen? Ist es ein Junge? Mit diesem Bild beginnt die Hoffnung. Natürlich ist es am wichtigsten das das Baby gesund sein wird, doch so ganz tief in einem schlummert die Hoffnung auf ein bestimmtes Geschlecht. So auch bei die Rabenmutti, die über ihre Gefühle nach dem Geschlechtsouting schreibt. Das was sie schreibt ist hart und für viele schwer nachzuvollziehen.

Ich verstehe es…

Zumindest ein bisschen. Man kann zwar darüber streiten ob man so etwas öffentlich macht und wie man das macht aber ja: ich verstehe sie ein bisschen.

Mein 25 Jahre altes Ich konnte mit Kindern nichts anfangen. Mein 26 Jahre altes Ich- frisch schwanger-kannte nur einen Gedanken: Bitte einen Jungen. Einen! An Zwillinge dachte ich zum Zeitpunkt nicht. Mein Gefühl war klar: ein Junge. Als das Zwillingsouting kam blieb die Hoffnung: Bitte Jungs. Bitte keine 2 Mädchen! Das schaffe ich nicht. Ich kann mit diesem Mädchenkram nichts anfangen. In der 16. SSW gab es ein erstes Outing: 80% Junge und 50% Junge. Ich war wie auf Wolken! Ich hätte nicht glücklicher sein können und malte mir bereits die wildesten Spiel mit meinen 2 Jungs aus. Nicht eine Minute lang zweifelte ich daran das es 2 Jungen sein könnten.

 

 

Herzlichen Glückwunsch, es wird ein Pärchen!

 

Wenige Wochen später hatte ich einen Termin in der Pränataldiagnostik – durch die HG und die Medikamente wurde mir eine feindiagnostische Untersuchung ans Herz gelegt. Ich hatte gemischte Gefühle und war gleichzeitig gespannt was ich alles sehen würde und hatte Angst vor dem was eventuell gefunden werden könnte.

Während der Arzt meinen Bauch ausgiebig mit dem Ultraschallkopf bearbeitete beobachtete ich die Bilder sehr genau. Ichkonnte nicht glauben was ich sah: Der 50% Junge zeigte sich als 100% Mädchen.

 

Achterbahn der Gefühle

 

Das kann ich nicht war mein erster Gedanke. Ich konnte und wollte mich darauf nicht einlassen zu dem Zeitpunkt. Ich hatte bereits alles besorgt für die Jungs. Ich brachte es nicht über mich viel für ein Mädchen zu kaufen. Nur ein kleines Set kaufte ich. Fürs Krankenhaus. Ich weinte viel, ich war wirklich traurig. Mein Wunsch, meine Hoffnung? Weg! Zumindest ein Name war schnell gefunden.

 

Am Ende wird alles gut!

 

Motte, meine Tochter, das Mädchen das mich so traurig machte, erlöste mich schließlich gändigstens so schnell wie sie konnte von meiner Schwangerschaft in dem sie den Ärzten ein Schnippchen schlug. Sie war führend und somit die erste die Geboren werden würde. Mein erstes Baby! Die einzigen 10 Minuten im Leben meiner Kinder in denen sie mich ganz allein für sich haben konnten gehörten meiner Tochter. Diesen Moment werde ich nie vergessen. Es war nicht wichtig welches Geschlecht sie hatte – nur das sie da war. Danach wurde es dunkel. An den ersten Kontakt mit Knödel kann ich mich kaum und nur sehr verschwommen erinnern denn direkt danach kollabierte ich. Doch das macht nichts, er hätte mich nicht versöhnen können mit der Tatsache das mein Männerdoppel ein Pärchen wurde.

 

Ganz langsam kam ich an im Leben mit einem Pärchen

 

Je mehr ich mich mit meinen Kindern und dem Thema Zwillinge beschäftigte, desto glücklicher wurde ich darüber das es ein Pärchen wurde. Eine größere Chance auf ein individuelles Aufwachsen konnten sie nicht haben. Mir wurde gezeigt das am Ende nicht das Geschlecht entscheidend ist, sondern die Persönlichkeit eines Menschen, eines Kindes. Wir haben die Freiheit unsere Kinder weitgehend frei von solchen Fragen aufwachsen zu lassen ( zumindest bis zum Kindergarten).  Kinder sind einfach Kinder und nicht nur ein Geschlecht. Diese Freiheit macht es meinen Kindern möglich zu sein wer sie wollen. Motte ist der leicht verlotterte Wildfang, Knödel der zarte, verschmuste dauerkuschler. Sie entsprechen nicht den allgemeinen Erwartungen die ihr Geschlecht weckt. Sie sind einfach sie selber, und das ist gut so.

Die Enttäuschung über das vermeintlich „falsche“ Geschlecht kann grenzenlos sein, ich habe selber gespürt wie sehr es schmerzen kann wenn das Bild des eigenen Babys im Kopf zusammen bricht und man aus diesen Trümmern ein neues errichten muss, wenn man seine Wünsche, Hoffnungen und Erwartungen ziehen lassen muss und neue finden wird. Jeder findet seinen Weg damit umzugehen, zu trauern.

 

Ela

 

Auch lesenswert zur Diskussion:

http://www.oeko-hippie-rabenmuetter.de/der-kleine-%ef%bb%bfluisa/

http://aufbruch-zum-umdenken.de/freude-oder-ablehung-spuert-ein-baby-die-gefuehle-der-mutter-im-bauch/

http://runzelfuesschen.blogspot.de/2017/01/madchen-oder-junge-die-enttauschung-von.html

 

 

Mittagsschlaf adé – wie das fehlen einer Stunde mich aus dem Rhythmus bringt

Das Thema “ Schlafen“ war lange Zeit ein großes Reizthema für mich:

erst schlief hier gefühlt keiner, dann nur auf mir drauf. Später wurde dann ständig nur kurz auf mir geschlafen usw. Irgendwann platze dann der Knoten: ich konnte die schlafenden Zwillinge ablegen. Zunächst nur abends, später dann auch tagsüber. Zum ersten Mal seit über einem Jahr hatte ich wieder Zeit nur für mich. Was für eine Offenbarung: ALLEINE etwas machen. Lesen, malen, baden oder schlicht nur Serien ansehen oder Haushalt erledigen. Der Zeitraum in dem die Kinder alleine schliefen wurde immer größer. Die Freiheit auch. Ich konnte lange Telefonate führen oder auch skypen. Ich konnte viele Artikel schreiben und Kontakte pflegen. Mit der Zeit etablierte sich ein Rhythmus: Um 6.30 Uhr aufstehen, um 12 Uhr ins Bett zum Mittagsschlaf und zwischen 14.30 und 15 Uhr wieder raus, zum Nachtschlaf gings um ca. 20.30 Uhr. Was für tolle Zeiten! Ich habe meinen Tagesablauf darauf abgestimmt und alles war toll. Für so 5 Monate zumindest. Denn dann wurde hier der Mittagsschlaf von den Knödels abgeschafft.

 

Hilfe mir fehlt ne Stunde!!!

 

Mit dem Wegfall des Mittagsschlafs ist auch mein Tagesablauf abhanden gekommen. Die Kinder schlafen länger und gehen früher ins Bett. Dazwischen gibt es aber keine Zeit in der ich mal zur Ruhe kommen kann. Und damit kam ich ins schleudern, mein Rhythmus ist abhanden gekommen. Dadurch das ich morgens mit den Kindern aufstehe  fehlt mir morgens (gefühlt) ne Stunde Zeit in der ich schnell grob Ordnung schaffen konnte, einen Kaffee trank und den Kindern ein Frühstück richtete. Je nachdem was wir geplant hatten folgte Haushalt oder Unternehmungen, pünktlich zum Mittagsschalf sind wir wieder heim gegangen, dann gings ins Bett und ich erledigte den Rest der liegen geblieben war, wartete auf das Aufwachen der Kinder und startete dann das Nachmittagsprogramm und bereitete mit ihnen das Abendessen zu. Dann gings in die Badewanne und ins Bett. So richtig schön spießig und planbar. Nach dem mir ja morgens schon ne Stunde gefühlte Zeit fehlt in der ich nicht in den Trott komme, fehlt Mittags auch ne Stunde und gleichzeitig ist es eine zu viel, das was ich früher in der Zeit machte, ging nicht mehr und was ich jetzt in der Zeit machen soll weiß ich nicht so genau, da probieren wir gerade was für uns passt aber gefunden haben wir noch nichts.

Die Stunde zu wenig/ zu viel macht den Nachmittag zäh und langatmig und führt dann später zu Stress den Abends fehlen gleich 2 Stunden! Während ich noch versuche einen Rhythmus zu finden, muss ich eigentlich das Abendessen vorbereiten und pünktlich auf den Tisch schaffen, sonst droht ne Katastrophe in Form von übermüdeten zweihjährigen. Ihr kennt das oder?

 

Auf der Suche nach einem neuen Beat!

 

Nachdem ihr jetzt also wisst das mir im Laufe eines Tages 3 Stunden abhanden gekommen sind und ich davon eine zur falschen Zeit wieder gefunden habe, erzähle ich euch mal welchen weiteren Einfluss das auf unseren Alltag hat:

Da ich nicht weiß wie ich wann und womit anfangen soll herrscht hier Chaos. Treffen mit Freunden scheitern zur Zeit an den Schlafenszeiten aller beteiligten Kinder oder aber an den Arbeitszeiten von uns. Oder an Terminen sonstiger Natur. Nachmittags das Haus zu verlassen ist gleichbedeutend mit einer Einladung zum Abendessen:

Da die anderen Kinder noch einen Mittagsschlaf machen können wir erst spät los und müssen früh wieder weg. Da wir zum Teil ne ordentliche Strecke fahren müssen kollidiert das brutal mit der aktuellen Bettzeit der Zwillinge – ohne Abendessen direkt ins Bett ist aber auch nichts -> Nachts gibts dann schmacht! Und wecken zum Essen? Neee das würden beide mir extrem Übel nehmen. Vormittags ist es übrigens das Gegenteil: Da Motte und Knödel erst zwischen 8 und 8.30 Uhr aufstehen und erst ab 10.00 Uhr ausgeh/besuchsfertig sind artet es dann in Stress aus: ab 12.30 läuten die anderen Kids den Mittagsschlaf ein während meine beiden gerade erst warm gelaufen sind.

Um das Chaos zu minimieren versuche ich gerade verschiedene Abläufe und Motivationsmöglichkeiten aus, zumindest funktioniert das inzwischen so weit, dass hier wieder Ordnung herrscht, auch das mit dem Essen am Abend habe ich wieder im Griff, nur ne gute Zeit für das regelmäßige Bad, das die kleinen so lieben, habe ich noch nicht gefunden. Und ne Lösung für die sozialen Kontakte ist auch noch nicht so wirklich da.

 

Und gerade als wir einen neuen Rhythmus fanden brach alles wieder zusammen..

Nachdem wir uns wieder eingespielt hatten passierte dann ja auch so ziemlich das dümmste was kommen könnte: Ich brach mir meinen Zehen und bin vorübergehend zum nichts tun verdammt. Und wisst ihr was? Ich bekomme mal wieder nichts auf die Reihe…

Wie war das denn bei euch so, als der Mittagsschalf von euren Kids abgeschafft wurde? Und wie habt ihr euch wieder eingespielt?

P.S. Mein gelegentlich gegönntes Mittagsschläfchen ist ja jetzt auch passé… Welch unglück!

Wie ich mir die Zehen brach. Eine Kurzgeschichte 


Die dümmsten Ideen schreibt das Leben. Ist so. Ich hatte zum Beispiel am Montag die spitzen Idee am späten Nachmittag meine Eltern zu besuchen, denn die Knödels haben einen langen Mittagsschlaf gemacht und sonst wäre der Abend so lang geworden. 
Nachdem ich meine Eltern über unser Kommen informierte, wollte ich mich umziehen. Im gammellook vor die Tür muss auch nicht sein. Also begann ich mich umzuziehen während die Minis um mich herum tobten. Wie das Gesetz es will begannen Motte und Knödel zu streiten. Eigentlich nicht so schlimm. Doch gelegentlich artet dieser Geschwisterstreit etwas aus, so daß ich eingreifen muss. So geschehen auch am Montag:

Die Kampfknödel begannen damit sich zu prügeln und zu beißen. Ich wollte sie trennen um die Situation aufzulösen damit sich keiner verletzt. Während ich also mit 1,5 Beinen in meiner Jeans steckte und versuchte die sich kloppenden Zwillinge zu trennen verlor ich das Gleichgewicht, stürzte und traf zielsicher die Ecke des Türrahmens mit dem rechten Fuß. Genauer gesagt mit den 3 mittleren Zehen. Es knackt deutlich spür- und hörbar und schon liege ich am Boden, verspüre den Reflex zu erbrechen. Und gleichzeitig die Gewissheit:

Scheiße! Die sind gebrochen. Aua.

Motte und Knödel lassen voneinander ab und schauen mich verwundert an. Ziel erreicht: Prügelei beendet. Sie sind sichtlich irritiert und ein bisschen ratlos. Sie wissen nicht genau was jetzt angesagt ist. Motte bringt mir mein Telefon und ich rufe meine Eltern an um von meinem Malheur zu berichten. Dann ziehe ich mich an und fahre mit starken Schmerzen zu meinen Eltern und dem gut gefüllten Schmerzmittel Lager.


Am nächsten Tag standen dann mehrere Stunden Arzt und Wartezimmer auf dem Programm. Mit einem Röntgenbild, zusammengeklebten Zehen und ner Großpackung Ibu sowie dem Ratschlag mich zu schonen und die Füße hoch zu legen werde ich schallend lachend wieder nach Hause entsendet. Füße hoch legen.  Mit 2 Kleinkindern. Alleinerziehend. Genialer Witz.

Die spektakulärsten Unfälle passieren ja nunmal im Haushalt! Habt ihr auch schon solche Film reifen Stunts hingelegt? Erzählt mir davon! 

Liebe grüße Ela 

Meine Mama… Stets zu diensten?

Meine Mama gibt ihr letztes Hemd für die Knödels und für mich. Wenn sie es möglich machen kann hilft sie mir wo immer es geht. Und ich bin darüber mehr als glücklich. Schließlich habe ich lange genug allein mit der ganzen scheiße rumgeiert. Tatsächlich könnte ich nicht dankbarer sein. Umso entsetzter war ich als ich festellen musste das es scheinbar für selbstverständlich gehalten wird das Oma hilft wenn es brennt. Aber nur eine Oma. Die Oma mütterlicherseits hat zur Stelle zu sein, nicht die Schwiegermutter. Hier wird sogar mit nur über meine Leiche argumentiert.

Liebe Oma bitte komm, lass alles stehen und liegen und scheiß auf dein Privatleben…

Ein, zugegeben, überspitzter Hilferuf aber gar nicht so weit entfernt von der Erwartungshaltung gegenüber unserer Mütter. Wenn es uns schlecht geht wollen wir eins: Mama. Egal wie. Ist ja auch logisch eigentlich. Den wichtigsten Teil unseres Lebens war sie da, hat uns umsorgt und alles für uns gegeben. Wir haben gelernt das wir uns auf unsere Eltern, insbesondere auf unsere Mütter verlassen können. Und insgeheim wissen wir das auch wenn wir erwachsen sind und selber Kinder haben. Denn Enkel sind ja quasi das tollste was es gibt. Man kann sie lieb haben wie die eigenen Kinder und weg geben wenns sie schmutzig sind und müffeln oder schlecht gelaunt. Ja das Leben als Oma ist schon entspannter als das einer Mama und unsere Mütter haben ja auch lange darauf gewartet… Sie sind nicht mehr so jung und fit wie damals als sie selber frisch Mutter waren.

 

Erwartungshaltungen und Enttäuschungen

Ich habe in der letzten Zeit von vielen gelesen die diese Hilfe seitens ihrer eigenen Mutter förmlich erwarten und einfordern. Sie sind enttäuscht wenn die eigene Mama dieser Erwartung nicht entsprechen können oder wollen. Das empfinde ich befremdlich wenn ich ehrlich bin. Hilfe ist innerhalb einer Familie natürlich obligatorisch, sofern die Familie keine größeren internen Probleme hat. Aber diese Hilfe ist freiwillig und keine Pflicht nur weil man zufällig verwandt ist. Die Zeit in der wir selbstlose, bedingungslose Hilfe von unseren Eltern, insbesondere unsere Mütter, erwarten können ist eigentlich vorbei. Wir haben eigene Familien und müssen lernen unser eigenes Netzwerk zu gestalten und nicht vollumfänglich auf unsere Eltern zu vertrauen.

 

Die Kinder sind aus dem Haus! Hallo Privatleben…

 

Wenn wir dem elterlichen Nest entwachsen sind bekommen unsere Eltern das zurück was sie viele Jahre nicht hatten: Freiheit! Sie haben die Freiheit zu machen was sie wollen, wann sie wollen. Sie haben ihre Jobs, stehen mit beiden Beinen tief verwurzelt in der Erde, sind finanziell in der Regel unabhängiger als vor uns. Sie können ihre Bedürfnisse stillen, ihre Wünsche erfüllen und völlig selbstbestimmt Entscheidungen treffen. Nach den vielen Jahren der Fremdbestimmung sollten wir unseren Eltern diese Freiheit, ihr neugewonnenes Privatleben und ihre freien Entscheidungen zugestehen. Und auch ihr Nein müssen wir akzeptieren lernen aus all diesen Gründen. Sie haben es verdient nicht mehr immer für uns zu springen wenn wir piepsen ( und werden es dennoch auf genug tun). Sie dürfen sagen: heute nicht, vielleicht morgen oder in 2 Tagen. Es ist kein Grund enttäuscht zu sein, auch wenn es schwer ist. Die Hilfe unserer Eltern ist ein privileg das viele andere nicht haben, weil sie hoffnungslos zerstritten sind, weil sie zu weit weg leben oder…. Weil die eigenen Eltern tod sind…

 

Unsere Eltern leben nicht für immer

 

Traurig aber wahr: irgendwann werden sie alt sein, krank sein und sterben. Früher oder später wird keiner mehr da sein um zu helfen,  zu trösten und alles stehen und liegen zu lassen. Das klingt hart, unfair und traurig. Aber es ist eine unausweichliche Tatsache. Wir müssen lernen die kleinen und größeren Katastrophen ohne die Hilfe unserer Mutter zu bewältigen und ich bin dafür das wir es lernen und uns ein Netzwerk schaffen bevor es zu spät ist. Denn dann bleibt mehr Zeit für gemeinsame Erlebnisse, tolle Gefühle und Erinnerungn. Warum sollten wir das mit Groll und Enttäuschung überschatten? Warum müssen wir die Beziehung zu unseren Müttern mit Erwartungen belasten?

 

Um Hilfe bitten ist großartig!

 

Nicht das ihr jetzt glaubt ich bin dagegen das ihr um Hilfe bittet. Im Gegenteil! Zu erkennen das man seine eigenen Grenzen erreicht hat ist toll und um Hilfe zu bitten ist oft sehr schwer. Ohne die Hilfe meiner Mutter stünde ich bis zum Hals im Chaos, wäre am Ende meiner Kräfte. Meine Mama ist echt Gold wert. Aber ich weiß auch das ich meine Mama jederzeit verlieren könnte, denn sie ist leider nicht mehr so fit und vor einigen Jahren bereits auf der Intensiv gelandet weil sie am Ende war. Bis dahin hat sie immer ALLES für alle gegeben und nie um Hilfe gebeten, sie hat nie nein gesagt, egal was man von ihr wollte. Wenn ich sie um Hilfe bitte dann weiß ich, das sie auch nein sagen kann, ich verlange es sogar zeitgleich wenn ich weiß das es ihr nicht gut geht. Und ich gebe ihr auch die Option nein zu sagen. Oftmals hilft nämlich auch schon das Gespräch darüber wie scheiße schwer es ist und wie satt man das alles hat und am Ende des Gesprächs geht es einem etwas besser und man weiß: Wenn Mama zeit findet, dann wird sie kommen. Mit Schokolade, Cappuccino und Hilfe, doofen Sprüchen, etwas zu essen oder den Medikamenten aus der Apotheke. Auch ohne das man das erwartet.

 

Was will ich überhaupt von euch?

 

Ich möchte das ihr eure Erwartungshaltung gegenüber eurer Mütter überdenkt. Gesteht ihr zu nein zu sagen und akzeptiert das. Sie wird tun was sie kann um euch zu helfen aber nicht immer sofort und genauso wie ihr das wünscht. Eure Mütter haben einen großteil ihres Lebens für euch gegeben, sie haben es gerne getan aber es ist an der Zeit eurer Mutter das zuzugestehen was ihr euch selber auch wünschst: Die Wahl zu haben selber zu entscheiden. Eigene Bedürfnisse über die der (erwachsenen) Kinder zu stellen oder auch nur den profanen Wunsch sich nicht anzustecken oder mal auszuschlafen.

Eine Familie lebt vom Geben und Nehmen von allen Mitgliedern einer Familie. In einer Familie haben alle Bedürfnisse Gewicht. Keins ist wichtiger oder unwichtiger. Eine Familie zu sein heißt auf Augenhöhe für einander da zu sein, ohne Erwartungen und ohne Enttäuschung.