Frust

Frust macht sich breit, ich bin gerade an einem Punkt angekommen an dem ich nicht mehr weiß, wie ich noch weiter machen soll. Die Twins machen mich fertig.

Den ganzen Tag buhäääää, stillen, tragen, an Mama kleben. Und nachts genauso. Es ist wie eine Rückblende, 12 Monate in der Zeit zurück, als beide auf mir wohnten, permanent an der Brust hingen und alles andere mit BUHÄÄÄÄÄ kommentierten.

Ja schon klar, sie waren wirklich sehr krank in den letzten Wochen, wir haben quasi 10 Tage nur im Bett verbracht, kuschelnd und stillend. Doch jetzt sind wir wieder gesund, die kleinen toben wie verrückt durch die Wohnung so lange ich in unmittelbarer nähe bin. Doch was mich wirklich frustet, sind diese elenden Nächte.

Mit ca 6 Monaten platzte der Knoten und die beiden haben zwischen 2 und 4 Stunden geschlafen ohne wach zu werden, nach unserem Umzug änderte sich das etwas, doch im groben blieben sie bei ihrem 1,5-2 Stunden Rhythmus. Seit einiger Zeit jedoch haben sie diese Zeit immer weiter reduziert, zu letzt waren wir beim dauernuckeln angekommen.

Ich suchte Rat bei anderen Zwillingsmamas und die meisten waren der Meinung, ich sollte versuchen zumindest nachts abzustillen. Leider war dieser Rat bisher nicht Zielführend.

Jede Zelle meines Körpers ist müde.

Außerdem schmerzen sie auch. Der Frust sitzt tief. Und dann muss man auch noch in anderen Gruppen lesen, dass es Mütter gibt die für meine Begriffe alles falsch machen, was man nur falsch machen kann und diese werden auch noch „belohnt“ mit schlafenden Kindern. Ich weiß das diese Kinder schlafen, weil sie wissen das keiner kommt wenn sie schreien, doch ich finde es so unsäglich unfair. Fast 17 Monate schon reiße ich mir den Arsch für die Twins auf, doch alles was ich ernte ist ein Schlafverhalten das dem von Neugebrorenen ähnelt. Nicht mal, Neugeborene schlafen mehr und länger.

Ich bin wirklich ratlos, ich weiß nicht mehr was ich noch tun soll damit sich die Situation endlich wieder entspannt, ich vermisse meine „ME-Time“, die durch das ständige erwachen quasi auf null geschrumpft ist. Ich möchte nicht mehr sauer sein, wenn A und M erwachen, ich will nicht mehr genervt sein. Ich wünsche mir wieder ganz entspannt zu sein und meinen Kindern entspannt Trost spenden zu können.

Man könnte an dieser Stelle vermuten das sich das Problem lösen würde, wäre ich entspannter angesichts dieser Situation, doch woher soll ich diese Entspannung nehmen, wenn ich keine Zeit mehr habe um zu entspannen.

Genug gejammert, bestimmt ist das alles nur eine Phase die bald vorüber gehen wird. Irgendwann werden sie schlafen, und irgendwann schlafen sie bestimmt auch durch. Doch derzeit will ich mich bemitleiden, im Frust baden und jammern.

 

( Ich weiß natürlich das schlafende Kinder durchs ferbern nicht erstrebenswert sind, ich weiß das jedes Kind irgendwann besser und dann durchschläft, ich weiß das das alles gar nicht so schlimm ist, doch ich bin MÜÜÜÜÜÜÜÜDE)

 

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9 Gedanken zu “Frust

  1. Ach, das kommt mir so bekannt vor! Allerdings nur mit einem Kind. Als unsere Kleine nachts gefühlt alle 5 Minuten gestillt werden wollte, habe ich tatsächlich auch an ein Neugeborenes gedacht…

    Die Situation war für mich damals so schwierig, weil ich in der Nacht wegen bzw. mit der Kleinen wach war und tagsüber der Große (2 Jahre älter) um-/versorgt werden mußte. Ich ging echt auf dem Zahnfleisch. Mir hat damals eine tolle Frau von der Erziehungsberatung unserer Stadt geholfen. Sie hat mir mir gemeinsam einen Weg gefunden, der zu unserer Familie passt – und das ohne Schreienlassen oder sonstige Kämpfe. Die Veränderungen waren natürlich nicht sofort sichtbar, aber doch innerhalb recht kurzer Zeit. Und nein, ich habe nachts nicht abgestillt. Warum auch?! Das Stillen war für mich eine effektive Möglichkeit, nachts für Ruhe zu sorgen. Aber ich habe das nächtliche Stillen etwas geändert.
    Das Geheimrezept für schlafende Kinder kenne ich leider nicht und habe es bei der Beratung auch nicht erfahren. Aber mir hat es sehr gut getan, daß diese Beratung so wertschätzend war und es dort nie negative Kommentare zum gemeinsamen Schlafen oder Stillen und viel Verständnis für mein Bedürfnis nach Ruhe und Schlaf gab :-).

    Ich weiß natürlich nicht, wie es mit zwei Kindern ist. Aber diese Müüüüüüüdigkeit kenne ich leider auch. Ich wünsche Dir viel Kraft und Energie und daß Du einen Weg findest, der für euch alle gut zu gehen ist!!!

    Liebe Grüße,
    Andrea

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    • Vielen Dank für deine lieben Worte. Wir haben jetzt damit gestartet nachts nicht mehr zu stillen, heute ist der 5te und schlimmste abend bisher, ich weiß von meiner Freundin das es ca 2 Wochen dauern wird bis sich ein neues schlafverhalten manifestiert, ihre Twins sind genauso alt wie meine und genauso schräg drauf. Wir werden sehen wie es weiter geht, zurück kann man immer noch.
      Liebe grüße

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  2. Ich wollte mein Kind auch nie schreien lassen und habe aber dann den – aus meiner Sicht – Fehler gemacht, nachts viel zu lange zu füttern, nämlich ca. 2 Jahre. Am Ende war ich einfach nur noch fertig, auch körperlich. Ich finde es legitim, zu versuchen, Kinder nachts nicht mehr zu füttern, wenn sie ein Jahr alt sind (sofern aus Kinderarzt- (also gesundheitlicher) Sicht nichts dagegen spricht). Außerdem habe ich in Erinnerung, dass es am Ende sehr wichtig war, dass mein Kind abends gut gesättigt ins Bett ging. Wollte es dann immer noch etwas von mir, habe ich es mal mit dem Anbieten von Wasser versucht und das Fläschchen sogar an die Seite ins Bett gestellt und ich habe die erste Zeit auch noch ein wenig Nähe in der Nacht gegeben, ohne Milch zu geben. Ich wünsche Euch viel Erfolg. Ich weiß, wie schwer das ist.

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  3. Nachtrag – Auf meiner Seite habe ich eine kleine Kategorie zum Thema Schlafmangel mit einem Vortrag eines Neurowissenschaftlers zu den Folgen von zu wenig Schlaf. Das kann Dir vielleicht auch das schlechte Gewissen nehmen, wenn Du jetzt mal wieder zu Deinem Nachtschlaf kommen möchtest ;-).

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  4. Moin,
    ich kann dich gut verstehen, auch wenn es bei meinem Sohn weniger sein Schlaf-, als sein Essverhalten war, das mich fertig gemacht hat. Bis er etwa 10 Monate alt war, habe ich ihn knapp alle 2 Stunden gestillt. Ich habe irgendwann nur noch in „2-Stunden-Intervallen“ gedacht und meine Tagesplanung danach ausgerichtet, was ich in 2 Stunden erledigen kann bzw. wo ich in Ruhe stillen konnte. Zum Glück konnte ich mir wenigstens abends ein wenig freie Zeit erkämpfen, wenn mein Mann den Lütten mit abgepumpter Milch gefüttert hat. (Allerdings nutzte ich diese freie Zeit meistens zum arbeiten).
    Irgendwann platzte der Knoten und zwischen den Mahlzeiten lagen vier Stunden. Und seit mein Sohn mit 12 Monaten auch endlich Interesse an fester Nahrung entwickelt, muss ich mich zum Glück nicht mehr immer allein um sein Essen kümmern. Ich hätte nie gedacht, wie frei ich mich dadurch fühlen würde.

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