Wie vermeide ich den Muddi-Look? Ein versuch individuell zu bleiben

Die Mommyform. Jede kennt sie, alle hassen sie, jeder trägt sie. Heimlich.

Leggings, XXL-Pullover oder Stilltop und XXL-Strickjacke. Esprit-Jeans und die Funktionsjacke von Herrn Wolfskin. Dazu bequeme Schuhe.

Gruselig. Wirklich. Das sieht scheiße aus und steht auch kaum jemanden^^

Ich gebe zu ich trage sie auch, die Mommyform. Lieber würde ich aber das tragen was ich früher trug. Geht aber nicht. Die Sachen sind weder Still- noch Spielplatztauglich. Fuck.

Früher trug ich Jeans und Bandshirt. Am Wochenende szenetypische Kleidung, immer gestylte Haare, nie ohne knallroten Lippenstift.

Dann wurde ich Mutter. Mein Arsch ist zu fett für meine alten Hosen, und meine Boobies sind zu groß für die hautengen Shirts von früher.

Jetzt trage ich Stilltops und Jeggings. Ein Kompromiss. Jeans sind zu unbequem, Leggings sehen aus wie notgelandet. Gott sei Dank liefert der Modeskandinave letzteres in verschiedenen Varianten an, auch in nahezu stylisch. Über den Stilltops trage ich meist extravagante Oberteile. In XXL-Look. Ein weitere Kompromiss. Das hat nix mit meinem Look von früher zu tun aber wenigstens schreit es nicht: ACHTUNG Muddi voraus. Stillen kann ich auch damit.

Eine Funktionsjacke besitze ich mittlerweile auch. Mister Wolfskin ist mein persönlicher Horror und erinnert mich an die Muttis, die ich nicht mag. Genau genommen machen die auch nichts für die Figur. Und selbst in dezentem Schwarz leuchtet der gelbe Markenname Kilometer weit in die Nacht hinein.

Ich habe mir daher 2 Jacken von CMP gekauft. Schlicht, Schwarz, nicht ganz so schrecklich hässlich, figurschmeichelnd. Der Weg dahin war lang und schmerzhaft für die Verkäufer in diversen Modehäusern. Doch es hat sich gelohnt. Am liebsten trage ich dennoch meine mittlerweile 10 Jahre alte, völlig abgeranzte, mit Aufnähern und Buttons verzierte, sich selbst auflösende Bikerjacke. Ich bilde mir ein damit weniger nach Mutti auszusehen und mehr nach mir selbst.

Meine Highheels habe ich gegen Boots getauscht. Ohne Schnörkel und der gleichen. Und ohne UggBoot look. Das sind und bleiben die hässlichstens Schuhe der Welt. Selbst Balerinas sind noch besser als diese Fellsocken mit Sohle.

Die roten Lippen habe ich gegen etwas dezenteres getauscht. Und die langen Haare wurden vorübergehend von einem extrem Kurzhaarschnitt abgelöst. Dumme Idee. Das züchten ist ziemlich langatmig. Und das alles nur weil ich der Meinung war, meine kahlen Stellen müssen weg und ein Bob ist zu Muddi. Wenigstens haben jetzt alle Haare nahezu die gleiche Länge. Ist ja auch was.

In Wirklichkeit habe ich überhaupt keine Ahnung von Mode und Style, ich habe mich nie dafür interessiert und mein eigenes Ding gemacht. Möglichst schrill, möglichst individuell. Hauptsache auffallen und empören. Das Spiel mit den Looks von früher in Verbindung mit aktuellen Elementen war mein Ding.

Seitdem ich Mutter bin fehlt mir das Gespür dafür, was mir mit meinem extrem veränderten Körper steht. Ständig bin ich auf der Suche nach mir. Nach meinem Look. Doch meistens ist jeder Versuch zwecklos, am Ende sehe ich aus wie eine Mutter egal was ich trage. Der Grund dafür sind meine Kids. Sie sind fast immer bei mir. Und das ist okay.

Und bis ich wieder in die Sachen von früher passe trage ich das was alle Muddis tragen: bequem, zweckmäßig und ein bisschen individuell.

Im übrigen sind meine Kids wesentlich stylischer gekleidet als ich es bin. So ganz ist es noch nicht verloren, mein Gespür für extravagante Kombis. Das lässt hoffen.

Und jetzt schwöre ich, nie wieder über Mode zu schreiben. Ich kanns nicht.

Ende.

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6 Gedanken zu “Wie vermeide ich den Muddi-Look? Ein versuch individuell zu bleiben

  1. Wir sind nicht zufällig verwandt oder so? 😀 99,9% deiner Sätze beschreiben original mich!!
    Und das mit den Haare kann ich gut nachvollziehen. Der Gedanke mit dem züchten kam mir erst heute wieder! Wenn nur der hässliche Übergang nicht wääääre!! 😦 Und zack sind sie beim nächsten Friseurbesuch noch ein Stück kürzer als vorher! *grrrrrr*

    Whatever… machen wir das Beste draus und lassen die angesagtesten Looks die tragen, dies auch können & (noch) nicht auf den Spielplatz müssen! 🙂

    VG
    Frau Schnäselchen

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  2. Darf ich mal was fragen? Warum hast Du denn so sehr zugenommen in der Schwangerschaft? Ich dachte, Dir ging es so schlecht, dass Du kaum was bei Dir behalten konntest?

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    • Klar darfst du, in der Schwangerschaft habe ich nur das Gewicht der Kinder und etliche kg Wasser zugenommen. 5 Wochen nach der Geburt meiner beiden hatte ich noch 4 kg mehr als vor der Schwangerschaft. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch nicht voll gestillt und habe auf Grund von Stress kaum etwas gegessen. Dann fingen wir an voll zu stillen und ich bekam enormen Heißhunger und hatte die ansage meiner Hebamme ich solle vernünftig essen da die Milch nur wenig War und kaum reichte. Und zack: nach 9 Monaten mangelernährung stellte sich ein mega jojo Effekt ein. Ich nahm ganz schlimm zu und das nahm erst nach ca 7 Monaten ein ende.
      Im 8en ssm passte ich noch in gr 8 😉

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