Zeit für mich

Während ich hier zu euch schreibe, sitze ich mal wieder beim Friseur!
Männerbaby und Mädchenbaby sind mit ihrem Vater spazieren und dann einkaufen…
Ich bin redlich nervös und angespannt, es ist erst das zweite Mal das die kleinen mit ihrem Papa allein unterwegs sind. Davon abgesehen sind sie grade erst genesen von ihren umfangreichen Wehwehchen und haben die erste Nacht seit Tagen wieder ordentlich geschlafen. ( Mini – Mann 3,5 Std am Stück und Mini – Mädchen  ganze 8 am Stück ). Eigentlich sollte ich guter Dinge sein, doch fällt es mir sehr schwer M. die Minis zu überlassen. Allerdings fällt es mir auch schwer die kleinen meiner Mutter zu überlassen. Call me Oberglucke.
Warum fällt es mir so schwer los zu lassen? Liegt es daran, dass ich anderen den Umgang mit zwei Säuglingen nicht zu traue? Oder sind es tiefer gehende Ängste?  Verwurzelt in dem traumatischen Geburtsverlauf,  die 4 Tage anhaltende Trennung von mir und den Babys?
Statt die Mommy – Time zu genießen bin ich voller Sorge, die vermutlich total unbegründet ist. 
Die kleinen sind müde und satt. Das schaukeln des Kinderwagens lässt sie schnell und zuverlässig einschlafen ( im Tragetuch ist zu viel zu gucken, als das man einschläft )…
To be continued
30 Minuten später : M. steht beim Friseur und bringt mir das Männerbaby. Es schreit lässt sich aber schnell beruhigen. M. trollt sich mit dem Mädchenbaby.
Mama- Time vorbei.
Das Männerbaby verzaubert  derweil den ganzen Salon mit seinem Charme.
Und ist ganz  voller Haare!
Aber macht nix heute ist eh Badetag 😉

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Vorher

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Währenddessen  (ausgerechnet heute sind die Sachen so wahllos )

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Müde und ein bisschen genervt von dem Gedränge

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Alles ab

Ich wünsch ein schönes  (verschneites) Wochenende und danke fürs zu lesen !

Alltagsprobleme…

…. Heut im Programm: DAS WETTER !

Wenn man das Haus mit einem Baby verlassen will gehört da schon eine gewisse Vorbereitung zu, diese summiert sich entsprechend der Kinder die mit müssen. Mann bzw Frau hat das Gott sei Dank schnell raus und hat ne gute Packroutine. Sinnvoll ist es an Orten wo man sich häufig aufhält einen ausreichenden Vorrast an Windeln, Milchpulver+ Flaschen für nicht stillende, Stillkissen, Wechselkleidung und Waschzeug anzulegen, vorrausgesetzt natürlich das es sich um einen Privathaushalt handelt. Das erleichtert die Vorbereitungen zum weggehen enorm ( ich hab bei meinem besten Freund und bei meinen Eltern einen guten Vorrat angelegt)

Also wie gesagt das Haus soll verlassen werden. Besondere Herausforderung zur Zeit: das Wetter.

Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber bei uns ist es zum k*tzen. Schnee, Regen, Sturm und Gewitter. Alles zusammen. Dies hat zur Folge, dass mein oller Karren ziemlich dick eingepudert ist mit Schnee! Und da fängt mein Probelm an:

Die Zwerge hassen es angezogen zu werden, sie hassen es in ihren Maxi C*si gesetzt zu werden ( ist man erstmal drin und im Auto gehts) und was sie noch mehr hassen: warten! Drei Probleme, Keine Lösung…

Man packt also die kleinen im Express ein, schleppt sie nach draußen und: oh shit Schnee! Ich hab natürlich keinen Handfeger dabei, also alles mehr oder weniger auf Anfang zurück. Immer in Begleitung von Protestgeschrei im Kanon.

Ich habe also endlich angezogene Babys, die brüllen, einen Handfeger und Schnee. Doch wohin mit den Babys? Auto auf machen und reinsetzen geht nicht, weil sonst das ganze Zeug ins Auto fällt, in den Schnee stellen geht irgendwie auch nicht, in den Hausflur ist auch nicht optimal wegen der Nachbarn… Schlußendlich finde ich einen Platz wo es nicht schneit und der Boden trocken ist und fege den Schnee vom Auto. Die Minis brüllen immer noch, Gott sei Dank ist bei dem Wetter sonst keiner draußen…

Schnell die Maxis ins Auto und vergurtet ( dabei ne ordentliche Ladung Schnee im Nacken abgegriffen) und los geht es.

Beim Autofahren sinniere ich darüber wieso ich eigentlich am Arsch der Welt wohne, ohne vernünftige Öffies und der gleichen. Stelle fest das ich nicht zum Dorfleben gemacht bin und überlege fieberhaft wie schnell ich wohl einen Umzug samt Wohnungssuche auf die Reihe bekomme. Der Gedanke nervt tierisch.

Ich schweife weiter ab und denke wie praktisch es wäre irgendwo mitm Kinderwagen hin laufen zu können oder mit den Minis im Tragetuch. Dann eine weitere Erkenntnis: Kinderwagen liegt im Auto, es sind zwei Babys und eine Treppe -.- würde also nicht wirklich leichter. Kinder verpacken, Treppe runter, Treppe rauf, Schnee fegen usw… Außerdem: keine Ahnung wo der Regenschutz ist für den Wagen und auch keine Ahnung wo ich den riesen Karren überhaupt trocknen lassen sollte…

Ich überlege wie es Mütter von EInlingen machen, haben sie es leichter? Irgendwie nicht wirklich, ob ein Kind oder zwei Kinder, es fehlt ne helfende, Schnee fegende Hand…

Nach dem ich zurück gefahren bin eine weitere ernüchternde Erkenntnis:

Du weißt das deine Nachbarn alt sind und keine Babys mehr transportieren müßen, wenn es dir unmöglich ist mit den Maxis in den Händen zur Haustür durch zu dringen !!! Es schneite übrigens nicht mehr, dafür hagelte es!!!!

Danke fürs zu lesen,

ist es für euch auch so eine Odysee das Haus zu verlassen oder stelle ich mich doof an? Lasst es mich wissen! Entweder hier oder auf Facebook: https://www.facebook.com/veganezwillingsmutter

Am Rande des Wahnsinns?

Zur Zeit ist hier echt richtig was los. Nach der erstern Erkältung, dem Auszug meiner Katze ( der kater konnte bleiben) und den ersten ein schießenden Zähnchen, haben das Männerbaby und das Mädchenbaby die Ohren entzündet… Zusätzlich wird weiter munter gezahnt. Mama kriecht auf dem Zahnfleisch, Schlaf ist Mangelware!

Doch wie äußert ein Baby schmerzen? Es spricht ja nicht mit uns.

Ganz genau: es schreit uns an! Ich brauchte genau 2 Tage um zu erkennen das das Geschrei des Männerbabys nicht nur von den Zähnchen kommt sondern von den Lauschern ( und ich fühle mich wirklich schlecht deswegen).

Wie gesagt: das Männerbaby schrie und schrie und schrie, und es zupfte sich an den Ohren ( tut es aber auch bei Müdigkeit), den Gipfel erreichten wir, als er bei Lageveränderungen richtig schrille Schreie ausstieß und ich kaum mehr beruhigen konnte. Von da an war die Sache klar.

Doch was tun zur ersten Hilfe?

Am besten ist es natürlich einen Arzt auf zu suchen und nicht selbst herum zu machen, doch ein paar Maßnahmen können eine erste Linderung verschaffen:

– Zwiebelsäckchen fürs Ohr ( Zwiebel hacken, in einen Nylonstrumpf und aufs Ohr, mit einer Mütze fixieren)

– abschwellende Nasentropfen ( die Helfen das der Druck nachlässt)

– Schmerzmittel!

Ich bin wirklich kein Freund von Medikamenten, doch es gibt Situationen da hilft nur die Chemiekeule. Dennoch sehe ich den Einsatz kritisch, da alle gängigen Schmerzmittel für Babys und Kleinkinder automatisch auch Fieber senkend sind, dies jedoch wichtig ist um das Immunsystem zu stärken und in die körpereigenen Selbstheilungskräfte in Gang zu bringen.

Ich senke übrigens nicht nach Temperatur das Fieber sondern nach Allgemeinzustand… Aber da gibt es unterschiedliche Meinungen.

Wie macht ihr das?

Liebe, übermüdete Grüße

eure Ela

Spontan entbinden?

Im Verlauf meiner Schwangerschaft bekam ich immer wieder folgendes zu hören:

Wann wird denn ein Kaiserschnitt gemacht? Wenn ich darauf antwortete das ich dies nur im Notfall in Erwägung zöge, stieß ich zu meist auf großes Schweigen oder auch Unverständnis. Man warf mir sogar vor verantwortungslos zu sein!

Doch auch Zwillinge können ohne Probleme spontan geboren werden, wenn die Voraussetzungen stimmen und sich die werdende Mutter dies zu traut.

Für mich war es sehr wichtig, es auf natürlichem Wege zu versuchen. Hier zu suchte ich mir in der 15. oder 16. Schwangerschaftswoche ( so genau weiß ich das nicht mehr) eine Hebamme mit Erfahrungen im Bereich Zwillinge. Die fand ich auch recht schnell und wir besprachen was mir wichtig ist ( an anderer Stelle werde ich darüber schreiben, warum man ruhig mit mehrern Hebammen sprechen sollte, bevor man sich für eine entscheidet!). Sie erläuterte mir welche Vorraussetzungen meine Minis und ich erfüllen sollten:

– das führende Kind liegt in Kopflage

– das Gewicht beider Kinder liegt nicht mehr wie 500 gr auseinander

– die körperliche Verfassung und Konstitution der Mutter müssen passen ( da ich groß bin ist das eher weniger ein Problem gewesen, meine körperliche Verfassung hingegen schon wie sich rausstellen wird)

– die Schwangerschaft ist älter als 30 Wochen

Die Vorraussetzungen stimmten im groben: Mädchenbaby lag kopfüber, Männerbaby war noch unentschloßen : mal Schädel-, mal Beckenendlage. Doch dies ist kein Indikator für einen Kaiserschnitt, da die Klinik, die ich wählte auch BEL-Kinder spontan entbindet. Oft mals wird ein manueller Wendeversuch unternommen, dies jedoch erhöht die Gefahr eines Notkaiserschnitts erheblich. Wer mit dem Po voran raus will, sollte auch dürfen!

Auch die Gewichte lagen laut Schätzungen immer nah zusammen. Besser gings also nicht.

Für mich war es am wichtigsten so natürlich wie möglich zu enbtinden und auf möglichst alle invasiven Maßnahmen zu verzichten. Um einiges kam ich nicht drum rum ( letztlich wurde meinen Wünschen in keinster Weise entsprochen aber darum soll es hier nicht gehen), einiges jedoch ließe sich, so meine Hebamme, kaum vermeiden.

So wurde mir empfohlen auf jeden Fall eine PDA legen zu lassen, welche jedoch meinen Wunsch im Wasser zu gebären zu nichte machte ( dies wäre ohnehin nicht gegangen, da die Klinik nicht mitmachen wollte).

Grundsätzlich ist es also möglich, Zwillinge spontan zu gebären, nur das Ding mit der Natürlichkeit lässt stark zu wünschen übrig, allerdings muss man sich immer darauf einstellen, das es doch noch zu einem (Not-) Kaiserschnitt kommt, oder auch zum Einsatz invasiverer Methoden, wie Dammschnitt, Wehentropf und Saugglocke. Dies ist jedoch alles nur ein kann und kein muss.

Ich hab leider die volle bereitseite an Komplikationen gehabt, wie schon in der Schwangerschaft, doch ich konnte einen Notkaiserschnitt vermeiden und meine beiden kamen am 2.9.14 um 11:27 und 11:57 spontan, aber nicht ganz natürlich, in der 37 SSW ( 36+1) auf die Welt und begrüßten mich mit einem Schrei und verschlafenen Blicken, bevor es dunkel um mich herum wurde da ich durch den hohen Blutverlust kollabierte. ( Einen Geburtsbericht werde ich schreiben, sobald ich die Kraft dafür finde das ganze in vernünftige Worte zu fassen)

Hyperemesis Gravidarum- eine betroffene Berichtet

Lange herschte Ruhe hier, da die Minis mich voll unter Strom gehalten haben, Zähne bekommen ist schwerst-arbeit wie mir scheint. Aber auch das geht irgendwann vorbei.

Ich melde mich zurück mit einem Bericht meiner lieben Freundin Sylvie, sie ist wie auch ich in ihren Schwangerschaften an schwerer HG erkrankt. Was HG ist hab ich ja bereits erzählt ( hier gehts lang, wenn du nicht weißt was HG ist : https://keinsbestellt2bekommen.wordpress.com/2015/01/14/schwanger-mit-zwillingen/)

Aber jetzt erst mal Sylvie:

Fünf Jahre hat es gedauert bis ich wieder schwanger werden wollte. Dabei war die Schwangerschaft 2008/09 mit meinem Sohn ein Spaziergang, wie ich heute weiß. Und trotzdem hat mir schon diese Erfahrung eine solche Angst eingejagt, dass es so lange gedauert hat, bis ich wieder den Mut gefasst hatte schwanger zu werden.

Im Juli 2013 war es soweit, ich hielt den positiven Test in Händen. Meine Freude darüber war grenzenlos, denn wir hatten schon lange versucht noch ein Baby zu bekommen. Fast augenblicklich hatte ich Angst, dass die HG wieder zuschlagen würde. Zu dieser Zeit hatte ich gerade ein 4. Schuljahr und war mitten in den Vorbereitungen zur Verabschiedung dieser Kinder. Ich hielt mich tapfer und brachte alle Proben zu unserem Theaterstück und die Feierlichkeiten hinter mich. Die Übelkeit hielt sich zu dieser Zeit noch in Grenzen und ich hatte die Hoffnung, dass ich dieses Mal verschont bliebe .

Mit den Sommerferien kam die lähmende Übelkeit. Ich war ca. in der 7. Ssw. Essen war nicht mehr möglich und trinken nur begrenzt. Draußen warenes 35° und mehr und trinken wichtiger denn je. Ich hielt mich mit Vomex über Wasser, so dass ich die Tage im benebelten Zustand verbrachte. Trotz dieses Medikamentes musste ich 25-30 x pro Tag brechen. Einzig die Nächte blieb ich verschont. Nach einer Woche war mein Zustand derart desolat, dass mein Mann und mein Bruder beschlossen, dass ich ins Krankenhaus muss. Mein Bruder war so lieb und kümmerte sich um unseren Sohn, so dass mein Mann mit mir ins Krankenhaus fahren konnte. Im Elisabethkrankenhaus Rheydt wurde ich sofort ernst genommen und nach einer kurzen Untersuchung aufgenommen. Zu dem Zeitpunkt war ich so schwach, dass mir schon auf dem Flur ein Bett zur Verfügung gestellt wurde, damit ich nicht umfalle. Mein Stoffwechsel war entgleist und ich bekam sofort einen Tropf mit Glucose und Vomex. An diesem Abend ging es mir kurzzeitig besser, so dass ich etwas Brot und Wasser zu mir nehmen konnnte.

Es folgten 3 Wochen Krankenhaus. Wer es nicht kennt, kann es sich nicht vorstellen. HG erkrankte Frauen können nicht essen oder trinken. Der Geruchssinn ist dermaßen ausgeprägt, dass jeder Geruch zur Qual wird. In meinem Fall waren besonders seifige Gerüche schlimm. Laute Geräusche oder helles Licht führten zu weiterem Erbrechen. Die Behandlung im Krankenhaus bestand aus 2 Glucose/Vomex Infusionen täglich. Schon nach wenigen Tagen war klar, dass diese Behandlung nicht dauerhaft anschlagen würde. Ich musste mich weiter übergebeb und flehte Gott an es zu beenden, während ich weinend und würgend vor dem Klo hockte. Meinem Baby ging es glücklicherweise die ganze Zeit gut. Ich jedoch vegetierte in einem Dämmerzustand vor mich hin. Insgesamt bekam ich in diesen 3 Wochen 16 Zugänge, da sie sich schnell entzündeten und dann wieder gezogen und neu gelegt werden mussten. Mein größtes Leid war, dass ich meinen Sohn kaum ertragen konnte. Seine Stimme, seine lebhafte Art und sein Geruch ( alles was ich soo liebe) führten fast augenblicklich zu unstillbarem Erbrechen. Mein armer Junge hat unter dieser Situation sehr gelitten. Er machte wieder ins Bett und hatte schreckliche Verlustängste. Ein paar Tage bevor ich entlassen wurde, wurde die Übelkeit so schlimm, dass die Ärzte mir vorschlugen ein anderes Medikament auszuprobieren. Ich konnte zwischen zwei Medikamenten auswählen. Zum einen Zofran, ein Medikament gegen Übelkeit während der Chemotherapie oder Agyrax, ein Medikamente, dass in Deutschland nicht mal mehr zugelassen ist. Ich kann nicht in Worte fassen, was ich bei dieser Entscheidung gefühlt habe. Nur soviel, es fühlte sich an, als ob ich das Todesurteil meines ungeborenen Kindes unterzeichne. Bevor ich den Ärzten meine Entscheidungen mitteilte, besprach ich alles mit meinem Bruder, der Apotheker ist. Er versicherte mir, dass beide Medikamente in der Schwangerschaft genommen werden dürfen, Agyrax jedoch die größeren Erfahrungswerte aufweist. Embryotox.de war damals eine große Hilfe. So wählte ich Agyrax. Die erste Tablette nahm ich unter Tränen, denn die Sorge blieb. Was wenn ich die eine Frau bin, bei der es Schäden anrichtet. Am 24.8 einen Tag nach meinem Geburtstag wurde ich entlassen. Agyrax hatte gewirkt. Das unstillbare Erbrechen war vorbei. Wer jetzt glaubt, dass nun eine „normale“ und glückliche Schwangerschaft folgte, irrt leider. Die Zeit zu Hause war eine einzige Qual. Zu duschen war oft eine Tagesaufgabe, an der ich oft gescheitert bin. Extreme Erschöpfung und Müdigkeit waren meine steten Begleiter. Mit zunehmendem Bauch, gesellte sich noch schrecklich Sodbrennen dazu. Alles in allem habe ich das Ende dieser Schwangerschaft herbeigesehnt und wenige Tage genossen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich neidisch auf jede glückliche Schwangere war und bin. Ich fühle mich um diese eigentlich schöne Zeit betrogen. Einzig und allein meine wunderschöne Tochter, die am 7.3.14 vollkommen gesund auf die Welt kam, hat mich versöhnt. Für meine Kinder würde ich das alles noch einmal durchstehen!

Aktuell arbeitet Sylvie daran auch ihre erste Schwangerschaft nieder zu schreiben, evtl ergänze ich an dieser Stelle bei Zeiten. Ebenso wird Kathrin sich mit einem Bericht zur HG melden.

Wenn ihr mehr von den beiden lesen wollt: http://www.oeko-hippie-rabenmuetter.de/

Warum wir einiges anders machen als unsere Eltern und Großeltern…

Eigentlich wollte ich was wahnsinnig spannendes zum Thema zahnen verfassen. Doch am Wochenende kam mir die Idee für dieses Geschreibsel.

Welch besseren Anlass kann es geben seine 200 km weit entfernten Eltern zu besuchen, als zahnende, schubende und verschnupfte Zwillinge? Es gibt kaum einen. Kurz um: ich war mit den Nerven reichlich am Ende, müde und dezent genervt. Kurz entschloßen informierte ich meine Eltern ( eine Woche Vorlauf sollten genügen um sich auf die Zwillinge und mich einzurichten) packte unser Zeug und schwang mich hinters Steuer meines schon leicht betagten Autos.

Vor Ort kamen eigentlich immer wieder die gleichen Konfliktpunkte von meinen Eltern und meiner Großmutter.

Ihr kennt sie sicher alle:

-du verwöhnst die kleinen

-sie sollten nicht mit dir in einem Bett schlafen

-du solltest anfangen mit der Beikost

-sie werden nicht satt durchs stillen

-das bisschen schreien schadet nicht

(- die vegane Ernährung ist nicht gut für euch, der Haarausfall und die rheumatischen Beschwerden sind bestimmt Mängel)

– usw usw ich denke jedem Fällt noch was ein um diese Liste zu ergänzen.

Meistens gehe ich der Diskussion aus dem Weg, je nach dem von wem die Aussagen kommen mit einem müden lächeln oder auch mit der Aussage: meine Kinder meine Entscheidung. Oft habe ich das Gefühl, das Welten aufeinander treffen und es auf beiden Seiten an Verständnis mangelt.

Ich begann mich also zu Fragen warum?

Wir schieben nicht, wir tragen.

Wir stillen (langzeit) statt die kleinen mit der Flasche zu füttern.

Wir teilen uns zumindest das Zimmer wenn nicht gar das Bett, statt die kleinen in ihrem eigenen Zimmer zur Nacht schlafen zu legen.

Wir stillen nach Bedarf nicht nach Zeitplan.

Wir kritisieren Ärzte statt einfach zu folgen.

Wir geben keinen Brei wir machen Baby led weaning, wenn der Nachwuchs so weit ist und nicht weil er ein bestimmtes Alter erreicht hat.

Wir lassen unseren Nachwuchs nicht schreien, sondern kümmern uns bereits „frühzeitig“ um seine Bedürfnisse

Für unsere Eltern und Großeltern ist das alles neumodischer Kram, der unnötig ist, doch eigentlich besinnen wir uns nur auf das was immer war.

Wir lassen die Geschichte aus. Gemeint ist die Zeit in der „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“ bzw “ Die Mutter und ihr erstes Kind“ der Standart waren. Dieses Werk von Johanna Haarer ist eng verbunden mit der Ideologie der NS-Zeit, es lehnt alles ab was wir instintiv tun wollen, wenn ein Baby schreit oder mit uns in Kontakt tritt.

Unsere Eltern und Großeltern sind von diesem Werk geprägt, bewusst oder unbewusst. Mehr oder weniger intensiv, doch dieses Denken ist in den Köpfen gefestigt. Die Angst davor das Kind zu verwöhnen groß, schließlich wird seit über 80 Jahren übermittelt das das genau falsch sei. Hinzu kam dann noch das populär werden der so genannten “ Ferber-Methode“. Das Dilemma ist komplett als 1995 das Buch “ Jedes Kind kann schlafen lernen“ erscheint.

In vielen Artikeln ist zu erkennen das von Babys ein bestimmtes Verhalten erwartet wird, erfüllt der Säugling diese Erwartungen nicht, so wird er als anstrengend und manipulativ betrachtet. Dieses Denken, diese Erwartungen finden sich eigentlich nur in deutschen und einigen anderen westlichen Ländern wieder. In anderen Teilen der Welt gelten diese Dinge als normal. Eine starke Bindung zwischen Eltern und Kind so wie die Ansicht das jedes Kind ein Wesen mit individuellen Neigungen und Bedürfnissen ist, prägen heute viele frischen Eltern.

Der Konflikt ist geboren. Nicht nur Generationsübergreifend sondern auch unter jungen Eltern bergen diese zwei so grunverschiedenen Ansätze großes Streipotenzial.

Wir haben heute eine vielzahl an Informationsquellen zur Verfügung, sind medial vernetzt. Wir lesen Bücher von Karp, Sears, Renz-Polster und vielen anderen und stellen in Frage was wir einst für normal und richtig erachteten. ( ähnlich wie das auch im ethisch motivierten Veganismus der Fall ist).

Wir verliesen den uns bekannten Weg, wählten einen anderen.

Einen, der uns ethischer, moralischer und menschlicher erscheint. Und wir halten nicht damit hinterm Berg.

Ich denke uns ist oft nicht bewusst, welche Gefühle wir bei unserem Gegenüber damit auslösen.

Wie sehr wir damit verletzen können, ohne zu wollen, unzulänglichkeit Vermitteln, wenn wir alles über den Haufen werfen was für voran gegangene Generationen als normal betrachtet wurde.

Dabei haben wir das Rad gar nicht neu erfunden, wir besinnen uns auf unsere Instinkte, unseren angeborenen Reflex unsere Kinder mit Liebe und Nähe überschütten wollen, wenn wir ihre Bedürfnisse stillen wollen.

Wenn also jemand kommt und sagt :“ früher, da war nicht alles schlecht“ , dann diskutiert nicht sondern sagt: “ stimmt vor 200-300 Jahren haben sie das auch schon so gemacht“:

In diesem Sinne gute Nacht und danke fürs lesen meiner ( für mich) ziemlich verwirrenden Gedankengänge.

Schwanger und Krank!

Für fast jede Frau ist es eine große Überraschung wenn es heißt : Herzlichen Glückwunsch sie sind schwanger. Neben der Überraschung kommen oft mals viele Zweifel die einen mental sehr belasten können. Fragen wie: Können wir das schaffen? Wie sieht das finanzielle aus? Werden sie Gesund sein? Hoffentlich kommt es nicht zu früh! Das sind nur einige von den Dingen die einem durch den Kopf gehen.

Doch neben der mentalen Belastung ist eine (Zwillings)schwangerschaft auch für den Körper eine massive Herrausforderung.

Die Belastung ist größer, das Risiko von Komplikationen ist um ein vielfaches erhöht.

Einer Komplikation möchte ich jetzt  etwas mehr Aufmerksamkeit schenken. Zum einen weil ich selbst darunter litt, zum anderen weil sie recht unbekannt ist und von vielen, auch vom Fachpersonal verkannt wird.

Es handelt sich bei dieser Komplikation um Hyperemesis Gravidarum.

Hyperemesis Gravidarum ist eine Krankheit die ausschließlich in der Schwangerschaft auftritt. Sie zählt zu den so genannten Frühgestosen. Doch was verbirgt sich hinter dem Namen?

Hyperemesis Gravidarum beschreibt das übermäßige Erbrechen in der Schwangerschaft, es setzt sich aus den Wörtern Hyper ( grie. über, oberhalb) Emesis ( grie. Erbechen) und Gravidarum ( lat. Schwangerschaft). Diese Krankheit, im folgenden HG genannt, stellt einen lebensbedrohlichen zustand dar, der dringend Behandlung bedarf.

Ca. 1-2% aller schwangeren Frauen erkranken an HG, besonders gefährdet sind neben Zwillingsschwangeren, Erstgebärende, Frauen die Mädchen erwarten ( wo bei sich diese These im Austausch mit anderen Betroffenen nicht halten lies) und Frauen deren nahe Verwandte ( Mutter, Großmutter oder Schwester, seltener auch Tante) betroffen waren.

Die Symptome sind vielfältig, die Diagnostik schwierig, da keine eindeutige Definition des Krankheitsbildes besteht und auch die Schweregrade von Frau zu Frau, und oft von Schwangerschaft zu Schwangerschaft stark variieren ( dazu wird es zu gegebener Zeit zwei Berichte von Betroffenen Frauen geben).

Neben dem unstillbaren Erbrechen und der anhaltenden, alles verschlingenden Übelkeit gehören die Exsikkose, Gewichtsverlust von mindestens 5%,, Mundtrockenheit, Kreislaufbeschwerden und Tachycardie und Hypotonie, Elektrolytentgleisung und Acetongeruch ( oral) zu den Hauptsymptomen, außerdem sind oft Ketone im Urin zu finden und der Körper übersäuert extrem. Dazu kommen die individuellen Symptome wie Geruchsempfindlichkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit so wie Zahnfleischblutungen und -entzündungen, Verdauungsprobleme, Depressionen und soziale Isolation.

Am Anfang steht immer die Hoffnung: in 12-14 Wochen ist es vorbei, doch meist haben die Frauen bis dahin schon mehrere Krankenhausaufenthalte so wie ambulante Infusionstherapien hinter sich. Mit jeder weiteren Woche schwindet die Hoffnung darauf, dass sich etwas ändert. Der Leidensdruck ist groß. Und die Gesellschaft, Ärzte, Hebammen und anderes medizinisches Personal verstärken ihn massiv, wenn kein verständnis für die Krankheit besteht. Früher wurde fälschlicher Weise angenommen, es sei eine psycho-somatische Störung und es würde ausreichen, das noch ungeborene kleine Wesen in seinem Körper an zu nehmen, doch warum sind auch Frauen mit Kinderwunschbehandlung betroffen? Das kann also nicht die Ursache sein,. Auch eine besodere Wehleidigkeit wird oft vorgeschoben, Man hört  Sätze wie: Stell dich nicht so an, du bist schwanger und nicht krank! Oder da muss jede durch, das bisschen spucken gehört dazu.

Doch die HG-Schwangeren sind krank! Sie sehen krank aus, sie fühlen sich krank, sie benötigen Infusionen und Medikamente zum Überleben. Das hat nix mit Wehleidigkeit zu tun. Welche Frau, die ein Kind erwartet, liegt schon gern im Krankenhausbett statt sich voller Eifer auf den Nestbau zu konzentrieren?

Doch wie sieht die Behandlung eigentlich aus?

Der berühmte Keks am Morgen? Der wird meist gar nicht runterbekommen, so bald sich die Augen öffnen übergibt man sich!

Viele kleine Mahlzeiten? Keine Chance, man ist schon froh wenn man Flüssigkeit zu sich nehmen kann.

Globuli? Achtung Erstverschlimmerung ( darüber hinaus sollten Globuli immer mit einem Homoöpathen individuell abgestimmt werden)

Akupunktur? Aua , bringt kaum bis gar nichts, oft wird es gar schlimmer!

Akupressurarmbänder? Sehen nicht gut aus, stören und verursachen Schmerzen!

Ingwer in jeglicher Form? Fragen sie mal eine Betroffene nach ihrem Verhältniss zu Ingwer 😉

Also was macht man? Hausmittel funktionieren nicht. Neben einem Gynäkologen, der die Krankheit frühzeitig erkennen sollte, gehören Infusionen und Medikamente aus dem Bereich der Antiemetika zur Standarttherapie. Nicht jede Frau kommt mit jedem Mittel zurecht, doch gibt es eine große Liste an möglichen Arzneien, einzusehen bei http://www.embryotox.de oder auch telefonisch erfragbar. Auch kann eine pschologische Betreuung hilfreich sein mit der oft schwer traumatisierenden Situation umzugehen. Doch das wichtigste: nehmt die Frauen ernst! Es ist ein grausamer Zustand der nicht enden will.

Ich war selber betroffen. Habe von der 4. Schwangerschaftswoche bis zur Entbindung bis zu 40 mal am Tag erbrochen. Neben Medikamenten und Infusionen hat mir eins am meisten geholfen: VERSTÄNDNIS!

Dieses fand ich vor allem bei anderen betroffenen Frauen, welche ich in einer Facebookgruppe für betroffene fand.

Mein Appell an euch: wenn ihr jemanden kennt der betroffen ist und Hilfe braucht, macht ihm Mut, zeigt das ihr der schwangeren glaubt und unterstützt sie bei der Suche nach hilfe und verurteilt sie nicht, weil sie trotz Schwangerschaft Medikamente nimmt, sondern akzeptiert und motiviert die betroffene genau diese zu nehmen, denn dadurch kann viel Leid erspart werden

http://www.hyperemesis.de/

https://www.facebook.com/groups/789097041137278/?fref=ts

https://www.embryotox.de/

http://www.helpher.org/