Die BabySteps-Kursleiterausbildung in Hamburg

copyright Einfach Eltern

Vor einigen Monaten bekam ich die einmalige Gelegenheit nach Hamburg zu fahren und die Kursleiterausbildung von Einfach Eltern / Babysteps zu absolvieren. Mit Hilfe vieler Freunde gewann ich anlässlich des 3 Jährigen bestehens von Babysteps die Teilnahme an diesem Kurs der mich dazu befähigen sollte Eltern mit ihren Kindern im ersten Lebensjahr zu begleiten und  ihnen die Elemente des Attachment Parenting näher zu bringen.

Kaum ist da Baby auf der Welt ist die Welt schon voller Fragen…

Und die Kursleiter sind betrebt zu helfen diese Fragen aus dem Weg zu schaffen, sie begleiten, vermitteln weitere Unterstützung und ermuntern Mütter und Väter dazu ihrem Bauchgefühl zu folgen. Das ist genau mein Ding. Auch ich hatte viele Fragen, war sehr unsicher und wusste nicht so richtig wohin ich mich wenden sollte. Die klassischen Babykurse sprachen mich nicht an. Das kam mir immer so vor als würde man einen „Schwanzvergleich“ veranstalten mit dem Ziel das Baby, das doch gerade erst auf der Welt, ist zu Höchstleistungen zu fördern. Aber Alternativen kannte ich auch nicht. Das kam erst viel, viel später als ich mich intensiv mit Attachmenat Parenting beschäftigt habe.

 

babysteps-2

 

Babysteps als Neustart nach der Elternzeit

Ich bin ja bekannterweise Krankenschwester, und das sogar sehr gerne, noch lieber mochte ich die Arbeit mit den Azubis, sie zu begleiten, zu beraten und zu zu sehen wie aus den unbeholfenen Anfängern großartige Pflegekräfte wurden. So ähnlich ist Babysteps auch: ich begleite Eltern auf ihrem Weg in die Elternschaft, ich kann beobachten wie sie zusammen wachsen, eine Familie werden und ihren Rhythmus finden, ich berate sie, gebe Empfehlungen für weitere Ansprechpartner raus. Für mich eine tolle Option in die Vereinbarkeit nach der Elternzeit zu finden und trotzdem meinen bedürfnisorientieren Weg weiter gehen zu können ohne das es zu Lasten meiner Familie geht.

babysteps-5

 

Was macht Babysteps eigentlich so besonders?

Neben den wunderbaren Gründerinnen Frauke und Diana ist es einfach das Konzept, das ganz undogmatisch Ammenmärchen aufgreift und sie mit aktuellen Erkenntnissen aus der Welt zu schaffen versucht, das informiert und versucht das beste für alle zu finden ohne Druck zu schaffen alles perfekt machen zu müssen. Die Teilnehmer werden in ihrem Bauchgefühl gestärkt, die Babys erhalten ein bisschen Stimulation, gerade genug um eine Reize zu setzen aber nicht überreizen. Ziel ist nicht die Förderung des Kindes, sondern die Stärkung der Bindung von Eltern und Kind, das Aufklären von Irrtümern.

Mich spricht das Konzept definitiv sehr an, hätte es auch, wenn ich nicht Kursleiterin wäre. Denn genau das hätte ich mir gewünscht: Jemand der mich bestätigt in dem was ich tue und nicht alles in Frage stellt. Sich da zu behaupten ist oft nicht sehr einfach. Und genau das wollen Frauke und Diana erreichen: Einfach Eltern sein können.

babysteps-4babysteps-3babysteps-ausbildung

 

Ganz schön teuer oder?

Ja der Preis für die Ausbildung ist keine Kleinigkeit, das stimmt, aber ihr bekommt auch eine Menge dafür geboten! Neben einem umfangreichen Ausbildungsskript für das Vorstudium, einem 3 tägigen Praxisteil und eine Umfassende Prüfung bekommt man als Kursleiterin ein umfangreiches Starter Kit in dem alles ist was man für die Tätigkeit als Kursleiterin benötigt:

  • Karten für die Gesprächsrunde
  • Eine Jacke
  • personalisierte Flyer
  • ein Pressebild
  • zugang zum Kursleiterportal
  • intensive Zusammenarbeit mit erfahrenen Kursleitern und ein enger Kontakt auch zu Frauke und Diana
  • Grafiken zum erstellen weiteren Werbematerials
  • Kurzschulungen in den Bereichen Kinästhetik, Gebärden und Babymassage
  • Zugang zu Workshops
  • Schulungen in Sachen Marketing
  • Vergünstigungen bei verschiedenen Firmen nach vorlage des Zertifikats.

babysteps

babysteps-material

Wenn man das also so zusammen rechnet relativiert sich der Preis meiner Meinung nach. Denn neben dem Material, dem Netzwerk und allem weiteren erhält man eine wirklich bereichernde und prägende Erfahrung im Rahmen des Praxisteils.

 

Das Praxiswochenende aus meiner Sicht ( und aus der einer Kolleginnen)

Freitags ging es los, oh ich war so aufgeregt und so ängstlich. Ich hatte sorge ob alles so entspannt wäre, und auch war es mir etwas unangenehm da zu sein, schließlich hatte ich ja nichts für den Kurs bezahlt. Erfreulicherweise war es alles andere als krampfig, selten habe ich so viele Menschen zusammen getroffen die alle so sehr in sich ruhten und so sehr sie selbst waren. Eine wirklich schöne und entspannte Athmosphäre in das man gar nicht anders kann als sich fallen zu lassen und ebenfalls man selbst zu sein. Neben viel viel Input gab es vor allem die perfekte Vorbereitung für den Kursleiteralltag. Wir spielten zu allen Bereichen verschiedene Situationen durch, erarbeiteten Strategien zur Problemlösung und lernten so viel über uns, über Menschen und natürlich auch über Babys. Auch hier lief es immer herzlich ab, Frauke und Diana gaben so viel für uns, und waren sich auch nicht zu schade dafür um aus dem Nähkästchen zu plaudern und eigene Anekdoten aus dem ersten Jahr mit ihren Babys mit uns zu teilen.

Wir haben so viel gelacht, so viel mitgenommen und auch die ein oder andere Träne verdrückt, denn auch Emotionen hatten ihren Platz in Hamburg, genau wie Kinder! Denn mit einer Betreuungsperson konnten wir unsere Kinder mitnehmen, zeitweise herschte also durchaus mal viel Trubel, an dem aber überwiegend meine Süßlinge beteiligt waren, denn die Betreuung durch den Vater klappte nicht so gut wie erhofft, dennoch gabs nie ein böses Wort deswegen oder gar schiefe Blicke. Wirklich toll!

Was Silke ( http://www.basic-baby.de)  sagt:

„Schatz, ich will BabySteps Kursleiterin werden!“ So oder so ähnlich fing alles an.

Ich war eigentlich auf der Suche nach Infos übers Familienbett als ich auf EinfachEltern stieß und tataaa: dort konnte ich als ganz „einfache“ Mama die Ausbildung zur BabySteps Kursleiterin absolvieren. Ich traute dem ganzen erst nicht und las mir zigmal de Seite durch. Doch, Tatsache. Bingo! ( Anm: Viele Kurse verlangen eine pädgogische Vorbildung)

Ich war so eine typische „Kurs-Hopping“ Mama. Stillgruppe, Yoga mit Kind, Baby-Basis-Kurs, Pekip, Breikostseminar und Fabel. Wir haben alles mitgenommen was ging. Und auf einmal war er wieder da, der Gedanke: das willst Du auch! Klar, im Rausch der Muttergefühle konnte ich mir nichts Schöneres vorstellen, als bis zu meinem Lebensende von diesen kleinen, süßen, soo gut duftenden Babys umgeben zu sein.

Nachdem mich dann auch noch lustiger weise eine Freundin wieder auf EinfachEltern aufmerksam machte, reifte immer mehr der Gedanke und der Wunsch meine Ausbildung dort zu machen und selber Babykurse zu geben. Also forderte ich mir die Infomappe an. Ich war sofort angetan und total begeistert! Aber Hamburg? Sprit, Unterkunft, Essen? Und wie soll das mit dem Kurzen gehen, wir stillen doch noch!! Und 899€?? Die habe ich nicht. Auweia, war’s dann dann?

Nein! Ich fasste mir also ein Herz und hatte ein paar wundervolle Telefonate mit Frauke, in denen so viel Herzlichkeit und Begeisterung für BabySteps mitschwangen, dass schnell klar war: Ich tu es!

Wir suchten uns ein preisgünstiges Hotel in Hamburg, los gings.

Und ich habe es wirklich keine einzige Sekunde bereut! Schon in den ersten Minuten erkannte ich: hier bist Du richtig! Diana und Frauke sind mit so viel Herzblut bei der Sache und haben eine so tolle, angenehme Art das nötige Know-how zu vermitteln, dass es einfach nur Spaß machen kann! Und ich habe dort so viele andere wunderbare Mamas kennen gelernt, die jede auf ihre Art inspiriert hat! Das Ausbildungswochenende ging viel zu schnell vorbei! Papa und Opa unterbrachen immer mal wieder ihre Hamburg-Ausflüge, um mir den Kurzen zum Stillen zu bringen. Es hat echt alles total toll geklappt. Alle anfänglichen Sorgen waren absolut unbegründet, Im Gegenteil: da es in Hamburg mit dem Kinderwagen an manchen Stellen echt problematisch sein kann, ist der Papa an diesem Wochenende zum Trage-Papa mutiert! Alleine deswegen hat es sich schon gelohnt!

Mittlerweile habe ich drei Kurse gegeben und der vierte steht in den Startlöchern! Das Geld für die Ausbildung ist wieder drinnen und es macht einfach so unglaublich viel Spaß Mamas und ihre Babys bei ihren ersten gemeinsamen Schritten zu begleiten und ihnen so manche Unsicherheit nehmen zu können. Es ist ein tolles Gefühl, den Mamas den Rücken zu stärken und ihrem Bauchgefühl Wissen und Stimme zu verleihen!

silke-foto

Auch ich selber profitiere täglich im Umgang mit meinem Kind und auch mit meinem Mann, überhaupt mit allen Mitmenschen, von der Ausbildung, weil ich erst durch sie angefangen mich selber zu reflektieren und so täglich mehr über mich lerne! Ich beschäftige mich heute von „Berufs wegen“ her mit so vielen Dingen und Themen die mir helfen, mich selbst zu er-und anzukennen und mir so viel neuen Input und Denkanstöße geben!

Ich hatte zum Abschluss des Ausbildungswochenendes etwas theatralisch gesagt, dass es, nach meiner Entscheidung zu Heiraten und meinen Sohn zu bekommen, die beste Entscheidung meines Lebens war! Und dazu stehe ich nach wie vor!

 

 

Bereit für die Prüfung

Dann ist das ja noch die Sache mit der Prüfung… Die Prüfung erfolgt in zwei Teilen online. Der theoretische Teil besteht aus einem umfangreichen Wissenstest auf multiple choice Basis. Der zweite, praktische Teil erfolgt über Video oder Skype ( ich wählte Skype, das war für mich einfacher zu bewerkstelligen, denn ich habe Prüfungsangst und hatte Sorge beim erstellen der Videos alles zu versemmeln). Ich vereinbarte einen Termin zur Prüfung, die dann eher wie ein gemütlicher, virtueller Kaffeeplausch war ( Danke Bianca ❤ ). Alle beteiligten sind sehr bestrebt darin das angehende Kursleiterinnen auch wirklich bestehen und bald in ihrem neuen Tätigkeitsfeld aktiv werden können.

 

Fazit:

Ich habe sehr sehr viel mitgenommen aus der Ausbildung, ja es ist eine Stange Kohle, aber die ist wirklich sehr gut angelegt. Man profitiert so sehr davon, selbst wenn man nicht weiter als Kursleiterin arbeiten möchte. Ich würde mich immer wieder zur Ausbildung anmelden, denn ich habe die Zeit mit diesen vielen tollen Frauen so genossen. Es hat mich verändert.

 

(Copyright für alle Bilder bei Einfach Eltern oder Keins bestellt, 2 bekommen. Ich bekomme übrigens kein Geld für diesen Artikel! Ich schrieb ihn weil mir das ganze so sehr am Herzen liegt und ich hoffe auch andere von diesem Konzept überzeugen zu können)

http://www.einfach-eltern.de/

http://www.baby-steps.de/

 

Faultier-Tag

Wir hatten eine laaaaaaange, anstrengende Woche. Wir waren täglich von morgens bis spät abends unterwegs. Und bei hypersensiblen Kindern ( und Müttern) rächt sich das. Das Knödel-Kind hin bereits gestern mit Fieber in den Seilen, das Motten-Kind trägt Augenringe und blassen Teint durch die Welt. Logische Konsequenz: NICHTS TUN!

regenwald-tiere-faultier-mit-jungem

Ich vermisse diese faulen Sonntage aber lang hatte ich immer ein schlechtes Gewissen gegenüber meiner Kinder wenn ich so einen Tag in Erwägung zog. Stichwort: Dein Alltag ist ihre Kindheit. Doch ist ihre Kindheit auch mein Alltag. Wir leben ja schließlich in einer Beziehung zueinander, mit dieser Erkenntnis fiel mir die Umsetzung des faulste, und langweiligsten Tags überhaupt wirklich sehr viel leichter. Unsere Woche war ja wirklich reich an Action. Wir waren so viel Unterwegs und haben so viel erlebt und voran getrieben und bei uns allen ist das Limit erreicht.

Unser Sonntag startete somit nicht mit dem Wecker und Stress, sondern mit möglichst lange schlafen, viel kuscheln zum wach werden. Wir frühstückten auf dem Sofa begleitet mit TV-Programm, wir kuschelten. Später gabs noch einen Besuch meiner lieben Freundin M nebst Energiebündel E, wir haben zusammen einfach nichts gemacht außer rum sitzen und die Kinder beim Spielen beobachten. Dazu gabs Tee bzw. Kaffee. Herlich entspannt. Nur leider gehts heute nicht mehr ganz ohne was tun, das habe ich gemerkt und dafür habe ich auch gar nicht die Ruhe. Ich erledigte also schnell die nötigste Hausarbeit damit wir nicht im ultimativen Chaos versinken. Die Minis sind erst spät zum Mittagsschlaf gegangen und werden demnach auch heute lange wach sein.

Wir werden heute Nachmittag genauso viel tun: nichts außer viel kuscheln, viel ungesundem Futter und TV. Wir haben uns das verdient und ich habe auch fast kein schlechtes Gewissen weil ich die kleinen bei dem wirklich super Spätsommerwetter nicht draußen durch die Welt schubse um irgendwas zu besichtigen, zu sammeln oder zu lernen. Wir entsprechen eh nicht der klassischen Vorzeigefamilie, also können wir uns das heute auch mal sparen. Wir haben diese Woche nämlich schon alles erledigt: Wir waren im Wald, auf dem Spielplatz, in der Stadt, zum Eis essen, am Wasserspiel, bei Freunden zum Spielen, ganz entspannt einkaufen, Kuchen backen, mit meiner Familie essen, mit Freunden kochen und essen, in der Opa-Werkstatt usw.

Ich befriedige unser Bedürfnis nach Ruhe und unter uns sein. Es zeichnete sich bereits in den letzten Tagen ab, wie sehr die Twinies sich danach sehnten. Sind sie sonst die ersten an der Tür wenn wir weg wollen, so musste ich sie in den letzten Tagen schon sehr motivieren überhaupt ihre Schuhe zu holen und ins Auto zu steigen. Sie zeigten auch abends deutlich das sie nicht mehr können. Essen? Keine Chance, sie wollten nur noch abschalten und ließen sich das notwendigste von mir anreichen und sind über müde ins Bett gefallen und konnten doch nur schlecht Ruhe finden und einschlafen. Mir ging es genauso, ich konnte keine Ruhe finden, so viele Eindrücke, so viele wichtige Termine, so viel Stress. Mein Kopf ist einfach zu voll gewesen um entspannen zu können, selbst ein bisschen Yoga konnte mir nicht helfen. Dieser faule Tag ist also wirklich nötig für uns alle, damit wir gestärkt und entspannt in die neue Woche starten können, die leider schon wieder viele Termine für usn bereit hält. Termine auf die ich mich sehr freue, so werde ich zum Beispiel zu Attachment Parenting Kongress nach Hamburg fahren, doch auch das ist mit Stress für die Kids und mich verbunden, wir müssen packen, fahren, es gibt Input ohne Ende.

Positiver Stress motiviert, aktiviert doch auch da ist irgendwann das Maß voll und man bricht unter all dem Druck zusammen. Das kenne ich schon, daher versuche ich diesen Tag zu genießen, mein schlechtes Gewissen zu beruhigen in dem ich mir genau das vor Augen führe: Wir 3 brauchen Ruhe, wir dürfen auch mal nichts tun, es sind Bedürfnisse die wir befriedigen müssen, sonst geht es uns nicht gut.

Ich weiß natürlich das viele diese Freizeitgestaltung nicht gut heißen, bei gutem Wetter drinnen, TV für Kleinkinder usw. Aber wenn man sich an die Zeit vor den Kindern erinnert, werden viele erkennen das sie sich auch mal so schändlich faul verhalten haben. Elternschaft ist aber kein Marathon der wer machts am besten und korrektesten, das geht gar nicht, denn jede Familie ist anders und hat andere Bedürfnisse, daraus muss man keinen Wettkampf machen, das raubt nur unnötige Zeit in der man sich auch mit viel Achtsamkeit um sich und seine Familie kümmern kann.

Überhaupt habe ich oft das Gefühl das diese Achtsamkeit viel zu kurz kommt, weil man immer diesen Satz im Kopf hat wie ein Mantra. Dein Alltag ist ihre Kindheit. Dein Alltag ist ihre Kindheit.

Kinder sollten Kinder sein, ihnen wird es nicht schaden wenn sie nicht Tag für Tag mit Reizen beladen werden, sie werden nicht darunter leiden wenn sie einfach mal nichts tun müssen, sondern einfach nur Kind sein, gerade auch wenn Kinder in die Betreuung gehen. Sie erleben jeden Tag so viele Dinge, sie lernen so viel Neues, sie müssen nicht auch noch am Wochenende ein straffes Programm absolvieren. Selbstverständlich verstehe ich, das Eltern nach einer langen Woche möglichst viel Quality Time mit ihren Kindern möchten, doch diese zeichnet sich nicht durch eine endlose Abfolge von Aktivitäten aus, sondern vor allem darin eine gute Zeit zu haben, Entspannung zu finden und viel Liebe zu versprühen.

Dieser Text ist ein Plädoyer für Faulheit, seid faul, habt euch lieb und tut einfach mal nichts, baut ne Höhle und esst darin Kekse, verbringt den Tag im Schlafanzug. Genießt die Stunden ohne Termine, ohne Erwartungen und seid zusammen glücklich. Ein Wellness-Wochenende wird nicht mehr Entspannung für euch herzaubern. Celebriert Faultier-Tage wenn ihr das Gefühl habt der Alltag frisst zu viel von euch als Familie. Tut einfach mal nichts, habt langeweile, unterhaltet euch.

Schönen Sonntag

 

Ela

 

 

( Bild von http://www.abenteuer-regenwald.de)

Spielplatz-Mutti-Typen Dorfedition

8601474479878337.jpg

Normalerweise gehen wir vormittags in den Wald, da ist weniger los, es ist so schön ruhig und es stört uns keiner wenn wir durch die Gegend stromern und die Wege verlassen. Nachmittags ist im Wald echt die Hölle los habe ich heute gemerkt. Auch der Spielplatz am Kloster ist gut besucht, sonst ist er immer leer. Heute nicht und endlich kam ich mal in den Genuss die Mutti-Typen zu beobachten. Quasi die Dorfedition, denn die unterscheiden sich doch noch mal deutlich von der Großstadtversion.

Die Dorfschickeria

Die schicke Mutti vom Dorf. Sie kommt mit Hightech-Fahrrad und ebensolchem Sitz fürs Kind angebraust. Statt High Heel trägt die die edelvariante der Chucks. Zu ihrem Sonnenstudio gezüchteten Bronze Teint präsentiert sie eine Frisur der Marke sportlich-elegant aufgemotzt mit Highlights vom Nobelfriseur in der nächsten Stadt. Sie ist dekoriert mit viel Bling Bling und genauso hat sie auch ihre Tochter dekoriert. Das mit dem Fahrrad heran geschaffte Kind trägt bei 20 Grad und Sonne Hannentrittmantel so wie dauraf abgestimmt Mütze und Schal. Für den Fall das der Mantel Schaden oder Beschmutzung erleiden könnte trägt das Kind einen dicken Wollpullover, es soll ja nicht frieren. Nach der Ankunft wird das Kind in der Sandgrube angesetzt und Kurs auf das Cafe genommen. Die Verweigerung des Kindes allein unter so vielen Fremden zu sein wird mit missmut und genervtheit beantwortet, aber immerhin bleibt sie. Das Kind wird permanent gebürstet, abgewaschen und es wird im regelmäßigen Abstand bemerkt wie schmutzig es sich doch gemacht habe. Snacks und Getränke führt sie natürlich nicht mit, sie bemerkt lautstark das sie jetzt ins Kaffee gehen werde um dort Kaffee und Kuchen zu verzehren. Auch das Kind der Schickeria-Mutti ist ein besonderes Exemplar: Lautstarkt erklärt es immer wieder allen alles gehört mir, meine Rutsche, mein Pferd, meine Schaukel, mein Sand. Nebenbei werden noch ein paar Bilder zum herzeigen gemacht, man mag ja schließlich gut da stehen, doch das täuscht nicht über ihre „nichts passiert“ oder „steh wieder auf“ „mach das alleine“ und ihr immerwährendes Lob hinweg, es überschreibt auch nicht den Umstand das sie die einzige ist, die dem Prestigesymbol laut und fordernd hinterher schreit.

 

Die praktisch-organisierte alles im Griff Mama

 

Während es in Großstädten zum guten Ton der Supermuttis gehört alles dabei zu haben, es möglichst ökologisch zu haben und am besten alles selbst gemacht zu haben ist es im Dorf eine eher seltenere Spezies.

Man erkennt sie daran wie sie flott mit dem grünen Croozer-Doppelsitzer durch den Wald stoffelt, immer ein Ziel vor Augen, keine Zeit um vom Kurs abzuweichen. Immerhin ist der Ausflug zum Spielplatz im Wald eine logoistische Herausforderung, man muss immerhin ein großes Sortiment frisches Obst und Gemüse mitführen, süßes in Form von selbstgebackenem sowie ein großes Sortiment Spielzeug. Sämtliches Zubehör transportiert sie mit einem großen ,selbstgenähten Beutel. Mutter und die 1-4 Kinder sind normal gekleidet, eher unaufällig, aber sauber und ordentlich. Die Kinder zeichnen sich durch erfrischend, höffliches aber offensichtlich anerzogenes Verhalten aus, natürlich teilt dieser Mutter-Typus breitwillig alles was sie hat.

 

Die junge, desorganisierte Mama


Das Kind das am lautesten schreit? Das gehört ihr. Der Buggy der bis unters Dach vollgepackt ist? Ebenfalls ihrer. Ist auch okay, ihr wütend zeterndes Kind trägt sie wahlweise auf der Hüfte oder untern den Arm geklemmt mit sich rum, trägt sie es nicht, so rennt sie ihm hinterher weil das Kind auf abwege gerät. Von den anderen Mutter-Typen, welche doch sehr uniform gekleidet mit Jeans und Weste auftauchen, unterscheidet sie sich mit ihren bunten, aufsehen erregenden Haaren und ihrem versuch sich Kleidungstechnisch von den Unifromen abzuheben. So richtig gelingt das aber dann doch nicht. Das Kind zeichnet sich durch einen wilden Mix aus DIY-Mode, Discounterkleidung und ein paar edleren Stücken aus dem Secondhand aus. Es ist das, das sofort schmutzig ist, und auch das einzige das später nahezu nackt über den Spielplatz fegt. Sie hingegen lümmelt sich im Gras oder Sand, Barfuß und verschmiltz mit der Szene völlig. Das lauteste, schmutzigste Kind ist tollpatschig und stiftet innerhalb kürzester Zeit größt mögliches Chaos. Die junge, desorganisierte Mama versucht sich an alternativen Methoden, steht sich aber selber im Weg weil sie von Unsicherheit begleitet agiert. Sie macht viele viele Bilder und immerhin hat auch sie etwas Proviant dabei.

Die Zwillingsmama aka ICH

 

Ich trage seit 3 Jahren überwiegend meine Umstandskleidung weil mein Arsch für alles andere zu fett ist. Kinderwagen oder sonstige Gefährte besitze ich nicht. Dafür habe ich ein Sortiment Tragetücher und Tragehilfen in meine viel zu kleine, als Wickeltasche im Prinzip ungeeignete coole Designertasche vom Outlet gestopft. Außer einem Sortiment Gedöns und ein paar Trinkbechern so wie 2 Windeln habe ich alles vergessen: Getränke? Nope! Snacks, Spielzeug oder Bargeld? Fehlanzeige! Ich bin halt Zwillingsmama, ich bin froh das meine Kinder heile und überwiegend sauberden Weg zum Spielplatz geschafft haben ( hat ja nur ne knappe Stunde gedauert). Ich bin die, die keine Schuhe mehr trägt weil die Socken zu kurz sind um mit Schuhen und Socken an durch den Sand zu latschen weils sonst scheuert. Und ich bin auch die, die einfach auf der Bank sitzt, ein Handy in der Hand ( Notizen für den Artikel machen). Ich mache keine Fotos. Ich mache eigentlich fast nichts. Ich bin die, die ihre Kinder einfach machen lässt, kein Programm vorgibt. Ich beobachte sie, genieße die Ruhe und den Moment, ich lasse mir das Gesicht von den letzen Sonnenstrahlen kitzeln, ich atme bewusst die frische Herbstluft ein.  Zumindest tue ich das so lange bis eins meiner Kinder brüllt, weil es von der Schaukel gefallen ist ( die ich zu doll angestoßen habe) Oder weil es auf dem Kletterturm eingekeilt ist weil die Gummistiefel feststecken. Meine Kinder sehen aus als wären sie in die Kleiderkiste gefallen, aber immerhin haben sie sich alles selbst ausgesucht. Inklusive der Gummistiefel und ausnahmsweise behalten sie sie sogar beim Spielen an.


Und jetzt will ich wissen: welche Mutti-Typen gibt es auf euren Spielplätzen?

Selbstbestimmt schlafen

Immer wieder kommt das Thema unter Eltern-Bloggern auf. Es gibt die Pro-Seite, die Contra-Seite und die funktioniert das wirklich Seite. Ich gehöre ganz klar zu der Seite der Befürworter. Viele wie zum Beispiel Frida von 2Kindchaos stecken da oft nicht so richtig freiwillig drin.

Meine süßen waren schon immer schlechte schläfer. Sie schliefen, spät ein, wachten früh wieder auf und brauchten ganz schnell nur noch einen Mittagsschlaf von maximal 1 Stunde. Jegliche versuche die beiden zu einem mir angemessen erscheinenden Rhythmus zu bewegen scheiterten kläglich. Das kürzen von Schläfchen war genauso wirkungslos wie das frühere wecken ( vor allem Knödel nimmt einem das extrem übel) oder das schrittweise vorziehen vom Nachtschlaf. Nichts hat geklappt, es wurde höchstens mit gebrüll der Marke BUHÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄ quittiert. Nichts hat funktioniert, wirklich gar nichts. Geschlafen haben sie schon immer nur wenn sie müde genug waren und auch in der Stimmung tatsächlich schlafen zu wollen.

 

Ungefähr 9 Monate habe ich versucht so etwas wie einen Rhythmus zu etablieren, ich ritualisierte alles mögliche. Ich trug, schob und schaukelte meine Minis durch die Gegend, bot ihnen die Brust an, bettelte, weinte vor Müdigkeit. Immer diese Stimme im Kopf die mir sagt: Schaffe einen Rhythmus, schaffe Rituale und Struktur, sie werden schlafen und nicht mehr schreien. Vergeblich. Es gibt keine Tages- oder Nachtzeit zu der die kleinen nicht schon ihren vorübergehenden Rhythmus etabliert hatten. Sie haben ihn immer wieder angepasst, ohne meine Hilfe. Irgendwann habe ich aufgegeben mit den Bestrebungen, immer mal wieder kamen sie wieder aber ich versuchte es nur noch halbherzig, meistens dann wenn die beiden eine äußerst nervige, anstrengende Phase durchlebten, wenn meine Kraft schwand und ich mich nach nichts mehr sehnte als nach etwas ME-Time.

Letztlich habe ich dann komplett aufgegeben, und siehe da: es wurde alles gut! Meine Kinder haben die Chance bekommen ihren eigenen Rhythmus zu finden, und das taten sie auch. Und mit dem Rhythmus verbesserte sich ihr Schlafverhalten stetig, so dass sie mit 20 Monaten angefangen haben durchzuschlafen, naja zumindest in 6 von 7 Nächten tun sie das, aber hey! Ich will nicht meckern, denn ich weiß das es bei vielen anderen viel schlimmer aussieht und ich selber auch ganz schlimme Zeiten mit meinen süßen hatte in denen sie nur auf mir schliefen ( 8 Monate lang), in denen sie nur mit Körperkontakt und an der Brust schliefen ( bis 14 Monate) wo sie mindestens alle 1-2 Stunden erwachten, häufig sogar noch öfter und immer und immer nur die Brust gefodert haben, mich gefordert haben und mir gezeigt haben: Mama wir brauchen dich so sehr.

Sie begannen besser zu schlafen, als ich sie an der Entscheidung beteiligte, als ich nur noch eine begleitende und gelegentlich auch führende Rolle übernahm und ihnen auch die Freiheit gab sich lösen zu dürfen von mir und eine Bindung zu anderen aufbauen lies.

Mir ist bewusst das es nicht überall funktioniert weil die Kinder zum Beispiel Probleme mit der Selbstregulation haben, weil sie überreizt sind weil sie so extrem anfällig dafür sind. Oder weil die Kinder ihren eigenen Rhythmus noch nicht etablieren konnten, weil sie ihn selber noch nicht kennen. Gründe warum es nicht funktioniert gibt es viele. Aber genauso viele Gründe gibt es dafür das es funktioniert.

Vielleicht noch eine kleine Erläuterung dazu wie ich selbstbestimmt schlafen derzeit empfinde:

 

Meine Kinder müssen nicht zu einer bestimmten Uhrzeit ins Bett weil ich denke das es notwendig ist. Motte und Knödel fordern es entweder selber ein, in dem sie sich ihr Buch wünschen, nach der Brust fragen oder eben direkt nach oben ins Schlafzimmer gehen. Manchmal gelingt ihnen das jedoch nicht, zum Beispiel wenn sie einen aufregenden Tag hatten, oder weil sie so sehr ins Spiel vertieft sind ( oder vor der Glotze kleben geblieben sind), dann übernehme ich die Führung, ich beobachte die beiden, benenne meinen Eindruck, kündige das Ende von Aktivitäten nach xyz an, biete ihnen dann an ihr Buch im Bett zu lesen, ihnen ihren Schlafanzug anzuziehen und die Zähne zu putzen bzw die Zahnbürsten zu richten. Sie nehmen diese Führung gerne an, und kooperieren und gehen gerne ins Bett, sie freuen sich auf diese ablenkungsfreie Exklusivzeit in der es nur um uns 3 geht, wir ganz eng zusammen liegen, ein schönes Buch lesen, den Tag resümieren, kuscheln und auf Wunsch auch stillen. Nie gibt es Proteste darüber das die Zeit zum ins Bett gehen wohl doch erreicht wurde ( weil sie einfach kaum noch die Augen aufhalten können und nur noch herum stolpern), wenn sie meine Angebote jedoch ablehnen, akzeptiere ich das für den Moment, in der Regel kommen sie wenig später dann doch von alleine oder ich wiederhole mein Angebot 15-20 Minuten später noch mal. Ganz ohne Druck, ganz ohne müssen.

Doof ists trotzdem manchmal, als es so schön war, da tobten die Knödels nach 22 Uhr noch hier herum, zerstochen von Mücken und Energie geladen durch die schönen Erlebnisse, die Sonnenstrahlen, des entspannten Lebens das es nur gibt wenn das Wetter so unglaublich schön und heiß ist, wenn man selber einfach nur entspannt das Leben genießt. Doof ist auch wenn sie ihren Mittagsschalf nicht machen möchten. Dann ist hier um spätestens 17-18 Uhr ende im Gelände und für mich ist dann klar: um 3-5 Uhr ist hier der Tag am start. In der Regel jedoch stehen sie zwischen 6 und 7 Uhr auf, halten um ca 12 Uhr einen kurzen Mittagsschlaf und gehen zwischen 20.30 und 21.30 zu Bett, selten das es früher oder später ist. Uns allen geht es gut mit diesem Rhythmus, ich mein okay, ich habe mich damit arrangiert das ich nie wieder ausschlafen werde obwohl ich gedacht hatte genau das in meiner Elternzeit tun zu können, denn immerhin stehe ich seit mittlerweile 23 JAHREN!!! früh auf, aber meine Kinder schlafen endlich, sie schlafen ohne dauerhaften Körperkontakt, ohne dauerhaft an der Brust zu sein, sie schlafen meistens durch und sie gehen gerne schlafen, sie freuen sich auf diese extreme Kuschelzeit. Das bestätigt mich in meinem Weg.

 

Jetzt würde ich natürlich gerne wissen: wie läuft es denn bei euch mit dem ins Bett gehen und schlafen? Seid ihr da eher entspannt oder habt ihr feste, vielleicht durch euch, vorgegebene Zeiten?

 

Liebe grüße Ela

(copyright für die Bilder bei Keins bestellt, 2 bekommen)

Und wie erziehst du so?

Mir schwirrt der Kopf, je mehr ich mich mit Themen der Erziehung befasse, desto mehr habe ich den Eindruck das das aufwachsen von Kindern einem Wettkampf gleicht:

Wer hat am längsten gestillt? Wer hat am längsten getragen? Wo gibt es das größte Familienbett? Wer ist am vegansten, plastikfreisten, windelfreisten, unerzogensten?????? Und beim Thema Kita/Kiga gehts ja auch noch weiter und hört beim Thema Schule noch lange nicht auf..

Mich macht das ganz verrückt, so verrückt das ich schon die Bindung zu meinen Kindern in Frage stelle obwohl ich nichts gravierend falsch mache außer dem Umstand das ich menschlich bin, fehler mache, meine Gefühle auslebe, auch wenn sie negativ sind.

Am Anfang stand das Kontinuum

Dem folgte Sears mit Attachment Parenting, es folgt die GfK basierende Erziehung, und das Unerzogen Lager. Es gibt autorative Erziehung, autoritäre Stile, schwarze Pädagogik, anti-autoritäre Erziehung usw usw… Mich setzt diese Masse ganz schön unter Druck, denn ich weiß was ich nicht will und ziemlich genau was ich möchte, doch das befassen mit diesen Themen zeigt auch: egal wie sehr ich mich bemühe: ein andere kanns noch besser. Da ist zum Beispiel meine liebe Freundin Katharina, die sagt so pingelig wie ich (nicht) erziehe, tut es ja kaum jemand. Ich kann dem leider nicht zu stimmen, denn ich  erkenne noch viele Dinge die ich besser machen könnte, wenn ich nicht den Druck verspüren würde immer zu funktionieren und mir erlauben würde von meinen Vorstellungen abzuweichen.

 

Mein Weg ist nicht dein Weg

 

Die (nicht) Erziehung von Kindern kann keinem Muster folgen, denn jedes Kind ist anders, jeder Elternteil ist anders. Was für mich gut funktioniert, funktioniert für Katharina nicht, weil ihre Umstände ganz anders strukturiert sind.

Am Anfang war ich ja der Meinung, wenn ich nur meinem Leitfaden folgen würde, dann würde alles gut gehen und gut werden. Es wäre einfach. In den letzten 2 Jahren habe ich viel dazu gelernt, vor allem das genau das nicht funktioniert, Erziehung nach Plan, wobei ich schätze das es funktionieren könnte wenn man seinen Plan mit aller Macht durchsetzen möchte, das liegt mir jedoch nicht. Folglich habe ich meinen Plan, meine Idee davon wie ich mit meinen Kindern umgehen möchte immer wieder angepasst, reflektiert und neu ausgerichtet. Aber für mich hat dieser Weg keinen Namen, denn er verbindet ganz undogmatisch Elemente aus vielen Wegen, Annahmen und Grundhaltungen zu einem Weg, der zu uns passt. Ich nenne ihn „The Ela Way“…

Zu meinem Weg gehört das ich versuche so wertschätzend und respektvoll wie möglich mit meinen Kindern umgehe, sowohl kommunikativ als auch in meinen Handlungen ( öffentliches Popo riechen finde ich so schrecklich entwürdigend, als Beispiel), ich hinterfrage meinen Ideen und Überlegungen nach ihrem Ursprung: WILL ICH das so? Oder glaube ich das zu wollen, weil man genau das von mir erwartet. Meine Twinnies haben sehr viele Freiheiten, dürfen mit bestimmen, selbst bestimmen, sogar in einem recht großzügigen Rahmen wie ich finde, dennoch treffe ich relevante Entscheidungen für meine Kinder weil ich in manchen Dingen eine Fähigkeit besitze die sie noch ausbilden müssen: Weitsicht. Ich kann Handlungen und Folgen in Relation zu einander bringen und so die Konsequenzen erfassen: es gibt also Grenzen der Selbstbestimmung für Knödel und Motte, es gibt ein paar Regeln die unser Zusammenleben 2:1 erleichtern weil es sonst einfach unsicher wird. Ich gebe also den Rahmen, passe ihn immer wieder an und in diesem Rahmen können sich beide frei bewegen, argieren und reagieren… Es gibt keine Strafen, keine Erpressungen, (kein) wenig Lob dafür viele Freiheiten, ein paar Regeln und Grenzen. Aber bei letzterem bin ich oft zu lasch und faul, wenn ich ehrlich bin…

Das Problem mit der Selbstbestimmung

Selbstbestimmung ist ja derzeit ein RIESEN Thema bei den Bloggern, es spaltet in zwei Lager. Ich bin hin und her gerissen, denn ich glaube das Selbstbestimmung funktionieren kann wenn die Umstände passen. Zunächst einmal steht einem ja oft die eigene Haltung im Weg, meine Freudin M kennt das sehr gut, und auch die eigene Erwartungshaltung steht einem oft im Weg und führt dann zu unnötigen Konflikten, daher denke ich das man sich selber vorher reflektieren sollte bevor man diesen Weg gehen will. Um bei M zu bleiben: Sie versuchte E an selbstbestimmten TV Konsum heran zu führen, merkte aber schnell das E nachmittags nur noch TV sehen wollte. Sie konnte das schlecht aushalten, denn das Kind braucht frische Luft, Bewegung und Kontakte. Was sie übersah war folgendes: E geht Vollzeit in die Krippe, er hat 8 Std am Tag Bewegung, Reize, Kontakte, freies und geführtes Spiel. Dieses Kind hat einen Vollzeitjob erlebt wenn er abgeholt wird, er sehnt sich nach Ruhe und Entspannung und wählt dafür den TV. Als ich M fragte was sie früher tat wenn sie von der Arbeit heim kam, schmunzelte sie dann erkennend welche Strategie E zum abschalten wählte. Sie passte ihre Erwartungen an mit der Konsequenz das sich die Situation entspannen konnte.

Bei uns funktioniert die Selbstbestimmung unter anderem deshalb, weil ich keine Erwartungen habe, selbstbestimmt ist selbstbestimmt, meine Erwartungen an meine Kinder haben da keine Relevanz, dennoch klappt es ganz gut in dem ich sie begleite in ihrer Selbstbestimmung, ihre Zeichen wahrnehme und sie dann leite, so klappt es mit dem TV Kosum genauso wie mit dem Schlafen- und zwar ohne weinen…

Aber ist das schon Unerzogen?

Ich sage nein, mir fällt es nämlich schwer gewisse Verhaltensweisen zu akzeptieren, wenngleich ich nachvollziehen kann was die Motivation dessen ist, dennoch kann ich das schlecht aushalten und unterbinde manche Dinge und biete Alternativen an… Natürlich werden die nicht immer gewollt, wäre ja auch zu einfach, aber es übersteigt einfach ab und zu meine Toleranzgrenze, ich kann es schlecht aushalten. Das zu wissen hilft mir trotzdem, denn ich kann meine Kinder reflektiert in ihrer Wut und Trauer begleiten…

Der Schlüßel liegt in diesem Satz:

Beziehung statt Erziehung“

Ich interpretiere ihn für mich so: wenn ich grundsätzlich in Kontakt ( Beziehung ) zu meinen Kindern trete, sie begleite und ihnen vorlebe dann werden sie kooperieren, nicht immer, nicht sofort, aber sie werden folgen, weil sie es wollen. Ich teile die Ansicht das Kinder aktiv an der Gesellschaft teilnehmen wollen, ein Teil davon sein wollen und das sie durch liebevolle Begleitung genau das werden und es auch gerne sind. Strafen und emotionale Erpressungen führen dazu das das Kind aus Angst vor Konsequenzen folgt und früher oder später rebelliert. Angst ist keine gute Komponente für eine Beziehung die gleichwürdig sein sollte, das ist bestimmt jedem bewusst. Gewaltfreie Erziehung ist demnach der Schlüßel zu kompetenten, selbstbewussten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Ich finde ja, das wir davon viel mehr bräuchten, und wie erzieht ihr so? Hinterlasst gerne einen Kommentar, ich bin gespannt.

 

Gebärden mit Babys und Kindern *Gewinnspiel*

*Dieser Artikel enthält Werbung*

 

Im Rahmen meiner Babysteps Kursleiter Ausbildung kam ich das erstemal näher in Kontakt mit dem Konzept der Zeichensprache für Babys und Kleinkinder. Ich wusste zwar das es das gibt, habe mich bis dahin aber nie näher mit dem Konzept befasst, weil es einfach auch nicht sehr bekannt ist wie mir scheint. Das möchte ich jetzt ein bisschen ändern nachdem ich Wiebke Gericke und ihr babySignal Konzept in Hamburg kennenlernen durfte.

Kommunikation als Grundbedürfnis

Die Kommunikation zwischen Menschen ist essentiell für ein glückliches Leben, das weiß ich schon durch meinen Beruf. Das wichtigste neben der medizinischen Versorgen der Patienten ist für die Kranken die Kommunikation. Für viele Menschen sind die Pflegekräfte die einzigen Personen mit denen verbaler Austausch stattfindet. Soziale Isolation und Depressionen sind die häufige Folge. Auch wenn man etwas spannendes, tolles, trauriges oder interessantes Erlebt hat, möchte man sich mitteilen. Die Soziale interaktion mittels Sprache ist also durchaus ein Grundbedürfnis, das uns glücklicher und zufriedener macht.

 

Kommunikation und Bindung

Kommunikation macht Bindung. Das fängt bereits im Mutterleib an: Die Eltern sprechen zu dem ungeborenen Kind und bauen so eine emotionale Bindung zum Kind auf. Das Kind kennt die Stimmen der Eltern, die Art zu sprechen. Es ist das erste bekannte das es erlebt nach der Geburt. In der ersten Bondingphase nehmen Mutter und Kind intensiven Kontakt auf. Sie beschnuppern sich, sie berühren sich, stillen das erstemal, das Neugeborene wird liebkost. Doch es passiert noch etwas: Blickkontakt. In den ersten Stunden nach der Geburt sind die Kinder sehr wach. Intuitiv suchen sie den Blickkontakt zur Mutter. Es kommt zur nonverbalen Kommunikation. Mit steigendem Alter der Kinder wird die Form der Kommunikation intensiver. Das Kind teilt sich mit Blicken, schmatzen und Lauten mit und wir Eltern antworten nur zu gern und liebevoll auf die Kontaktaufnahme unserer kleinsten. Wir intensivieren mit jeder Interaktion unsere Bindung zu einander. Jeder mobiler und selbstständiger unsere Kinder werden, desto mehr Kommunizieren sie mit uns. Und es entsteht Frust weil man nicht immer in der Lage ist zu erfassen was das Kind mitteilen möchte. Denn vom Sprechen ist man noch ewig weit entfernt.

 

Gebärden als Hilfsmittel

Die Gebärdensprache kann ein tolles Hilfsmittel sein diese Lücke zu schließen und dem Bedürfnis nach Kommunikation nach zu kommen, denn die Motorik der Hände ist schneller zu erlernen als das ausdrücken von Wörtern. Das erlernen sinnvoller Gebärden kann somit den Alltag erleichtern, die Kommunikation zwischen Eltern und Kind verbessern. Doch wie geht man es an?

Wer keinen Kurs besuchen kann oder möchte, hat die Möglichkeit verschiedene Bücher zum Thema zu lesen ( eins davon könnt ihr sogar gewinnen), Videos auf Youtube ansehen oder verschiedene Gruppen auf FB zu besuchen. Selbstverständlich könnte man sich auch selber etwas ausdenken ABER wie wäre es wenn dein Kind ein Leben lang von diesen Gebärden profitieren könnte? Viele Konzepte nutzen die offiziellen Gebärden der DGS oder nutzen auch amerikanische Gebärden. Der Mehrwert ist also durchaus gegeben, auch wenn die Eltern mit den Kindern nicht die Sprache an sich, sondern nur einzelne Gebärden erlernen.

 

Und wie soll das funktionieren?

Keines Falls ist es so, das man die Gebärden mit den Kindern einübt. Viel mehr erlernen die Eltern die Gebärden und integrieren sie im Alltag genauso wie sie verbale Sprache benutzen, die Gebärder unterstreicht das gesprochene Wort und ersetzt es nicht. Zunächst wird das Baby nur rudimentär die Gebärden nachahmen, ähnlich wie beim Sprechen. Es muss üben und präzisieren damit aus wildem Hand gewuschel eine Gebärde werden kann. Wer sein Kind empathisch begleitet und beobachtet wird sehr schnell in der Lage sein, zu erkennen was das Kind ausdrücken möchte, eben genauso wie es auch beim Sprechen lernen funktioniert.

Meine eigene Erfahrung mit Gebärden…

Im Rahmen meine Kursleiterausbildung erhielten wir eine kleine Info-Einheit zum Thema Gebärden mit Babys von Wiebke Gericke, der Gründerin von babySignal und Autorin von babySignal, mit den Händen sprechen. Wiebke kommt aus Hamburg und ist dipl. Pädagogin. Sie erläuterte uns das Konzept und wie es funktioniert. Da meine Betreuung für die Zwillinge nur mehr schlecht als recht funktionierte, war Motte zu dem Zeitpunkt mit im Kursraum. Eine gute Gelegenheit „am lebenden Objekt“ zu lernen. Motte war begeistert und setzte blitzschnell um was Wiebke ihr zeigte, mein Mutterherz platze beinahe vor Stolz, das kann ich euch sagen.

babysignal

Beeindruckt von der Wirkung kaufte ich mir Wiebkes Buch und begann Gebärden zu erlenen, die für unseren Alltag passend waren. Ich wollte unbedingt wissen ob es wirklich funktioniert und ob es noch Sinn macht, weil die kleinen zu diesem Zeitpunkt bereits ziemlich ordentlich verbal kommunizierten. Meine Sorge, die kleinen würden das mit dem Sprechen erst einmal wieder aufgeben und die Gebärden nutzen, bestätigte sich nicht. Im Gegenteil, ich hatte den Eindruck es unterstützte beide beim lernen der Worte. Das ganze ist jetzt 4,5 Monate her. Wenn ich ehrlich bin nutzen wir kaum noch Gebärden, weil die Worte die Gebärden überwiegend abgelöst haben, doch es kommt häufig vor das vor allem Knödel seine Worte mit Gebärden unterstützt um dem ganzen Nachdruck zu verleihen.

Gewinne eins von Wiebkes Büchern!

Da ich von diesem Konzept überzeugt bin, habe ich die Möglichkeit eins von Wiebkes Büchern für euch zu verlosen!

Um gewinnen zu können müsst ihr folgendes tun:

  1. Gebt den Facebookseiten von babySignal und Keins bestellt, 2 bekommen ein gefällt mir!
  2. Kommentiert hier oder bei Facebook warum ihr dieses Buch gewinnen möchtet, schön wäre es wenn ihr von euren eigenen Erfahrungen berichten könntet.
  3. Markiert für ein Extralos einen Freund pro Kommentar
  4. Teilen wäre nett, ist aber kein Muss

Das Gewinnspiel startet heute um 14.00 Uhr und endet am 20.9. 16 um 15.00 Uhr, gelost wird vom Doppelpack. Das Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang mit Facebook, der Rechtsweg ist ausgeschloßen, eine Barauszahlung des Gewinns nicht möglich. Teilnehmen kann jeder über 18!

Viel Glück!

 

Langzeitstillen?

Schon wieder ein Stillthema 😀

Ich bin ja überzeugte Stillmama, war es bekannterweise aber nicht immer. Vor der Schwangerschaft konnte ich dem Thema nichts abgewinnen. War vielleicht durch ehemalige Nachbarn auch ein bisschen gerpägt, denn SIE war auch Langzeit- und Tandemstillerin. Nachdem ich es zumindest versuchen wollte, es dann nur 6, 12, 18 Monate machen wollte, stille ich immer noch und gelte eigentlich zu den Langzeitstillerinnen. Eigentlich deshalb weil ich nicht finde das es Langzeitstillen ist. Für mich ist es normal die Kinder so lange zu stillen wie sie es brauchen und so lange es mir damit gut geht.

Wenn man alle Studien, biologische Vorraussetzungen, alle Statistiken berücksichtigt, dann ist die natürliche Stilldauer ca 2- 6 Jahre und nicht 6-12 Monate. Eine ordentliche Diskrepanz findet ihr nicht? Wenn man die Kinder lässt, stillen sie also deutlich länger als die meisten Mütter es wollen oder wünschen. Oft wird berichtet das sich die Kinder um den 11. und 13. Monat abstillen, ganz plötzlich und aus heiterem Himmel. Oftmals steckt allerdings ein Stillstreik dahinter, oder die Mutter forciert das abstillen in dem sie nicht nach Bedarf stillt sondern Stillmahlzeiten ersetzt um zum endgültigen Abstillen zu gelangen.

Die Vorteile des Stillens im ersten Lebensjahr sind hinreichend bekannt, selbst Formula-Hersteller betonen ( das müssen sie sogar) das stillen das beste für Mutter und Kind sind. Neben Nahrung erhält ein gestilltes Kind deutlich mehr und intensiveren Körperkontakt zur Mutter als ein mit der Flasche ernährtes Kind ( wobei Mütter auch hier gleichziehen können, wenn sie ihre Säuglinge in der gleichen Position, nah am Körper füttern), gestillte Kinder schlafen häufiger im Elternbett, werden häufiger nach Bedarf gefüttert und erhalten zusätzlich zur Nahrung und Nähe eine ziemlich gute Mischung an Immunglobulinen.

Die Vorteile des Stillens über das erste Lebensjahr ( und noch länger) liegen überwiegend in dem weiteren Austausch von Immunglobulinen, die helfen das Immunsystem weiter zu stärken, auch erhält das gestillte Kleinkind eine enorm große Menge an Vitaminen und Mineralstoffen im vergleich zu nicht mehr gestillten Kindern. Im Schnitt erhalten länger gestillte Kinder bis zu 17% mehr Energie als andere Kinder. Sie erkranken seltener an chronischen Krankheiten und leiden weniger häufig an Allergien. Auch im akuten Krankheitsfall profitieren länger gestillte Kinder, müssen seltener wegen Dehydration ins Krankenhaus gebracht werden.

Auch über das erste Lebensjahr hinaus beträgt die Menge der Muttermilch ungefähr 500 ml ( pro Kind) und kann im Bedarfsfall auch gesteigert werden. Erstaunlich oder nicht?

Langzeitstillen als Begriff

Wenn ich ehrlich bin, dann finde ich diesen Begriff irreführend. Ich mag keine Schubladen und auch keine allgemeingültige Definition für etwas das so unglaublich individuell ist. In einer Gruppe kam neulich eine Diskussion genau zu dieser Begrifflichkeit in Gang, die Meinungen gehen in vielen Dingen zwar auseinander, aber den Begriff des Langzeitstillens fanden alle doof auf eine Alternative wurde auch nicht gefunden. Neben artgerecht stillen, Kleindkind stillen, Normalzeitstillen, stillen, Bedarfsstillen usw. Kritik kam vorallem dadurch zustande das viele dieser Begriffe eine Wertung mit sich tragen, trotzdem Kategorien schaffen und andere Mütter die nicht so handeln ausschließen. Daher stillen wir einfach weiter. Jetzt schon seit 24 Monaten !!!! Krasser scheiß…