Schrecken in der Nacht

Es war still eine Weile. Das hatte mehrere Gründe. Ich habe versucht die Knödels nachts abzustillen ( und zwar schon zwei mal). Beim ersten mal musste ich abbrechen, da ich die nächtlichen Wachzeiten von mehr als 3 Std PRO KIND nicht mehr ertragen konnte. Beim zweiten Versuch kam uns ein ungebetener Gast dazwischen. Sein Name: Nachtschreck.

 

schlafen

Zunächst einmal: Was ist das überhaupt?

Der Nachtschreck wird medizinisch Pavor nocturnus genannt. Hinter diesem Namen steckt eine Schlafstörung die vor allem Klein- und Schulkinder betrifft, seltener sind auch Babys und Kleinskinder betroffen. Diese Schlafstörung ist harmlos und tritt oft in Kombination mit Schlafwandeln auf.

Die betroffenen Kinder befinden sich zwischen 2 Schalfphasen und können weder in die eine oder die andere Schlafphase übergehen. Sie stecken zwischen wach sein und schlafen fest wenn man es so ausdrücken will. Die Kinder schrecken zunächst keuchend, wimmernd auf, auch ein initialer Schrei ist möglich. Die Kinder ( seltener auch erwachsene) verspüren große Angst und zeigen auch alle physichen Anzeichen von panischer Angst, also klater Schweiß, Herzrasen und eine beschleunigte Atmung. Desweiteren sind die Kinder desorientiert und erkennen weder ihre Umgebung noch ihre Bezugsperson. Nach dem Anfall erwachen die betroffenen kurz, und schlafen wieder ein. In der Regel können sie sich nicht, anders als bei Albträumen, an diesen Vorfall erinnern, daher ist es wichtig, die Kinder am nächsten Tag nicht danach zu befragen. Ein Anfall dauert zwischen 2 und 30 Minuten, seltener können sie auch länger dauern.

Dieser Schrecken hat uns fest im Griff gehabt, nach dem wir das nächtliche abstillen in angriff nahmen. Obwohl ich meinen Wunsch nach dem nächtlichen abstillen mit den Minis kommunzierte, sie drauf vorbereitete und ihnen erzählte das ihre, genauer gesagt meine, „Busies“ müde sind und gerne schlafen möchten, kam es jeden Abend um ziemlich genau 22.00 Uhr zum initialen Schrei, dem dann ein meist 20-30 Minütiges wüten, weinen und schreien folgte. Ich konnte Knödel nicht anfassen oder ansprechen, das regte ihn nur noch mehr auf. Nach dem er dann erwachte, konnte er jedoch ohne die Brust nicht wieder einschlafen, Wasser oder einen Schnuller ( welchen ich als alternative zum stillen des Saugbedürfnisses anbieten wollte) lehnte er weinend ab. Er lag nach diesen Anfällen weinend und wimmernd vor Müdigkeit in meinem Arm zog an meinem Pullover und sagte nur „da , Busie“.

Mein Mutterherz zerbrach in diesen Momenten und ich beschloß zumindest Knödel vom abstillen auszuschließen und ihn weiter nach Bedarf zu stillen, für mich wäre es schon eine Erleichterung wenn nur ein Kind nachts nicht mehr stillen würde. Doch leider ließ sich das nicht wirklich umsetzen. Lediglich einen Teilerfolg konnte ich erzielen, Motti akzeptiert auch einen Schnuller und etwas Wasser sowie kuscheln zum weiter schlafen, doch lieber ist auch ihr das stillen, damit schläft sie schneller und zuverlässiger wieder ein. Naja Mission deutlich gescheitert.

I`m so tired but I can`t sleep….

Tja, da sitze ich nun, extrem müde und manchmal auch extrem gereizt mit meinen Steinzeitbabys und mache weiter wie bisher, denn nach ein wenig Recherche stellte ich fest das eine Ursache für das auftreten des Nachtschrecks psychozialer genese sein kann. Im konkreten beinhaltet dies emotionale Streßsituationen und Überforderung. Aber auch positive, aufregende Erlebnisse können das auftreten des Nachtschrecks begünstigen, daher empfielt es sich die zweite hälfte des Tages ruhiger zu gestalten und auch die Einschlafsituation ruhig zu gestalten.

Aufgrund der Information, dass emotionaler Stress das Auftreten begünstigt, habe ich recht schnell das nächtliche abstillen als entscheidenden Faktor ausmachen können, denn nur wenige Tage nach dem ich das Thema aufgab, legten sich die Schreiattacken und kommen seit dem nur noch sehr selten vor, meist an sehr stressigen, aufregenden Tagen…

Aber wenn jetzt alles wieder gut ist, warum bin ich dann so müde? Nun ja, auch wenn nicht mehr stundenlang geschrien und geweint wird, kann ich nicht gut schlafen. Bis ca 0.00 Uhr brauchen mich die beiden ca alle 45- 60 Minuten. Erst ab Mitternacht schlafen sie konstant mehrere Stunden. AUF MIR! Meist an der Brust nuckelnd. Ich liege also von 0.00-6.00 Uhr auf dem Rücken, zwei 1,5 jährige an meinen Körper gepresst, die bei jedem Versuch meinerseits eine bequemere Position zu finden lautstark protestieren. Erholsamer Schlaf geht anders, habe ich zumindest gehört.

Ich hoffe auf bessere Nächte, gestillte Bedürfnisse verschwinden von alleine – angeblich.

Ich mache also weiter wie bisher, immer hoffend das irgendwann der Knoten platzt und aus meinen Schlechtschläfern kleine Langschläfer werden, auch wenn ich mir sehr sicher bin, dass sie es erst im Teeniealter sein werden, wer hat schon von einem 16 jährigen gehört, der freiwillig früh aufsteht? Ich kenne keinen…

 

Habt ihr Erfahrungen mit dem Nachtschreck machen müssen? Wie seid ihr damit umgegangen?

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8 Gedanken zu “Schrecken in der Nacht

  1. Hallo!
    Toller Beitrag, kommt mir sehr bekannt vor 😉 Der „Nachtschreck“ kommt bei uns auch vor, sicher die Hälfte der Woche. Ohne Flaschi geht’s dann sowieso gar nicht mehr mit Weiterschlafen, und das nur im Elternbett. Meine Tochter schreit wie am Spieß und weint, lässt sich auch ganz schwer beruhigen. Und das auch nur von mir, bei meinem Mann wird alles nur noch schlimmer. Außer das Flaschi machen kann er mich auch leider nicht unterstützen in der Nacht, auch nicht, wenn ich am nächsten Tag arbeiten muss. Manchmal ist es dann auch wirklich sehr anstrengend… aber wem erzähl ich das, du hast zwei davon. Meinen Respekt! 😉 Liebe Grüße!!!

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  2. Das kommt mir auch bekannt vor. Bei meinem Großen war es auch so, dass er nur an der Brust einschlief (oder im Tuch, aber dann kann man selbst ja nicht so gut liegen) und sehr oft aufgewacht ist und dann immer eeeewig genuckelt hat. Ich hab versucht nachts abzustillen bzw. Hinlegen ohne Brust als er gut 1 Jahr alt war. Es hat nicht geklappt, er hat nur getobt, wollte eigentlich zu mir, hat mich aber dann wieder von sich gestoßen, wenn er nicht an die Brust durfte. Das hab ich nicht ausgehalten. Als er dann fast 1,5 war, haben wir es nochmal probiert, weil ich einfach fertig war und das Genuckel mich schier wahnsinnig gemacht hat. Ich konnte das nächtliche Stillen einfach kein bisschen mehr schön finden. Es hat dann auch geklappt. In der ersten Nacht ist er nur dreimal aufgewacht, hat jeweils ca. eine halbe Stunde gewütet, wir waren beide einfach da, er schlief natürlich bei uns im Bett, und ist dann irgendwie auch ohne Brust wieder eingeschlafen. Die zweite Nacht war schon besser und ab der dritten war es kein Problem mehr. Und es war toll! Er ist abends zufrieden in meine Arme gekuschelt – oder in die des Papas – eingeschlafen. Das war eine völlig neue Erfahrung, dass Kuscheln und einfach da sein auch etwas zählt und nicht immer nur die Brust, so wie die 1,5 Jahre vorher. Und auch nachts ist er seitdem viel weniger oft aufgewacht und ließ sich, falls doch, einfach durch Hinkuscheln wieder beruhigen.
    Ich denke, es ist schon wichtig, dass wir Mamas das (nächtliche) Stillen auch noch schön finden und es wollen und wenn nicht mehr, eben versuchen etwas zu ändern. Aber klar, es gibt auch Zeiten, da ist man selbst total davon genervt, aber was das Kind will geht vor. Aber ich bin mir sicher, der Moment wird kommen, wo es dann klappen wird bei euch. Ich wünsche dir, dass dies bald der Fall sein wird (-;

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  3. Ich hatte es schon bei BusyBee vermutet, aber dachte immer sie wäre zu jung dafür. Danke dir, dass ich jetzt mit Bestimmtheit sagen kann, was uns alle manchmal in den Wahnsinn treibt. Von NotYet kenne ich das überhaupt nicht – bis heute. Aber BusyBee neigt dazu, wenn wir aufregende Tage hatten und insbesondere, wenn wir nicht zu Hause schlafen (Urlaub). Sie schläft wunderbar ein, bis sie den ersten Schlafphasenwechsel hat, so nach etwa 45 Minuten. Dann geht es los: sie schreit wie von Sinnen, ist nicht zu beruhigen, mag nicht abgefasst zu werden, erkennt uns nicht – Dauer meist 30 Minuten. Dann schläft sie friedlich weiter. An sehr aufregenden Tagen wiederholt sich dieses Spektakel in der Nacht….
    Ich fühle mit dir und deinen Steinzeitbabys – ich habe ja schließlich auch welche ❤

    Liebe Grüße
    Mother Birth

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