Allein unter Ein-Kind- Muttis

oder auch ein Kind ist kein Kind.

Als ich nach möglichen Themen für den Blog fragte wurde sich gewünscht, ich sollte mal erzählen wie das so ist, alleine unter Müttern die nur ein Kind haben, als ich dann noch für die „Eltern“ von Anneliese von Zwillinge: Einer schreit immer mit dem Satz : “ ein Kind ist kein Kind“ zitiert wurde , muss ich wohl oder übel mal Stellung beziehen.

Den Satz kennen viele Mütter, ich habe ihn, glaube ich, das erste mal bei Urnaturaen  gelesen, sie erzählte darüber das sie das Leben mit zwei Kindern doch zunächst ein bisschen unterschätzt habe und meinte dann: Eins ist keins. Also kein überheblicher Spruch einer unwissenden Zwillingsmama, sondern von einer Mama mit zwei Kindern unter 2 Jahren.

Natürlich ist man als Mutter von einem Kind geneigt ein bisschen angesäuert zu reagieren, schließlich können auch diese Kinder einen ganz schön in den Wahnsinn treiben. Doch liebe Mamas, ihr seid überwiegend in einer sehr schönen Lage, auch wenn es anstrengend ist. Und selbstverständlich gibt es auch Mamas deren Einling wesentlich anstrengender war, als die folgenden Zwillinge.

Doch wie ist es nun, allein mit Twins unter Einlingsmamas?

Ich muss sagen, es ist toll. Meine Freundinnen sind echt immer am Start wenn ich um Hilfe bitte und nehmen das erhöhte Kinderaufkommen extrem gelassen und trauen sich auch mal eine Weile mit allen Kids allein zu, damit ich mal ein bisschen Luft zum atmen habe. Doch es gibt Momente, da bin ich wirklich ein bisschen neidisch ( obwohl ich mein Doppelpack nie gegen ein Einzelkind tauschen würde), es sind häufig ganz banale Alltagssituationen wo ich schon denke, mit einem wäre es leichter, und wo auch die Mädels bestätigen, das sie sich das mit zweien nicht vorstellen können, allen voran: Haushalt und Einkaufen. Oder schlechte Laune bei den Minimenschen. Entweder hat man zu wenig Hände, oder zu viele, oder ein Kind muss mit seinen Bedürfnissen hinten anstehen. Mittlerweile ist das mit den Bedürfnissen nicht mehr ganz so schlimm, viele können sie auch zur Not selbst befriedigen oder schlicht und ergreifend warten.

Wenn ich also sage „ein Kind ist kein Kind“ so meine ich nicht, das ein Kind keine arbeit macht sondern lediglich die Überlegung wie einfach manch alltäglicher Stress zu bewältigen wäre, wären meine Zwillinge ein Einling geworden. Gerade auch das Thema schlafen ist so ne Sache, da denke ich oft: Mit einem wäre es einfacher, meine beiden halten sich nämlich gegenseitig wach, stören den Einschlafprozess und wecken sich zur Not auch. Trennen wird nicht toleriert, nacheinander ist auch keine Option. Natürlich weiß ich, auch ein Einzelkind schläft nicht zwingend schneller, besser oder länger, aber es wäre nur ein Kind mit starken Bedürfnissen, nicht zwei.

Daher, liebe Einkindmamas, nehmt es mir nicht übel, in meiner Vorstellung habt ihr es nicht leicht, aber manchmal leichter. Wenn ich das sage, dann will ich euch nicht herabwürdigen, ich spreche meinen heimlichen Frust aus. Und auch wenn das Leben mit zwei Kindern manchmal frustrierend ist, ich wünsche es mir gar nicht anders. Mit fast zwei Jahren ist es überwiegend schön, Zwillinge zu haben, zu sehen wie sie sich lieben, miteinander Blödsinn machen und die Welt entdecken.

Und das Leben unter Müttern ohne Zwillinge? Ich finde es schön, wir können zwar gegenseitig nicht immer nachempfinden wie es dem anderen gehen mag, doch pflegen wir einen respektvollen und wertschätzenden Umgang miteinander. Manchmal äußern meine Süßen jedoch Mitleid wenn hier wieder alles drunter und drüber geht, sie können nur erahnen wie es dann für mich ist, doch nie würden sie sagen das sie nicht mit mir tauschen würden, nie sagen sie: „Zwillinge? Oh Gott, ich hätte mich umgebracht“ nein, sie sehen das Leben mit Zwillingen genauso wie ich: besonders, spannend, herausfordernd. Sie wissen um diese Aufgabe und freuen sich ein Teil dessen sein zu können. Dank der beiden kann ich alles das tun, was Einkindmütter auch tun können. Das ist wirklich wertvoll. Diese Unterstützung empfinde ich als einmalig und daher macht es für mich keinen Unterschied wie viele Kinder meine Freundinnen in wie vielen Geburten hatten. Was zählt ist die gegenseitige Wertschätzung und der gegenseitige Respekt vor der Aufgabe, Mutter zu sein. Nicht mehr und nicht weniger.

 

Ein Kind ist kein Kind, aber manchmal auch anstrengend wie 2 oder mehr Kinder. 2 Kinder sind ne Ansage, aber auch das kann ganz  entspannt sein.

Von daher: weniger dogmatisch sehen, das Leben genießen und sich über die Kinder die man (um sich) hat freuen.

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