Rabenmutter lässt grüßen

Ich spiele nicht gern mit meinen Kindern. Jetzt ist es raus, zerfleischt mich wenn ihr wollt. Mir macht es einfach keinen Spaß auf dem Boden rumzulungern und ewig das gleiche zu tun ( Legosteine zusammen setzen, Türme stapeln und umstoßen, Klötze in eine Kiste werfen usw). Das schlechte Gewissen nagt natürlich total, vor allem weil meine Mädels scheinbar ihren Lebensraum auf den Fußboden verlegt haben ( und mir damit auch noch ein schlechtes Gewissen machen, weil ich ewig nicht gewischt habe).

Während also 2 Erwachsene und 4 Kinder auf dem Boden sitzen und spielen und plaudern, sitze ich gemütlich auf der Couch ( die auch viel bequemer ist als der Boden) und trinke mein koffeinhaltiges Heißgetränk. Dort ist es sicher vor kleinen neugierigen Kinderhänden, ich kann es nahezu genießen und es ist meist sogar noch heiß.

Meine kleinen versuchen mich oft zum Spielen zu motivieren aber ich mag das wirklich nicht. Ich sehe ihnen lieber von weitem zu, wenn sie ausprobieren, üben, sich freuen, wütend werden und dennoch völlig in ihr Spiel versunken sind ( und dabei meistens ihre Windel bis oben hin voll haben -> Dilemma!).

An dieser Stelle mag man mich schütteln und brüllen spiel mit ihnen, aber mein Lieblingsautor Jesper Juul bestätigt mich in meiner Faulheit ein stückweit wenn er sagt: Eltern sollen keine Spielpartner sein oder auch Kinder dürfen und sollen sich langweilen. Beides ist gesund und fördert die kindliche Phantasie. Und natürlich muss ich auch ein wenig relativieren, denn auch wenn es jetzt den Eindruck erweckt ich würde mich nicht um das Spielbedürfnis kümmern, so ist er doch falsch ( zumindest für mein Empfinden), ich spiele nicht mit Spielzeug aber unser Alltag ist ein „Kinder“- Spiel.

Ich beziehe die kleinen in meine Tätigkeiten im Haushalt mit ein, wenn  ich koche, so kochen sie mit; sie bekommen ein paar Kartoffeln oder Nudeln, ein paar schalen und Löffel und auf geht`s . Wenn ich Wäsche mache, machen sie mit, die Maschine füttern, ausräumen, in den Trockner stopfen oder auf die Leine hängen, egal was zu tun ist, sie machen mit Begeisterung mit, wir blödeln, und schreien laut herum um zu schauen wer am lautesten schreien kann, ich singe und tanze, die kleinen tanzen mit. Wenn ich die Betten mache, wuseln die kleinen rum und warten darauf das ich sie in den Decken verstecke und kitzel. Wenn wir windeln wechseln müssen, spielen wir fangen, wenn wir auf dem Sofa sitzen, wird gekuschelt, danach wird getobt, getanzt, gekitzelt und rum“geschleudert“. Wenn ich Geschirr spüle, spülen die kleinen ihre Teller und Tassen auch. Es gibt unzählige Beispiele aus unserem Alltag, die ein Spiel darstellen. Spielen ist das erlernen von Alltagsfertigkeiten, und genau das machen wir jeden Tag gemeinsam. Sie spielen „groß“ sein, und sie spielen es gerne. Was hier übrigens auch sehr beliebt ist, ist den Hof fegen, sie haben kleien Besen und Schaufeln und flitzen mit ihren Bobbycars und ihrer Ausrüstung über den Hof und verteilen meine Haufen großflächig, der Effekt ist zwar der, das der Dreck immer noch rum liegt, aber dadruch das er groß verteilt ist, fällt er weniger auf. Auch wenn es ein neues Spielzeug gibt, setze ich mich mit den beiden zusammen, zeige ihnen ein paar Möglichkeiten auf, aber danach ziehe ich mich raus und überlasse den kleinen das erforschen des neuen Gegenstandes und beobachte wie sie wohl den Gegenstand verwenden. Das hat in meinen Augen so viel Mehrwert als das gesteuerte, gezeigte „sinngemäße“ Spielen…

Ich lese den kleinen gerne vor, betrachte mit ihnen die Bilder und beantworte ihre fragenden „Da da da da da“ wenn sie auf etwas zeigen, wir üben Wörter aussprechen und erfinden neue, wir kritzeln zusammen auf dem Papier herum und freuen uns über unsere Werke, ich gehe mit ihnen raus, begleite sie beim Welt entdecken.

All das tue ich wirklich gerne, doch bleibt mit weg mit Türmchen bauen und Duplos zusammen stecken. Ich mag das nicht, der Fußboden ist unbequem, die Motorikschleife im Gesicht tut weh, und Stapelbecher auseinander pulen ist auch nicht so der Hit.

Manchmal habe ich wirklich ein schlechtes Gewissen deswegen, dann setze ich mich zu ihnen, mache Spielangebote, doch eigentlich klappt das seltenst, denn kaum sitze ich dort auf dem Boden in einer annährend bequemen Position, stürmen die beiden auf mich los, wollen kuscheln, Bücher lesen oder stillen, alles Dinge die auf der Couch wesentlich gemütlicher funktionieren, daher wechseln wir den Standort.

Sitze ich auf dem Sofa und Motti kommt mit ihrer Motorikschleife, dann sage ich auch selbstverständlich nicht nein zu ihrem Angebot mit mir zu spielen, doch nach ein paar Minuten ist das beiderseitige Interesse weg, das Spiel wird zunehmend frustrierender und endet dann auch meist in einem tränenreichen Desaster. Auch Knödel schiebt Frust wenn er mit seinen Duplosteinen zu mir kommt, sie mir mit einem aufgeregten DA DA DA DA hinhält und ich keine Ahnung habe ob ich sein Werk jetzt bewundern, erweitern oder zerstören soll. Auch hier: meistens Tränen und Verzweifelung auf beiden Seiten.

Tja, so ists bei uns, wie macht ihr das? Spielen oder beobachten? Was liegt euch mehr? Oder wechselt ihr eure Positionen und seid ihr da ganz ausgeglichen?

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Liebster, Liebster….

LiebsterAward-2

 

 

Ich wurde nomiert um am Liebster Award teilzunehmen, und das gleich zweimal, daher gibts hier die Antworten im Doppelpack. Die erste Nominierung erhilet ich von Motherbirth , eine ganz tolle Mama die über alles rund um Schwangerschaft und Geburt bloggt. Die zweite Nominierung bekam ich von Unaturaen die über das Familienleben abseits des Mainstreams schreibt. Danke ihr lieben ich freue mich auf eure Fragen.

Wie das Ganze funktioniert:
Der Liebster Award unterstützt vorallem neue Blogs um in der Bloggerwelt bekannter zu werden. Aber natürlich ist es auch für alte Hasen eine gute Möglichkeit noch bekannter zu werden. Der Liebster Award ist eine Vernetzung zwischen den Bloggern. Es funktioniert ganz einfach. Man wird nominiert, beantwortet die gestellten Fragen, stellt selbst wieder Fragen und nominiert erneut Blogs für den Liebster Award.
Die Regeln:
Bedankt euch bei der Person, die euch nominiert hat, und verlinkt sie auf eurer Seite. Falls möglich, hinterlasst auf ihrem Blog einen entsprechenden Kommentar, in dem ihr auch für andere sichtbar den Award annehmt. Kopiert das Emblem oder holt euch ein zu euch passendes aus dem Netz und stellt es sichtbar auf die Award-Seite, so dass der Liebster Award nach außen hin sichtbar ist und bleibt. Beantwortet die 11 Fragen, die euch gestellt wurden und veröffentlicht sie auf eurer Seite. Wer über die Fragen hinaus Fakten über sich präsentieren möchte, kann dies in einem eigenen Blog: Fakten über mich (bis zu 11 möglich); wer mit den Fragen gar nichts anfangen kann, darf sie ausnahmsweise auch mal gegen Fakten austauschen; sollte das dann aber auch entsprechend begründen. Denkt euch 11 neue Fragen für die Blogger aus, die ihr nominieren wollt und stellt die Fragen auf euren Blog. Kopiert die Regeln und stellt sie ebenfalls auf euren Blog, damit die Nominierten wissen, was sie zu tun haben.Nominiert zwischen 2 und 11 neue Blogger, die ihr gerne weiter empfehlen wollt. Das sollten möglichst solche sein, die noch wenig bekannt sind, aber empfehlenswerte Inhalte bieten. Wer möchte kann sich dabei an die 200er – 3000er Follower / Leser Regel halten, also solche Blogs empfehlen, die unterhalb dieser Zahlen liegen.Stellt die neuen Nominierungen auf eurer Seite vor und gebt den jeweiligen Bloggern eure Nominierung persönlich bekannt. Empfohlen wird dafür die Kommentarfunktion auf den jeweiligen Blogs zu nutzen, falls diese passend ist.
Den Anfang machen die Fragen von Motherbirth:
1. Einsamkeit- Was bedeutet sie für dich?

Einsamkeit ist relativ, ich kann in einer riesen Halle voller Menschen schrecklich einsam sein und ich kann genauso völlig allein sein und keinerlei Einsamkeit verspüren

2. Kälte des Nordens oder Wärme des Südens?

Beides hat seine Reize, je nach Stimmung und Bedürfnissen das eine oder andere.

3. Hälst du Monogamie für die beste Art der Paarbeziehung? Und warum?

Die beste Art der Paarbeziehung gibt es nicht, sie ist abhängig von verschiedenen Faktoren und Charaktereigenschaften.

4. Welche positiven und negativen Charaktereigenschaften haben deine Kinder bei dir an Tageslicht gezerrt 😉 ?

Ich bin unendlich geduldig geworden und gleichzeitig unglaublich reizbar. Ersteres kannte man nicht von mir, letzteres hat sich mit dem Schlafmangel potenziert.

5.Bevor du Mutter/Vater wurdest, hattest du bestimmt einige Sachen, die du auf gar keinen Fall machen wolltest. An welche hast du dich im Nachhin nicht gehalten?

Ich wollte nicht:

  • Spontan entbinden
  • Stillen
  • Familienbett
  • Elternzeit nehmen
  • Ich hielt schreien lassen für legitim
  • das abgelutschte Essen meiner Kinder essen
  • Babysprache verwenden
  • Stoffwindeln verwenden
  • mein Leben verändern

Was ich stattdessen tat:

  • Spontan entbinden
  • (Langzeit) Stillen
  • Nach dem Krankenhaus im Familienbett schlafen ( aktuell bauen wir ein richtig großes)
  • Direkt mal 3 Jahre Elternzeit genommen
  • Bedürfnissorientiert erziehen
  • Stoffwindeln benutzen
  • mein Leben verändern

6. Was macht für dich einen sicheren Geburtsort aus?

Puh, ich habe ja nur einmal gebären dürfen bisher und die Erfahrugen waren ja eher negativ so das ich mir eigentlich eine Alleingeburt wünsche, da ich nicht glaube das es am Tag X noch die Möglichkeit geben wird, Interventionsfrei/arm zu gebären. Das und der Punkt Selbstbestimmung machen daher für mich einen sicheren Geburtsort aus, wobei die lokalisation weniger wichtig ist als das drum herum.

7.Wein, Bier oder kein Alkohol?

Früher Bier, heute kein Alkohol. Mittlerweile widert mich der Gedanke an ( exzessiven) Konsum von Alkohol an.

8.Was sind deine Stärken?

Ich bin Konsequent und Ehrlich in jeder Hinsicht. Ich bin außerordentlich Leidensfähig.

 

9.Was sind deine Schwächen?

Meine Konsequenz und Ehrlichkeit, ist halt Fluch und Segen in einem, außerdem kann ich schlecht um Hilfe bitten.

10. Ist Deutschland kinderfreundlich? Und warum?

Nein, Deutschland ist nicht Kinderfreundlich. Weder für konventionelle Familien und erst recht nicht für alleinerziehende Eltern. Vereinbarkeit ist ein großes Thema an dem die Politik regelmäßig scheitert. Und auch gesellschaftlich sind Kinder eher als Störfaktor bekannt, denn als Chance für die Zukunft unseres Landes. Es gibt kaum noch Spielplätze oder Cafes mit Wickeltisch oder gar Hochstühlen. Hat man dann doch so ein Lokal entdeckt so verlassen manche Gäster sogar das Lokal wieder wenn sie Kinder sehen. Auch stillen in der Öffentlichkeit ist ein Problem stellenweise, wenngleich ich das nie erleben musste.

11. Bist du eher ein Stadtmensch, liebst du das Dorfleben oder bist du bei dieser Frage zwiegespalten?

Auf dem Dorf geborenes Stadtkind das im Dorf lebt. 😉 und heimweh hat.

Und jetzt die Fragen von Urnaturaen:

1. Warum bloggst Du – was ist deine Motivation ?

Eigentlich wollte ich ja von meinem WAHNSINNIG spannenden Leben als Twin-Singlemom berichten, leider sind wir total langweilig, deswegen blogge ich über alles was mich berührt und bewegt. Das kann mit Kindern zu tun haben, oder auch mit meinem Beruf. Ich habe Spaß daran und ein bisschen Seelenhygiene nach den letzten 2 Jahren ist es auch. Ich will weder berühmt noch reich werden, ich freue mich wenn jemand mein geschreibsel liest und wenn es jemandem gefällt ist das noch viel toller. Um es kurz zu machen: ich schreibe für mich 😉

2. Würdest Du gerne mehr oder weniger Zeit dafür aufwenden ?

Ich blogge ohne Zwang immer dann wenn es mich überkommt. Wenn ich keine Lust habe ist das so, dann ziehe ich mich zurück, teile höchstens mal was auf meiner Facebookseite. Doch wenn es mich überkommt ärgere ich mich manchmal das ich keine Zeit finde weil die Knödels oder das Katertier dazwischen funken. That´s life I think.

3. Was würdest Du wirklich gerne ändern in Deinem Leben ?

Eigentlich ist alles gut so wie es ist. Es gibt immer Dinge die man gerne ändern würde, doch was bringt es?  Man weiß ja nicht ob sich dadurch alles wirklich so fügt wie man sich es wünscht.

4. Gibt es irgendwas in Deinem Leben, was Du bereust ?

Ich habe beschloßen nichts zu bereuen. Es ist Zeitverschwendung sich zu sehr mit der Vergangenheit zu befassen und damit negative Gefühle zu verbinden. Das Leben ist zu wertvoll um wo anders zu sein als im Jetzt.

5. Was bedeutet Glück für Dich ?

Glück kann so vieles sein, kann man das wirklich in der kürze formulieren?  Glück sind kleien Dinge die den Alltag besonders machen.

6. Was vermisst du gerade ?

Einen erwachsenen zum Reden. Vor allem Abends.

7. Wärst Du gerne unsterblich?

Nicht wer sind macht uns unsterblich, sondern das was wir tun. Daher klares Nein.

8. Deine Lieblingsbeschäftigung ?

Meine Kinder beim entdecken der Welt beobachten.

9. Dein Lieblingsfilm ?

Requiem for a Dream ist ganz weit vorne, ansonsten liebe ich so ziemlich alles ,außer die Fluch der Kabrik Filme, mit Johnny Depp.

10. Dein absolutes Lieblingsrezept?

Ich koche und backe frei Schnauze. Rezepte dienen lediglich der Inspiration

11. Was liest Du gerade und kannst Du es weiterempfehlen ?

Ich lese gerade die Biographie von Goebbels. Ich entdeckte das Buch in den Untiefen des Regals meiner Eltern und nahm es mit. Eine erschreckend beeindruckende und beängstigende Person, es ist sehr spannend zu sehen wer der Mensch hinter der Grausamkeit war. Ansonsten lese ich derzeit das Tränenhaus von G. Reuter aus dem Jahr 1908. Gerade für alleinerziehende Mütter nicht uninteressant.

12. Wohin würdest du auswandern?

Wenn ich könnte, würde ich umgehend packen und nach Neuseeland oder Schweden auswandern.

13. Dein Lebensziel?

Ich habe nicht mal eins für die nächsten 5 Jahre, eins fürs ganze Leben wäre unglaublich.

14. Dein Lieblingszitat:


„Jede Wahrheit durchläuft drei Phasen:

In der ersten wird sie verlacht,
in der zweiten wird sie wild bekämpft,
und in der dritten wird sie als Selbstverständlichkeit akzeptiert.“

(A. Schopenhauer)

 

An dieser Stelle nominiere ich niemanden, derzeit laufen viele Liebster Awards, ich starte eine neue Runde wenn sich der Trubel gelegt hat und meine Lieblinge wieder Zeit und Lust haben.

 

 

Stillen in Absurdistan

Ich bin ja bekennender Facebook-Gruppen-Junkie, egal welches topic, FB hat ne meist kompetente Gruppe dazu, das funktioniert besser und schneller als Google.

Gerade in kleineren Gruppen liest man auch mal privatere Dinge die mich unterhalten, erfreuen oder auch traurig machen. Heute gabs was ganz absurdes aus der Zwillingsstillgruppe:

DIE KINDER HABEN KEINE ZÄHNE WEIL SIE NOCH GESTILLT WERDEN!

Im Ernst,  ich wusste nicht ob ich lachen oder weinen sollte, daher entschied ich mich fürs bloggen:

Liebe Omas, Schwiegermütter, liebe Väter, liebe Ärzte, Hebammen, liebe Verkäuferin, liebe Nachbarn und Freunde!

Ich habe großartige Neuigkeiten für euch: nicht immer ist stillen schuld an allem! Wir stillenden Mamas sind es leid eure absurden Auswüchse zum stillen zu hören! Ihr nervt! Und in den meisten Fällen habt ihr keine Ahnung!

Nicht immerwenn ein Baby weint hat es Hunger,  manchmal hat es einfach schlechte Laune, ist müde oder hat nen Pups quer sitzen. Vielleicht hat es auch einfach Angst vor zu viel Dummheit. Aber eins weiß ich gewiss: ich habe genug Milch um mein Baby zu stillen wenn es Hunger hat. Und das Wissen intuitiv auch andere Mütter.

Ist das Kind „zu dick“ wird es zu oft gestillt,  ist es zu dünn reicht die Milch nicht oder sie ist zu wässrig oder nicht nahrhaft genug. Ich behaupte mal das Gegenteil: jedes Kind folgt seinem eigen Bauplan und nicht jedes passt in eine vorgefertigte Statistik. Menschen sind schließlich individuell und keine Roboter die nach Plan agieren.

Meine Kinder schlafen nicht durch. Deine auch nicht?  Das liegt ganz bestimmt am stillen! Und am Familienbett! Die Blagen sind verwöhnt! Stimmt so auch nicht,  fragt mal Flaschenmuttis, deren Kinder ‚durchschlafen‘ was das für Sie heißt und wie oft sie den Nuggi wieder in die Babyschnute schieben 😉 unlängst gab es übrigens eine Studie die zeigte das es irrelevant ist wie ein Kind ernährt wird, es schläft erst durch wenn es so weit ist es zu können.

Mein Highlight der dummen Kommentare ist ja der Zusammenhang zwischen der Ernährung eines Babys und dem Zahnstatus. Demnach ist es so das gestillte Kinder ja keine Zähne brauchen und erst gaaaaaanz spät welche kriegen. Interessant. Bedeutet das im Umkehrschluß etwa das Kinder die mit einem Zahn geboren werden keine Brust bekommen dürfen weil sie ja Zähne haben?  Was gebe ich denn dann? Schnitzel oder Steak? Und wie ist das bei Kindern die eine Flasche bekommen? Wann bekommen die Zähne?  Oder brauchen die auch keine? Und was ist mit kurz gestillten Kindern?  Und jenen die erst spät Beikost bekommen?  Brauchen Breikinder eigentlich Zähne?

Übrigens ist es so: M, der Sohn einer Freundin wurde nur ganz kurz gestillt und hat kaum 5 Zähne im Mund, trotz seines fortgeschrittenen Alters von 12,5 Monaten. E., der Sohn einer anderen Freundin wurde durchschnittlich lang gestillt und würde bestimmt immer noch gestillt wäre da nicht ein Problem gewesen: seine Zähne. Er hat rasend schnell einen nach dem anderen bekommen, biss und schabte so sehr das meine Freundin ihre Grenze erreicht hatte und abgestillt hat. E hat übrigens schon fast alle Zähne, ebenfalls 12,5 Monate alt. Und meine beiden? Wir haben spät mit beikost angefangen, wir stillen immer noch. Der erste Zahn kam mit 6 Monaten bei Knödel, Mottis erster kam mit 9 Monaten. Mittlerweile hat Knödel 12 Zähne und zahnt munter weiter, während Motti sich mit 8,5 Zähnen zufrieden gibt. Was wissen wir: Zähne und stillen gehören nicht zusammen.

Und überhaupt, Karies ist ja auch so ein Thema. Wusstet ihr das Muttermilch nur Karies verursacht wenn sie aus der Flasche kommt oder mit Stillhütchen gestillt wurde/wird?  Im Normalfall kommen die Zähne nämlich nicht in Kontakt mit der Milch, daher schaut mal lieber in eure eigenen Schnuten, mit großer Wahrscheinlichkeit habt ihr dem Kind die Karies angeknutscht oder mit eurem Löffel in den Mund geschaufelt. Stillen, auch in der Nacht hat eher wenig damit zu tun.

Kann ein Kind sich schlecht lösen, so hat es durch das stillen eine krankhafte Bindung hört man ja immer wieder. Abstillen soll helfen. BLÖDSINN!!!  Gestillt oder nicht,  wie gut oder schlecht sich ein Kind von seiner primären Bezugsperson lösen kann hängt von vielen Faktoren ab. Zum Beispiel vom Charakter.  Wusstet ihr nicht, ne? Son Kleinkind hat schon ne Persönlichkeit und nen eigenen Willen. Krasser scheiß, oder?

Langzeitstillen ist pervers und dient der Befriedigung sexueller Bedürfnisse der Mutter. Tja wer das behauptet hat höchsten mal n Baby ohne Zähne gestillt spätestens im kleinkindalter und mit einigen Zähnen im Mund ist stillen kein inneres Blumen pflücken mehr. Es wird gebissen, gekniffen, geturnt und gezerrt. Mal unter uns, ich finde das nicht sexy oder erregend. Eher würde ich behaupten, daß es weh tut und nervt. Ätzend! Nicht geil…

Wusstest du das langzeitgestillte Kinder auch richtige Lebensmittel konsumieren und auch Getränke zu sich nehmen die nicht aus der Brust kommen?

Und ja, auch nach 18 Monaten ist da noch was drin, kann gern ne Probe für den Kaffee schicken!

 

Freunde

Freunde sollen die Familie sein, die wir uns aussuchen. Doch was sagt es über mich aus, wenn ich bei der Wahl meiner Freunde ein äußerst schlechtes Händchen habe? Und was sagt das über meine Familie aus?

Zeit meines Lebens,  so fühlt es sich zumindest an, renne und rannte ich so genannten Freunden hinterher. Diese Freundschaften waren nie von bestand,  ich war nicht cool genug, nicht schlau genug, zu dick, zu unsportlich, ich war in falschen Klasse, wohnte im falschen Ort oder zog zur falschen Zeit um. Nie fand ich so richtig Anschluss.
Auch in der Ausbildung zeigte sich ein Problem: ich war zu jung und damit abhängig von meinen Eltern, und auch zu vernünftig.
Ich wurde erwachsen und entwickelte meine eigenen Vorstellungen von Moral,  Ethik und Empathie. Ich suchte nicht mehr nach Freunden sondern lebte mein Leben so wie es mir gefiel. Sollten sich Freundschaften entwickeln so würde ich mich nicht mehr anpassen sondern danach wählen ob diese Menschen in mein Leben passten. Nach meinem Umzug fand ich Freunde die zu mir passten ohne das ich mich anpassen müsste. Wir machten ne menge Blödsinn und dann wurde ich schwanger. Die Freundschaften waren dahin, sie zerbrachen an der Hyperrmesis. Es fehlte an gegenseitigem Verständnis für einander.

Es folgten 1,5 Jahre in denen ich nahezu ausschließlich virtuelle Kontakte pflegte da es mir kaum möglich war reale Kontakte zu pflegen. Erst die schwere Schwangerschaft, dann die erste Babyzeit mit zwei Steinzeit-Babys, dann die Depressionen.  Die Kontakte die ich noch pflegte zerbrachen an meinem Unwillen mich nach dem scheitern einer Beziehung zu entscheiden, ich wollte nicht zwischen zwei geliebten Menschen wählen und verlor dadurch wieder einen.
Auch die virtuellen Kontakte gingen verloren. Schuld daran bin ich gewesen,  beziehungsweise die Depressionen. Zumindest bei einer von ihnen konnte ich mich entschuldigen, sie reichte mir die virtuelle Hand und ich konnte sie nehmen und über meinen Schatten springen und um Verzeihung bitten.  Ich hoffe das ich nach und nach auch die Kraft finden werde, den anderen zu sagen das es mir leid tut.
Dann kam der Umzug. Alles auf Anfang.

Ich fand schnell Anschluss an eine Gruppe von Mamas und freute mich ein paar Menschen gefunden zu haben die ähnlich dachten und fühlten wie ich. Doch dummerweise machte ich einen Fehler, der mir schon öfter passierte: ich sagte schonungslos ehrlich meine Meinung,  zack Freundschaft kaputt. Ich weiß nicht ob die Freundschaft zu den anderen langfristig bestehen bleiben kann, ich würde es mir sehr wünschen, doch bevor sie zwischen mir und einer anderen Person wählen müssen, verzichte ich lieber. Man sollte sich nicht zwischen Menschen die man mag entscheiden müssen. Das ist kacke.

Heißt Freundschaft also 100% Anpassung?  Verzicht auf eure eigene Meinung? Immer nur ja sagen und positive Aspekte sehen um die negativen auszublenden?
Ehrlich gesagt kann ich das nicht beantworten,  doch wenn das Freundschaft ausmacht,  will ich das nicht.  Es erscheint mir falsch und heuchlerisch,  doch es passt zum oberflächlichen, schnelllebigen Zeitgeist unserer Generation in der man alles haben kann und kaputtes entsorgt wird, statt zu reparieren. Warum um etwas kämpfen und gemeinsam an einem Problem arbeiten wenn Nachschub an jeder Ecke verfügbar ist?

Es ist eine traurige Entwicklung, aber vielleicht ist es auch naiv von mir zu glauben es gäbe sie wirklich: wahre Freunde die bedingungslos hinter einem stehen und auch konträre Meinungen akzeptieren ohne sich persönlich angegriffen zu fühlen.
Doch ich glaube wirklich an diese bedingungslose Freundschaften, denn eine handvoll Menschen für die Freundschaft genau das ist darf ich kennen, aber das schönste ist, dass ich sie Freunde nennen darf ( ihr fehlt mir so) und vielleicht darf ich auch meine neuen Freunde doch behalten,  weil sie sich nicht entscheiden mussten und sich mit ein wenig Distanz alles zum guten wendet.

Abnehmen mit Zwillingen

Nach der Schwangerschaft machte es erst einmal PlOPP. Mutter wurde fett. Mein Stoffwechsel war durch die HG-Schwangerschaft ziemlich im Eimer und alles was ich aß klebte sich direkt und für scheinbar alle zeiten an meine Hüften. Dass ich stille machte das Thema abnehmen natürlich noch schwieriger, denn Diät ist nicht. Und für Sport fehlt(e) mir wirklich die Zeit.

Mit beginn der Beikosteinführung ging das Gewicht runter, zwar nicht sehr, aber zumindest ein bisschen. Die regelmäßigen und wesentlich gesünderen Mahlzeiten halfen das Gewicht zu senken und erst einmal zu stabilisieren.

Dann tat sich erst einmal nichts, nach dem Umzug gings sogar wieder rauf, das gute Essen bei Muttern und so, ihr kennt das. Doch jetzt gehts los, die Twins sind mobil, ich renne den ganzen Tag hinter ihnen her, rette ihnen das Leben bei ihren Klettermanövern und teile die dick machenden Leckerbissen mit ihnen.

Ich kann Obst essen, Gemüse und auch Vollkornbrot. Also all die Dinge die es hier Tag für Tag gibt, doch wehe ich esse Marmelade, Schokoaufstrich oder süßes wie Kekse, Kuchen und der gleichen. Da bricht der absolute Futterneid los. Im Ernst, wir waren neulich bei meiner Freundin Marita um den Geburtstag ihres Minis zu feiern. Selbstverständlich gab es Torte und ich bin mir sicher, sie schmeckte hervorragend doch leider sind sowohl Tanja als auch ich nicht wirklich in den Genuss der Torte gekommen. Grund dafür waren Motti und Knödel. Während Motti im rasenden Tempo meinen Teller leer löffelte ließ sich Knödel von Tanja füttern, ging es nicht schnell genug, hopste er im sitzen auf und ab und machte sich lautstark mit ham nam hammm hammm bemerkbar. Ratz fatz hatten die beiden den Kuchen erledigt, auch der zweite Versuch etwas vom Kuchen abzubekommen scheiterte, denn neben Knödel und Motti hat sich auch das Geburtstagskind in gefräßiger Einigkeit zu mir gesellt. Wieder nix. Gestern hatten wir erneut eine Verabredung zu Kaffee und Kuchen. Naja ihr könnt euch denken was geschah.

Auch heute hieß es wieder alles für die Twins, die Reste für Mama. Naja das wäre etwas übertrieben aber doch zutreffend. Einmal die Woche essen wir mit meinen Eltern zu abend, meistens gibt es auch lecker Nachtisch. Heute gabs Eis. Bisher lehnten die Minis Eis ab und bevorzugten Obstmus oder Joguhrt. Heute nicht. Motti mümmelte an Omas Eis, Knödel nach ein paar Vorbehalten an meinem. Nachdem wir geendet hatten, lümmelte sich Motti zu Opa und ließ sich weiter mit Eis füttern, Knödel saß bei meinem Bruder und machte den Mund wie ein hungriges Vogelküken den Mund auf, nach dem Motti endgültig genug hatte, belagerte Knödel meinen Vater und schlabberte Eis. Tja, so geht das eigentlich immer: Du hast was leckeres, neues, selten gekauftes, geliebtes zu Essen in der Hand? GIB ES UNS!!!!

Das bewahrt mich davor unmengen ungesunde Dickmacher in mich zu versenken, die Twins sorgen dafür das ich nix davon bekomme und steigern mein Hinterher-Rennn-Pensum umgekehrt proportional zum weg futtern der leckereien.

Und das Ergebniss kann sich sehen lassen: 2 Kg weniger, deutlich mehr Kondition. Scheiß auf Ernährungsberater und Fitnessbude. Zwillinge schaffen das auch, Kosten mehr, und verknasten dich auf lebenslänglich 😉

Leinen los! Oder doch nicht?

Es gibt ja schon sehr kontroverse Themen wenn es um hilfreiche Accessiores für Eltern geht. Bei manchen ist der Tenor eindeutig: Das ist Mist, das braucht man nicht.

Doch beim Thema „Leine für Kleinkinder“ gibt es offenbar nur die pro oder contra Seite, die wenigsten Eltern haben keine Meinung zu dem Thema. Ich habe auch eine und die teile ich euch jetzt mit einer kleinen Begebenheit vom Wochenende mit.

Am Samstag stand ein lang ersehntes Highlight der Elternschaft an: Wir würden die ersten Schuhe für die Twins kaufen. Alle zusammen. Wir starteten mit einem gemütlichen Frühstück und fuhren dann in die Stadt. Bei der Gelegenheit sollte auch der Bonus-Teenager ein paar neue Kleider bekommen ( unglaublich, vor 2 jahren war er 10 cm kleiner als ich es bin, jetzt ist er 10 cm größer).

Wir starteten in einer recht bekannten größeren Schuhgeschäftskette. Motti fand es grandios, überall Schuhe. Sie machte sich direkt ran und holte alles mögliche aus dem Regal, ihre endgültige Wahl fiel auf ein paar schwarze Nikes mit pinken Effekten. Knödel ging hier leer aus. Da wir die beiden aus dem Wagen nahmen, hatten wir jetzt ein Problem, sie wollten nicht wieder rein. Daher entschieden wir, sie einfach laufen zu lassen, da die nächste Station unserer Shoppingtour nicht weit entfernt war.

Motti lief ungefähr 2 Meter an der Hand, danach geriet sie auf abwege, lief links herum, lief rechts herum, vor Twinpapa, hinter Twinpapa. So ging das nicht. Also nahm der Papa sie kurzer Hand auf den Arm. Wurde dann für den Moment akzeptiert. Knödel verweigerte die Hand, blieb einfach stehen, lief kreuz und quer über den Weg und zack war er weg. Immer stramm Richtung Wochenmarkt. Also musste auch er die letzten Meter auf dem Arm zurück legen. Im zweiten Shop sollte Bonus-Teenager ein paar neue Hosen bekommen. Ich suchte mit P aus, Twinpapa kümmerte sich um die kleinen. Doch dann war er einen Moment unaufmerksam, da Knödel gefallen war und weinte. Und zack, Motti weg, sie hatte sich kurzerhand einem Pärchen beim Shopping angeschloßen. So funktionierte das nicht. Trage und Tuch wurden verweigert. Gott sei Dank gelang es uns dann doch, die kleinen zu einer Pause im Kinderwagen zu überreden. Nächster Halt: Bäckerei. Mama braucht jetzt dringend nen Kaffee. Die kleinen bekamen ein Brötchen und etwas Saft und waren zunächst besänftigt. Nach der Kaffeepause wurde wieder gemeutert, also wieder raus aus dem Wagen, nächste Station Schuhgeschäft 2. Knödel zerlegte die Inneneinrichtung, Motti sortierte wieder Schuhe. Wir wurden fündig, die kleinen waren endlich müde, also ab in den Wagen und ab nach Hause. Ich war fix und fertig. Ich hätte ohne Twinpapa und Bonus-Teenager keine Chance gehabt die Twins unter Kontrolle zu halten, sie nicht zu verlieren oder sie vor potenzieller Gefahr zu schützen.

Ich gebe zu, eine Kinderleine wäre echt die Rettung gewesen. Die gibt es ja schon in ganz neckisch gemacht und als Rucksack getarnt. Doch ich zögere. Denn, so wird oft suggeriert, ist die Leine das öffentliche Zeichen für elterliches Versagen. Denn Eltern die diese Hilfe für sich und ihre Kinder nutzen werden als bequem angesehen, man wirft ihnen vor ihren Kindern die Freiheit zu berauben und sie zu demütigen, Kinder würden wie Hunde behandelt, die Eltern würden ihre Macht missbrauchen. Das ganze basiert auf rein subjektiven Empfindungen derer, die keine Notwendigkeit verspüren sich über das verwenden einer Leine Gedanken zu machen.

Ja, es mag bequem sein zu wissen das das eigene Kind nur einen gewissen Bewegungsradius hat, zu wissen das es immer ein kleines bisschen extra Sicherheit besteht. Aber: was ist daran falsch? Entspannte Eltern, entspannte Kinder. Nicht mehr und nicht weniger.

Freiheitsberaubung? Im Ernst mal, das ist doch ein bescheuertes Argument. Ein Kind das an der Hand gehalten wird hat genauso wenig, nein sogar weniger freien Bewegungsradius als ein Kind an der Leine, darüber hinaus wäre für einige Mütter und Väter diese Position extrem unbequem und auch für den Laufling ist die Haltung des Armes alles andere als langfristig angenehm. Ein Kind im Tragetuch oder Kinderwagen haben genau null Bewegungsradius und sind vollkommen fremdbestimmt bei den Wegen die genommen werden, sie können nicht erkunden und entdecken. Sie sind in die passive Postion des beobachtens gezwungen. Vielen Kindern im Lauflater reicht das aber nicht.

Demütigend? Hmmm, ich weiß nicht in wie weit Kinder in dem Alter wirklich ein Gefühl dafür haben, dass das tragen einer Leine nicht der gesellschaftliche Standard ist. Ich denke eher das man als Erwachsener das Gefühl hätte gedemütigt zu werden wenn man eine Leine tragen würde. Kindern, zumindest meinen, wäre es wahrscheinlich egal, hauptsache sie können sich frei bewegen und entdecken.

Das Kinder wie Hunde behandelt werden ist ein seltsames Argument, was denken diese Menschen eigentlich warum ein Hund eine Leine trägt? Hallo? Bei einem Hund ist eine Leine auch mehr Eigen- und Fremdschutz, genau wie es bei einem Kind wäre.

Das Thema elterlicher Machtmissbrauch ist an dieser Stelle eins, das man bestimmt nicht unter den Tisch fallen lassen kann, doch ich kenne keine Mütter oder Väter die sich als Machthaber über ihr Kind stellen, viel mehr sind die Eltern die ich kenne Begleiter ihrer Kinder, und alle haben den Wunsch der größtmöglichen Sicherheit und Unversehrtheit ihres Nachwuchses. Ich frage mich auch wie dieser Machtmissbrauch aussehen würde? Reißen und Zerren an der Leine? Das Kind vorm Supermarkt am Fahrradständer angebunden weil es sich schlecht benommen hat vor dem einkaufen? Ich kann es mir nicht vorstellen, ich kann nicht glauben das Eltern so handeln. Allerdings würden diese Menschen auch ihren Hund an der Leine mies behandeln. hmmm.

Ich bin tatsächlich im Zwiespalt. Auf der einen Seite sehe ich gerade als alleinerziehende Mama von Zwillingen die Vorteile einer solchen Anschaffung, auch weil die Kinder hier wo wir wohnen gar nicht frei rum laufen könnnen, da wir an einer stark befahrenen Straße ohne Gehwege Wohnen und direkt daneben liegt ein sehr tiefer und breiter Kanal mit starker Strömung zur Schleuse. Alles völlig ungesichert. Und immer dann, wenn ich mit den Twins am Kanal entlang gehe, habe ich das Bild des Nachbarkindes aus der Siedlung früher im Kopf. Sie ist unbemerkt beim spielen in den Kanal gefallen. Sie hat es überlebt, aber ihr Leben ist nicht mehr das gleiche, sie hat schwerste cerebrale Schäden davon getragen, sie war noch so klein… Das ist schon viele Jahre her, aber diese Bilder sind immer noch da. Und sie sind noch präsenter nachdem ich sie und ihre Mutter beim einkaufen sah. Die Angst ist also groß.

Auf der anderen Seite widerstrebt es mir sehr, meinen Kindern ihre Freiheit zu begrenzen, doch sie sind in einem Alter in dem ihr Kooperationswille weniger stark ausgeprägt ist als ihr Entdeckungsdrang. Das heißt, Kooperation in gefährlichen Situationen kann ich nicht erwarten.

Derzeit habe ich noch keine endgültige Meinung oder Entscheidung zum Thema Kind an der Leine, doch ich sehe durchaus warum sich manche Eltern dafür entscheiden. Es liegt mir fern diese Entscheidung zu werten, denn ich weiß nicht welche Erfahrungen sie machten oder welches Temperament das Kind dieser Eltern hat.

Sollte ich mich dafür entscheiden, so wäre es kein dauerhafter Nutzgegenstand, ich würde ihn vermutlich nur da einsetzen wo echte Gefahr droht oder wo die Situation 2:1 zu unübersichtlich wird.

Wie steht ihr dazu? Und warum?