Zwillingsmütter stehen Rede und Antwort #2 Kerstin aus Tirol

Heute kommt die liebe Kerstin zu Wort. Und warum? Weil sie ein Leben wie in einer Telenovela lebt. Ihr wisst schon, Hotels, Personal und Traumhafte Kulisse und sie ist der Chef. Wie das Leben im Hotel mit Ehemann und 3 kleinen Kindern läuft, könnt ihr hier lesen:

Als erstes : erzähl doch ein bisschen von dir als Person!

Ich bin Kerstin, 28 Jahre und lebe in Tirol. Mit meinem Mann Mario bin ich seit 3 Jahren verheiratet, kennen tun wir uns seit 15 Jahren mittlerweile. Wir arbeiten beide in der Hotelkette meines Großvaters. Ich leite den Bereich Sales und Marketing für 4 Hotels und bilde mit meinem Mann zusammen die Geschäftsleitung vom Alpenhotel ….fall in Love

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1. Du bist Mama von 3 Kindern, 2 davon sind noch sehr klein und darüber hinaus auch noch Zwillinge. Und du stillst, das stelle ich mir wahnsinnig anstrengend vor. Wie klappt das in der Umsetzung und wie beschäftigst du den Großen?
Ich muss dazu sagen dass ich Kinder als puren Luxus empfinde. Es ist Luxus sich Kinder heute leisten zu können, insbesondere viele Kinder denn unsere Familienplanung ist noch nicht abgeschlossen. Es ist Luxus mit ihnen Zeit verbringen zu dürfen und überhaupt welche zu bekommen. Als PCO Patientin ist es für mich pures Glück. Da ich für den Betrieb leider unerlässlich bin, muss unser Alltag in Schichten funktionieren. Wir bekommen eine Nanny zur Verfügung gestellt damit das klappen kann. Kim ist bei uns seit die Kinder 3 Monate sind, solange arbeite ich auch schon wieder – eigentlich 20 Stunden die Woche aber jeder Selbstständig weiß dass es nicht dabei bleibt 😉
Damit das Stillen geklappt hat hab ich 16 Wochen sehr kämpfen müssen. Danach „lief“ es im wahrsten Sinne des Wortes. Mittlerweile ist das Stillen eine feste Verbindung zwischen Evamarie, Alois – die wir Ivy und Lio nennen – und mir! So komme ich vom Arbeiten weg wenn auch nur kurz. Wir stillen noch morgens, mittags und abends. Und wenn es sein muss nachts. Wir brauchen es im Moment alle 3 noch sehr. Die beiden werden im März jetzt ein Jahr und wir werden wohl nicht so schnell aufhören.
Mein großer Mann Levin ist jetzt 4,5 Jahre alt. Er ist ein wunderbares Kind, sehr hilfsbereit und kümmert sich hingebungsvoll um seine Geschwister. Ich muss sagen er ist mehr eine Unterstützung wenn ich alleine bin als das er mir mehr Arbeit macht. Er besucht den Kindergarten bis 11:30 und ist auch oft bei seinen Urgroßeltern die mit Mitte 70 noch sehr fit sind und bei denen ich als Kind schon unglaublich viel Zeit verbracht habe. Ein Vorteil des Familienunternehmens, wir wohnen alle in unmittelbarer Nähe – sehen uns täglich und unterstützen einander wo immer es geht.

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2. Ein Leben wie in einer Telenovela: Ihr lebt im Hotel und habt zusätzlich auch noch einen weiteren Wohnsitz. Ist es nicht wahnsinnig anstrengend immer zu pendeln? Wie oft pendelt ihr?
Das Leben im Hotel klingt immer so toll. Als Kind – zugegeben – ist es das auch. Ich bin selbst in einem aufgewachsen und es ist immer was los, immer Programm, immer neue Kinder zum Spielen, leckeres Essen, ein eigenes Schwimmbad, Kinderclub, Pub und Diskos, ein Hausmädchen, ein Kindermädchen usw.
Jetzt als Erwachsener sind diese Vorteile oft anstrengend. Man sucht seinen persönlichen Ruhepol und schafft es innerhalb seines eigenen Unternehmens nicht abzuschalten.
Einen normalen Haushalt führen, das ist etwas das wir nicht brauchen und nicht tun.
Für mich und meinen Mann war es aber klar: Wir wollen das alles und es auch unseren Kindern vermitteln. Deshalb haben wir uns ein kleines Häuschen fernab des touristischen Trubels im Karwendel Tal gekauft – mitten in den Bergen wo sich Hase und Fuchs Gute Nacht sagen. Komplette Ruhe – Natur pur und ein geregelter Familienalltag mit Haushalt und Kochen und allem Drum und Dran. Das genießen wir sehr. Leider können wir nur von Samstagnachmittag bis Montagmittag dort sein. Die Strecke beträgt nur 8 km. Trotzdem ist eine Herausforderung an beiden Wohnorten ALLES zu haben. Jetzt sind wir ausgestattet und brauchen nichts mitzunehmen egal wo wir gerade sind.
3. Wie kommen die Kinder damit zurecht?
Der Große freut sich sehr auf das Haus. Dort sind wir nur für die Kinder da. Er hat einen Garten mit Spielplatz. Wir kochen gemeinsam und spielen. Für all das ist unter der Woche keine Zeit. Die Kleinen, denke ich, hatten da schon ihre Probleme des ständigen Wechselns. Wir haben aber bis die beide 10 Monate waren, Familienbett praktiziert. Somit waren ihre Mittelpunkte trotzdem da – Mama und Papa. Auch habe ich mein Wochenbett in unserem Haus verbracht was beim Stillen sehr geholfen hat. Die Schlafschwierigkeiten führen wir allerdings schon darauf mit zurück. Wir freuen uns dass sich das mittlerweile aber etwas eingependelt hat. Man sieht nun dass sie das Haus wieder erkennen und auch ihre Betten dort und ihre vielen Spielsachen können sie jede Woche neu entdecken 
4. Wie schaffst du den Spagat zwischen Geschäftsfrau im Hotel und der Hausfrau zu Hause? Hast du Hilfe? Wie sieht diese aus?
Hier habe ich schon ein bisschen Voraus gegriffen. Ich habe sehr viel Hilfe sogar. So viel dass ich oft auch traurig bin dass ich nicht gezwungen bin zu Hause zu bleiben. Das Kindermädchen ist 9 Stunden 5 Mal die Woche da. Am 6. Tag den wir auch arbeiten müssen haben wir noch eine weiter Nanny für 5 Stunden die schon bei Levin damals ausgeholfen hat. Unsere Wohnung wird von den Zimmermädchen in Ordnung gehalten. Die machen ebenso unsere ganze Wäsche. Essen holen wir in einem unserer 5 Restaurants oder essen direkt dort. Mit BLW Kindern ein großer Vorteil nachher nicht aufräumen zu müssen. Die Kellner sind entzückt wenn wir kommen
Der Betrieb fordert mich sehr. Ich habe das Alpenhotel 2012 als Konkursbetrieb übernommen mit 8 Mitarbeitern und 10% Auslastung. Heute stehen wir bei 50 Mitarbeitern und 70-80% Auslastung im Durschnitt als gut laufendes Hotel mit Gewinn da. Es war ein Kraftakt. Davor habe ich schon 2 solche Projekte betreut. Ich war damals mit 21 wohl eine der jüngsten Hotelchefinnen. Das hat mich sehr geprägt. Ich bin dadurch sehr strukturiert und organisiert, bin absolut nicht leicht zu Stressen und kann jederzeit lächeln. Das kann ich im Alltag mit den Kindern auch sehr gut gebrauchen muss ich sagen 
5. Wie sieht euer Leben im Hotel aus? Wie läuft der Tag ab und vor allem: wie präsent sind die Kinder im Hotelbetrieb?
Unser Tag beginnt regulär um 7 Uhr morgens, wir stillen, machen den Großen fertig und gehen um 8 zum Arbeiten bzw. Levin in den Kindergarten. Die kleinen machen dann Frühstück, anziehen, spielen und spazieren, alles mit Nanny. Um 11:30 holt mein Mann ihn ab und um 12:00 folgt das gemeinsame Mittagessen mit der ganzen Familie in unserem Haupthotel das nebenan liegt. Danach geht es an den Mittagsschlaf, der im Moment noch nicht so ganz klappt. Ich stille die Kinder und mein Mann und ich legen sie hin. Die Nanny hat am Nachmittag ihre Pause. Um 15:00 gibt es Jause und um 16:00 gehen wir wieder an die Arbeit. Die Kinder gehen dann alle gemeinsam spazieren und wir treffen uns um 18:00 Uhr zum Abendessen. Danach kümmere ich mich um die Kinder. Es gibt ein gemeinsames Bad, Pyjama, Gute Nacht Geschichte und nochmal stillen. Meistens ist um 20:00 Uhr dann Ruhe eingekehrt. Mein Mann kommt zwischen 20:30 und 22:30 nach Hause – je nach Lage. Die Kinder sind bei uns im Alpenhotel nicht sehr präsent. …fall in Love lässt schon erahnen – es ist ein Kuschel und Romantikhotel für Pärchen. Ruhe, Wellness, und Zweisamkeit lassen sich nur wenig mit Kindern vereinbaren, deshalb ist eine Anreise erst ab 16 Jahre möglich. Unsere andern Hotels sind ebenso spezialisiert. Ein Baby und Kinderhotel mit 5 Smileys sowie ein Familienhotel (unser Haupthaus nebenan) zählen ebenso dazu. Hier sind wir viel mit den Kindern in den Spielbereichen, der Lobby zum Kuchen Essen und Tee trinken am Nachmittag, beim Tanztee um 5 Uhr, im Schwimmbad usw. Es gibt dort auch viele andere Kinder zum Spielen.

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6. Würdest du eure Leben ändern wenn du es könntest?
Ich kenne es nicht anders. Ich bin so aufgewachsen und weiß also dass die Kinder davon keinen Schaden nehmen werden. Was ich als Kind vermisst habe, versuche ich einzubauen mit unserem Familien-Haus um meinen 3 Kuschelmäusen eine gelungene und glückliche Kindheit ermöglichen zu können. Für uns zählt der Grundsatz dass die Qualität der Familienzeit mehr zählt als die Quantität. Manchmal beneide ich Hausfrauen um ihre Rolle. Sie können rund um die Uhr bei ihren Kindern sein. Das kann ich leider nicht. Andererseits liebe ich meinen Beruf. Es ist meine ebenso meine Familie, meine Heimat und die Zukunft meiner Kinder wenn sie das möchten.

 

 

 

Wenn auch ihr mal so richtig aus dem Nähkästchen plaudern wollt, ein unglaublich spannendes Leben führt oder einfach mal von eurer Geschichte erzählen wollt, meldet euch bei mir, ich quetsche euch liebend gerne aus.

 

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2 Gedanken zu “Zwillingsmütter stehen Rede und Antwort #2 Kerstin aus Tirol

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