Das große Kotzen

oder auch: Schwanger und Krank

Hier in diesem Beitrag geht es um die Krankheit Hyperemesis Gravidarum, im Link Schwanger und Krank erfahrt ihr was das ist und im Verlauf könnt ihr lesen wie es mir damit ging. Aus Gründen des Anstandes werde ich nicht alle schlimmen Details veröffentlichen, sondern aus Rücksicht auf andere Schwangere nur einen kurzen Bericht abgeben.

Hier seht ihr wie ich mich im laufe meiner Schwangerschaft veränderte:

Vor der SS


Das war ich ungefähr 6 Monate vor meiner Schwangerschaft

8 ssw erstes mal im krankenhaus, kurz vor der künstlichen ernährung

8 ssw erstes mal im krankenhaus, kurz vor der künstlichen ernährung

 

jeden zweiten tag gabs infusionen

20 ssw zugenommen bis dahin 1,5 kg

30 ssw schon voll mit wasser, wegen kreislauf und wehen im krankenhaus

30 ssw schon voll mit wasser, wegen kreislaufproblemen und wehen im krankenhaus

IMG-20140706-WA0012

die Einlagerungen waren so schlimm, dass mein Katzenbaby Pfotenabdrücke auf meinen Beinen hinterlies wenn sie über diese hinweg lief

36 ssw, der körperliche verfall ist nicht mehr zu übersehen, ich habe ca 36 liter waser eingelagert

36 ssw, der körperliche verfall ist nicht mehr zu übersehen, ich habe ca 36 liter waser eingelagert, 5 Tage nach diesem Foto sollte eingeleitet werden

Ich habe lange darüber nachgedacht ob ich wirklich ausführlich über meine Schwangerschaft berichten sollte, nach dem ich schon für Zwillinge: Einer schreit immer    über meiner Schwangerschaft geschrieben habe. ( was ich schrieb könnt ihr hier lesen). Da ich aber plane einen Geburtsbericht zu schreiben, muss ich vorab ein bisschen weiter ausholen.

Schon öfter deutete ich an, das meine Schwangerschaft kein inneres Blumen pflücken war.

Im Janura 2014 ging es los, schon bevor ich wusste das ich schwanger bin plagte mich die Übelkeit. Ich dachte mir nichts dabei, viele meiner Kollegen waren krank, vllt hatte es mich auch erwischt. Nach dem jedoch meine Periode ausblieb und ich darauf hin einen Test machts, war dieser sofort positiv. Die Übelkeit nahm stetig zu, doch das störte mich nicht so sehr, denn als Krankenschwester wusste ich, ein bisschen Übelkeit und Übergeben gehört bei den meisten dazu.

Die Übelkeit nahm immer weiter und stetig zu, nach 3 Tagen musste ich mich das erste mal übergeben. Die Auswahl an verträglichen Nahrungsmitteln reduzierte sich stündlich, und mit jedem bisschen das ich nicht mehr essen konnte musste ich mich öfter übergeben. Nach weiteren 2 Tagen konnte ich gar nichts mehr esse, übergab mich bis zu 40 mal am Tag. Ich ging zu meinem Arzt und erhielt nutzlose Tips, wirksame Medikamente wollte er mir nicht geben. 2 Weitere Tage später, saß ich wieder in der Praxis und erhielt Infusionen, damit ich das Wochenende überstehen konnte.

An diesem Wochenende, genau genommen am Samstagabend, übergab ich mich so heftig, das ich dachte ich müsste sterben. Und dann sah ich es: Blut! Friches Blut! Ich versuchte Ruhe zu bewahren und die Fassung nicht zu verlieren. Ich telefonierte mit meiner Mutter und wir vereinbarten, das ich am Sonntag ins Krankenhaus fahren würde, wenn die Blutungen anhielten. Dies war der Fall, und der Twinpapa brachte mich in die Klinik. Man machte einen Ultraschall und schickte mich wieder heim.

Am Montag sollte ich mich zur Kontrolle bei meinem Gynäkologen einfinden. Es war alles in Ordnung, Medikamente bekam ich erneut nicht, nur eine Vitamin Infusion. Auf dem Heimweg besorgte ich mir dann ein verträgliches, frei verkäufliches, Antiemetikum in der Apotheke. Zu Hause dann: wieder Blutungen, wieder das große Kotzen. Also wartete ich darauf, das der Twinpapa von der Arbeit zu mir kam und mich ins Krankenhaus brachte. Wie in Trance packte ich meine Tasche, ich spürte, dass sie mich diesmal nicht gehen lassen würden. 2 mal Blutungen innerhalb von 3 Tagen, seit nahezu einer Woche nix mehr gegessen, fast nichts mehr getrunken.

Bei 7+1 wurde ich also stationär aufgenommen, bekam zunächst ein gängiges Mittel gegen HG, doch dies half mir leider nicht. Nach 3 Tagen Krankenhaus brach ich kotzend auf der Toilette zusammen. Man gab mir ein anderes Medikament, und die Beschwerden ebbten ab, doch ganz verschwanden sie nicht.

Die Übelkeit blieb, doch das Erbrechen hatte ich auf ein erträgliches Maß von 2-5 mal am Tag eingependelt. Mein Gewicht fiel immer weiter, ab dem Punkt, wo ich minus 13 kg hatte, wurde ich vor die Wahl gestellt: Essen oder künstliche Ernährung. Da ich großes Heimweh litt, zwang ich mich zum essen. Als ich 500 gr zugenommen hatte durfte ich nach 18 Tagen endlich nach Hause.

Mein Gynäkologe wollte mir das Medikament nicht verordnen, so versuchte ich es mit anderen Mitteln. Nach 5 Tagen hatte ich die mühsam erarbeiteten 500 gr wieder ausgekotzt. Ich bettelte so sehr ich konnte. Und Gott sei Dank hatte mein Gyn ein einsehen. Er ließ mich unterschreiben, das ich das Medikament auf eigene Verantwortung nähme und stellte ein Rezept aus.

Wenige Wochen später landete ich erneut im Krankenhaus. Mein Kreislauf machte schlapp. Man gab mir Infusionen und Medikamente und entließ mich nach 3 Tagen wieder.

Die Tage gingen dahin, ich vegetierte auf dem Sofa vor mich hin, mittlerweile allein da die Beziehung zum Twinpapa zerbrach, und versuchte zu überleben.

Um die 25/26 SSW gab es eine Phase in der es mir besser ging, doch mittlerweile wusste ich von anderen betroffenen Frauen, dass diese Zeit nicht lange andauern würde. Ich fuhr in dieser Zeit nach Hamburg, zum letzten Konzert vor den Baby.

Und danach wurde es erst richtig schlimm. Mein Kreislauf versagte immer öfter und immer stärker. Das Wetter im Hochsommer schaffte mich zusätzlich.

Die Übelkeit wurde wieder stärker, und mit der Übelkeit kam das Wasser. 36!!!! Liter Wasser. Ich hatte einen so starken Eiweißmangel, das mein Körper Hungerödeme entwickelte ( ihr kennt alle die Bilder mangelernährter Kinder aus Entwicklungsländern mit ihren Wassereinlagerungen) Ich konnte überhaupt nicht mehr essen, denn neben der immer noch präsenten und alles verschlingenden Übelkeit lag Männerbaby wahlweise mit Kopf oder Po unter meinen Rippen auf meinem Magen. Jede Bewegung wurde zur Qual, auch weil ich einen Beckenschiefstand hatte, der regelmäßig von einer Hebamme behandelt wurde.

Ich kämpfte mich durch, und überlebte auch wenn ich ganz oft dachte, dass es besser sei Tod zu sein, zu sterben um endlich erlöst zu werden. Wenn ich in den ersten Wochen die Kraft gehabt hätte, so wäre ich aus dem Fenster gesprungen so unerträglich war dieser Zustand. Und er hängt mir immer noch nach. Mein Körper hat seine Leistungsfähigkeit verloren. Nicht nur durch die Schwangerschaft, auch durch die Entbindung. Ich habe panische Angst vor dem Erbrechen. Ich ekel mich bis heute vor bestimmten Lebensmitteln.

ich wurde betrogen, um meine Schwangerschaft, um die Zeit der guten Hoffnung. Ich beneide Frauen um ihre tollen, unkomplizierten Schwangerschaften.

Heute vor einem Jahr stand ich im Kreißsaal. Tränen überströmt, Schweiß gebadet, mit Schmerzverzerrtem Gesicht und bettelte die Ärzte an, meinem Leiden endlich ein Ende zu bereiten. Sie untersuchten mich und Gaben mir einen Termin zur Einleitung. 5 Tage sollte mein Leiden noch dauern und egal was kommen würde, danach wäre es vorbei. Ich freute mich so sehr, doch es kam alles anders…

Advertisements

Blogger für Flüchtlinge

Ich gebe zu, ich bekomme wenig mit von dem was in Deutschland und der Welt passiert. Meine Zeit geht fast vollständig für die Zwillinge drauf, für den Haushalt und Freunde.

Doch manches kommt auch bei mir an, in dem kleinen Dorf in Ostfriesland in dem ich lebe.

Die Lage in Deutschland ist beschämend. Wirklich beschämend. Und eigentlich ist die Lage der Welt beschämend.

 

Ein Grund warum ich keine Kinder wollte, ist die Art und Weise wie ich die Welt sehe: die Welt ist schlecht. Es herrschen Krieg, Hunger, Leid und Elend. Wir sind dem nahe zu hilflos ausgeliefert. Ich wollte nicht das meine Kinder in so einer Welt groß werden müssen und ich erklären muss warum die Lage so ist wie sie ist. Doch jetzt sind sie da, und irgendwann werde ich erklären müssen. Was ist Krieg und warum gibt es ihn? Warum gibt es Menschen die Flüchten und warum wird es ihnen so schwer gemacht? Das sind Fragen vor denen ich Angst habe.

In den letzten Wochen und Monaten zeigte sich das wahre Gesicht vieler ( oder nur einiger wenigen) in unserem Land lebenden Menschen.

Als Conchita Wurst den ESC gewann schwappte eine Woge der Homophobie durch Europa. Kurz danach kam Pegida und unter dem Schutz der Meinungsfreiheit und dem Versammlungsrecht fanden sich jene zusammen, die Angst haben, Angst vor dem was fremd ist, sie folgten einer lauten und charismatischen Stimme ( die Geschichte Deutschlands sollte eigentlich zeigen das das meist keine gute Idee ist) . Dann kamen die Flüchtlinge und eine neue Welle des Hasses brach los. Hass gegen die ärmsten der Armen. Die Argumente sind so haarsträubend das ich darauf nicht eingehen möchte, zu sehr schäme ich mich für meine Mitmenschen. Getrieben von Sorge und Angst lassen sich viele im Sog der braunen Brühe mitreißen und wettern gegen Flüchtlinge, sie blockieren die Wege zu den Notunterkünften, sie brennen Heime nieder und brüllen Fahnen schwingend rechte Parolen und es werden immer mehr.

Die Medien versuchen ein Bild zu zeichnen von denen die fliehen, sie versuchen ihnen ein Gesicht zu geben doch sie geben auch dem Fakeln und Fahnen schwingenden Mob eine Bühne und geben ihnen neues Futter wenn sie über die schlimme Lage in den Camps berichten. Die Medien zeichnen auch ein Bild politischen Versagens, vor allem in Ballungsgebieten. Die Versorgung der Flüchtlinge wird fast ausschließlich von freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern und privaten Spenden getragen. Und diese Menschen sind vor allem psychisch am Ende des erträglichen angelangt.

In der Stadt in der ich bis vor einiegn Wochen lebte engagierte sich eine junge Frau aufopfernd für die Flüchtlinge in der Stadt, sie begleitete sogar eine Frau bis in den Kreißsaal und gewährte ihr und ihrem Neugeborenen unterschlupf in der eigenen Wohnung da die Unterbringung arg verschimmelt ist. Doch die Stadt verbot ihr dies und schickte eine Wöchnerin und ihr erst wenige Tage altes Baby zurück in die Unterkunft. Auch andere Hilfen seitens der jungen Frau und vielen Helfern wurden unterbunden. Gern wäre ich mit einer Freundin in die Unterkunft gefahren und hätte den Müttern mit Babys Unterstützung angeboten beim Stillen und Tragen ihrer Kinder, wir hatten sogar Tragetücher organisiert, welche wir hätten spenden können, doch dazu kam es nicht. Es wurde uns verboten.

Die Lage wird immer bedrohlicher. Den vorläufigen Höhepunkt fand das innerdeutsche Drama um die Flüchtlinge an diesem Wochenende in Heidenau bei Dresden. Der Mob pöpelt, und es passiert nichts. Keiner äußert sich während auf diversen Facebook-Seiten zur dritten Krawallnacht aufgerufen wird. Man will die Flüchtlingsunterkunft, einen alten, leer stehenden Baumarkt, stürmen.

Während ich meine Kinder schlafen legte, stellte ich mir die Frage wie das ganze auf die Flüchtlinge wirken mag. Auf Menschen die große Gefahren eingegangen sind, vor Verfolgung, Gewalt und Not zu fliehen, dabei ihr Leben riskierten und das ganze Geld ihrer Familie für die Flucht ausgaben und viele ihrer Lieben zurück lassen mussten. Jetzt kommen sie an, in der Hoffnung auf ein besseres friedlicheres Leben und das erste was sie erleben? Besoffene Nazis, Gewalt und Verfolgung. Auch hier sind sie nicht sicher, die Ressourcen sie alle zu schützen gibt es nicht. Das macht mich traurig.

Wir sind alle Bürger dieser Welt, wir gehen unter der selben Sonne, schlafen unter den selben Sternen, atmen die selbe Luft und doch trennt uns der Hass, die Angst und die Gewalt. Wir sind keine einzelnen Rassen die besser oder schlechter sind als andere. Wir sind alle Menschen!

Der Grund für diese wirren Gedanken in Schrifftform ist folgender:

Wir, die Menschen dieses Landes, wir Blogger, wollen ein Zeichen setzen gegen den Hass, die Gewalt und den braunen Sumpf. Ihr seid viele aber wir sind mehr.

Jeder kann etwas tun um die Lageder Flüchtlinge in Deutschland zu verbessern. Ihr könnt helfen oder spenden und wenn ihr das nicht wollt oder könnt: empfangt diese armen Seelen mit einem Lächeln und vermittelt ihnen das Gefühl willkommen zu sein. Schreibt ihnen Briefe oder Postkarten oder was auch immer, zeigt ihnen das sie Wertschätzung erfahren können und nicht nur Hass. Schreibt darüber, seid laut und schreit lauter als der Mob : Refugees Welcome!

 

Cake- Smash- Fail

In der Baby-Led-Weaning Gruppe bin ich auf einen Trend aus den USA aufmerksam geworden und es ließ mich nicht mehr los. Anlässlich des ersten Geburtstages ihrer „little ones“ veranstalten viele ein Fotoshooting bei dem die Minis einen Kuchen mampfen, matschen und schmieren dürfen. Ich bin eigentlich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln aber ich fand die Idee so toll, das ich das auch machen wollte, denn matschen können die Twins wirklich sehr gut nach 4 Monaten BLW.

In 1,5 Wochen ( oh GOOOOOTT das geht so verdammt schnell) werden die kleinen 1 Jahr alt und heute sollte es so weit sein: das Shooting steht an und der Patenonkel Baloo ist extra aus Hannover an den Arsch der Welt gereist um die beiden zu Fotografieren, doch das ganze unternehmen stand unter keinem guten Stern.

Gestern bereits wollte ich die Torte in Form eines riesen Cupcakes backen und fertig stellen, nach dem der Boden wirklich super wurde fingen die Probleme an:

Frosting Nummer eins wurde beim rühren plötzlich flüssig und es war auch absehbar das das bisschen niemals reichen würde. Also Telefonkonferenz mit meiner Mutter um zu besprechen wie man eine vegane Buttercreme herstellen könnte. Im Anschluß daran kochte ich den Pudding für die Creme und stellte Buttercreme her, bzw das was ich dafür hielt, denn auch wenn die Farbe genial war, verlief die Buttercreme sofort und aus dem Häubchen wurde ein grau-blau-rosanes Etwas das verflucht viel Ähnlichkeit mit einem Gehirn hatte. In Ermangelung weitere Motivation und Zutaten für eine dritte Creme ging ich um kurz nach 1 ins Bett um dann heute morgen um 8 den ersten Laden mit Großsortiment zu stürmen mit dem Ziel größere Mengen Sahnesteif und Agar Agar ( pflanzliches Geliermittel) zu besorgen. Ich hatte beschloßen einfach Sahne zu nehmen. Naja war auch nicht der Bringer. Mir zerlief der ganze Scheiß erneut. Also Krisenstab mit meiner Mutter. Die kam und rettete den Kuchen während ich mit Baloo und Mama-Bär, seiner holden Gefährtin, und den Minis spazieren ging, damit diese ein wenig schlafen konnten.

Endlich war es dann so weit: der Platz für das Shooting hergerichtet, die kleinen ausgezogen und in die Feiertags-Stoffwindel gesteckt und los geht der Keiler.

VON WEGEN!

Mädchenbaby probierte mal kurz und krabbelte dann durch die Gegend um zu schauen was wir machen, und Männerbaby weinte sobald er den Kuchen berührte. Er ekelte sich richtig. Alle versuche meinerseits die Neugier der kleinen zu wecken scheiterten kläglich, auch mit Besteck wollten die beiden nicht an den Kuchen. Also Plan B:

Mama zerstört den Kuchen und schmiert die Babys ein und diese können danach ein Geschenk auspacken. Das funktionierte zwar etwas besser aber die Lust der kleinen war nicht sehr groß. Aber Schlußendlich:

wir haben es geschafft und es sind ein paar tolle Bilder entstanden.

Von einem kleinen Mann der sich auf machte Menschen zu verbinden

kleiner mann

“ Ich erzähle dies vor allem, um ihn nicht zu vergessen. Denn es ist traurig, einen Freund zu vergessen. “

 

„Wenn Du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es Dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können! Und wenn Du Dich getröstet hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben. Du wirst immer mein Freund sein! Du wirst Lust haben mit mir zu lachen und Du wirst manchmal Dein Fenster öffnen.“

( Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry 1900–1944)

 

 

Es gibt Themen, über die möchte man nicht schreiben und doch ist das Bedürfnis sie in Worte zu fassen, sie greifbar zu machen groß, denn der Schmerz im Herzen wiegt so schwer. Heute schreibe ich genau über dieses Thema.Ich schreibe über einen kleinen Jungen, der kaum auf der Welt, diese schon wieder verlassen musste. Ich schreibe über ein Kind, das ich nie kennen lernte, noch sah. Doch er und seine Familie berührten mich tief, und nicht nur mich sondern viele 100 andere.

Jene die mich persönlich kennen, wissen das ich Facebook liebe, vor allem Facebook-Gruppen. Vor ziemlich genau einem Monat wurde ich auf einen „Hilfe Ruf“ in einer Gruppe aufmerksam. Eine Mama berichtet davon, dass sie mit ihrem Sohn im Krankenhaus sei, sie wünschte sich ein bisschen Mitleid angesichts der Situation, Mama und Kind stehen unter Quarantäne, es bestand der Verdacht einer schweren Magen-Darm-Infektion. Sie berichtete über die schier unerträglichen Umstände und die organisatorischen Missstände. Sie bekam viel Zuspruch und aufmunternde Worte, es wurden Fragen gestellt. Mami berichtete regelmäßig über den Zustand des kleinen Mannes, über die Untersuchungen, viele nahmen Anteil. Nach 2 Tagen die brutale, grausame Diagnose, das Monster das den kleinen Mann so quälte war ein Hirntumor. Die Betroffenheit war groß, diese Nachricht war einfach zu nieder schmetternd. Mami teilte jeden Schritt mit uns, sie berichtete über den Zustand des kleinen Mannes, teilte uns mit wann er in welcher Form operiert werden würde.  Vor der Operation des kleinen Mannes sagte Mama einen Satz der mich so unendlich berührte, der ihre unglaubliche stärke angesichts der Situation zeigte… Sie schrieb“Es zerreißt mich, aber er muss nicht um jeden Preis bleiben. Wenn er nicht mehr kann, dann darf er gehen. Ich bin so unendlich traurig

Ihr einziger Wunsch war, das wir eine Kerze anzünden sollen für den kleinen Mann. Sie wünschte sich keine Hilfe oder Unterstützung. Nur Kerzen. Und es folgten Fotos von Kerzen und ihnen sollten noch so viele folgen. Und den Kerzen folgte eine Idee. C. machte den Vorschlag eine Gruppe zur Unterstützung zu gründen, diese Idee wurde auch umgehend umgesetzt. L. und ich wurden Admins um C unter die Arme zu greifen.

Diese Gruppe voller unbekannter Menschen wurde verbunden durch den kleinen Mann und seine starke Mutter. Mama hielt uns weiterhin so gut es ging auf dem laufenden, sie berichtete täglich über Veränderungen, zeigte uns Fotos des kleinen Mannes, ihres Hochzeits-Essens in der Klinik.

Es wurden unglaublich viele Hilfangebote gemacht, man bot der Familie Geld an, Mahlzeiten für die Klinik, einige Mütter wollten krankenhaustauglich Kleidung für den kleinen Mann nähen, andere wollten Spielzeug geben. Doch Mama wünschte sich Bilder, Briefe und der gleichen, eine kleine Form der Anteilnahme. Sie war so unglaublich stark. Es wurden Bilder gemalt, Karten gebastelt und Briefe geschrieben. Eine Mutter aus der Nähe des Krankenhauses überbrachte die gesammelten Briefe gemeinsam mit ihrem wunderbaren Kind. Der Zusammenhalt war so unglaublich groß und ist auch jetzt noch ungebrochen.

Nach dem sich der Zustand mal besserte, mal verschlechterte und nach vielen Operationen, vielen Gebeten, einem Hoffen und Bangen vieler 100 Menschen hat der kleine Mann uns verlassen. In der Nacht der Sternschnuppen wurde er davon getragen. Er hinterlässt die stärksten Menschen die ich kennenlernen durfte. Seine Mama und seinen Vater. Mit dieser Nachricht brach eine Welle der Trauer und Tränen los, nicht nur bei der Familie des kleinen Mannes, auch bei uns, die diesen Weg virtuel mit ihm und seiner Familie gegangen sind, die teilweise ähnliche Erfahrungen in ihrem Leben machen mussten. Die Welle der Hilfsbereitschaft ist ungebrochen. Es werden spenden gesammelt für eine würdevolle Beisetzung, Spenden für andere Betroffene.

Warum ich das hier schreibe, die Geschichte von völlig fremden?

Der kleine Mann hat mich tief berührt. Und nicht nur mich auch ganz viele andere spüren eine tiefe Verbundenheit. Dieses Kind war etwas ganz besonderes, er führte Menschen zusammen. Er hat eine Verbindung geschaffen.

Ich bin nicht besonders gläubig oder sehr esoterisch, doch ich glaube das der kleine Mann eine Mission zu erfüllen hatte. Er sollte uns verbinden, uns lehren und führen. Und das hat er getan.

Er lehrte uns, unsere Kinder mit andern Augen zu sehen, die Zeit mit ihnen anders zu spüren und zu nutzen, er hat uns miteinander und mit unseren Kindern verbunden. Er hat einen Platz in den Herzen vieler Menschen, die ihn und seine Familie nie vergessen werden, die seiner gedenken und dafür sorgen das er uns nie verlässt.

In der Nacht, in der der kleine Mann mit den Sternen ging spürte ich das etwas nicht stimmt, auch meine Kinder haben dies gespürt. Und auch andere berichten darüber das sie spürten das er gehen würde. Ich bin mir sicher der kleine Mann war hier, die Zwillinge schauen oft nach oben, sie sehen etwas, dann brabbeln sie und lachen. Es ist ein warmes wohliges Gefühl das ich verspüre wenn sie das tun. Es mag Einbildung sein, wenn dem so ist, ist es eine schöne Einbildung, vielleicht ist es auch einfach so, dass ich meine Kinder anders wahrnehme, doch ich bin mir sicher, es gibt mehr zwischen Himmel und Erde.

Der kleine Mann wird, so berichtet seine Mama, in einem Wald beigesetzt, an einem Baum, er ist noch sehr jung und wird mit dem kleinen Mann wachsen und in sich ruhen.

Danke kleiner Mann, das du bei uns warst.

Danke das du uns verbunden hast.

Danke das du uns die Zeit mit unseren Kindern anders genießen lässt.

Danke das du uns Demut angesichts der Leiden andere und allen voran dem deiner Mama und deines Papas gelehrt hast.

Kleiner Mann, ich sah deine Bilder. Im Leben und auch im Sterben und darüber hinaus. Du strahltest. Deine Augen leuchteten. Du warst so schön und bist es noch. Du wurdest geliebt. Und du hast die stärksten Eltern, die ein krankes Kind sich wünschen kann.

Du hinterlässt eine Lücke, die nie zu füllen sein wird. Und doch wirst du uns nie verlassen.

Danke das ich dich und deine Familie kennen durfte.

stern

Worte können euren Schmerz nicht lindern, keiner kann ermessen wie groß und schwer dieser Verlust wiegt, doch ihr seid nicht allein.

Wir sind bei euch, jeden Tag ein bisschen…

 

#Wutkinder – Friede, Freude, Wutanfall

 

spruch-friede-freude-wutausbruch

 

 

Die Frida von 2KindChaos ruft zu ihrer ersten Blogparade auf und möchte die Top-10 Gründe für Wutanfälle unserer Kids lesen.

Da die Twins noch nicht sprechen können, könnte man meinen ich halte Monologe. Und hier meien Top 10 ( oder weniger, mal sehen wie viel es wird)

  1. Ich verusche das Telefon beim telefonieren selbst zu halten…. bääääääääääääähhhh plääääärrrr heul und das im Doppelpack
  2. Männerbaby soll die Finger aus der Steckdose nehmen ( er liebt die Dinger)… plääääääär heul brüll buhhhhhuuuuu
  3. Ich verusche die Windeln zu wechseln… beide Babys fliehen und bäääääääääääääääh neeeeeeeeeeee heul bääääääh ( und es könnte so einfach sein)
  4. Männerbaby wird gestillt. Mädchenbaby findet das scheiße: buhuuuuuuuuu
  5. Das schlimmste Wort: Nein!… ich höre was ich schon oben schrieb. Nur lauter.
  6. Auch Aua sollte ich nicht sagen… Wehe ich schiebe dabei noch die Hand des Übeltäters weg. bääääääääääääääääääähääääääähähhh neeeeeeee bäääääääähhhhh ( hier heulen auch wieder beide, Übeltäter und Unschuldslamm
  7. Anziehen? ihr kennt das ja 😉
  8. In den Kindersitz setzen: schrilles Gebrüll und der Versuch sich dem Kindersitz zu entwinden, steif machen, schlaff werden, strampeln.
  9. Zeit zum Schlafen: grmpf. Laut, unschön, Zerreißprobe für meine Nerven und Gehörgänge ( ich lasse sie nicht schreien, begleite sie in den Schlaf, stille sie und alles aber ohne Gebrüll geht es scheinbar nicht)
  10. Ich versuche die Twins aus der Badewanne zu holen und sie Bettfertig zu machen: bääääääääääääääääähääääääähäääää pläääärrrrr neeeeeeeeee bäääääääääääääh mamamamamamamamamamamamaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa

Der ganz normale Wahnsinn

Ich hasse Ungeziefer, Kriech- und Spinnentiere. Wenn gleich ich aus ethischen Gründen Veganerin bin kenne ich bei Ungeziefer und Schädlingen keine Gnade. Der Ekel ist zu groß. *bääääh*

Mein Kater ist ein reiner Hauskater gewesen, bis er eines Tages entdeckte das ich die Terassentür nicht richtig verschlossen hatte. Er schlüpfte raus uner erwartete mich bereits als ich 5 std später wieder Heim kam. Das war vor 3 Wochen. Ich kümmerte mich also um ein Schutzmittel für den Luis und behandelte ihn, doch offenbar machte ich einen Fehler denn gestern : ein paar rote Flecken bei Mädchenbaby und auch welche bei Männerbaby. In der Nacht kamen welche bei mir dazu. Als Krankenschwester war mir sofort klar: das Katzenvieh hat Flöhe.

Nun ist das entflohen und entwurmen einer Katze nebst Wohnung schon eine echt doofe arbeit doch mit 2 Babys im schlepp wird das ganze irgendwie kompliziert.

Katze spotten? Abends ( hmmm da ist der Kater auf Tour)

Staubsaugen? Super wenn die kleinen dabei sind.

Umgebungsspray? Nicht in der Umgebung von Kindern unter 4 Jahren.

Läuft. Bei mir nicht.

Auch wenn ich ein großer Freund von nartürlichen Heilmitteln bin, so ist mir doch die Chemiekeule lieber. Sicher ist sicher. Aber geht ja nicht. meine Wohnung duftet jetzt nach Lavendel und Citronella, welches (angeblich) als Kontaktgift gegen Flöhe und anderes Ungeziefer helfen soll. Ich bin gespannt. Hauptsache wir werden die Viecher los.

In meiner Küche duftet es übrigens nach Saft und Essig ( Fruchtfliegenfalle).

Das Landleben ist schön. Außer frau hats nicht so mit Kriechtieren.

Im übrigen: meine Knöpfe waren das erste mal länger als 20 min bei meiner Mutter während ich hier selbstlos auf Flohjagd war. Es ist alles gut gelaufen. Ich kann die Freiheit schon riechen.

Erläuterungen

Der ein oder andere Leser des letzten Beitrags mag mich für verrückt halten, das ich nach den schlimmen Erlebnissen eine Alleingeburt möchte, sollte ich irgendwann ein weiteres Kind bekommen, daher möchte ich noch einmal näher darauf eingehen :

  1. Ich bin fast 28 Jahre alt alleinerziehend und Single! Wie wahrscheinlich ist es wirklich noch ein weiteres Kind zu bekommen?
  2. Ich bin davon überzeugt, daß Frauen intuitiv gebären können wenn man sie lässt,  die Erfahrungen meiner Freunde untermauern diese Ansicht.
  3. Es ist bewiesen das eine Entbindung Komplikationsärmer verläuft je weniger interveniert wird
  4. Die Arbeit von Hebammen ist sehr wichtig und es ist gut dad wir sie haben, doch mein Vertrauen in das System ‚Geburtshilfe‘ ist nachhaltig erschüttert.
  5. eine Entbindung im Krankenhaus ist keine Option mehr.
  6. ergänzend zu Punkt 1: wenn der Zeitpunkt für eine weitere Schwangerschaft entgegen aller Erwartungen doch noch kommen sollte, so wird es keine freien Hebammen mehr geben die außerklinische Geburten begleiten.

Das Fazit ist also: wahrscheinlich bekomme ich kein weiteres Kind mehr, aber wenn doch dann nicht im Krankenhaus sondern zu hause. Da ich annehme das es keine freien Hebammen mehr geben wird bleibt die Option es allein zu machen oder ein Wunsch-KS.