8 Fragen an Pippi, Bloggerin und Ideengeberin für die Seite Zwillingsblogger.de

Vor einigen Wochen wurde ich auf Facebook auf das Projekt „Zwillingsblogger“ aufmerksam, nach einem kurzen Kontak mit der Ideengeberin „Pippi“ war mir klar, das muss ich euch zeigen 🙂

Zwillingsblogger_Logo schwarz

 

 

  1. Zunächst, erzähle doch mal ein bisschen von dir!

Im Moment blogge ich unter dem Pseudonym „Pippi“ auf www.kuntabunt.de und bin im 10. Monat mit Zwillingen schwanger. Ich habe schon vorher gebloggt, jedoch kannten die meisten meiner Freundinnen und auch einige aus der Familie diesen Blog, was mich oft daran gehindert hat, wirklich offen über manches, was mich gerade bewegt, zu schreiben.

( Anm.: Die kleinen sind mittlerweile schon geboren worden)

 

Mein Blog ist für mich wie ein Tagebuch, wo ich kein Blatt vor den Mund nehmen möchte. Wenn mich etwas beschäftigt (egal, ob gut oder schlecht), möchte ich darüber schreiben, ohne mir Gedanken machen zu müssen, ob ich damit jemandem damit zu nahe trete. (Mein Mann und auch meine Mama wissen zum Beispiel, dass ich ab Geburt der Zwillinge ausschließlich auf einem anderen Blog schreiben und den alten schließen werde, sie kennen jedoch auch die Hintergründe und ich habe sie gebeten, mir diese „Privatsphäre zu lassen“, was sie verstehen.)

 

Zu mir privat: Ich bin Ende 30 und seit mittlerweile 7 Jahren schwer in meinen Herzmann verliebt. Ich bin ein echtes Nordlicht und auch wenn ich während des Studiums viele Länder kennenlernen durfte, hat es mich immer wieder nach Hause gezogen. Ich bin ein sehr familiärer Mensch, meine Familie und langjährigen Freunde um mich zu wissen, gibt mir das Gefühl von Geborgenheit.

 

Seit dem ich denken kann, habe ich immer gesagt, dass ich erst spät Kinder, dafür jedoch Zwillinge bekommen werde und nun ist es bald soweit. Ich werde eine Zwillingsmama 🙂

Kuntabunt (2)

 

  1. Warum hast du die Idee gehabt, eine Seite zu erstellen, auf der du Zwillingsblogs sammelst und den Autoren eine Plattform zu geben?

Als ich erfahren habe, dass ich Zwillingsmama werden würde, habe ich in verschiedenen sozialen Netzwerken vermehrt den Kontakt zu anderen Mehrlingsmamas und -schwangeren gesucht. Die meisten meiner Mädels haben zwar bereits Kinder und ich war immer und überall dabei, jedoch denke ich, dass es schon einen Unterschied macht, ob man Mama (oder auch Papa) von einem Einling oder eben Zwilling ist. Es stellen sich ganz andere Fragen und Herausforderungen, bei denen (so vermute ich zumindest) einem andere Zwillingsmamas eher mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

 

Mittlerweile habe ich viele andere Mamas mit Zwillingen kennengelernt und zu manchen ist eine echte Freundschaft entstanden. Es wird telefoniert, gesimst, Sprachnachrichten versendet oder eben auch Blogs gelesen. Auch wenn das alles irgendwie „nebenbei“ lief, war es doch gerade am Anfang ein ganzes Stück Arbeit, diese tollen Frauen zu entdecken. Ich hätte mir gewünscht, eine Plattform zu haben, wo ich auf einen Blick viele tolle Blogs aufgelistet finde um leichter Gleichgesinnte zu finden.

 

  1. Welche Ziele möchtest du damit verfolgen?

Ich möchte anderen die Möglichkeit bieten, leicht für sich relevante Mehrlingsblogs zu finden. Der Blog heißt zwar ZWILLINGSBLOGGER, bezieht jedoch auch Drillings- oder sogar Vierlingseltern mit ein, denn auch diese gibt es mit Sicherheit, wenn auch seltener.

 

  1. In welcher Form können die Blogger davon profitieren? Wie können die Leser profitieren?

Vom Prinzip her profitieren sowohl die ZWILLINGSBLOGGER als auch deren Leser: Die Blogs der ZWILLINGSBLOGGER werden durch das Netzwerk leichter von anderen gefunden, was gerade für kleine bzw. unbekannte Blogs ein großer Vorteil ist (es gibt so viele wunderbare Blogs). Den Lesern bietet es den Vorteil, z. B. anhand der Geburtsjahrgänge Blogger mit Mehrlingen in einem bestimmten Alter zu finden. Wenn jemand eine Idee hat, nach welchen Kategorien man noch suchen können sollte, freue ich mich über einen kurzen Hinweis.

 

  1. Welche Voraussetzungen müssen Blogger erfüllen um gelistet zu werden?

Als erstes sollte es sich um echte Blogs (wordpress, blogspot etc.) handeln, die von Mehrlingsmamas oder -papas selber geführt werden. Es gibt zwar auch tolle Blogs, die hauptsächlich von Gastbloggern gefüllt werden, diese sind jedoch nicht meine Zielgruppe. Auch geht es mir nicht um Schwangerenblogs (daher habe ich meinen Blog auch noch nicht offiziell vorgestellt), Instagram-Profile oder Facebook-Seiten, wobei ich nicht ausschließe, diese zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht auf je einer Seite gesammelt zu verlinken.

 

Inhaltlich gibt es keine genauen Vorgaben, außer dass es voranging um das Leben mit bzw. Tipps für Mehrlinge gehen soll. Blogs, die hauptsächlich von Kooperationen leben und deren größter Anteil somit Werbung ist, finde ich persönlich uninteressant, ebenso wie Blogs, bei denen es eigentlich nur um Produkte (wie z. B. Selbstgenähtes) für Zwillinge geht. Es geht mir darum, Menschen zusammenzubringen, das Persönliche hat also eindeutig Vorrang!

 

Im einzelnen sind die Voraussetzungen und das Vorgehen, ein ZWILLINGSBLOGGER zu werden, hier genau beschrieben: http://www.zwillingsblogger.de/so-wirst-du-ein-zwillingsblogger

 

  1. Was wünschst du dir langfristig für www.zwillingsblogger.de?

Ich wünsche mir, dass das wir ein großes Netzwerk von und für Mehrlingseltern werden 🙂

 

  1. Wie bringst du die Arbeit für ZWILLINGSBLOGGER und deinen privaten Blog in Einklang?

www.zwillingsblogger.de ist eher ein „passiver“ Blog: Sobald ich einen neuen Blog vorstelle, benötige ich (derzeit noch) ca. 30 Minuten, um zu überprüfen, ob ich alle Informationen, die ich benötige, vorliegen habe (ggf. muss ich nachfragen, was natürlich wieder Zeit in Anspruch nimmt), den Blogpost zu erstellen sowie den Blog auf Instagram vorzustellen. Ich denke, je mehr Blogs ich vorstellen werde, desto „schneller“ und routinierter werde ich.

Ist ein Blog erstmal vorgestellt, habe ich bis auf kleine Dinge, die ich manchmal noch verändere oder anpasse, wie bspw. Hinzufügen neuer Kategorien für alle Blogs, keine Arbeit mehr damit.

 

Das ist natürlich bei meinem eigenen Blog anders. Hier haben die Leser die Möglichkeit, meine Blogposts zu kommentieren, Fragen zu stellen sowie sich mit mir über Facebook, Twitter oder Instagram zu vernetzen. Letzteres ist nicht öffentlich und hier schaue ich auch, wer mir hier folgt. Follower, die lediglich still mitlesen, werden regelmäßig aussortiert, denn hier geht es mir darum, meine Leser persönlich kennenzulernen und den Menschen hinter dem Blog zu zeigen.

 

  1. Welche Möglichkeiten haben die Leser, ZWILLINGSBLOGGER zu folgen?

Bei Interesse hat man verschiedene Möglichkeiten, umgehend über neue Blogs informiert zu werden, sobald es einen neuen Eintrag gibt:
–       Man kann zum Beispiel direkt auf www.zwillingsblogger.de seine Emailadresse eintragen.

Man hat aber auch diverse andere Möglichkeiten, da ZWILLINGSBLOGGER mit verschiedenen sozialen Netzwerken vernetzt ist:
–       auf Facebook heißt die Seite ebenfalls ZWILLINGSBLOGGER (www.facebook.com/zwillingsbogger)
–       auf Instagram findet Ihr die ZWILLINGSBLOGGER unter @zwillingsblogger
–       auf Twitter unter @zwillingsblogge (ohne „r“ am Ende)

So kann jeder den für sich besten bzw. einfachsten Weg wählen.

13 : 18 Hochformat

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Pech Pech Pech

Nix als Pech heute. War die Nacht noch nahezu erträglich so kam es heute zu einer Katastrophe die bisher ihres gleichen sucht.

Heute ist Müllabfuhr gewesen, das heißt Müll über den riesigen Hof zur Straßen transportieren, da dies recht schnell erledigt ist, lass ich die kleinen meist in der Wohnung, so auch heute. Dummerweise hat Knödel entdeckt wie man die Tür abschließen kann, und genau diese Fähigkeit hat er perfektioniert als ich grade den Müll zur Straße brachte. Doof gelaufen. Der Ersatzschlüßel befand ich bei meinen Eltern, alle Fenster auf Grund des Wetters fest verschloßen. Also habe ich den fahrenden Ritter in Form meiner Mutter auf den Weg gebracht. Leider hat es nicht viel gebracht, denn es gelang uns nicht, den Schlüßel aus dem Schloß zu schupsen und die Tür so zu öffnen. Auch mein Nachbar Willie war nicht in der Lage die Tür irgendwie zu öffnen. Langsam bekam ich Panik. Die Twins waren bereits mehr als 30 Minuten allein in der Wohnung, auch wenn sie gut drauf waren und sich offenbar nicht daran störten, dass ich draußen vor dem Fenster bibberte während sie im warmen vor der Heizung spielten. Es nützte nix. Der Schlüßeldienst muss ran.

Ich rief mehrere Dienste an, schilderte eindringlich die Situation doch meist bekam ich nur die Antwort: Frühestens in 1-2 Std. Das war indiskutabel. Meine beiden einjährigen Kinder waren allein in der Wohnung ich fror draußen bei knapp -10 ° C, bereits beim dritten Dienst hatte ich jedoch Glück, 15-20 Minuten sollte mein mentales Drama der Marke „Außen cool, innen in heller Panik“ andauern. Der Knacker kam dann auch wirklich super schnell und rettete mich und die kleinen, die in der zwischenzeit die Küche plünderten und vor dem Fenster in sichtweite ein Picknick abhielten.

Nach insgesamt 49 Minuten waren wir wieder vereint, ich war total durchgefroren und um mehr als 200 Euro ärmer, aber auch unendlich erleichtert. Und ein bisschen stolz war auch dabei. Die kleinen haben nicht einmal in der Zeit gejammert oder geweint, sie spielten einfach vor sich hin, es reichte ihnen mich zu sehen, scheinbar haben sie gespürt das ich ihnen nicht helfen können würde.

Um dann das ganze noch mit Sahne und Kirsche zu krönen habe ich mir beim Aufwärm-Kaffee erst die Lippe mit dem Becher aufgeschlitzt und danach habe ich mir den den Rest der heißen Suppe mit Ms hilfe über die Brust gekippt.

Nicht mein Tag heute.

 

Frust

Frust macht sich breit, ich bin gerade an einem Punkt angekommen an dem ich nicht mehr weiß, wie ich noch weiter machen soll. Die Twins machen mich fertig.

Den ganzen Tag buhäääää, stillen, tragen, an Mama kleben. Und nachts genauso. Es ist wie eine Rückblende, 12 Monate in der Zeit zurück, als beide auf mir wohnten, permanent an der Brust hingen und alles andere mit BUHÄÄÄÄÄ kommentierten.

Ja schon klar, sie waren wirklich sehr krank in den letzten Wochen, wir haben quasi 10 Tage nur im Bett verbracht, kuschelnd und stillend. Doch jetzt sind wir wieder gesund, die kleinen toben wie verrückt durch die Wohnung so lange ich in unmittelbarer nähe bin. Doch was mich wirklich frustet, sind diese elenden Nächte.

Mit ca 6 Monaten platzte der Knoten und die beiden haben zwischen 2 und 4 Stunden geschlafen ohne wach zu werden, nach unserem Umzug änderte sich das etwas, doch im groben blieben sie bei ihrem 1,5-2 Stunden Rhythmus. Seit einiger Zeit jedoch haben sie diese Zeit immer weiter reduziert, zu letzt waren wir beim dauernuckeln angekommen.

Ich suchte Rat bei anderen Zwillingsmamas und die meisten waren der Meinung, ich sollte versuchen zumindest nachts abzustillen. Leider war dieser Rat bisher nicht Zielführend.

Jede Zelle meines Körpers ist müde.

Außerdem schmerzen sie auch. Der Frust sitzt tief. Und dann muss man auch noch in anderen Gruppen lesen, dass es Mütter gibt die für meine Begriffe alles falsch machen, was man nur falsch machen kann und diese werden auch noch „belohnt“ mit schlafenden Kindern. Ich weiß das diese Kinder schlafen, weil sie wissen das keiner kommt wenn sie schreien, doch ich finde es so unsäglich unfair. Fast 17 Monate schon reiße ich mir den Arsch für die Twins auf, doch alles was ich ernte ist ein Schlafverhalten das dem von Neugebrorenen ähnelt. Nicht mal, Neugeborene schlafen mehr und länger.

Ich bin wirklich ratlos, ich weiß nicht mehr was ich noch tun soll damit sich die Situation endlich wieder entspannt, ich vermisse meine „ME-Time“, die durch das ständige erwachen quasi auf null geschrumpft ist. Ich möchte nicht mehr sauer sein, wenn A und M erwachen, ich will nicht mehr genervt sein. Ich wünsche mir wieder ganz entspannt zu sein und meinen Kindern entspannt Trost spenden zu können.

Man könnte an dieser Stelle vermuten das sich das Problem lösen würde, wäre ich entspannter angesichts dieser Situation, doch woher soll ich diese Entspannung nehmen, wenn ich keine Zeit mehr habe um zu entspannen.

Genug gejammert, bestimmt ist das alles nur eine Phase die bald vorüber gehen wird. Irgendwann werden sie schlafen, und irgendwann schlafen sie bestimmt auch durch. Doch derzeit will ich mich bemitleiden, im Frust baden und jammern.

 

( Ich weiß natürlich das schlafende Kinder durchs ferbern nicht erstrebenswert sind, ich weiß das jedes Kind irgendwann besser und dann durchschläft, ich weiß das das alles gar nicht so schlimm ist, doch ich bin MÜÜÜÜÜÜÜÜDE)

 

Leben und arbeiten am Limit

So würde ich es beschreiben, wenn mich jemand fragen würde wie ich meinen Job als Krankenschwester empfinde. Das sehe nicht nur ich so, sondern auch viele meiner Kollegen, und besonders deutlich wird das derzeit wieder, wenn man die Medien zum Thema „Pflege“ aktuell verfolgt. Eine Welle der Empröung schwappt durch die virtuelle Welt und Kollegen aus ganz Deutschland twittern zum Thema #pflegenot und #pflexit. Und bei letzterem bin ich dabei.

Ich steige aus, ich will und kann nicht mehr. Obwohl ich einen super Arbeitgeber habe und meinen Beruf wirklich liebe, ihn gerne gemacht habe und auch ein bisschen Karriere gemacht habe, beende ich meine Laufbahn als Krankenschwester.

Dieser Beruf ist für mich unvereinbar mit meinen Kindern als alleinerziehende Mutter, wenn ich an meinen Erziehungsgrundsätzen festhalten will. Ich sehe mich nicht in der Lage beides gut zu machen und entsprechend meiner Vorstellungen zu agieren. Weder im Beruf noch zu Hause kann ich mir weniger als 100% erlauben. Ich muss jederzeit voll da sein, wenn ich arbeite, konzentriert sein und frei für die Belange meiner Patieten und Kollegen. Und ich will das gleiche für meine Kinder. Ich will ihre Mama sein und nicht die Frau die ständig nur in Eile ist, mit den Gedanken woanders, weil das Gewissen nagt, in der Annahme wieder nicht genug getan zu haben, zu wenig Zeit für Frau Müller gehabt zu haben. Ich will meine Kinder nicht mitten in der Nacht aus den Betten reißen, sie zu einer Tagesmutter bringen, zur Arbeit hasten, unausgeruht meinen Dienst verrichten und zurück hasten, weil die Kita bald schließt. Ich will mich nicht mehr unter Wert verkaufen, meine körperliche und geistige Gesundheit wegwerfen für ein System das immer mehr ins wanken gerät und irgendwann unter geht. Und am allerwenigsten will ich mit dem System untergehen oder mich an der Schuld beteiligen, davon gewusst zu haben aber nichts gesagt zu haben.

Seit 12 Jahren bin ich Krankenschwester und seit 12 Jahren gehen die Pflegekräfte auf die Straße, doch nie hat jemand hingehört oder hingesehen. Es müssen erst Beiträge aus dem Bereich des Sensationsjournalismus veröffentlicht werden um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Das alles ist zwar schlimm, doch noch schlimmer ist das Bild das die Gesellschaft von Pflegern hat. Da heißt es, das kann jede Hausfrau ohne Ausbildung genauso gut, wir würden uns am Leid der alten und kranken Dumm und Dämlich verdienen, wir sollten einfach unsere Arbeit besser machen und dann würde es schon gehen.

Das zeigt sehr deutlich, welchen Stellenwert die Pflege und die Menschen die Pflegen haben. Wir dürfen nix Kosten, die Pflege darf nix kosten, und wir dürfen uns auch nicht beschweren, denn das bisschen Hintern wischen kann ja jeder.

Aber soll ich euch mal was verraten: mitm abgeputzten Hintern ist das Thema Pflege noch längst nicht erledigt. Die meisten wissen überhaupt nicht was alles zu unserem Berufsalltag gehört und ahnen nicht mal, das viele von uns Tag für Tag mit einem Bein im Knast stehen. Wir tragen Verantwortung für die uns anvertrauten Leben, wir stehen als Vermittler zwischen Ärzten, Therapeuten und Angehörigen. Wir sind die, die alles tragen und wir sind die ersten, die alles abbekommen wenn etwas nicht entsprechend der Erwartungen läuft. Wir sollen 24/7 da sein, freundlich sein, ein Lächeln auf den Lippen haben und für unsere Patienten ein offenes Ohr haben. Wir sollen aus einer Hand voll weißer Pillen die bennen, die für das Entwässern zuständig ist, weil Herr Meyer die nämlich doof findet und nicht nehmen will, wir sind die die ihn dennoch davon überzeugen sie zu nehmen. Wir sind die, die euch den Arsch retten. Eure Sorgen anhören und ernst nehmen, die euch Pflegen und Umsorgen wenn ihr es selber nicht könnt. Wir ersetzen Augen, Ohren und Sprache, wir verlängern die Arme und Beine unserer Patienten, wir nehmen sie ein Stück mit auf ihrem Lebensweg und begleiten sie so weit wie es nötig ist. Wir begleiten Heilung und wir begleiten den Prozess des Sterbens. Wir erhalten in jeder Lage ein Stück Menschenwürde aufrecht.

Ihr seht, ein sauberer Hintern ist nicht alles. Und ich bezweifel doch sehr, dass das etwas ist, das jeder kann. Medizinische Daten, Fachwissen und das drumherum kann jeder lernen, doch nicht jeder kann das gelernte auch empathisch und Menschenwürdig anwenden und umsetzen. Und genau da liegt die Besonderheit von Kranken- und Altenpflegern. Sie können das.

Wie ich schon schrieb: ich liebe meinen Beruf, ich liebe die Medizin, meine Azubis nennen mich Elapedia weil sie mich wirklich alles Fragen können und ich in der Regel eine Antwort weiß, ich liebe die Arbeit mit den Azubis, ihnen die Feinheiten unseres Berufs nahezubringen, zuzusehen wie aus ihnen tolle Kollegen werden, ich liebe die mentale Anstrengung ein Problem zu lösen, das Gedankenspiel beim betrachten der Diagnosen und der Medikamentenpläne, ich liebe das schreiben von Pflegeplänen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit, ich liebe meine Kollegen.  Wirklich. Aber ich liebe meine Kinder und mein Leben mehr.

Auf Wiedersehen, liebe Pflege, es waren tolle 12 Jahre, ich habe viel gelernt und mitgenommen. Sei Stark und gehe mit hoch erhobenem Kopf aus der Krise hervor und zeige, das du nicht austauschbar bist.

Ihr seid stark!

Worst Case Szenario…

Es gibt Dinge die jede Mutter in Angst und schrecken versetzen. Der persönliche Super-GAU. Meiner ist letzte Nacht eingetreten. Wir sind alle 3 krank, so richtig doll. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, so sind wir immer noch in einem Panzer aus Eis gefangen.

Während A bereits die Rekonvaleszens eingeläutet hat und nicht mehr dauerhaft brüllt hat es M gestern schon richtig platt geschmissen. Und letzte Nacht auch mich. Meine persönliche Höllenvorstellung.

Der Gedanke daran nicht mal annährend funktionsfähig zu sein, nicht angemessen für die Minis da sein zu können ist siet jeher meine größte Angst gewesen. 16 Monate konnte ich das abwenden, war nur ein wenig erkältet aber nix was mich ans Bett gefesselt hätte. Bis vor einigen Monaten wäre es das aller schlimmste gewesen, was mir passieren könnte, gute 170 km von meiner Familie entfernt, ohne Hilfe, die Twins noch so klein das sie absolut nicht selbst klar kommen würden. Keine Ahnung was ich dann gemacht hätte. Irgendwie wäre es bestimmt gegangen aber ich kann mir nicht vorstellen wie.

Nun ist es Gott sei Dank so, das meine Eltern nur 15 km entfernt leben, und meine Mutter hat die nächsten 2 Tage frei. Sie war dann auch mein Ritter in glänzender Rüstung als sie heute Nachmittag ankam, für die kleinen ne Fruchtschnitte im Gepäck, für mich Schokolade. Sie hat sich um A gekümmert, damit ich mit M richtig inhalieren konnte, bespielte beide damit ich essen vorbereiten konnte, hängte die Wäsche auf, fütterte M, machte die Küche usw. Ich bin ihr so dankbar.

Den Vormittag haben wir wie folgt überstanden:

Ich mit Kotztüte auf dem Sofa abwechselnd mit A oder M ander Brust, dösend, mit den kleinen im Arm schlafend, sie beim Spielen beobachtend. Ein großes Glück das die Spielecke im Wohnzimmer ist. Wirklich.

 

Wohin nur mit dem Müll?

 

 

 

 

 

 

Essen-Streusalz-Schnee

Diese Frage werden sich vermutlich so einige Bewohner im Landkreis Aurich fragen, denn die Müllabfuhr wird nicht kommen. Zumindest nicht wenn man in einer Nebenstraße wohnt oder in einem Randgebiet.

So weit, so gut. Ich habe vollstes Verständnis dafür, das sie kein Risiko eingehen wollen und daher nicht kommen. Bis hier hin kein Problem, dann eben beim nächsten Mal.

Denkste sagt hier der Landkreis, das wäre ja viel zu einfach und überhaupt ist es ja unzumutbar ( meine Sicht der Dinge) einen Ausweichtermin rauszugeben.

Stattdessen DÜRFEN ( ernsthaft DÜRFEN!) betroffene Anwohner sich für 1,88 Euro entsprechende Müllsäcke beim Wertstoffhof holen, zuhause füllen und Achtung!!! ausnahmsweise kostenfrei wieder zurückbringen.

Ja wohl, zurück bringen! Diese Säcke, welche wir mittels Auto abholen ( Spritkosten 1.0), vor Ort bezahlen ( Kosten pro Sack 1,88), nach Hause zu bringen ( Spritkosten 2.0) , füllen (Ekelfaktor nicht unerheblich) und zurück bringen ( Spritkosten 3.0).

Soweit so schön, aber für mich sind die Straßen genauso glatt und kaum passierbar, darüber hinaus habe ich 2 16 Monate alte Babys die keine Wahl haben als bei Temperaturen von -6° C hin und her gefahren zu werden.  Aber auch das wäre ja noch fast tolerierbar, so könnte ich den ganzen Abfall ja weg bringen wenn das Wetter wieder Autofahrerfreundlicher ist. Dann könnten aber auch die Männer von der Abfuhr raus fahren.

Doch ich denke hier bei nicht nur an mich, viel mehr denke ich an jene, für die diese Odysee absolut nicht umsetzbar ist. Alte und Kranke zum Beispiel. Oder Menschen die nicht Mobil sind, oder für die das bisschen Geld für die Säcke am Monatsende fehlen wird, weil sie so schon kaum über die Runden kommen.

Übrigens: in den benachbarten Landkreisen wurde dennoch, wenn auch mit Verzug, der Müll termingerecht abgeholt.

Wo also liegt das Problem? Am Träger! Die umliegenden Landkreise haben ein privates Müllabfuhrunternehmen in Lohn und Brot stehen, während Aurich selber Träger der ganzen Sache ist.

Witzig ist übrigens: Derzeit sind auf Grund der Wetterverhältnisse die Wertstoffhöfe geschloßen, alle Mitarbeiter befinden sich im Streu- und Räumdienst.

Und wo bitte bekomme ich jetzt meine Säcke her?