Langzeitstillen?

Schon wieder ein Stillthema 😀

Ich bin ja überzeugte Stillmama, war es bekannterweise aber nicht immer. Vor der Schwangerschaft konnte ich dem Thema nichts abgewinnen. War vielleicht durch ehemalige Nachbarn auch ein bisschen gerpägt, denn SIE war auch Langzeit- und Tandemstillerin. Nachdem ich es zumindest versuchen wollte, es dann nur 6, 12, 18 Monate machen wollte, stille ich immer noch und gelte eigentlich zu den Langzeitstillerinnen. Eigentlich deshalb weil ich nicht finde das es Langzeitstillen ist. Für mich ist es normal die Kinder so lange zu stillen wie sie es brauchen und so lange es mir damit gut geht.

Wenn man alle Studien, biologische Vorraussetzungen, alle Statistiken berücksichtigt, dann ist die natürliche Stilldauer ca 2- 6 Jahre und nicht 6-12 Monate. Eine ordentliche Diskrepanz findet ihr nicht? Wenn man die Kinder lässt, stillen sie also deutlich länger als die meisten Mütter es wollen oder wünschen. Oft wird berichtet das sich die Kinder um den 11. und 13. Monat abstillen, ganz plötzlich und aus heiterem Himmel. Oftmals steckt allerdings ein Stillstreik dahinter, oder die Mutter forciert das abstillen in dem sie nicht nach Bedarf stillt sondern Stillmahlzeiten ersetzt um zum endgültigen Abstillen zu gelangen.

Die Vorteile des Stillens im ersten Lebensjahr sind hinreichend bekannt, selbst Formula-Hersteller betonen ( das müssen sie sogar) das stillen das beste für Mutter und Kind sind. Neben Nahrung erhält ein gestilltes Kind deutlich mehr und intensiveren Körperkontakt zur Mutter als ein mit der Flasche ernährtes Kind ( wobei Mütter auch hier gleichziehen können, wenn sie ihre Säuglinge in der gleichen Position, nah am Körper füttern), gestillte Kinder schlafen häufiger im Elternbett, werden häufiger nach Bedarf gefüttert und erhalten zusätzlich zur Nahrung und Nähe eine ziemlich gute Mischung an Immunglobulinen.

Die Vorteile des Stillens über das erste Lebensjahr ( und noch länger) liegen überwiegend in dem weiteren Austausch von Immunglobulinen, die helfen das Immunsystem weiter zu stärken, auch erhält das gestillte Kleinkind eine enorm große Menge an Vitaminen und Mineralstoffen im vergleich zu nicht mehr gestillten Kindern. Im Schnitt erhalten länger gestillte Kinder bis zu 17% mehr Energie als andere Kinder. Sie erkranken seltener an chronischen Krankheiten und leiden weniger häufig an Allergien. Auch im akuten Krankheitsfall profitieren länger gestillte Kinder, müssen seltener wegen Dehydration ins Krankenhaus gebracht werden.

Auch über das erste Lebensjahr hinaus beträgt die Menge der Muttermilch ungefähr 500 ml ( pro Kind) und kann im Bedarfsfall auch gesteigert werden. Erstaunlich oder nicht?

Langzeitstillen als Begriff

Wenn ich ehrlich bin, dann finde ich diesen Begriff irreführend. Ich mag keine Schubladen und auch keine allgemeingültige Definition für etwas das so unglaublich individuell ist. In einer Gruppe kam neulich eine Diskussion genau zu dieser Begrifflichkeit in Gang, die Meinungen gehen in vielen Dingen zwar auseinander, aber den Begriff des Langzeitstillens fanden alle doof auf eine Alternative wurde auch nicht gefunden. Neben artgerecht stillen, Kleindkind stillen, Normalzeitstillen, stillen, Bedarfsstillen usw. Kritik kam vorallem dadurch zustande das viele dieser Begriffe eine Wertung mit sich tragen, trotzdem Kategorien schaffen und andere Mütter die nicht so handeln ausschließen. Daher stillen wir einfach weiter. Jetzt schon seit 24 Monaten !!!! Krasser scheiß…

 

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7 Gedanken zu “Langzeitstillen?

  1. Ich würde mich uch noch nicht als Langzeitstillerin bezeichnen. Gern würde ich es noch bis zum 2ten Geburtstag machen und dann ggf langsam reduzieren. Allerdings ist es jetzt schon meist nur morgens und abends, selten zwischendurch. Das nur, wenn sie es fordert. Manchmal fällt sogar abends schon weg, weil sie vorher einschläft 🙂 Bis 2 Jahre wird auch von der WHO empfohlen, deswegen würde ich darunter nichts als „Langzeitsstillen“ bezeichnen. (Langes Stillen soll die Kinder übrigens auch intelligenter machen 😉 ) Sollte Tinkermini wider erwarten vorher schon nicht mehr wollen, soll es mir auch recht sein. Das entschiedet sie. Ich möchte allerdings auch irgendwann damit durch sein. Ich habe leider durch das stillen sehr große Brüste bekommen (Cup i) 😦 nach dem abstillen führt für mich (und meine Nacken- Rückenmuskulatur) leider kein weg an eine OP vorbei =(

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  2. Dieses Thema beschäftigt mich auch gerade sehr. Ich glaube, unsere Kinder sind fast gleich alt und auch wir stillen immer noch. Für uns fühlt es sich gut an, so wie es ist und auch ich habe es nicht geplant so lange zu stillen. Eigentlich habe ich mir gar keine Gedanken dazu gemacht, ich wusste nur, dass ich stillen möchte. Uns tut die Nähe, die durch das Stillen entsteht unglaublich gut und ich empfinde unsere Beziehung enger im Vergleich zu vielen gar nicht oder kurz gestillten Kindern. Wir verstehen einander, sind abgestimmter und bilden einfach ein gutes Team. Ich denke, du verstehst, was ich meine.
    Meine These ist, dass Mütter, die lange stillen, allgemein bedürfnisorientierter sind. Viel häufiger wird das Familienbett gelebt, die Kinder werden viel und lange getragen und spät in Fremdbetreuung gegeben und der Alltag achtsamer gestaltet. Ich möchte damit keine anderen Familien/Erziehungsmodelle abwerten, es soll sich niemand angegriffenfühlen. Ich möchte lediglich meine Beobachtungen teilen.
    Meine Tochter uns ich genießen auf jeden Fall das Stillen und unsere innige Beziehung zueinander und in meinen Augen ist es das Wichtigste, das ich ihr in den prägsamen ersten Lebensjahren mit auf den Weg geben kann.

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